Internationaler Drogenkurier: 4,7 Kilo Kokain, Festnahme in Paris & 7 Jahre Haft #90 Marco
Shownotes
Marco Deutschmann erzählt, wie er 2006 als 23-Jähriger in der Gastro angesprochen wurde und ein vermeintliches „Reiseleiter“-Angebot annahm. Statt Touristen zu führen, tauschte er in Brasilien Koffer, ohne zu wissen, was genau darin steckt. Erst nach den ersten Reisen wird ihm klar, dass er in etwas Illegales geraten ist, doch familiärer Druck zieht ihn weiter hinein.
Am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle endet alles abrupt. Marco wird verhaftet, der Koffer wird geöffnet, und er bekommt eine Haftstrafe. Er beschreibt, wie sich U-Haft und Strafhaft anfühlen, wie er ohne Sprachkenntnisse zurechtkommen musste und warum er im Gefängnis einen radikal strukturierten Alltag aufgebaut hat. Später spricht er über seine Rückkehr nach Deutschland, weitere Verfahren, seine Zeit in mehreren JVAs und darüber, wie er sich mit Bildung und Verantwortung zurück ins Leben gearbeitet hat.
Zeitstempel: 0:00:00 – 0:01:10: Intro 0:01:10 – 0:05:14: Einstieg, Wie das „Jobangebot“ entstand, Anwerbung, erste Warnsignale 0:05:14 – 0:08:40: Erste Kofferreise, Koffertausch, „James-Bond“-Gefühl, Realitätscheck 0:08:40 – 0:12:49: Warum er aussteigen wollte, was ihn daran hinderte 0:12:49 – 0:19:12: Vater, Geld, Reise 3 und 4, Eskalation der Lage 0:19:12 – 0:26:32: Festnahme in Paris, Fund im Koffer, Verfahren und Strafmaß 0:26:32 – 0:31:49: Haft in Frankreich, U-Haft vs. Strafhaft, Sprachbarrieren, Alltag 0:31:49 – 0:37:46: Gefängnishierarchien, Auftreten, Schutzmechanismen, „Privilegien“ 0:37:46 – 0:50:29: Überstellung nach Deutschland, weitere Strafe, Haftorte, Vater stirbt 0:50:29 – 1:06:06: Unterschiede Frankreich vs. Deutschland, Struktur, Lernen, Verantwortung 1:06:06 – 1:23:34: Reflexion zu Drogen, Entlassung, Neustart, Studium, Stipendien 1:23:34 – 1:34:35: Leben danach, Vorträge, Arbeit heute, Ausblick
drogenhandel #drogenkurier #kokain #schmuggel #festnahme #gefängnis #haft #resozialisierung #neuanfang #verantwortung #lebensgeschichte #prävention
Marcos Kontaktinformationen: https://copecart.com/shops/8a3142e7 https://www.instagram.com/marcodeutschmannb2b/?hl=de https://www.tiktok.com/@marcodeutschmannb2b
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Transkript anzeigen
00:00:02: Ich saß im Hotel mit einem Koffer in Brasilien.
00:00:05: Knock, knock!
00:00:05: Dann standen dort ein paar junge Brazilianer vor mir, die irgendwas auf brasilianisch gezählt haben.
00:00:11: Ich hab keiner verstanden, ein paar Worte spanisch konnte ich.
00:00:14: Was ich gesehen habe ist ... Die hatten einen Koffa und ich hatte einen Kaffee.
00:00:17: Ich habe ihn meinen Koffe gegeben, ich hab seinen genommen.
00:00:20: Der Koffee war natürlich schwerer und da war ein großes Schufach und das Schufah war auch nicht mehr da.
00:00:24: Aber ich hab mich gefühlt, James Bond.
00:00:33: Stell dir vor du kommst in einen Raum.
00:00:35: Vor dir sitzt ein Mensch und du hast keine Ahnung, wer das ist.
00:00:39: Das
00:00:39: passiert mir in jeder Folge bei unserem Podcast von Bohne zu Bohne!
00:00:44: Mein Name ist Charlotte und ich weiß vorher nichts über unsere Gäste.
00:00:48: Kein Name?
00:00:48: Keine
00:00:49: Information?!
00:00:50: Keine Themen.
00:00:51: also werden meine Fragen auch deine Fragen sein.
00:00:54: Ich bin Sanya und ich suche die Gäst.
00:00:56: Hier achte ich darauf dass es Menschen mit ehrlichen berührenden und bewegenden Geschichten sind Und genau die wollen wir mit euch teilen.
00:01:04: Bist du bereit, gemeinsam mit Charlotte neue Geschichten kennenzulernen?
00:01:37: aka als Reiseleiter.
00:01:39: Und die Realität war, es war nicht Reise-Leiter sondern ich bin tatsächlich nach Brasilien geflogen das stimmte.
00:01:46: Touristen gab's dort auch nur, die hatten mir nix zu tun und ich musste den Koffer tauschen.
00:01:50: Klassisch wie man das kennt aus einem guten James Bond Film im Hotel wartend mit dem Kofferschaum... Da müssen
00:01:55: wir aber mal ganz weit vorne anfangen!
00:01:58: Wie alt warst du da?
00:01:59: Dreiundzwanzig
00:02:00: Okay, also man ist noch so ein bisschen naiv.
00:02:02: Man denkt, man kann die Welt bereisen und die Welt steht einem zu füßen.
00:02:06: Sehr naiv und gutgläubig ist wichtig!
00:02:09: Und jetzt ist noch die Frage wie bist du überhaupt dazu gekommen?
00:02:12: Wie war der Weg dazu dass du am Ende des Tages nach Brasilien gereist bist?
00:02:16: Der Klassiker in der Gastro lernt man viele Leute kennen bekommt man gute Jobangebote arbeitet sich hoch und so habe ich eben halt auch dieses Job Angebot von einem bekommen.
00:02:25: Kann ihr das nicht dubios vor?
00:02:27: Ja oder nein?
00:02:28: Es ist natürlich nicht so, dass ich dort gearbeitet habe.
00:02:31: Das war damals als Stuttgart im WM-Fußballfieber war.
00:02:36: Da kam jemand in die Ecke und meinte, hey!
00:02:38: Hallo Marco, also hättest du nicht Lust einen Koffer da von Brasilien?
00:02:42: So war es natürlich nicht.
00:02:44: Die Person war natürlich deutlich älter als ich, war clever.
00:02:47: die kam jeden Tag.
00:02:48: wenn jemand öfters kommt dann wird das ein Stammgast.
00:02:50: man kommt mit der Personsgespräch.
00:02:51: die Person hat Geschichten erzählt die waren cool von Brasilen was er erlebt hat dass er Spaghetti mit Baumpilze gegessen hat also ein echter Baum und Peranias Fischen.
00:03:01: So kommt man ins Gespräch, ich hab zugehört und Erd hat dann auch herausgefunden.
00:03:05: Weil er war ja sehr international.
00:03:07: Ich habe mit den Leuten ganz heil englisch natürlich gesprochen.
00:03:09: Ah okay du sprichst gut Englisch!
00:03:11: Wie sieht's aus?
00:03:12: Weltweit willst du was
00:03:13: machen?".
00:03:14: Und ich so Ja ich will hier
00:03:14: raus.".
00:03:16: Da hatte er dann schon gemerkt, ah ok da kann ich ansetzen.
00:03:19: Und irgendwann kam halt mal auf die Ideen.
00:03:21: meine so Du ich bin da schon sehr lange unterwegs.
00:03:23: kannst du sowas vorstellen wie Reiseleiter?
00:03:26: und dann kam sofort die Frage von mir Was ist ein Reise-Leiter?
00:03:29: Ja, du gehst in ein fremdes Land und zeigst den Touristen das Land.
00:03:32: Und da war für mich natürlich klar, boom!
00:03:34: Alles klar.
00:03:35: Du hattest das Land doch nicht oder?
00:03:36: Warst du schon mal dort?
00:03:37: Nein.
00:03:38: Genau
00:03:38: einen Grund mehr.
00:03:41: Okay.
00:03:41: Du hast aber für dich sofort gesagt, dass wäre eine Möglichkeit?
00:03:44: Ja genau.
00:03:46: Wo habt ihr euch da getroffen als es dann später um die Details ging?
00:03:50: Also das ganze Event ging glaube ich sowieso dreißig Tage und in diesen dreißigt Tagen kam ja quasi fast täglich.
00:03:56: Das heißt, da war schon der erste Beziehungsaufbau Und nach dem Event, das war übrigens auf dem Stuttgarter Schillerplatz, hieß dann so ja komm lass uns doch mal auf den Kaffee treffen.
00:04:05: Das haben wir dann gemacht und es war dann eines dieser berühmten Internet-Kafés die manche Menschen noch kennen, heute hör was ist das?
00:04:11: Dann haben sie dort getroffen.
00:04:13: Was ich ehrlicherweise nicht so wahnsinnig nahe gewesen wäre wenn man denn drauf hören wollen würde.
00:04:18: Das Internet-Cafe?
00:04:19: Ja also heute... Wenn mich heute jemand anspreche, würde ich nicht tatsächlich sagen.
00:04:23: Also in dem Internetcafé war schwierig um einen Job angesprochen zu besprechen weiß ich nicht.
00:04:29: Ehrlich?
00:04:32: Ja.
00:04:32: Das war normal ist es wohl wahr aber...
00:04:34: Wie Starbucks!
00:04:37: Aber meinst du nicht dass ein Büro eine bessere und besserer Ort gewesen wäre um über ein möglichstes Job angesprächen
00:04:43: zu sprechen?
00:04:44: Es ist ein guter Einwand und der Gedanke kam er nie.
00:04:48: okay Ja.
00:04:49: Ihr habt euch getroffen, ich hab dich unterbrochen?
00:04:51: Nein alles gut!
00:04:52: Wir haben es dort getroffen und dann hat er mehr erzählt, mehr Geschichten erzählst und dann ging schon so eine Richtung ja macht das Ganze schon seit sechzehn Jahren und ist nicht ganz so Reiseleiter, ist mehr so.
00:05:04: Koffer von A nach B transportieren und bevor das Gehirn dann einscheiden konnte kam schon da ist passiert nix.
00:05:10: ich fliege beim ersten mal mit bla bla bla und viel Beschwichtigung.
00:05:14: ja und ich habe da halt zugehört.
00:05:16: Kam da die ersten Zweifel auf?
00:05:18: Nee, gar nicht.
00:05:20: Die Zweife kam gar nicht auf!
00:05:22: Hast du denn gefragt was in diesem Koffer ist?
00:05:24: Nein weil die Frage hat er quasi schon vorweggenommen mit der Begründung also klar dass rein kalter Kaffee drin ist und das hat mir gereicht.
00:05:34: Du warst ja drei zwanzig Jahre alt und wolltest aus Deutschland raus.
00:05:38: Ja schon immer.
00:05:39: Was hast du dir von diesem Job versprochen?
00:05:41: Ich habe mir von diesem job versprochen dass ich die Welt sehe Dass ich raus aus Deutschland komme und in die Welt sehe, was er lebe.
00:05:48: Das habe ich mir versprochen!
00:05:50: Das ist tatsächlich dann auch eingetroffen.
00:05:54: Das ist eine gute Nachricht.
00:05:56: War die Intention das einmalig zu machen
00:05:59: oder
00:05:59: mehrere Male?
00:06:01: Das ist ein guter Punkt, ob die Intenzion war es mehr mal zu machen.
00:06:07: Es ist ne sehr spannende Frage.
00:06:10: Ich weiß nicht, ob ich wirklich davon ausgeging dass sich jetzt so mein Leben lang machen würde.
00:06:17: Ich hab das gemacht und mir war dann natürlich schon irgendwo im Hinterkopf klar, so ganz koscher kann es ja nicht sein weil er hat mir schon gesagt also darf sich nicht erwischen lassen und man trifft sich dann eben.
00:06:29: ich glaube erste Übergabe waren Madrid in Spanien und da kamen auch dementsprechende Gestalten und ich war am Hotel.
00:06:37: Also man kann sich jetzt wirklich so vorstellen wie ein guter Hollywoodfilme.
00:06:40: Es war der Klassiker, ich saß im Hotel mit einem Koffer knock-knock.
00:06:46: Dann standen dort ein paar junge Brasilianer vor mir, die irgendwas auf brasilianisch gezählt haben.
00:06:50: Ich kann es keinmal verstanden, ein paar Worte spanisch konnte ich.
00:06:55: Was ich gesehen habe ist, die hatten einen Koffer...ich hatte einen Kaffee!
00:06:58: Ich hab ihn meinen Koffe gegeben und ich hab seinen Koffee genommen.
00:07:01: Der Koffa war natürlich schwerer und da waren große Schufach und das Schufah war auch nicht mehr da.
00:07:07: Und dann bin ich ja nach Zürich geflogen nach Europa und dann übergabe ich meine die erste Wein in Madrid oder Barcelona nicht ganz sicher und da waren wieder so gestalten, hab den Koffer abgegeben.
00:07:18: Und dann war mir natürlich schon klar irgendwas kann hier nicht so hundertprozentig sein.
00:07:23: Und deswegen die Frage hätte ich... Also hatte ich die Intention das jetzt nonstop zu machen oder häufiger ist für eine Fifty-Fifty Chance weil ich es nicht weiß aus heutiger Sicht Deswegen würde behaupten eher nein Weil wenn ich sehe wie die Geschichte weiter ging spricht vieles dafür dass ich sehr schnell nach dem zweiten Mal nämlich aufhören wollte.
00:07:48: Man muss dazusagen, also die Geschichten, die wir bisher kennengelernt haben hat häufig eins gemeinsam das die Leute sagen, dass das so ein schleichender Prozess war, dass man in illegale Machenschaften gerät und dass man meistens dann so'n bisschen eine Grenzverschiebung hat und irgendwann kommt einem Dinge nicht mehr so schlimm vor und dann geht man noch ein Stück weiter, noch ein Stück weiter.
00:08:10: Jetzt stelle ich mir mal die Frage bei dir Gab es zu Beginn einen Gefühl von, oh fuck ich mach hier was Höchst Illegales oder höchstwahrscheinlich ist das hier ganz ganz kritisch?
00:08:19: Was ich mache gerade so die ersten ein zwei Male.
00:08:21: Genaues Gegenteil genaues Gegnteil nein!
00:08:24: Ich habe mich gefühlt James Bond Es ist echt so.
00:08:27: ja also dieser schleichende Prozess war glaube ich bei mir nicht da weil ich war so blind und naiv dass sich nicht etwas reingeschlittert bin sondern ich bin quasi direkt boom rein geplumpst Und dann war ich schon da, also es ist kein Prozess des Entwickles.
00:08:42: Sondern jetzt bin ich da!
00:08:44: Jetzt bin ich mittendrin und dann habe ich da quasi mitgemacht und als ich gemerkt habe... Ich sollte das vielleicht nicht machen sind äußere Umstände entstanden die es mir nicht möglich gemacht haben da sofort wieder rauszukommen.
00:08:59: so was eher bei mir.
00:09:00: Also nicht dieser schleichende Prozess.
00:09:02: Der Herr der dir den Job angeboten hat hatte ja gesagt dass er dich beim ersten mal begleiten würde.
00:09:08: Wie war denn das?
00:09:09: Also ja, stimmt.
00:09:10: Der hat mich begleitet.
00:09:12: Das ist korrekt!
00:09:13: Er ist mit mir gemeinsam nach Brasilien geflogen.
00:09:16: Wir waren in Sabrador bei hier und haben dort eine coole Zeit gehabt.
00:09:18: Ja wir sind zu dem Restaurant mit den Baumpilz gegangen... Und ich habe echten Baumpils mit Spaghetti gegessen.
00:09:25: Du warst lecker?
00:09:26: Ich konnte nur ein paar Gabeln essen.
00:09:27: danach hat mein Kopf zugemacht.
00:09:29: also ich glaube nicht dass es eklig war.
00:09:31: Es war der Kopf weil der Kollege hat also... Man muss sich das so vorstellen.. Brasilien Jetzt fast zwanzig Jahre her.
00:09:40: Vor zwanziger Jahren in Brasilien war jetzt nicht so das fortschrittlichste Land und an dieses Restaurant war im Prinzip wie ein Hollywood, du hast eine Fassade und dann gehst du durch die Fassaden und dann warst du im Hinterhof.
00:09:50: Das war das Restaurant In diesem Restaurant.
00:09:53: haste so eine provisorische Küche Nachwürdig mal sagen ärmlichen Standard.
00:09:59: Dort hat er seine Spaghetti gemacht Und in der Ecke stand tatsächlich dieser riesige Baum mit riesigen Baumpilzen dran.
00:10:06: Dann läuft er mit diesem Teller da rüber und scharpt an diesen Pilz runter, umbringt mir den Teller!
00:10:12: Ich sehe das alles!
00:10:13: Und es war roh?
00:10:14: Ja!
00:10:16: Verrückt... Übergeben hast du dich danach nicht?
00:10:18: Nein.
00:10:19: Du hast mal halluciniert danach?
00:10:21: Ich habe auch nicht halluciniert nein.
00:10:22: Echt
00:10:22: nicht?!
00:10:22: Also zumindest nicht dass ich wüsste.
00:10:24: Okay, gut.
00:10:26: Gut ihr habt die Baumpils-Erfahrung gemacht.
00:10:28: was habt ihr noch gemacht?
00:10:30: Ja, wir haben dann eine gute Zeit dort verbracht, praktisch habe ich doch ein bisschen gezeigt.
00:10:34: Das stimmt alles!
00:10:35: Also er ist mitgegangen und dann ging es weiter nach Manaus.
00:10:38: Und das stimmt auch.
00:10:38: Dann sind wir nach Manhaus geflogen statt mitten im Dschungel.
00:10:41: Ich glaube damals zweieinhalb Millionen Einwohner mitten in Dschunge.
00:10:44: Verrückt?
00:10:44: Man fliegt stundenlang nur dschungeln links rechts.
00:10:46: Riesige Stadt.
00:10:47: Da war man Mann aus.
00:10:48: Auch cool.
00:10:49: Haben wir dort eine gute zeit verbracht... ...und ja..dann hat der sich angefangen abzukapseln.
00:10:55: Dann gings quasi nur noch über E-Mail.
00:10:58: Also an dem Tag wird jemand kommen, sei im Hotel.
00:11:02: Und so warst du noch!
00:11:03: Da kam dann jemand am dem Tag und da hat der Kofferübergabe stattgefunden.
00:11:07: Während des Kenntlerns und diesem Kontakt den ihr da hattet hast du dir einmal die Frage gestellt warum er dich ausgesucht hat?
00:11:14: Nein.
00:11:15: Die Frage habe ich mir dann viel später selber beantwortet.
00:11:17: ja damals habe ich mich mit die Frage nicht gestellt nein.
00:11:20: Das heutige Sichtsecht weiß ich.
00:11:21: warum
00:11:23: Hattest du zu irgendeinem Zeitpunkt Zweifel darüber, was passiert wenn Du doch erwischt wirst?
00:11:29: Nein überhaupt nicht!
00:11:30: Er hat mich so perfekt geimpft.
00:11:34: Dass
00:11:35: Polizei bezahlt, Richter spezalt, Staatsanwalte spezelt... Alles sind bezahlt und wir kommen und holen die sofort raus.
00:11:42: Und ich hab das Felsen festgeglaubt.
00:11:45: Das hat mir gereicht, Glaube versetzt Berge.
00:11:48: Du hast gerade eben gesagt nach dem zweiten Mal war für dich klar, du willst da irgendwie raus.
00:11:51: Ja
00:11:52: Warum?
00:11:53: weil ich gemerkt habe, dass es definitiv nicht legal ist und das so schön immer sage, dass's nicht koscher ist.
00:12:00: Also mir war klar okay irgendein etwas verbotendes mache ich hier ganz sicher, weil ich darf mich nicht erwischen lassen um bekommen am Ende ein bisschen Geld geben Koffer ab und bekomme ein bisschen geld also... Das hat keine Zukunft!
00:12:14: Das haben wir dann klar.
00:12:15: Hast du mal in diesen Koffereien geschafft?
00:12:16: Ja hab' ich.
00:12:17: Und was war drin?
00:12:19: War ja präpariert.
00:12:20: Das heißt?
00:12:21: Gabst du einen riesigen Schufach Und dieses Schufach hat danach nicht mehr existiert.
00:12:26: Also man konnte immer noch den Sippe aufmachen, nur dann war anstelle das es halt so tiefer... Achso?
00:12:31: ...was halt nur noch so tief!
00:12:32: Achso ich dachte du hättest das auch geöffnet, dieses Fach, das Geheime-Ominösefach?
00:12:37: Das Geheimer-Omunösefach?
00:12:38: nein, das habe ich noch nicht geöffnete.
00:12:40: Das hab' ich ja.
00:12:41: in einem späteren Zeitpunkt habe ich's geöffnt, ja.
00:12:44: Okay naja aber Du bist ja nicht sofort rausgekommen.
00:12:47: scheinbar wenn Du nach dem zweiten mal raus wolltest
00:12:49: Ja genau
00:12:51: Was hast Du unternommen um da letztendlich rauskommen zu wollen.
00:12:55: Oder hast du überhaupt was unternommen?
00:12:57: Ich wollte es einfach nicht mehr machen, also die Idee war daraus zu kommen.
00:13:00: ist es einfach nichts mehr zu tun und dann bin ich raus.
00:13:04: das war die Idee.
00:13:05: Du hattest vorhin gesagt dass äußere Umstände dich daran gehindert haben darauszukommen.
00:13:11: Was waren das für umständen?
00:13:12: Das war mein Vater.
00:13:14: Mein Vater war der äußeren Umstand Der sich nämlich versucht hat sich zu zidieren und ich ihn dann in Wangen im Allgäu im Krankenhaus besucht habe, nachdem sie ihn aus dem künstlichen Koma wieder zurückgeholt haben.
00:13:27: Und mein Vater wusste von Anfang an was ich da mache.
00:13:32: Der fand's gut!
00:13:33: Echt?
00:13:34: Ja,
00:13:34: aus heutiger Sicht weiß ich dass mein Vater ein Hochkrimineller und alles andere als guter Mensch war.
00:13:40: Manche betiedeln wirklich als Teufel oder Satern.
00:13:44: so schlimm war er.
00:13:46: Ich als junger Mann hab das natürlich nie wahrhaben wollen.
00:13:49: Klar war ja der Papa Und er wusste von Anfang an eben, was ich mache.
00:13:53: Das war die einzige Person, der das erzählt habe und er hat es gut geheißen.
00:13:56: Und nach dem zweiten Mal hab' ich gemerkt so okay... vielleicht soll ich's eher nicht machen?
00:14:01: Und hatte auch nichts vor, das weiterzumachen.
00:14:04: Kurz bevor sich versucht hat, das Leben zu nehmen, hat er mir per Western Union zehntausend Euro geschickt mit einem Abschiedsbrief.
00:14:13: Dieses Geld habe ich genommen um einen Autounfall zu reparieren und Schulden zu zahlen.
00:14:19: Dann habe ich den Anruf aus Wangen im Allgäu bekommen.
00:14:22: Also, sein Suizidversuch hat nicht geklappt.
00:14:25: Und hab ich ihn besucht.
00:14:26: und dann hat er mir gemeint, ja, er hat sich mit den falschen Menschen angelegt, denen schulde er Geld... ...und er muss das Geld diesen Menschen zurückgeben sonst war's es mit ihm.
00:14:37: Ein Schritt zurück!
00:14:39: Herr Western Union wenn du dieses Geld bekommst kannst du eine Nachricht mit abschicken?
00:14:44: Hast du über diesen Weg den Abschiedsbrief bekommen?
00:14:48: Ich weiß ich habe eine Postkarte erhalten.
00:14:53: Nein, ich glaube nicht dass sich den Brief per Western Union bekommen habe.
00:14:56: Sondern ich glaube die Postkarte bekam.
00:15:00: Ich erinnere mich das es eine postkarte war und die postkarten Die war ich meine von von tenna rifa gesendet worden dass sie von tennarifa gesendete wurde Und ich meine dass ich dann ein bisschen später vielleicht zwei tage später Dass das western unionen mich dann kontaktiert hat so Ich meine, so rum war.
00:15:19: Das kann mich noch sehr gut an der Karte erinnert.
00:15:21: D.h.,
00:15:21: du hast zuerst die Karte bekommen und danach das Geld?
00:15:24: Ja,
00:15:24: richtig!
00:15:24: Genau.
00:15:25: Bin mir ziemlich sicher, dass es so war.
00:15:26: ja... Kam da keine Gefühle auf von ich muss versuchen, das aufzuhalten?
00:15:32: Nein, das war ja die Abschiedskarte, dass das getan hat.
00:15:35: Dass das schon getan
00:15:36: hat?!
00:15:36: Ja
00:15:39: genau in der Karten, also vorhat nur war dann praktisch bestätigt.
00:15:44: Also das war eine Abschiedskarte So eine Abschiedskarte, wo er sich quasi verabschiedet.
00:15:50: Dass der sich jetzt suizidiert.
00:15:52: Hast du
00:15:53: keinen Versuch Kontakt aufzunehmen zu ihm?
00:15:56: Nein, ging ja gar nicht.
00:15:57: Er hatte sich zu dem Zeitpunkt schon versucht zu suizidianen?
00:16:00: Ja also man muss wissen mein Vater hat die Familie verlassen.
00:16:03: da war ich zwölf ungefähr und dann hatte ich nur sporatisch einen Kontakt zu ihm.
00:16:09: Erst mit achtzehn hatte ich wieder ein bisschen Kontakt und er hat in Pregens gelebt, so nicht in Stuttgart.
00:16:15: Und dann haben wir uns selten getroffen sozusagen.
00:16:18: Er
00:16:18: hat einen sehr sporadischen Kontakt.
00:16:21: Du hast jetzt gesagt du hast das Geld bekommen?
00:16:23: Du hast die Schulden damit beglichen, die du hattest... Richtig!
00:16:27: ...und er hat dir gesagt, er hat offene Schulden, die er bösen menschen schuldet.
00:16:32: Richtig
00:16:33: ganz genau.
00:16:33: Dann habe ich ihm gesagt ja Er braucht das Geld zurück, die Zehntausend Euro.
00:16:39: Und hab ich gesagt ... Ich hab das Geld nicht!
00:16:41: Dann hat er gesagt, dann macht doch noch so eine Reise und das habe ich gemacht, das war Reise Nummer drei.
00:16:48: Reise Nr.
00:16:49: Drei war praktisch nur die Beschaffung des Geldes.
00:16:52: Das war der Grund.
00:16:53: Wie hat er dir gesagt?
00:16:54: Wie viel Geld er braucht?
00:16:56: Die Zehentausen brauchte zurück.
00:16:57: Nur
00:16:57: die zehn
00:16:57: oder ... Nein, er braucht die Zehntausend zurück.
00:17:00: Das waren nach Reise Drei.
00:17:02: Dann hat der gesagt, ich muss ihn in das Business reinbringen weil er braucht schnell mehr Geld.
00:17:06: Wie viel hast du pro Reise bekommen?
00:17:08: Zehntausend Minusspäsen.
00:17:10: Minusspesenfrechheit!
00:17:12: Absolut,
00:17:14: sogar
00:17:14: den Koffer musste ich selber zahlen.
00:17:16: Echt
00:17:16: jetzt?!
00:17:17: Ja wobei mit dem Koffa gab es einen Deal.
00:17:19: Jeder Koffe habe ich glaube ich tausend Euro für den Kaffee bekommen und ich hab die Koffee dann günstiger gekauft.
00:17:25: bei Bräuninger da habe ich dann einmal gleich vier gekauft weil die waren glaube ich im Angebot.
00:17:30: ich meine sechsohnundfünfzig oder so haben sie dann nur gekostet Und ich wurde trotzdem für tausend quasi dann entlohnt.
00:17:40: Was nie passiert ist, weil es war die Reise Vier.
00:17:43: Als du Reise IV angefangen hast... Ja!
00:17:46: Wie hast Du Dich in dem Moment gefühlt?
00:17:48: Ich hab mich schlecht gefühlt, weil ich wollte ReiseIV nicht machen.
00:17:52: Ich habe ReiseVier nur gemacht aus Liebe zu meinem Vater.
00:17:57: Weil das war der Moment, ihn ins Business reinzubringen.
00:17:59: Mein Vater ist Österreicher, das heißt er spricht kein Deutsch
00:18:02: Und
00:18:03: Englisch konnte auch nicht.
00:18:05: Also hab ich mir gedacht, gut dann mach' ich das einmal mit ihm Dann hat er's gesehen wie es geht und wenn man das einmal gemacht hat, äh den Rest kriegt man schon hin.
00:18:13: Den Kontakt der ja über E-Mail bestand?
00:18:16: Ja
00:18:17: Den hast du dann sozusagen auch da dort darüber eingeweiht dass dein Vater letztendlich deinen Job übernehmen wird?
00:18:24: Ja genau, richtig genau, ja
00:18:26: Und das wurde nicht in Frage gestellt sondern das war okay.
00:18:28: Nein,
00:18:29: das war wohlwollend, klar Das wurde willkommen geheißen.
00:18:32: Okay, auch als Ersatz.
00:18:33: Nicht als Zweiter?
00:18:35: Ja genau!
00:18:36: Dann sind wir eben gemeinsam rübergeflogen mit vier Koffern, die habe ich alle gekauft und ich bin dann zurück geflogen... Alleine?
00:18:45: Alleine vor ihm nicht ganz sicher wie lange vielleicht fünf Tage in eine Woche irgend sowas so was vor ihm zurückgefliegen.
00:18:53: Ich bin dann am Pariser Flughafen Schaltegold verhaftet worden Und das war es für mich und meine Reise mit dem Reiseleitergeschäft.
00:19:02: Bist du mit einem Koffer zurückgereist oder?
00:19:05: Einer.
00:19:05: Genau, ein Koffe!
00:19:06: Ja genau.
00:19:07: Also ich habe quasi nur vier kofferleere Koffen.
00:19:09: Habe mich rüber transportiert weil sie die Koffa halt brauchen und aus irgendwelchen Gründen konnte man die halt dort nicht kaufen.
00:19:15: also es war auch eine ganz spezielle Koffee kann ich auch sagen das waren Tumi.
00:19:19: Reisekoffe hat einen Kleidersack Und Tumi ist natürlich, die dies wissen ist eine sehr edle Marke so bisschen wie Roventha.
00:19:28: Die Idee dahinter, so hat mir der Auftraggeber das erklärt ist.
00:19:31: Dass ein so teurer Koffer, ich meine tausend Euro damals für den Koffa war brutal.
00:19:38: Wahrscheinlich equivalent wie heute zehntausend.
00:19:40: Dass dieser Koffe nicht so durchgesucht wird weil es eben so einen hochwertigen Koffee ist.
00:19:45: plus der Koffen sieht auch noch dementsprechend gut aus und er hat dieses legendäre Schufach wo halt einfach mal locker drei paar schuhe rein passen vielleicht sogar vier.
00:19:56: Man hat den Koffer prädestiniert gemacht und ich meine, dass es denen nicht gab in Brasilien.
00:20:00: Und deswegen waren die da so erpicht darauf mehr von denen zu bekommen.
00:20:07: Als man dich verhaftet hat... Was hat man dir da gesagt?
00:20:11: Naja also erstmal hat man mich ja nur gefragt wer ich bin ob ich mal mitkommen kann.
00:20:15: Dann hab ich natürlich mitgekommen.
00:20:18: Und dann irgendwann bin ich in ein Büro reingekommen wo mein Kofferstand.
00:20:21: Die nächste Frage ist das Ihr-Koffer.
00:20:23: Ja okay haben sie ihn aufgemacht Die mussten gar nicht suchen.
00:20:27: Also die waren sehr zielgerichtet nach dem Motto, die wissen wo das versteckt ist haben es dann ganz schnell gefunden haben das dann festgestellt.
00:20:35: gemeint so ja dass ist kokain und einmal die reise erst mal vorbei.
00:20:38: ach du scheiße das ist ja dann ein haufen an kilos Kokain gewesen.
00:20:43: Ja wie viel
00:20:44: waren's denn?
00:20:48: Wie hast du dich in den moment gefühlt als der koffer vor dir stand?
00:20:53: Ja also vor mir stand ein bisschen mulmig Und als sie es dann gefunden haben, das war sehr schwer zu beschreiben.
00:21:02: Weil so alles durcheinander ging.
00:21:06: Angst, Freude... Also alle Emotionen und Gefühle, alles auf einmal.
00:21:09: Es waren Feuerwerk in mir drin!
00:21:11: Nicht im positiven Sinne.
00:21:12: Das war wirklich wie ein extrem schlimmer Albtraum ohne zu wissen, träum ich das oder ist es Realität?
00:21:20: Also Realitätsverlust?
00:21:23: So kann man sich das vorstellen.
00:21:25: Warum
00:21:26: Freude?!
00:21:26: Weil Freude auch eine der Emotionen ist.
00:21:28: Ja genau, aber warum hast du Freude empfunden?
00:21:30: Na freude empfindest du.
00:21:31: wenn dein komplettes System durcheinander bricht, kommen alle Gefühle hoch.
00:21:35: Kommt alles hoch!
00:21:36: Also nicht nur Freude kommt auch Angst hoch, kommt Trauer hoch, komm Wut hoch... Alles auf einmal weil das komplette System war so durcheinander.
00:21:43: Die wurde ja im Vorfeld von deiner Kontaktperson bestätigt dass alles bezahlt ist.
00:21:49: die Polizei ist bezahlt startanweit Gerichtskosten.
00:21:54: Was waren deine Gedanken, als dir denn bewusst wurde du wirst jetzt festgenommen?
00:21:58: Ja genau das war meine Gedanke.
00:22:00: Genau das!
00:22:01: Nachdem ich dann eben verhaftet wurde und die Live-Isitiation über mich habe ergehen lassen und ich dann festgekettet wurde an der Wand hab' ich ein Buch in die genommen, Murphy's Law habe ich dann gelesen Und... Dann kam ich wieder zur Ruhe weil ich mich daran erinnert habe.
00:22:18: Ich hab dich geglaubt und dann war ich relaxed Zumindest mal die nächsten Stunden
00:22:25: Hat man dich in einer Einzelzelle gepackt?
00:22:28: Nein,
00:22:29: ich war im Büro festgekettet.
00:22:31: Das hast du ziemlich so auf dem Stuhlnott gelesen.
00:22:34: Ich weiß nicht mehr genau ob es die linke oder rechte Hand war eine von beiden fest gekettet mit anderen.
00:22:38: Ich dann so in der Position gelesen
00:22:40: und war
00:22:41: super relaxed
00:22:42: Und du warst fester von überzeugt dass deine Kontaktperson dich rausholt.
00:22:46: Ach
00:22:47: sowas von überzeugte!
00:22:48: Und dann wurde das ich finde glaube ich so gegen elf Uhr also circa zur Mittagszeit dort am Pariser Flughafen festgenommen worden.
00:22:56: Der Tag verstricht dann und dann ist meine Zuversicht immer mehr in Schwanken geraten.
00:23:03: Es wurde dann immer später, und später... Dann war irgendwann so Mitternacht und dann waren wir irgendwie so... Ich weiß nicht ob da noch jemand kommt!
00:23:14: Kam dann tatsächlich jemand?
00:23:16: Die Polizei?
00:23:17: Ich weiss nicht, ob es schon ein Uhr oder zwei Uhr auf jeden Fall.
00:23:21: Tiefe Nacht kam die Polizei und wie man sie aus französischen Filmen kennt mit ihren kleinen Autoslass Wir haben Renault oder so, haben sie mich dann zu viert abgeholt.
00:23:30: Dann haben wir uns dann zu fünft in das Auto gequetscht und sind mit Vollgas über die Pariser Autobahn blaulich geheizt.
00:23:39: Warum auch immer?
00:23:40: Und dann kam ich erst mal auf die Polizeiwache und wurde dort eingekerkert für drei Tage.
00:23:44: Was ist da in dir vorgegangen als du verstanden hast, okay erfahrt jetzt auf die Wache und du bist eingekerkert?
00:23:50: Es ist eine Welt für mich zusammengebrochen!
00:23:54: Die erste Nacht auf der Wache im Paris Da habe ich getrunnt, dass ich frei bin.
00:24:01: Das war ziemlich hart!
00:24:02: Weil als ich aufgewacht bin, war ich in so einer kleinen ... Ich glaube die waren sechs Quadratmeter wenn überhaupt großen Zelle.
00:24:08: Das ist auch schon bitter... das war richtig bitter.
00:24:11: Was ist dir als erstes in den Kopf gekommen, als du morgens aufgewach bist?
00:24:17: Wann?
00:24:17: Als du die erste Nacht in der Zelle verbracht hast danach.
00:24:21: Bin mir nicht sicher was in meinen Kopf kam.
00:24:24: Wahrscheinlich eher so Gedanken wie okay jetzt die Allkarte Niemand kommt und rettet mich.
00:24:32: Und hast du in all dieser Zeit auch einmal deinen Vater gedacht?
00:24:36: Ja klar, ja natürlich!
00:24:38: Ich wusste nicht was mit ihm passiert ist.
00:24:40: ich bin dann eben nach drei Tagen verurteilt worden Was witzigerweise für Frankreich langsam ist.
00:24:45: normalerweise verhaften die morgens und vorurteilen Nachmittags.
00:24:49: So ein durchlaufender Posten ist es dort.
00:24:52: Ich war da im normalen Gefängnis...
00:24:54: Messen Sie uns nochmal einen Schritt zurück gehen.
00:24:56: Die haben dich verurteilten.
00:24:58: Hast Du den Rechtsbeistand bekommen?
00:25:00: Ja, ja natürlich.
00:25:01: Ich habe einen sehr guten Rechtsbeistand bekommen und das war eine wirklich top Anwältin.
00:25:07: ich glaube die hat zum Akumlaude geschrieben.
00:25:09: fünf Minuten vor Verhandlungen kam sie zu mir Und konnte natürlich kein Wort Deutsch auch kein Englisch.
00:25:16: Übersetzer meinte dann so Jaja da wird alles gut
00:25:19: Fertig!
00:25:21: Und dann wo?
00:25:22: es hat sie dir irgendwas über Strafmaß gesagt oder so sondern das war einfach nur passt schon und dann geht's los?
00:25:27: Ja genau Ach, krass.
00:25:30: Der Übersetzer hat dann die Gerichtsverhandlung für dich komplett übersetzt?
00:25:33: Ja!
00:25:35: Richtig ja... Ich hatte von Anfang an den selben Tradakter und der war schon bei der Polizei, also schon beim Zoll war er da.
00:25:46: Das waren Ehrenmann.
00:25:47: Er hat meine Familie angerufen und hat gesagt was passiert ist.
00:25:51: Da war natürlich nicht klar.
00:25:53: Und der hatte so Mitgefühl dass er das gemacht hat und hat mir dann bei der Verhandlung gesagt, wir haben auf der Toilette noch einen Brief geschrieben.
00:26:03: Also so ein kleines Schnipsel mit einer Telefonnummer von meiner Familie und hab ihm das quasi so überreicht dass er Zolles nicht mitbekommt.
00:26:11: Und da hat sich die Familie vor Verhandlungen angerufen und gesagt was passiert ist weil keine wusste wo ich bin.
00:26:16: Die haben mich natürlich gesucht und nach Verhandlingen hat er sehr nochmal angerufen gesagt wo ich hinkomme, was es etc.
00:26:24: Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
00:26:25: Was für ein Strafmaß kam raus?
00:26:27: Vier
00:26:27: Jahre kam raus.
00:26:28: Das heißt, pro Kilo hast du einen Jahr gekriegt.
00:26:30: Könnte man fast sagen ja!
00:26:32: Könnte mal fast sagen.
00:26:35: Also wenn ich mir vorstelle... Ich bin in einem fremden Land, ich verstehe die Sprache nicht.
00:26:40: Ich weiß, ich habe gerade eine Straftat gemacht oder begonnen, die nicht nur dieses Eine-Land involviert sondern mehrere Länder.
00:26:49: Ja.
00:26:50: Ich hätte unglaubliche Angst von meiner Zukunft.
00:26:53: wie war es bei dir?
00:26:53: Ja
00:26:54: ich glaube so war's bei mir tatsächlich dann auch.
00:26:56: Was war mit der Abenteuerlust, die du eigentlich haben wolltest?
00:27:00: Hier war er erst mal weg.
00:27:01: An dir hab ich nicht mehr gedacht!
00:27:03: Nein nein für mich war einfach... Ich mein alles was zu diesem Zeitpunkt mir wiederfahren ist habe ich ja gar nicht realisiert weil es zu krasse Events in zu kurzer Zeit sind ums zu verarbeiten.
00:27:15: Erst so nach und nach hab' ich dann rausgefunden was wirklich alles mir wieder fahren ist und ich meine allein das Strafmast von vier Jahren.
00:27:24: Das muss man in Relation setzen.
00:27:26: Die anderen Kollegen im Knast, die hatten alle so zwölf oder sechzehn Monate fürs Gleiche.
00:27:32: Ich hab vier kassiert!
00:27:34: Das ist nicht gut.
00:27:35: Also nicht gut für mich beim Strafmaß?
00:27:38: Gut fürs Gefängnis weil das dann die nächste Welt in die ich dann eintauchen musste ein gefängnis sein Mikrokosmos.
00:27:44: Das funktioniert nach seinen eigenen Regeln.
00:27:46: Nicht nach den Regeln aber wie man hier eine Gesellschaft kennt da war es wieder gut.
00:27:52: Deine Familie wurde ja gesagt, weswegen du verhaftet wurdest.
00:27:57: Wie hast du dich gefühlt als dann deine Mutter oder deine Geschwister davon erfahren mussten das du eine Straftat begonnen hast?
00:28:05: Ich glaube in dem Moment habe ich gar nicht zu solchen Gedanken die Energie gehabt so etwas überhaupt zu denken.
00:28:13: Ich war somit meiner eigenen Welt beschäftigt dass sich mir keine Gedanken darüber machen konnte wie irgendwelche Menschen über mich jetzt denken oder wie dies empfinden.
00:28:23: Nein, das war... Da war kein Platz dafür.
00:28:26: Gar nicht!
00:28:27: Das kam erste Jahre später wirklich erst jahre später.
00:28:32: War klar von Anfang an in welches Gefängnis du kommst?
00:28:37: Nee, nein, war nicht klar, nein.
00:28:41: War Glück, Pech, wie man es nennen mag die Umstände keine Ahnung Lotto auf jeden Fall.
00:28:49: Ich würde sagen ich habe noch Glück im Unglück gehabt.
00:28:53: In Paris gibt es keine guten Gefängnisse, das muss man wissen.
00:28:55: Ich bin nach Wilpant gekommen und das ist für Pariser Verhältnisse noch eins der besseren in Anführungszeichen-Gefängnisse.
00:29:05: Also ich hätte auch nach Florie kommen können, dass das allergrößte und das auch richtig krass
00:29:12: gab's.
00:29:12: oder gibt es da Aufspaltung wo man welche Häftlinge hinpackt, also Leute die die und die Straftaten gemacht haben kommen da und dahin?
00:29:21: Nein.
00:29:21: Also messen der Rehe auf keinen Fall.
00:29:23: Unterzugenshaft sozusagen obwohl ich schon vorzeit war.
00:29:26: Da gibt es überhaupt keine Aufspaltung.
00:29:28: was natürlich die die einzelnen Stockwerke machen ist sie versuchen einen Mix zu bekommen aus schlimmen Straftatten und weniger schlimmen Straftaten beziehungsweise Menschen die durchdrehen und Menschen die cool sind Einfach um weniger Arbeit zu haben, weil dann die beiden sich quasi bekämpfen und das System in Ruhe lassen.
00:29:47: Das wird gemacht!
00:29:48: Ansonsten nicht
00:29:49: nein.".
00:29:50: D.h.,
00:29:50: du bist zu Beginn in ein Untersuchungshaft gekommen?
00:29:53: Quasi ja... Das war ein Untersuchshaftgefängnis.
00:29:56: Also das Gefängnis ist rein für Untersuchungshaft.
00:29:58: Ich war halt schon verurteilt.
00:30:00: Warum hat man dich dort hingesteckt?
00:30:01: Das kann ich dir nicht beantworten.
00:30:03: Das weiß ich nicht.
00:30:04: Wie lange warst du da?
00:30:04: Sechs Monate.
00:30:05: Ach krass, es ist doch schon lang.
00:30:08: Und die Gegebenheiten sind da schlechter als in einem.
00:30:11: oder sind die besser?
00:30:12: Nein,
00:30:13: also man muss sich so vorstellen.
00:30:15: Nach deutschem Kontext heißt es ja u-haft und strafhaft.
00:30:19: Ja!
00:30:20: In Frankreich ist u-haft bedeutet zweimal am Tag Hofgang für jeweils eine Stunde – und das war's.
00:30:28: Sonst gibt's dort auch quasi keine Aktivitäten.
00:30:31: vielleicht ein Bibelkurs oder einen Töpferkurs einmal die Woche für ne Stunde könnte noch sein, wo man Wochen lang darauf warten muss.
00:30:39: Ansonsten ist man in der Zelle und zwar non-stop in derZelle.
00:30:44: Und man ist normalerweise auch zu zweit in derzelle oder wenn die Zelle größer ist dann noch mehr Leute.
00:30:49: So das ist uher auf den Frankreich.
00:30:53: Strafwaffe im Frankreich ist komplett das Gegenteil.
00:30:56: Die Zelle geht morgens auf und je nach Gefängnis wo man ist geht sie entweder am Abend wieder zu oder zum Mittagessen.
00:31:02: Dann geht es wieder auf Und man kann sich im Gefängnis komplett frei bewegen oder auf dem Stockwerk frei belegen.
00:31:08: Man hat alles, man kann kochen und waschen.
00:31:10: Man ist alles da!
00:31:13: So ist quasi strafhaft.
00:31:14: Es sei ein Unterschied wie Tag und Nacht.
00:31:16: Das ist
00:31:16: also ein richtiger Mikro-Kosmos.
00:31:18: der eigene Welt, die sich gekehrt hat?
00:31:20: Zu hundert
00:31:20: Prozent, natürlich zuhundert Prozent.
00:31:22: Beides.
00:31:24: Beide sind Messe d'arrêt und strafhaft, das ist beides.
00:31:28: Ja es sind CD dann, Soundrede Détentionen.
00:31:30: Das sind beides nochmal für sich.
00:31:32: eigene Mikrowelden Funktionieren nach ihren eigenen Regeln.
00:31:35: Kam nie die Frage auf, ob man dich nach Deutschland in einen Gefängnis bringen könnte?
00:31:41: Wurde auch gemacht.
00:31:43: Ich wurde abgeschoben.
00:31:44: Nach zweieinhalb Jahren wurde ich abgeschoben und habe mich nach Saarbrücken gekommen.
00:31:49: Lass uns gerne noch in deiner Haftzeit in Frankreich bleiben!
00:31:53: Ja Wie war das für Dich?
00:31:55: Du hast ja... Kaum ein Wort Französisch sprechen können und dann bist du in einen Gefängnis gekommen, wo die Inhaftierten deutlich weniger Strafe bekommen haben als du.
00:32:05: Ja...
00:32:06: Wie war da der Prozess?
00:32:08: Was ist bei dir losgegangen?
00:32:10: Wie haben die Hemdlinge darauf reagiert?
00:32:12: Also nicht einmal muss ich klarstellen, ich konnte fließen französisch und zwar fünf Wörter!
00:32:17: Und drei davon waren Schimpfwörter.
00:32:20: Das war tatsächlich ultra schwierig Weil die Franzosen sprechen natürlich unheimlich gerne Deutsch.
00:32:26: Geschweige denn Englisch?
00:32:28: Genau, geschweige den Englischen.
00:32:29: Sprechen noch mehr Deutsche als Englische?
00:32:30: tatsächlich so und ja das war natürlich ein Problem.
00:32:33: jetzt ist es so Paris super international.
00:32:36: also es halt so will.
00:32:38: pandt war gefühlt war fünfzig prozent waren black keys und fünfzig Prozent waren arabs und war natürlich beides fünftig prozent weil du hattest auch noch paar hispanics da drin.
00:32:49: und gerade halt so mit dem Blackies und Hispanics konnte ich ja natürlich englisch reden oder in gebrochener Sprache, Spanisch.
00:32:59: Ein bisschen Spanische konnte ich nur minimal.
00:33:02: Das heißt, ich habe Anschluss zu denen gefunden und ja das war natürlich richtig schwierig irgendwo zu sein und man hat auch keine Unterstützung weil wer soll denn übersetzen?
00:33:12: Also vielleicht gibt es Leute die eben multilingual sind.
00:33:15: nur die musst halt auch erstmal kennen lernen und nun mal sie kennenlernst heisst es noch lange nicht dass jemand Bock hat für dich den Übersetzer zu spielen.
00:33:22: So, sind ja nicht nur gute Menschen da drin.
00:33:24: Das muss man einfach auch wissen.
00:33:26: im Gefängnis das ist schon so dass in mindestens achtzig Prozent welche drinnen die keine guten menschen sind.
00:33:32: Das ist einfach die Realität und jetzt findet diese Menschen dir die helfen.
00:33:37: Die Frage ist wie ich mich gefühlt habe mit meinem Strafmaß?
00:33:40: Ich hab mich natürlich maximal verarscht gefühelt weil ich mir halt angucke so okay das sind Leute die machen es als beruf.
00:33:45: deren Beruf ist es drogenkurriert zu sein.
00:33:48: Das machen die seit Jahren, Jahrzehnten das damn Beruf.
00:33:52: Die kalkulieren die Haftstrafe sogar mit ein und hier haben weniger als ich dabei mich schon sehr verarscht gefühlt.
00:33:59: Also die einzige gute Nachricht ist es gab einen Kolumbianer der hat acht Jahre kassiert und er hatte acht hundert Kilo.
00:34:09: Und nicht wie mein Vier-Kommer bisschen Kilo hatte vier Jahre.
00:34:12: Das hat dazu geführt dass die Leute natürlich mir nicht geglaubt haben dass sich nur ein Kurier bin Und das hat natürlich große Vorteile.
00:34:21: Das hat Vorteile!
00:34:22: Hast du das direkt relativ früh gecheckt, dass du da dir Privilegien aufbauen kannst?
00:34:27: Relativ früh gecheckt kommt drauf an... Also ich habe schon ein paar Wochen vielleicht sogar Monate gebraucht und dann hab' ich es gemerkt.
00:34:36: Ich bin von Natur aus ein sehr ehrlicher, sehr transparenter Mensch.
00:34:39: Ich will gar nicht sagen, dass es tatsächlich in der heutigen Welt oder generell in der Welt etwas Positives ist.
00:34:44: Fakt ist, ich bin's tatsächlich.
00:34:45: Und so war auch im Gefängnis.
00:34:47: Die haben mich gefragt, was hast du gemacht?
00:34:49: Und ich hab' koffertransportiert.
00:34:52: Wie flasch bekommen?
00:34:53: Vier Jahre!
00:34:55: Vier
00:34:55: jahre?!
00:34:57: Was war am Koffer drin, sag ich?
00:34:59: Ja?
00:34:59: Kokain?
00:35:01: Wie viel?
00:35:01: Sag ich ja, viertausend sechshundert fünfneunzig Gramm.
00:35:05: Aha...vierjahre für vier Kilo und sind einfach wieder weitergegangen.
00:35:12: Ich habe es den angesehen.
00:35:14: verarschen kann ich mich selber so Und am Anfang habe ich nicht gewusst, was Sache ist.
00:35:19: Bis ich dann später gemerkt habe dass das einfach in keiner Relation steht zu den anderen und die natürlich immer gedacht haben ja der ist bestimmt vom Kartell oder so oder ist vielleicht selber ein Boss who knows?
00:35:30: Das hat natürlich schon vorteilig gehabt weil die Menschen vorsichtig sind, weil sie mich nicht einordnen konnten.
00:35:37: also man muss sich das so vorstellen.
00:35:38: es ist gar nicht böse gemeint.
00:35:40: im Gefängnis sehen die Menschen jetzt nicht so extrem gepflegt.
00:35:44: das sieht man denen auch an.
00:35:45: Man sieht auch so vielleicht an jemanden, der ein böses Gesicht hat.
00:35:49: Ich will nicht sagen von Mutter Natur aus, sondern er versucht, Böse zu wirken und angespannt guckt oder doch ein hässliches Tattoo-Gesicht hat.
00:35:58: Das sind keine Menschen mit denen man auf der Straße gerne einen Kaffee trinken möchte.
00:36:01: Können nette Menschen sein?
00:36:02: Nur die Appearance ist schon mal so, ich halte Abstand!
00:36:06: Das machen die ja ganz bewusst so.
00:36:08: Und dann kommt jemand weg... Der genaues Gegenteil versucht.
00:36:11: Ich versuche mich immer von der guten Seite zu zeigen, lächelfiel und bin höflich und nett und freundlich.
00:36:17: Bumm!
00:36:17: Jetzt komme ich in diese Welt rein wo alles nur so hart böse und fies ist.
00:36:21: kommt da dieser einen.
00:36:22: nenn ihn Sunny Boy.
00:36:23: die hat sich gedacht er tickt doch nicht richtig.
00:36:25: also entweder nimmt er irgendwelche selber irgendwelchen Drogen oder is halt doch mehr.
00:36:29: Aber da stelle ich mir die Frage, warum warst du so offenherzig mit dem Thema?
00:36:33: Ich hätte sofort welch skeptisch und würde überlegen von Anfang an was gebe ich von mir Preis.
00:36:38: Und was erzähle ich hier?
00:36:39: Ist
00:36:39: ein guter Punkt!
00:36:42: War für mich gar nie die Frage.
00:36:44: Und die Aufmachung der Typen hat dich nicht
00:36:47: verschreckt?
00:36:48: Nein das nicht.
00:36:49: Da muss man vielleicht sagen... Ich habe ja einen sehr guten Kampfsport-Hintergrund, hatte eine sehr harte Ausbildung.
00:36:58: dass mir jemand Angst macht, ist schon sehr schwierig.
00:37:03: Und ich wusste halt immer so klar, wenn der Typ natürlich einst neunzig große es hundertzwanzig Kilo wiegt und Muskeln hat dann ist mehr klar von Physik her... Ich hatte damals zweiundseitzig Kilo Kraft.
00:37:13: brauche ich mit dem nicht messen, da habe ich keine Chance zur Null-Kommer-Null-Chance.
00:37:17: Nur was sich halt kann?
00:37:18: Ich kann halt aushalten und ich kann halt sehr schnell austeilen und weiß halt welche Punkte ich versuche zumindest mal zu treffen.
00:37:24: entweder das geht gut nur dann muss ich ihn echt kaputt machen Oder macht halt mich kaputt.
00:37:29: Und diese innere Haltung, das sieht man auch Menschen an.
00:37:33: Dass dieses Person ist bereit einen Schritt drüber zu gehen und den hatte ich.
00:37:39: Das hat viel ausgemacht!
00:37:41: Die Leute haben gemerkt okay der ist zwar klein und dünn nur irgendwas is in dem.
00:37:46: Weil kommen halt zwei drei so Ochsen und haben halt gesehen ja gut ich hab halt keine Angst oder rampe mich ein.
00:37:52: Ja gut dann rampe ich halt zurück So what?
00:37:55: Und das hat man gemerkt Und das hat auch viel geholfen, diese innere Haltung.
00:38:00: Du hast jetzt verstanden irgendwann nach einer gewissen Zeit hey die haben irgendwie ein bisschen Abstand, Respekt.
00:38:06: nennst du wie du so einen willst vor mir?
00:38:09: Hast du dann den Plan geschmiedet, wie du damit umgehst?
00:38:12: Nein ich habe kein Plan geschmedet.
00:38:13: also weder ging es mir darum andere Menschen zu manipulieren im Sinne von manipulierend zu meinem eigenen Vorteil.
00:38:20: der Typ bin nicht gar nicht Ich bin genaues Gegenteil, ich bin der Supporter.
00:38:23: Mir ist immer wichtig Empor zu heben.
00:38:27: So wahre Meisterschaftenmeister, das einer meiner Leitsätze im Leben.
00:38:30: Ich möchte gerne auch am Kampf zwar wenn ich meinen Wissen weitergebe ist mein Ziel dass mein Training immer besser wird als ich weil dann brauch du mich nicht mehr und kann weiterziehen.
00:38:39: Das ist so mein Lebensmotto.
00:38:42: Deswegen kam ich nie auf die Idee quasi meine Geschichte in Anführungszeichen das was sie glauben was ja gar nicht stimmt weil sie gedacht haben ich bin irgendjemand großes Was ich nicht war!
00:38:50: Ich war der aller kleinste unterste ich mein jung dumm naiv.
00:38:55: Nur das haben die halt nicht geglaubt.
00:38:58: Hab ich nichts draus gedreht, sondern ich hab's einfach stehen lassen!
00:39:01: Ich habe weder damit haussiert noch hab' ich das für mich genutzt.
00:39:05: Ich hab' einfach nur wenn mich jemand gefragt hat... ...hab' ich es erzählt und ansonsten habe ich einfach gar nix darüber
00:39:11: erzählt.".
00:39:14: Wenn ich jetzt doch mal nachdenke, wenn ich in deiner Situation gewesen wäre.. ..ich hätte glaube ich die natürliche Welt den natürlichen Habitus nicht mit der Gefängniswelt verglichen?
00:39:24: Warum hast du diesen Weg
00:39:25: gewählt?!
00:39:25: Wie meinst du den natürlichen Habitus?
00:39:27: Wenn
00:39:28: du sagst, dass du von deinem Naturell eher der Supporter bist.
00:39:33: Warum hast du das dort angewendet?
00:39:34: denn das ist ja keine natürliche Welt wo man sagt okay ich kann jetzt hier einen Supporten also wenn du weißt er hat keine Ahnung wie viel Menschen abgemorkt oder wie viele Kilo transportiert da hast du doch nicht die intrinsische Motivation Menschen zu supporten.
00:39:48: Ja mit dem Wissen was Du heute hast mit dem wissen was Ich Heute habe stimm mich dir zu.
00:39:54: back then war das halt nicht so.
00:39:57: Da war für mich das die gleiche Welt, da war es für mich gar nicht ersichtlich dass das eine eigene Welt ist mit eigenen Menschen.
00:40:06: also musste vorstellen ich habe dort Menschen getroffen, die hier in meinem Leben sonst nie irgendwo kennengelernt.
00:40:12: Also ich kamen nicht aus kriminellen Umkreisen.
00:40:15: Ich meine, ich hatte vielleicht ein paar Kommels die vielleicht bisschen gedealt haben.
00:40:18: Da reden wir von Gramm und Haschisch so Kleinigkeiten... Ich war auf einer der schlimmsten Hauptschulen in Stuttgart, zweitschlimmste um genau zu sein.
00:40:28: Da bekommt man bis hin was mit.
00:40:29: trotzdem ist noch weit entfernt von dem was sich an Kriminalität im Gefängnis mitbekomme.
00:40:34: Und dann auch noch Frankreich.
00:40:35: Ich mein, Frankreich sind ganz andere Hausnummer als Deutschland.
00:40:37: Das muss man auch ganz klar sagen.
00:40:39: das heißt überhaupt nicht vergleichbar.
00:40:41: Also was in Deutschland super super schlimmes ist in Frankreich So bisschen müdes lächeln.
00:40:46: Das muss man einfach wissen, Frankreich ist ein anderes Territorium.
00:40:51: Gedanklich war ich halt in der normalen Welt und hab diese Menschen quasi als normale Menschen gesehen.
00:40:57: Und dann habe ich mich auch so verhalten!
00:40:59: Da muss sich vielleicht sagen Glück gehabt dass eben mit meiner naiven Haltung denen gegenüber mir nichts passiert ist weil die halt sich sonst irgendwas gedacht haben.
00:41:11: Sonst hätten die mich non-stop auseinandergenommen oder es zumindest versucht, hundert Prozent.
00:41:15: Das ist mir heute klar!
00:41:17: Damals liegt zu dem Zeitpunkt auf keinen Fall... das war die einzige Möglichkeit wie ich damals habe reagieren und handeln
00:41:24: kann.".
00:41:25: Du hattest gesagt dass dir bewusst geworden ist, dass du gewisse Privilegien hast, die andere nicht hatten?
00:41:32: Was war
00:41:32: das?!
00:41:34: Welche Privilegen im Gefängnis?
00:41:36: Genau Du hattest gesagt dadurch, dass man so Angst vor dir hatte... Ja
00:41:40: genau.
00:41:40: ...dass du dir mehr
00:41:41: erlauben konntest?
00:41:42: Was war das?
00:41:43: War das mehr Duschzeit oder was musst du essen?
00:41:46: Ich bin noch nie im Gefängnis
00:41:47: gewesen!
00:41:48: Die muss mich auch mitnehmen!
00:41:49: Nein also das ist natürlich einmal die systemrelevanten Sachen und dann hast du die insassen relevanten Sachen.
00:41:55: Und diese systemrelevanten Sachen den war es völlig egal weil für sie bin ich eh nur eine Nummer und je weniger stressig mache desto easier fertig.
00:42:02: Das bin ich völlig ne Null-Nummer Für die Insassen.
00:42:07: Das Thema, das eben normal ist es so.
00:42:09: Wenn jemand Neues kommt dann wird die Person extrem beäugt.
00:42:12: Nur wird gleich eingeordnet.
00:42:14: Feind oder Freund sozusagen und im Fall halt ja Opfer oder nicht Opfer?
00:42:19: Und durch meine Geschichte, durch mein Auftreten, durch meinen Verhalten bin ich halt ganz häufig eben nicht in diese Opferpositionen gerückt worden weil halt meine Geschichte und mein Verhalten nicht zusammengepasst hat.
00:42:32: Jemand der nur ein kleines DHL-Männchen rennt nicht im Gefängnis rum und hat keine Angst.
00:42:38: Also natürlich verstehe mich richtig, ich bin innenlich gestorben vor Angst.
00:42:42: also sorry Pipi und Kaka gleichzeitig gemacht konnte kaum atmen vor Angst.
00:42:47: Ich habe es halt nach außen nicht gezeigt.
00:42:49: Ich hab halt nicht gezeigt was in mir vorgeht Und war halt immer ready.
00:42:53: das heißt wenn halt jemand auf mich zukam und an dieser berühmte böse blick und so dann habe ich das halt erwidert.
00:42:59: Dann hat die Person gemerkt okay da kommt Widerstand und dass hat mich quasi das vorgeschützt Opfer zu werden.
00:43:05: Und die Privilegien daraus waren dann eben, ich bin nicht Opfer geworden.
00:43:09: Leute haben sich mit mir abgegeben, die es sich vielleicht nicht mehr hätten abgegeben.
00:43:13: Weil sie halt auch selber sagen, ja, ich habe auch ein paar Leute, die ich rumschicke und weiss ja wie das geht bla bla bla.
00:43:20: Nein weiß ich nicht ist der auch egal!
00:43:22: Und wir haben halt an trotzdem Dame gemeinsam gespielt oder ich hab halt damit Mördern zusammen, dann haben wir halt gemeinsam Liegestütze und Klimmzüge gemacht.
00:43:30: So weil sie halt gesehen haben okay ich beiß halte ich mach halt mit Du bist der Drogenkreier, ich weiß ja.
00:43:35: Und man muss halt gesehen, dass sich richtig Gas geben und das sieht beim Sport erkennt man auch ganz schnell die mentale Ausdauer eines Menschen.
00:43:47: Wenn jemand bereit ist über sein eigenes Limit zu gehen, dann siehst du das.
00:43:51: Das merkt einen gegenüber und sagt okay doch kein Opfer!
00:43:54: Und das waren die Privilegien, die quasi mir meine Geschichte in Anführungszeichen geholfen hat was natürlich aus heutiger Sicht hoch riskant.
00:44:04: Also ich muss schon sagen, also ja.
00:44:07: Ich hab das wahrscheinlich auch nur so gut und glaubhaft verkaufen können weil es alles war!
00:44:11: Also ich habe nie gelogen oder so.
00:44:13: Das hab' ich nie gemacht.
00:44:15: Sondern halt weil die naivität so groß war.
00:44:17: Habe ich halt diesen ganzen Kajus, halt die Geschichte einfach so präsentieren soll, okay?
00:44:23: Und hab mir da nichts dabei gedacht.
00:44:25: Heute denke ich mir... ...das hätte der auch ganz böse ausgehen können.
00:44:29: Dann würde ich sagen, ja ja pass mal auf ey Ich weiß ganz genau, dass es stimmt was du mehr zählst und jetzt kriegste.
00:44:37: Hast Du Dich jemals gefragt wie so gerade Du so viel Strafen ausbekommen hast?
00:44:41: Ja das habe ich mich sehr häufig gefragt Und die Erklärung daraus wird wahrscheinlich sehr einfach sein Denn ich hab die ganze Reise viermal gemacht und als sie mich verhaftet haben habe ich das denen halt auch erzählt.
00:44:55: Das war natürlich also ja das war sonderlich dumm anders kann man das nicht nennen.
00:45:01: Ja, hab ich halt.
00:45:03: Und dann wurde ich auch zu vier Jahren verurteilen.
00:45:05: Dann macht das Ganze auch Sinn!
00:45:06: Vier Reisen pro Reise ein Jahr.
00:45:09: Dann hat aus des Strafmarks gepasst weil einen Transport ungefähr zwölf Monate, ein Jahr ... Dann hat alles gepasst.
00:45:16: Blöderweise ist im Urteil nichts davon drin.
00:45:22: Sondern es steht nur eine Reise drin und die ganzen Akten dazu dass ich das jemals gesagt hätte also bedeutet dass das Gericht das wusste sind verloren gegangen.
00:45:31: Und dann habe ich geklagt.
00:45:32: Ich bin nach Nancy zum Gericht, hab den Europäischen Krieg zur Vermenschenrechte angeschrieben, weil eines Tages da war ich dann in Strafhaft ins Sommel, kam der Direktor zu mir und meinte so, Mr.
00:45:46: Deutschmann!
00:45:50: Was haben sie gemacht?
00:45:52: Der hat Koffer von Brasilien nach Europa transportiert.
00:45:58: Ja
00:45:58: wirklich?!
00:46:01: Also Sie können es mir sagen... Da war ich schon so weit, wo ich mir denke genau einem Gefängnisdirektor vertraue.
00:46:07: Ich sage dann wirklich sind sie wirklich sicher?
00:46:13: Sagt er okay Er hat jetzt was das noch nie in seinem Leben gesehen hat und schiebt mir ein Papier hin Und das war tatsächlich ein europäischer Hafenfehl auf dem eine Gesamtstrafe von fünfzehn Jahren vermerkt ist Von Deutschland.
00:46:30: So hat der auch geguckt genauso Und er hat gesagt, können Sie mir das erklären?
00:46:35: Er hat gesagt ne, kann ich nicht.
00:46:36: Weiß ich nicht!
00:46:38: Also haben sie ihn umgebracht.
00:46:40: Ich habe ihn nicht und dann geht die Geschichte natürlich weiter.
00:46:48: Ich bin dann ziemlich schnell aus Frankreich entlassen worden weil ich eben beim Europäischen Krieg so für Menschenrechte geklagt habe.
00:46:55: Die Klage wurde auch angenommen.
00:46:56: Hat Frankreich mich ganz schnell loswerden wollen, dann bist du irgendwie auch nach zweieinhalb Jahren gegangen.
00:47:02: Rest ist auf Bewährung ausgesetzt inklusive zehn Jahre Landesverbot Und bin nach Saarbrücken gekommen.
00:47:07: Normalerweise in Saarbrucken.
00:47:09: Dann bin ich dort ins Gefängnis gekommen, die JVA.
00:47:12: Dort haben sie erst mal gedacht, wahrscheinlich bin ich Terrorist, weil ich abgesondert wurde und ein Einzelhaft.
00:47:17: Meine Zelle war komplett aus Stahl.
00:47:20: War immerhin gut zu reinigen was hat auch Vorteile?
00:47:25: Spannend war.
00:47:26: alle haben mir in Frankreich gesagt Deutschland ist noch schlimmer.
00:47:28: Und dann haben wir gedacht so wie noch schlimme.
00:47:30: In Frankreich stechen sich die Leute ab bringen sich um.
00:47:32: Wie geht es noch schlimmes?
00:47:35: in Zerbrücken an und dann gehe ich auf den Hof, bin alleine im Hof weil ich abgesondert bin.
00:47:40: Und dann stehen sie oben mit Maschinengewehr.
00:47:43: Da habe ich mir gedacht so ja okay Deutschland musste also die sind gar nicht.
00:47:47: Dann bin ich tatsächlich dann in Deutschland nochmal verurteilt worden?
00:47:50: Für was denn?
00:47:51: Für die anderen drei Taten.
00:47:56: Ich stelle mir gerade die Frage hat man deine Haft, die du vorher in Frankreich hattest in Relation gesetzt zur deutschen Haft?
00:48:03: Das ist das, was der Richter mir erzählt hat, dass er das gemacht hat.
00:48:07: Weil der Staatsanwalt wollte ursprünglich nämlich einundzwanzig Jahre.
00:48:11: Krass!
00:48:11: Das ist richtig krass und vor allem seine Worte bleiben ja sehr gut im Gedächtnis weil er nämlich darüber gewitzelt hat... Also so nenne ich es jetzt mal.. Dass nach deutscher Rechtsprechung das gar nicht geht, weil er hat drei Mal sieben Jahre gefordert.
00:48:23: Drei weitere Reisen A. Sieben Jahre hat er die betitelt, sind einundzwanzig und dann meinte er das geht nach deutscher Rechtsprechung lief da müsste man neue Gesetze für den jungen Herrn Deutschmann schreiben.
00:48:34: aus dem Grund fordert er fünfzehn Jahre was die zulässige Höchststrafe ist.
00:48:40: Du musst mir noch mal auf die Sprünge helfen.
00:48:41: Warum?
00:48:43: Weil nirgendwo in den Papieren war ja vermerkt dass du dreimal das noch gemacht hast.
00:48:49: Genau Woher
00:48:49: wussten sie das?
00:48:51: Woher wussten sie es?
00:48:53: Das BKA kam nach Frankreich eines Tages Und das BKA hat mich gefragt, so... Hat mich ausgefragt.
00:49:01: Und man muss wissen Glück und Pech gleichzeitig!
00:49:06: Glück?
00:49:07: Ich war nie in einem Drogenring.
00:49:09: Das ist der Glück.
00:49:10: Pech?
00:49:12: Es war kein Drogen Ring.
00:49:14: Das war eine einzelne Person.
00:49:16: Und diese einzelnen Personen waren polizeilich bekannt.
00:49:20: Und dieser einzelne Personen hat alle meine Tickets gekauft auf seinen Namen.
00:49:26: Und somit war es wirklich sehr, sehr einfach alles zusammenzubauen.
00:49:33: Inklusive meinem Vater.
00:49:35: Das war dann wirklich... Also das ist ja.
00:49:37: dazu muss man kein Sherlock Holmes sein um das Ganze dann zusammen zu bauen und damit konnten die es dann quasi rekonstruieren und meinen so Ja, ja, ja!
00:49:46: Das war ihre Reise Nummer vier und da habe ich in Deutschland einen Indizienprozess erhalten wo praktisch die drei anderen Reisen abgehandelt wurden.
00:49:56: Wie viel Strafe hast du dann bekommen?
00:49:58: In Deutschland?
00:49:59: Sechseinhalb Jahre.
00:50:01: Das ist sehr, sehr lang!
00:50:04: D.h.,
00:50:04: du hast dann insgesamt über acht Jahre im Gefängnis...
00:50:08: Nee, nee,
00:50:08: jetzt übertreibst
00:50:09: du also
00:50:09: bitte.
00:50:12: Ja, wenn
00:50:12: man die so zusammenrechnet sind wir über acht.
00:50:14: Okay, dann wär's ja zehn und ein halb Jahre.
00:50:17: Nein, in Frank hab ich vier Jahre bekommen und saß zweieinhalb Jahre Und in Leutland habe ich sechs und ein half Jahre bekommen.
00:50:26: Also saß ich so Muslimare um knapp sieben Jahre.
00:50:29: Also acht wäre echt übertrieben.
00:50:31: Du warst die ganze Zeit in Saarbrücken?
00:50:32: Nein, nein, nein!
00:50:33: In Saarbrucken war nur ganz kurz.
00:50:35: Da war ich quasi übers Wochenende vielleicht ein paar Tage länger und damit nicht überstellt worden nach Stammheim.
00:50:41: Ja dann
00:50:42: mache ich sechs Monate wieder unhaft.
00:50:44: Das ist besonders toll vor allem wenn man strafhaft schon gewohnt war.
00:50:47: Dann wurde er verurteilt Nach sechs Monaten.
00:50:49: Ich meine... Ist ja nicht so dass mein Fall nicht klar war und dass man das sofort... Nein, man musste ja sechs Monate Und dann bin ich nach Heimsheim gekommen, war circa neun Monate in Heimshalm und hab mich nach Freiburg gekommen.
00:51:02: Da war ich da in den Rest.
00:51:04: Deine Familie war ja jetzt im selben Land?
00:51:08: Wann bist du dir das erste Mal gesehen?
00:51:10: In Paris!
00:51:11: Meine Ma hat mich in Paris besucht.
00:51:13: Okay.
00:51:13: Mehrere Male oder einmal?
00:51:14: Nein mehrere Male, ja.
00:51:17: Und hast Du mitbekommen was mit deinem Vater war?
00:51:21: Ja, das war Januar.
00:51:22: Januar-Jannuart-Seitausend-Sieben Anfang Januar kommt plötzlich morgens um, gefühlt acht Uhr.
00:51:31: Eine Psychologie rein und wirft mir ein Fax hin, sagt ich soll es durchlesen und hat mich gefragt ob ich Hilfe brauche und ist wieder gegangen.
00:51:39: Und auf dem Fax hat die Polizei ... Ich meine Lindauer-Polizei oder Prägenzer nicht ganz sicher?
00:51:47: Das Fax habe ich tatsächlich noch irgendwo draufstellt dass mein Vater sich suicidiert hat mit Erfolg.
00:51:54: Was ist da in dir vorgegangen?
00:51:56: Ja das war In dem Moment war sowieso alles too much, das war ja noch ganz am Anfang.
00:52:02: Da konnte ich auch das nicht realisieren, dass war... Das war alles to much!
00:52:06: Also Too Much im Sinne von.
00:52:08: Ich wusste gar nicht wo ich anfangen soll mit der Verarbeitung weil die Events die eingetreten sind haben wir nicht mal abgenommen.
00:52:17: also ich war natürlich schon in der Verarbeitung und trotzdem staunen wieder was Neues dazugekommen.
00:52:21: Das war schon.
00:52:22: also Stell dir vor an Fass Was volles Und kommt jetzt immer noch etwas drauf, es läuft über.
00:52:28: Nur in dem Fall muss man sich vorstellen, es kann nicht überlaufen.
00:52:32: Also was passiert mit dem Fassel?
00:52:33: Platzt das jetzt oder so ungefähr?
00:52:35: kann man sich das vorstellen?
00:52:36: Okay du hattest jetzt gesagt Du warst in der Summe dann in Deutschland in drei verschiedenen Gefängnissen wenn ich richtig gezählt habe
00:52:44: In denen ich gelebt habe oder die ich gesehen habe.
00:52:47: Das ist ein Unterschied Gelebt
00:52:49: werden drei gesehen vier
00:52:51: Richtig?
00:52:51: Nein, gesehen habe ich mehr.
00:52:53: Gelebt habe ich ... Also sagen wir mal mindestens zwei Wochen muss man dort gewesen sein um gelebt zu haben.
00:52:57: Okay Dann haben wir Stammheim.
00:52:59: Da war ich.
00:52:59: sechs Monate War ich heimsam, neun Monate.
00:53:02: dann war ich in Freiburg.
00:53:04: da war ich fast zwei Jahre und dann war Ich freiburg im offenen Verzug.
00:53:09: Da war es knapp neun Monate.
00:53:11: Das hab ich in vier Gefängnissen in Deutschland gelebt.
00:53:14: Gesehen habe ich noch Butzbach, Saarbrücken Asperg Und ich hoffe ihr habt keins vergessen.
00:53:21: Warum hast du so viel?
00:53:22: Also, Nösser Brücken haben wir jetzt aufgeklärt.
00:53:24: Aber warum die anderen noch?
00:53:26: Ja ist Startwein Nummer eins.
00:53:27: Hallo!
00:53:29: Ich hab das recht zu reisen oder?
00:53:31: Das heißt also immer zur Überbrückung wenn du ein neues Gefängnis...
00:53:36: Man kann tatsächlich begründen warum es so war.
00:53:39: Also das ganze beginnt ja schon in Frankreich.
00:53:41: In Frankreich habe ich auch ganz viele Gefängnisse gesehen Gelebt.
00:53:44: offiziell habe ich ihn dreien angefangen hat's mit dem Pariser bzw.
00:53:47: angefangen Polizeidienststelle in Paris.
00:53:51: So, das war die erste Haftrei-Nächte.
00:53:53: Da bin ich überstellt worden ins Meson d'Arrêt im Willband und da war ich dann knapp sechs Monate.
00:53:58: Dann bin ich von Willband nach Sain Miel in strafhaft gekommen.
00:54:03: Um dahin zu kommen muss man mich transportieren.
00:54:05: Das ging über Nancy.
00:54:06: Da mache ich ein zwei Nächte in Nancy und davor war ich noch glaube ich drei oder vier Nächten in Frenn.
00:54:12: Das lohnt sich zu googeln!
00:54:14: Das ist ein krasses Gefängnis in Paris... Und dann war ich in Sain.
00:54:19: In Zormel wurde ich dann versehentlich verlegt, für zwei Wochen war ich in Nancy.
00:54:22: Da war ich übrigens wieder ins Isolationshaft weil keiner wusste warum ich da bin.
00:54:26: Es war auch sehr spannend, da führte ich eine Dusche auf der Zelle, wow
00:54:28: genial!
00:54:30: Das war echt klasse!
00:54:32: Mega!
00:54:33: Und da war ich zwei Wochen.
00:54:34: also würde ich jetzt sagen habe ich auch dort gelebt weil ich hab dort Einkauf gemacht alles nur halt versehendlich verlegt passiert.
00:54:40: Fehlende Akte das war als ich zu Griechen blieben nach Nancy.
00:54:44: So, das zählt noch.
00:54:45: Dann Saarbrücken war Transport Dann Putzbach Transport, Stammheim eben dann U-Haft.
00:54:52: Heimsheim dann der erste Strafhaft.
00:54:54: und da ich ja Bildung verfolgt habe um mich quasi dafür engagiert habe mich weiter zu entwickeln Schule machen zu können konnte ich nach Freiburg kommen.
00:55:03: deswegen bin ich nach freiburg gekommen.
00:55:05: das bedeutet die Geschichte dahinter ist Paris ist klar weil dort bin ich gelandet saumiel weil halt strafhaft gefängnis und nahe an deutschland weil ich deutsche bin.
00:55:15: Stammheim, weil ich bin halt Deutscher aus Stuttgart.
00:55:19: Heimsheim liegt direkt bei Stuttgard und ist ein Strafhaftgefängnis in Freiburg bei Bildung.
00:55:25: Das ist die Realität warum mich so häufig transferiert wurde.
00:55:31: Also nichts Besonderes in dem Fall!
00:55:33: Hast du einen tatsächlichen Unterschied ausmachen können zwischen dem deutschen System von... vom gefangenen System und dem französischen?
00:55:43: Ja klar, das ist wie er den Mond.
00:55:45: Das sind zwei Planeten.
00:55:47: Magst du uns das einmal genauer erklären?
00:55:48: Ja
00:55:49: gerne, gerne!
00:55:50: Also um es ganz einfach zu halten in Frankreich ist die physische Gewalt das Medium der Kommunikation Die von den Gefangenen ausgeht.
00:56:02: Das System lässt einen Ruhe Und in Deutschland ist genau umgekehrt.
00:56:06: In Deutschland hat man psychische Gewalte die vom System ausgeht und die Gefangenen lassen einen Ruhe.
00:56:15: Das heißt also du hattest keine besondere Stellung in Deutschland innerhalb des gefangenen Systems?
00:56:22: Ja, vielleicht die A-Karte weil ich angefangen habe mir Juha beizubringt.
00:56:27: Okay das heißt du hast in Anführungszeichen böse Ohren würden sagen oder böse Münder würden sagen Du warst ein Nase weiß.
00:56:36: Ja, genau.
00:56:36: Das hat dem System sehr gut gefallen wenn ich gesagt habe hey liebe Leute ich darf doch den Kurs machen hier Paragraph so und so BGB recht auf Bildung.
00:56:44: Und dann hieß es um Herr Deutschmann ja da haben sie was gefunden können wir ihn also nicht verwehren nur unterstützen müssen das nicht.
00:56:52: Genau solche Probleme hatte ich in Frankreich nicht.
00:56:54: Da hatte ich halt Probleme mit dem Kollegen der versucht hat mit der Rasiermesserklinge mir das Leben schwer zu machen.
00:57:00: da hatte ich dann dieses Problem.
00:57:02: Okay, aber du konntest im Prinzip ruhiger Schlafung.
00:57:04: So können wir das ja schon mal festhalten?
00:57:05: Nee
00:57:05: tatsächlich nicht!
00:57:06: Nein.
00:57:07: also wenn Du mich fragst was ich präferiere war es echt eine... Also es wäre schon eine krasse Erfrage.
00:57:12: Deswegen würdest Du die dann nicht fragen.
00:57:14: Deswegen
00:57:15: tätig so als hätte ich sie mir selbst gestellt.
00:57:17: Tatsächlich Frankreich Die Gewalt war mir viel angenehmer.
00:57:21: Lieber weiß ich wer mein Feind ist und lieber beißt sich ins Gras Und weiss es als dass ich nie mir sicher bin, ob ich jemals wieder dieses Gefängnis verlasse.
00:57:37: Aber
00:57:38: warum warst du dir nicht sicher, dass du dieses Gefägendes verlassen würdest?
00:57:41: Ja es ist so!
00:57:43: Also man muss wissen das ein Gefängnisseil wie eine Unternehmung ist.
00:57:47: Das klingt bisschen krass ist tatsächlich so.
00:57:48: Ist ein wirtschaftliches Unternehmen und das gefängnis lebt natürlich von den Insassen und es lebt besonders von den insassen die immer wieder kehren.
00:57:57: Und ich will jetzt gar nicht werten sondern einfach nur faktisch darstellen.
00:58:01: Und dann ist es klar, dass das System natürlich diese Menschen auch ein bisschen favorisiert.
00:58:05: Wenn man weiß, dass diese Person sowieso wieder kommt, dann guckt man nicht überall so genau hin.
00:58:11: Weil er kommt ja wieder und ansonsten die Person macht ja nicht ganz so viele Probleme weil er meistens auch nicht so schlau.
00:58:19: Dann hast du jemand der vielleicht ein bisschen schlauer ist und das System halt für sich nutzt weil er halt die ganzen Nicht-Lücken kennt, sondern seine Rechte kennt.
00:58:29: Also ich rede davon nicht Lücken auszunutzen, sondern nur sie eigenen Rechte.
00:58:33: und sag zum Moment mal liebe Leute das was ihr da macht, das dürft ihr gar nicht.
00:58:36: Verstimmt mit euch nicht!
00:58:38: Das ist ein Problem für das System.
00:58:40: Und dann kommt man... Ich würde sagen auf eine schwarze Liste.
00:58:44: Wenn es diese gibt, man weiß es nicht und dann hat man mehrere Zellenkontrollen.
00:58:49: Briefe kommen nicht an Anträge werden nicht genehmig passieren plötzlich ganz komische Sachen Und so passieren dann halt auch Sachen.
00:58:56: das, weil manche – das ist tatsächlich relativ häufig vor allem in Deutschland.
00:59:01: Hier Achtung liebe Community!
00:59:03: Wenn du jemanden was mit Substanzen zu tun hattest bis zu zehn Jahre rückwirkend kann dich jemand verpfeifen und dann wanderst du in den Bau.
00:59:12: Habe ich so Leute kennengelernt?
00:59:14: Das passiert natürlich bei einigen die halt in den jungen Jahren bisschen gedieelt haben, selber sind sie verhaftet worden und dann viele, viele Jahre später sitzen sie wieder im Gefängnis obwohl sie ein ganz normales Leben haben.
00:59:31: Warum?
00:59:32: Weil halt dieser eine Chunky seinen Namen erzählt hat und es nach zehn Jahren erst rauskommt.
00:59:36: So das ist zum Beispiel Einfall Und dann ist halt der Fall dass wenn solche Fälle kommen das bedeutet also ein neuer Haftbefehl wird eröffnet.
00:59:43: Dann wird ja nicht der Person im Gefangenen mitgeteilt Wenn der Haft Befehl aktuell ist sondern es wird ein bisschen rausgezögert.
00:59:55: Sehr gerne, man munkelt natürlich nur kurz vor Entlassung oder bei Entlassungen habe ich einige gesehen und das ist kein Scherz.
01:00:04: die gehen runter auf die Kammer freuen sich dass sie frei sind haben ihre Sachen gepackt geben ihre Sachen ab und bekommen dann den neuen Haftbefehl eröffnet und dürfen ins Nachbargebäude in U-Haft gehen.
01:00:18: Das bricht Menschen!
01:00:20: Das macht sich kaputt.
01:00:22: Das hält wahrscheinlich nicht mal null Komma ein Prozent der Menschen aus.
01:00:27: Und davon habe ich Einiges erlebt und deswegen war mir klar in Deutschland, Ich bin hier nie sicher außer ich Bin wirklich vor der Türe.
01:00:35: außerdem hab ich auch erlebten dass es auch kann scherz Eintag Vor Weihnachten einen Tag von dem feiertag Haben sie gesagt hey Blitzentlassung das gibt's Richter hatten guten tag gehabt Staatsanwalt auch zack okay wird entlassen Gibt Es Aus unterschiedlichen Gründen Passiert tatsächlich Auch mehrfach miterlebt nur in deutschland blitzentlastung.
01:00:53: Dann kommen die in die Zelle rein und sagen, pack jetzt alles.
01:00:57: Du kannst dich nicht mal mehr von deinen Kollegen vorab schieben.
01:00:59: Das lassen sie nicht
01:00:59: zu.".
01:01:01: Du gehst und dann stehst du vor der Türe!
01:01:03: Du stehst einfach vor der Tür!
01:01:04: Du kannst niemanden anrufen nix.
01:01:05: Du stehest einfach vor einer Tür, das ist kein Scherz.
01:01:08: Vor dem Gefängnis drin stehst dann bist frei Und die Leute sind dann komplett hilflos weil sie nicht wissen was ihr machen soll.
01:01:14: Und diese Dinge habe ich alles erlebt.
01:01:17: Darum war mir klar Ich bin nie sicher bis sich nicht wirklich frei bin und es hatte hier oben drinnen Und das war ein Schutz, was kann ich nur empfehlen?
01:01:25: Das war ein Selbstschutz.
01:01:25: Für mich war klar, ich verbringe mein Leben hier drin.
01:01:27: Kein Problem!
01:01:28: Ich habe noch genügend zu studieren... ...ich kann meinen Master machen und ich kann meinen Doktor machen.
01:01:31: Es geht alles.
01:01:32: Das heißt für mich war die nächsten zehn Jahre safe.
01:01:35: Erst danach muss ich gucken, was ich dann
01:01:37: mache.".
01:01:37: Du hast gerade gesagt du hast in der Summe sechsundhalb Jahre in Deutschland im Gefängnis verbracht?
01:01:43: Vierundhalb Jahr.
01:01:44: Sorry, vierundhalb Jahren?
01:01:45: Sechsundhalb wurde es du verknackt?
01:01:46: Ja genau, sechshundert
01:01:47: Jahre.
01:01:50: diese Zeit im Gefängnis verbracht.
01:01:51: Wie hast du dir deinen Alltag gestaltet?
01:01:54: Diszipliniert und strukturiert!
01:01:56: Das
01:01:57: bedeutet, für mich war ganz schnell klar gefangen oder nicht gefangen.
01:02:01: in Frankreich war der erste Moment wo ich gesagt habe okay was ist wirklich passiert?
01:02:08: Ich, Marke Deutschmann hab Gesetze gebrochen.
01:02:11: das ist Fakt dass es passiert.
01:02:13: ich habe eine Strafe dafür erhalten.
01:02:15: ob die jetzt zu hoch ist etc.
01:02:17: Ist gar nicht die Rede.
01:02:19: Ich habe Gesetze gebrochen, ich habe eine Strafe erhalten.
01:02:21: Das ist der Fakt!
01:02:22: Der Fakt ist auch...ich bin hier im Gefängnis ein Ort wo ich nichts sein will und jetzt dort bin.
01:02:28: Weder das System noch die Menschen die das System unterstützen oder die auch gefangene sind, sind meine Feinde weil keiner von denen wollte dass sich komme.
01:02:39: Keiner von den wollte dass ich die Gesetzen breche unabhängig ob die gut oder schlecht finde.
01:02:43: Das war mir sehr schnell bewusst.
01:02:45: zu sagen okay es ist meine Schuld.
01:02:47: Alles was passiert ist, ist unterm Strich meine Schuld.
01:02:50: Es war mein Entscheidungen weil es kam niemand mit der Pistole an meinen Kopf und hat mich quasi gezwungen.
01:02:55: auch die Manipulation beim Vater war kein Zwang per se.
01:02:59: ich hätte sagen können nein habe Ich nicht gemacht.
01:03:02: das wurde mir sehr schnell bewusst.
01:03:04: Das hat mir dann die Möglichkeit gegeben handlungsfähig zu sein Und sagen okay?
01:03:09: Was ist das wichtigste was sich jetzt aktuell brauche?
01:03:12: dass entsprachkenntnisse.
01:03:14: ich bin in einem fremden land in dem fall frankreich.
01:03:16: Ich muss die Sprache sprechen, weil das ist das Erste nicht nur um sich zu integrieren sondern überhaupt Kommunikation leben zu können.
01:03:23: Und das habe ich gemacht!
01:03:25: Ich habe mir Wörterbücher organisiert meine Familie mir die geschickt und hab dann mit Wörtherbüchern angefangen Französisch zu lernen.
01:03:31: So das war so der erste Moment und dann habe ich nach und nach mehr und mehr Struktur meinen Tag gebracht weil ich auch nonstop gesehen habe wie viele Loser da sind also Loser im Sinne von stehen auf gucken Fernsehen konsumieren noch Drogen konsumieren Fernsehen und das machen sie sieben Tage die Woche.
01:03:49: Weil eins war mir klar, ich bin kein Krimineller!
01:03:53: Ich habe Gesetze gebrochen, ja... ...ich bin trotzdem kein Kramineller.
01:03:57: Ich will niemandem schaden, dass ist nicht mein Wesen.
01:04:02: Bedeutet, dass ich möglicherweise eines Tages dann doch wieder rauskomme?
01:04:05: Also die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich wieder rauskommen weil auch im Gefängnis ich normalerweise auch keinen Scheiß mache.
01:04:12: So komme ich wieder raus.
01:04:13: wenn ich wieder heraus komme bin ich Teil einer Gesellschaft Und wenn ich natürlich blöder in die Gesellschaft zurückkomme, als ich gegangen bin.
01:04:22: Ja was für ein Mehrwert habe ich dann für die Gesellschaft?
01:04:24: Eher gar kein.
01:04:25: Das war mir auch klar!
01:04:26: Also es war wichtig dass sich lerne an mir zu arbeiten, mir Bildung organisiere weil nur dann hab' ich quasi wieder eine Chance am normalen Leben teilzunehmen und das wurde mir tatsächlich sehr schnell klar Verfolgt, ich war sehr strukturiert.
01:04:43: Also meine Hochzeit war dann in Frankreich... Sorry!
01:04:46: In Freiburg, als ich die Berufsoberschule besucht habe.
01:04:50: Man muss wissen, ich bin Hauptschüler gewesen.
01:04:53: Schlechter Hauptschüller und ab dann plötzlich war dann plötzlich am Abitur dran.
01:04:57: also ich war auch nie auf der Realschule.
01:04:59: Ich konnte da so einen Trick machen und ich hab gelernt non-stop.
01:05:03: Ich bin morgens aufgestanden, sechsunddreißig.
01:05:05: Dann um kurz vor sieben ging das Zerlauf.
01:05:08: Duschen gegangen und dann ging es in die Schule.
01:05:10: Ich glaube, Schule hat um sieben Uhr zwanzig begonnen.
01:05:13: Im Knast sind die Wege unglaublich kurz.
01:05:16: Also von mir bis zur Dusche waren vielleicht fünf Meter Und dann von meiner Zelle bis zum Schulzimmer waren viel leicht.
01:05:22: Da waren zwei Türen dazwischen.
01:05:23: Lass das fünfzehn Meter sein.
01:05:25: Also alles super super eng Schule.
01:05:28: Dann gab's Mittagessen.
01:05:30: da habe ich mich als Essenholer engagiert.
01:05:31: Das heißt ich hab Essen ausgeteilt hatte den Vorteil ich habe mehr essen gehabt.
01:05:34: meine Zelle war offen Muss gucken wo man bleibt.
01:05:38: Dann war Nachmittagsschule und dann war Hofgang, ich glaube drei oder vier.
01:05:43: Eine Stunde Hofgang da hab' ich immer Sport gemacht zurückgekommen Abendessen ausgeteilt abend gegessen Zelle zu gelernt Und das habe ich jeden Tag durch gezogen.
01:05:53: Ich habe einen Tag die Woche habe ich Fernsehen geguckt unter der Woche für zwei Stunden bin immer um zehn ins Schlafen gegangen und am Wochenende geht um acht erst die Zelle aufs gleiches Spiel dar um acht kurz vor acht aufgestanden, dann zum Sport gegangen, Zelle geputzt.
01:06:06: Alles gemacht.
01:06:06: Also ich war wirklich wie ein Roboter und das war auch das einzig Richtige und das einzige was Sinn gemacht hat.
01:06:14: so habe ich mein Leben dort gelebt.
01:06:17: Du hast jetzt davon gesprochen proaktiv zu werden und das bedeutet ja auch dass du Verantwortung für deine Taten übernimmst.
01:06:23: Ja
01:06:24: Was denkst du da von?
01:06:25: oder Wie denkst Du darüber?
01:06:27: Dass du Drogen geschmuggelt hast und dadurch die Sucht anderer ermöglicht hast?
01:06:33: Man muss differenzieren, würde ich erst mal sagen.
01:06:35: Ich meine Droge ist Droge?
01:06:37: Da muss man wissen... Es gibt wirklich Drogen.
01:06:40: die zerstören Menschen sofort instant.
01:06:43: Track, Math, einmal genommen, boom vorbei!
01:06:46: Heroin.
01:06:46: Und dann gibt es andere Drogen.
01:06:49: Ich persönlich bin ein Riesengegner von Koffein.
01:06:52: Also meiner Meinung nach wird es kein Koffee in geben und auch kein Alkohol weil das sind für mich die schlimmsten Drogen, die es auf diesem Planeten gibt nicht in der kurzen Wirktauer Sondern wenn man das Big Picture anzieht und sieht, was da wirklich drauf auf der Strecke bleibt.
01:07:06: Das wird jeden Tag konsumiert und die Menschen kommen dann sogar mitzusetzen wie dass üblich uns aus der Sucht Lehre kommt.
01:07:12: also sprecht mich nicht an bevor ich nicht mal einen ersten Kaffee hab.
01:07:16: Das ist genau das was ein Chunky sagt egal welche Droge.
01:07:20: Abhängige Menschen verwenden dieses Vokabular und man muss gucken wer konsumieren war.
01:07:27: es ist kein Zufall.
01:07:28: Also ich habe im Gefängnis so viele, dort gibt es richtig viele Süchtige mit unterschiedlichsten Süchten.
01:07:36: Es ist kein Zufall wer was nimmt.
01:07:39: Wer koffing konsumiert erhofft sich eine Wirkung nach dem Motto okay vielleicht ein bisschen belebend?
01:07:44: Vielleicht muss ich weniger schlafen.
01:07:46: das sind Illusionen darüber brauchen wir nicht reden.
01:07:48: es geht nur darum Warum nimmt eine Person genau diese Droge und keine andere?
01:07:52: Weil es gibt ja so viele Drogen zur Auswahl.
01:07:54: Und jeder ist frei in was nehme ich, was probiere ich oder verweige mich davon.
01:07:59: Und trotzdem gibt es ja Menschen sagen nee ich will das ausprobieren.
01:08:02: Alkohol!
01:08:02: Warum wird alkohol konsumiert?
01:08:04: Ja genau weil halt die anderen es konsumieren ist der Klassiker... Die Realität ist häufig so.
01:08:09: man verliert vielleicht die eigenen Hemmungen.
01:08:11: So geht's auch mit der Droge was ich nicht konsumierte habe.
01:08:14: Sie hat zum Glück nicht transportiert hab Kokai.
01:08:18: Wer ist es denn, der diese Droge konsumiert?
01:08:21: Wer ist das?
01:08:22: Ist es der kleine Hauptschüler, deren Eltern achthundert Euro Monat verdienen?
01:08:28: oder ist es vielleicht der Gymnasiast auf dem Elite-Gymnasium.
01:08:32: Das ist kein Scherz.
01:08:33: also ich habe ja auch sehr viele Vorteile gerne an Schulen gegeben.
01:08:36: Auch an Elite-Schulen in Internaten.
01:08:41: haltet euch was jetzt sage und die sagen sie haben Probleme mit der Substanz dass ihre Schüler im zarten Alter das konsumieren.
01:08:52: Und ist so, was?
01:08:53: Ja klar!
01:08:53: Weil halt die an Eltern sind weit über hunderttausendem Jahr... Die haben Asche, die konsumier'n nicht haschisch sondern sie konsumiert diese Droge.
01:09:01: oder es ist natürlich eine Leistungsdroge.
01:09:03: Das muss man fairerweise sagen.
01:09:05: Ich meine Leute, die Kokain-Konsumieren erhoffen sich einen Push davon.
01:09:08: So wirkt's ja auch.
01:09:09: Natürlich nur kurz und wir wissen auch die ganzen Nachteile.
01:09:13: Also versteh mich richtig bin großer Gegner von diesen ganzen Drogen.
01:09:16: Es ist nur wichtig zu verstehen, okay?
01:09:18: Was bewirkt was und wer nimmt was.
01:09:22: Ich will damit sagen... ich will damit nicht gut reden, was sich getan hat!
01:09:25: Also auch da verstehe mich richtig.
01:09:27: Sollte ich mir nur relativieren.
01:09:29: Natürlich hätte man jetzt sagen können ja mal kommen Moment mal, was wäre es gewesen wenn dem Koffer Heroin gewesen wär?
01:09:34: Das hätte ich dann auch nicht gewusst.
01:09:36: Da hätte ich mit Sicherheit ein viel viel schlechteres Gewissen als mit dem das ich heute sage.
01:09:41: ok der war wahrscheinlich oder ziemlich sicher Kokain drin.
01:09:45: Nicht dass es gut ist.
01:09:46: Man möchte mir in aller Deutlichkeit sagen, nicht dass es gut ist.
01:09:49: Ich weiß, dass das eine Edeltroge und gewisse Strukturen sind.
01:09:55: Politik, Sport, Management... Das ist so die Zielgruppe!
01:09:59: Es ist kein Geheimnis in Zürich.
01:10:02: Kannst du das Wasser nehmen?
01:10:04: Egal wo, mach einen Test und dann findest du es positiv aus keinen Scherz.
01:10:08: Und wie kann das sein?
01:10:09: Zürch ist halt eine Bankenmetropole dieser Welt.
01:10:13: Diese Leute konsumieren das.
01:10:15: Nur die Relation zu den anderen will ich ansprechen, nicht die Verharmlosung.
01:10:21: Da muss man mich richtig verstehen und sagen so... Natürlich ist es nicht gut unabhängig der Gesetzeslage!
01:10:28: Weil diese Droge wie alle andern Drogen halt Probleme verursachen.
01:10:32: Gut das ist halt so.
01:10:33: Nicht nur für den Einzelnen sondern auch gesellschaftlich.
01:10:35: da muss man halt fair sein.
01:10:37: Und das sehe ich als Problem an und sage ja, das ist nicht gut.
01:10:39: nein dass sich da dazu beigetragen habe, ja ist nicht.
01:10:44: Was du aber in dem Fall, dass machst ist.
01:10:46: Du relativierst die Zielgruppe?
01:10:48: Ja genau richtig ja weil das auch Die tatsache isst.
01:10:52: also die die zielgruppe ist eine andere ziel gruppe.
01:10:55: Das ist eine eine auftuschende droge.
01:10:58: Es ist keine die runter fährt das es keine die man abend nimmt um zu lexen Weil der arbeitsalltag e schon so hart war.
01:11:04: nein Ist nicht sehr genaues gegenteil.
01:11:06: das sind für menschen die sagen So ich will noch härter ich willst noch schneller die konsumieren das und da muss man auch fairerweise sagen dass menschen in dieser Schiene drin sind und bereit sind, so eine Droge zu konsumieren.
01:11:19: Die sind auch bereit alle anderen komischen Sachen zu
01:11:22: probieren.".
01:11:23: Du hattest vorhin gesagt dass du dem deutschen System nicht vertraut hast weil kurz vor der Entlassung ein weiterer Haftbefehl offen gelegt wurde für den Heftling?
01:11:34: Ja
01:11:34: Wie war es denn bei dir als du dann entlassen werden solltest als dir gesagt wurde Mensch Herr Marko, Herr Deutschmann.
01:11:45: Nein
01:11:45: nein nicht Herr.
01:11:45: Nicht Herr
01:11:46: Deutschman?
01:11:47: Deutschland!
01:11:48: Ja ja
01:11:49: das ist
01:11:49: wichtig.
01:11:50: Das ist echt wichtig.
01:11:51: Ok und Deutschmann dann und dann ist dein Entlasttag.
01:11:56: was hast du in dem Moment gedacht?
01:11:59: Nichts ich habe es ausgesprochen.
01:12:00: Ich hab gesagt verarschen könnte mich selber.
01:12:02: Verarscht kann ich mir selber.
01:12:04: Man sagt nein stimmt sage ja ja stimmt guck noch mal an Computer.
01:12:06: Es ändert sich eh nochmal.
01:12:08: Ne ne ganz sicher sei jaja.
01:12:10: Nee ich hab's nicht geglaubt Und ich habe auch nicht gepackt bis zu dem Tag, als sich dann quasi entlassen wurde.
01:12:16: Wobei meine Entlassung war ja eine Überstellung in den offenen Vollzug auf einem gleichen Grundstück.
01:12:22: Also im Google Maps kann man das super sehen.
01:12:24: und hast du Freiburger JVA.
01:12:26: und dann hast du davor so an der Straße unscheinbares Gebäude.
01:12:29: Das ist der offene Vollzug direkt an der Kreuzung!
01:12:33: Da geht man tatsächlich aus der Anstalt raus, läuft dann die Sende vielleicht dreißig Meter ins nächste Gebäudereien.
01:12:40: Abends hat er gesagt, nein du gehst morgens.
01:12:43: Er sagt, nein ich gehe nicht!
01:12:45: Doch doch doch.
01:12:46: und am nächsten Morgen kam er dann und meinte so hast du jetzt gepackt?
01:12:49: Nein habe ich nicht gepacket.
01:12:51: Und dann wurde ein bisschen stinkig und meine ich so glaubst du wirklich verarsch dich sag ich nein das hat ja nichts mit dir zu tun.
01:12:56: also das war übrigens einer der coolen Beamte muss man auch fairerweise sagen.
01:13:00: im Knast gibt es halt auch.
01:13:01: Es ist halt immer Menschen.
01:13:02: das muss man wissen egal wo man ist.
01:13:04: es sind halt immer menschen und manchmal gibt's eine Ansammlung von ... netteren Menschen und in manchen Momenten halt eher nicht so nette Menschen.
01:13:12: Heißt trotzdem, auch in diesen schwierigen Momenten gibt es immer wieder doch jemand der cool ist!
01:13:17: Das soll ich damit sagen... Und das war so einer von den Beamten.
01:13:20: Der war wirklich richtig cool!
01:13:22: Und er hat sich ein bisschen aufgeregt und gesagt, nein, wirklich?
01:13:24: Komm jetzt mit!
01:13:25: Dann hat er mich in sein Büro geholt, hat mir seinen Computer gezeigt, guckt da steht und das ist jetzt, das ist heute, du musst jetzt gehen!
01:13:31: Wenn du nicht gehst krieg' ich Ärger!
01:13:34: Weil dann verweigerst du dich.
01:13:35: und nein, geh jetzt!
01:13:36: Und ich sag okay alles klar.
01:13:38: Dann hab' ich gepackt.
01:13:40: Ich habe mich verabschiedet von den Leuten... ...und dann hat er mich runtergebracht zur Kammer.. ..und da war auch tatsächlich alles ok.
01:13:46: Es kam kein neuer Haftbefehl.
01:13:48: also ich wusste ja dass ich nichts gemacht habe.
01:13:50: trotzdem man weiß es nicht you never know.
01:13:54: und dann bin ich raus und trüben rein.
01:13:57: Die Spielregeln vom offenen Vollzug magst du dir einmal kurz erklären?
01:14:04: Sehr vereinfacht dargestellt.
01:14:06: Morgens raus, abends wieder rein.
01:14:09: Sehr vereinfach dargestellt!
01:14:10: Auch
01:14:10: am Wochenende?
01:14:12: Nein eben nicht am Wochenend.
01:14:14: Da gibt es dann sogenannte Ausgangstage.
01:14:16: ich glaube die heißen anders Ich habe jetzt so genannt
01:14:19: Hast du dich auf deine Entlassung vorbereitet?
01:14:22: Ja ich hab mich auch meine Auf-meineentlassungen weltallerbestens vorbereitet.
01:14:28: Also ganz im Ernst.
01:14:30: Ich habe jeden Schritt in meiner gefangenen Karrieren Anführungszeichen geplant, soweit es natürlich planbar war.
01:14:36: Also wenn ich jetzt nach Nancy transfigiert wurde das hatte ich nicht geplant.
01:14:40: Ich habe dann natürlich versucht mich dort schnellst alle möglichst ins System zu integrieren.
01:14:44: Das war immer meine Idee.
01:14:46: Egal wo ich bin, ich lerne das System kennen und integriere mich schnellstmöglich und suche was kann ich tun?
01:14:53: Bildung!
01:14:53: Das war mein Ziel.
01:14:54: Bildung, Bildung... Und so war's eben auch in meiner letzten Anstalt der JVA Freiburg.
01:15:00: als ich die Berufsoberschule gemacht hab war mir klar, was werde ich danach tun?
01:15:04: Ich werde studieren.
01:15:06: Was studiere ich?
01:15:06: Ich habe mir belegt, es stand zur Auswahl.
01:15:09: Es stand Jura, weil ich eben so viel schon mit Jura gemacht habe.
01:15:13: Das wäre dann der Bachelor gewesen.
01:15:15: Weil als Anwalt darf ich sowieso nicht mehr auftreten wegen der Verurteilung, wäre das gar nicht gegangen.
01:15:21: Also habe ich Jura gelassen und habe gesagt okay will ich nicht.
01:15:24: Und das, was ich fürs Leben brauche, das kann ich mir auch so beibringen über die Gesetze.
01:15:28: Dann gab's noch eben Klassiker eben Wirtschaftswissenschaften.
01:15:32: Da hab ich mir gemeint, nee also A lerne ich da sowieso nicht das was ich brauche und B macht es jeder.
01:15:37: dann habe ich mir noch überlegt Psychologie.
01:15:39: weil Psychologie ein großes Steckenpferd von mir ist haben wir dann eben die Module angeguckt und bin zum Entschluss gekommen hey der lernt man unglaublich viel nix über den Menschen Also bringt mir auch nichts.
01:15:50: Dann habe ich überlegt was mache ich macht ja alleine war mehr zu trocken Und Informatik war immer mein steckend Pferd.
01:15:55: Das konnte ich nur als junger Teenager nicht machen Weil Ich war halt Hauptschüler Hauptschüler und Informatik, ja das sind halt so zwei Welten.
01:16:02: Klar ich konnte alles, ging nicht!
01:16:03: Also habe ich informatisch angefangen zu studieren.
01:16:06: Das hab' ich gemacht.
01:16:07: Das war mein Ziel.
01:16:08: Und ich wusste wenn ich dann rauskomme gehe ich an die Uni.
01:16:11: Ich habe mich an der Uni beworben.
01:16:12: Zuerst an der Ferniversität Hagen dass ich weiterhin in Gefängnis studieren konnte... ...und dann bin ich eben an die Universität Freiburg gegangen um Informatiksstudien.
01:16:21: Hab mich also dort ganz normal beworfen.
01:16:23: Wurde dann auch akzeptiert hatte man ein Studienplatz.. ..dann wusste ich ok ich habe keine Kohle.
01:16:28: Also ich muss ja auch irgendwie Kohle haben.
01:16:29: Weil mir wäre klar, dass wenn ich nach knapp sieben Jahren oder zu den Zeitpunkten sechs Jahre aus der Haft rauskomme es möglicherweise nicht so einfach ist mich wieder zu integrieren.
01:16:40: also man muss verstehen ich hatte noch Tastenhandys da konnte man ein farbiges Fotoschießen.
01:16:45: also ich sag Farbe weil das war schon spannend.
01:16:47: und dann gab's plötzlich Tablets und Smartphones Und ich hab mir eine ganze Zeit CT-Magazine geholt, also heißt ich wusste was auf der Welt abgeht.
01:16:55: Nur ich kann das halt physisch nicht nur theoretisch war ich komplett up to date und Ich wusste okay?
01:17:00: Ich muss mich überall integrieren.
01:17:02: als ja ich habe mich sehr gut vorbereitet weil ich habe so viele gesehen Die nach weniger oder mehr zeit rausgegangen sind sind dann wieder gekommen.
01:17:10: dass ist echt kein scherz und ich vorteile es gar nicht.
01:17:13: die haben nur irgendein scheiß gemacht um wieder verurteilt zu werden Weil und das muss man sich mal vorstellen.
01:17:21: Sie gesagt haben, sie kommen mit dem Leben da draußen nicht mehr
01:17:24: zurecht.".
01:17:26: Ich mach den keinen Vorwurf!
01:17:28: Klar die Strafzeit ist nicht gut.
01:17:29: es halt die einzige Möglichkeit wieder reinzukommen.
01:17:31: nur ich verstehe die und das ist echt brutal und wir reden jetzt nicht von irgendwelchen kleinen sorry blöden Menschen sondern da waren auch schon eher auch mal schlauere dabei... Es kann also wirklich jeden treffen dass man plötzlich nicht mehr mit der Welt die sich geändert hat nicht mehr zu Recht kommt und dann halt das will was man
01:17:51: Kett.
01:17:52: Auch das wusste ich, also habe ich mich darauf vorbereitet.
01:17:55: Ich bin noch ein Schritt weiter gegangen.
01:17:57: Ich hab halt so nach Geld Ausschau gehalten weil ich wusste wenn ich rauskomme es kann nicht studieren gehen und jobben.
01:18:03: no chance!
01:18:04: Das schaffe ich nicht.
01:18:05: Also ja ich halte mich für jemanden der sehr sehr hart ist sehr extrem wirklich alles okay.
01:18:10: Vielleicht auch zu viel will ich gar nicht Ja vielleicht bisschen zu viel Ego Alles ok.
01:18:16: Fakt ist... ...ich wusste dass ich's nicht schaffe.
01:18:19: Das wusste ich, das schaffte ich nicht.
01:18:20: Ich habe gesagt, oh Gott, this is too much!
01:18:23: Also was mache ich?
01:18:24: Ich konzentriere mich auf die Uni und schaue, dass ich ins Leben wieder integriere und dafür brauche ich Kohle.
01:18:30: Also habe ich mich um Stipendium beworben bzw.
01:18:33: Stipendiar.
01:18:35: Und da gibt es eine nette Story weil wir leben ja in Deutschland und in Deutschland ist alles sehr geregt.
01:18:43: und dann wurde ich zum Bereichsdienstleister gerufen Der mitbekommen hat, dass ich Mappen gekauft habe.
01:18:53: Und praktisch ... Ich hab Bewerbungsmappen gemacht!
01:18:56: Die Schule hat mir dabei geholfen.
01:18:58: Das war so halblegal... Auf jeden Fall hat der dann gesagt, Herr Deutschmann, wenn Sie jetzt vorhaben, Ihrem Mappem wegzuschicken, dann schiebe ich da ein Riegel vor und sagt das dürfen sie gar nicht.
01:19:09: Sagt er stimmt?
01:19:10: Gesetze?
01:19:11: Wusst ihr dann okay?
01:19:12: ja, Deutschmann kennt sich bisschen aus?
01:19:15: Ich darf Ihnen nicht verbieten es weggeschicken.
01:19:19: maximale Anzahl an Briefmarken zu überschreiten, diese besitzen dürfen.
01:19:23: Das sind nur ganz wenige!
01:19:24: Es hat niemals gereicht ums alles wegzuschicken und ich war ja auch in Zeitnot Und ich habe mir dann natürlich mein Teil gedacht und ja okay sorry da hab' ich mich strafbar gemacht.
01:19:34: Ich bin dann zu meinen Kollegen gegangen Hab gesagt liebe Leute ihr müsst mehr Briefmarkten besorgen und dann muss sich die Sachen wegschicken.
01:19:41: und dann sagt er ok wir besorgende Briefmarke nur wie löst du es mit dem weg schicken?
01:19:44: weil wenn Du die alle weg schickst kriegte er's ja mit und dann weiß der ja auch dass du dir Briefmark organisiert hast.
01:19:49: Er sagt ja stimmt Und darauf habe ich auch eine Lösung gefunden.
01:19:52: Wie gesagt, egal wie aussichtslos es manchmal scheint man findet immer wieder gute Menschen und so halt auch die Sekretärin der Schule, der ich die Geschichte auch erzählt habe und muss sagen die Schule stand eh hinter mir.
01:20:09: das war ich sehr dankbar dafür hab auch sehr viel dafür getan.
01:20:12: also ich habe mich engagiert in allen Bereichen.
01:20:15: muss gehen war der Beste der Klasse als Hauptschüler.
01:20:19: Sie hat mich übrigens Herrdeutschmann genannt.
01:20:25: Da wusste man gleich, was für ein Stellenwert man bei den Menschen hatte ob Herr dabei war oder nur der Name Und ihr dann gemeint.
01:20:32: so okay wenn ich jede Mappe offen lasse Frankiert sodass sie reingucken kann Dann trägt sie es raus und schickt es weg.
01:20:42: Das haben wir gemacht.
01:20:43: Es waren dreiundzwanzig Mappen Womit Anschreiten mit Lebenslaufzeugnissen allen Dann noch Fachgutachten von den Lehrern.
01:20:52: Na alles drin Notenübersicht.
01:20:54: und auch auf der ersten Seite, hab ich ja vorhin schon gesagt.
01:20:57: Ich bin sehr ehrlich und transparent habe ich natürlich alles hingeschrieben die Geschichte was ich getan habe wie es passiert ist warum mich jetzt diesen Weg weitergehen will und warum ich die finanzielle Hilfe möchte genau so reingeschrieben offen und ehrlich.
01:21:11: viele im Knast haben übrigens gesagt sollt ihr nicht machen sollte.
01:21:14: manche haben sogar gesagt schreibt ihnen gar nicht dass du ein Gefängnis bist.
01:21:18: das bin ich.
01:21:19: ich meine ich bin in dem Knast.
01:21:22: Nee, also man kann Post bekommen ohne dass JVA draufsteht.
01:21:28: Das geht!
01:21:29: Also wenn man es hat schon Marco Deutschmann, Herrman Härterstraße Acht in siebenneun... ein sechs sieben?
01:21:35: Bin ich ganz sicher, das könnte die Post derzeit sein irgendwie so oder sieben neun eins null.
01:21:39: sie irgendwie so Freiburg sendet.
01:21:41: dann habe ich das bekommen obwohl ich im Gefängnis war.
01:21:43: da stand nichts mit JVA darauf.
01:21:44: Aber man hätte ja googlen können und sieht mal einen JVA
01:21:47: Absolut!
01:21:47: Ja Herrmann Härterstrasse Acht Freiburger weiß sofort was es ist.
01:21:50: So.
01:21:51: nur will ich sagen viele haben mir gesagt Ich soll nicht öffentlich das machen und sagt, es ist nicht fair.
01:21:56: Ich will von jemandem Geld also muss doch zumindest die Person die Chance haben, die wahre Geschichte zu kennen?
01:22:01: Und dann kann sie Jardon ein sagen und ich muss einfach akzeptieren Punkt und so habe ich's gemacht.
01:22:05: Dreiundzwanzig Mappen gemacht.
01:22:07: Der Sekretär gegeben mit den Briefmarken von meinen Kollegen überall drauf, die jetzt weggeschickt und ich hab tatsächlich dann zwei Stipendia bekommen.
01:22:16: Zwei Stipendea einmal Thomas Gessmann Stiftung und einmal Conor Azusa Stiftungen.
01:22:21: Sehr cool!
01:22:21: Für wie lange?
01:22:23: Thomas Gessmann Stiftung war mindestens sechs Monate.
01:22:29: Könnte sein, dass das sogar ein Jahr war und ich kann es sicher.
01:22:31: Und Konrad Zuse war länger, war glaube ich sogar fast mehrere Jahre.
01:22:36: Ach krass!
01:22:37: Die Stipendia haben genau dann begonnen als ich zur Uni in Freiburg gegangen bin.
01:22:42: Dann haben die quasi begonnen mit der Auszahlung.
01:22:45: Ich hatte natürlich dann noch ein bisschen Geld angespart und da muss man den Haft ja machen, das hat gereilt.
01:22:49: Und dann bin ich halt nach dem krassen Weg gegangen habe gesagt gut ich gehe halt dann noch zur DKB und hab mir noch so einen richtigen Studienkredit geholt.
01:22:57: Warum hast du nicht den Weg zum BAföG-Amt gesucht?
01:23:00: Ich hab den Weg zu einem BAföGMT auch gesucht, es hat nur länger gedauert.
01:23:04: Achso!
01:23:04: Ja genau, ich hab BAföGs dann auch bekommen.
01:23:06: Okay, alles klar.
01:23:07: Also ich habe mich im Prinzip wenn man so möchte, habe ich mich fremdfinanziert durch Stipendia und durch Kredite.
01:23:14: Und den Weg bin ich bewusst gegangen, weil ich gesagt habe es ist too much sonst.
01:23:20: Fokus auf eins also zwei Sachen ins Leben ankommen und studieren und im Nachhinein ja war's der richtige Weg.
01:23:27: finanziell ist natürlich eine Katastrophe.
01:23:29: also versteht mich hier richtig wenn du keinen kredit pausst ist es tausendmal besser.
01:23:34: also don't do it mach es nicht sondern geh lieber jobben.
01:23:37: das ist hundert mal besser als dieser kredit weil ich hab nämlich das doppelte zurückgezahlt.
01:23:42: Also das was ich ja genommen habe, hab' ich zurückgezeilt plus noch mal dieselbe Summe.
01:23:46: Das ist ein Abzockgeschäft.
01:23:47: deswegen definitiv nicht machen.
01:23:49: In meiner Situation habe ich halt quasi gesagt gut Ich beiße in den Zarohen Apfel und so Ja, habe ich mich auf alles wirklich weltallerbestens vorbereitet Und es war im Nachhinein unglaublich gut und... ...ich find's richtig schade dass in Anstalten niemand gibt der mit einem so den Weg geht.
01:24:09: Das gibts einfach nicht.
01:24:10: Das was ich gemacht habe, ist deswegen so einzigartig weil das halt fast also wahrscheinlich keiner macht.
01:24:15: Woher auch?
01:24:16: Deswegen hab' ich hundert Prozent selbst gemacht plus noch zum Glück ein paar nette Menschen getroffen die mir geholfen haben sonst wäre das Ganze gar nicht aufgegangen.
01:24:25: Wer die Seketärin, wer die?
01:24:26: nicht gewesen hätte ich die Mappen nie weg schicken können.
01:24:28: Hätten meine Kollegen nicht für mich die Briefmagen gekauft, ich mein jetzt kann man sagen ja Briefmage.
01:24:32: Ja trotzdem!
01:24:33: Die machen sich auch strafbar.
01:24:36: Der BDL ist nicht blöd, der sieht ganz genau auf der Einkaufsliste wer hat grad Briefmagen bestellt.
01:24:40: Da hat er Zeit, der setzt sich hin und guckt sich die letzten zehn Jahre durch... ...und guckt ob irgendeiner da viele Briefmragen bestellt hat.
01:24:47: Und dann weiß er wem zu wem gehört.
01:24:49: Sonst haben wir auch praktisch riskiert für mich!
01:24:53: Danke kann ich vielleicht einfach nur sagen
01:24:57: Du hast gesagt, du bist ein sehr ehrlicher Mensch.
01:24:59: Und
01:25:00: jetzt war der Weg ja nicht immer ganz einfach.
01:25:02: auch daraus zu kommen?
01:25:03: Ja!
01:25:03: Jetzt bist du in einer Gesellschaft als junger Mann angekommen und dann wird dir natürlich mit unter die Frage gestellt so woher kommst du?
01:25:10: was hast denn die letzten zehn Jahre gemacht?
01:25:12: oder im Vergleich zu den anderen Studies warst du vielleicht schon etwas älter als du warst.
01:25:17: Ich war tatsächlich ein bisschen älTER.
01:25:19: Genau
01:25:19: deshalb stellt sich mir die Frage Bist du auch da sehr ehrlich mit deiner Geschichte gewesen und wie hat man dich da gesellschaftlich aufgenommen?
01:25:26: Also mein Credo, als ich rauskam war.
01:25:29: Mir ist wichtig dass sich meine Geschichte demgegenüber erzähle damit die Antropersonen entscheiden kann ob sie mir Kontakt haben möchte oder nicht.
01:25:39: und wenn Sie keinen Kontakt haben möchtet dann muss ich das akzeptieren.
01:25:43: also auch wenn es faktisch natürlich total meiner Welt total unlogisch ist und sorry blöd habe ich gesagt muss ich es akzeptiert weil Es ist halt so fact Ich kann die antroperson noch nicht ändern Und das hab ich auch immer so gemacht.
01:25:56: Ich habe immer meine Geschichte auf den Tisch gelegt.
01:25:58: Die Grundregel war, lerne mich zuerst als Mensch kennen und dann erzähle ich dir meine Geschichte.
01:26:03: Das war meine Grundregeln!
01:26:04: Ich wollte dass sie erstmal mich sehen und dann habe ich ganz schnell meine Geschichte hinterhergelegt weil es für mich wichtig war nicht nur wegen der Ehrlichkeit sondern eben auch weil ich natürlich also faktisch ich mein ich war absolut populär.
01:26:19: Kameras überall, ich kam überall im Fernsehen, ich kann überall in den Zeitungen... Ich bin auf der Uni mit einem Kamerateam vom SWR durch die Gegend gelaufen.
01:26:25: Die haben den ganzen Tag gefilmt.
01:26:26: Natürlich fragen sich die Leute auch, wer ist das?
01:26:28: Wer macht das?
01:26:29: Google denen!
01:26:30: Spätestens da war ja klar, wer ich bin.
01:26:33: Da war ich halt dann schon soweit, dass die meisten schon wussten, wer Ich bin.
01:26:36: also mit denen ich eng zu tun hatte.
01:26:37: Die wussten es ganz genau.
01:26:38: und Ja, ich habe auch immer eine Ablehnung erlebt.
01:26:41: Das hab' ich auch im Schnitt.
01:26:42: Eine direkte Ablehnung pro Jahr Indirekt weiß ich nicht wie viele sind Direkt was immer Eile pro Jahr.
01:26:50: am Schnitt
01:26:51: Hat es doch Schwierigkeiten bei den Lehrkräften.
01:26:53: Nein überhaupt nicht.
01:26:55: Tatsächlich überhaupt nicht, nein.
01:26:57: Also die Profs haben mich nicht anders behandelt gar nicht?
01:27:00: Nein da habe ich nichts...nein kann ich überhaupt nichts Negatives sagen und vielleicht auch nicht unbedingt was Positives sondern vielleicht nur so ein Zwinkern nach dem Motto der Kameramann wieder oder TV-Star sowas bisschen ansonsten, nein.
01:27:14: also man muss auch wissen, die in einer Uni nicht nur sind, sondern sie auch länger mit der Welt der Akademie beschäftigen.
01:27:22: das ist den Profs auch völlig egal.
01:27:23: Ich meine, die neun-neinzig Prozent machen von denen halt die Lesungen, weil sie es machen müssen.
01:27:28: Steht im Arbeitsvertrag drin und die Leute sind denen völlig egal.
01:27:31: Das ist nicht böse gemeinten.
01:27:33: Die wollen ihre Forschung durchtreiben.
01:27:35: Und ob die Leute jetzt gut lernen oder wer das ist, ist den Jacke wie Hose.
01:27:39: Und das habe ich auch so erfahren und das war in Ordnung also absolut okay.
01:27:45: Marco du hast jetzt sehr reflektiert über all das was in deinem Leben passiert ist berichtet.
01:27:51: Was ist das, was du am ehesten gelernt hast für die Zeit nachdem du aus der Haft entlassen wurdest?
01:27:59: Kleines Gefängnis, großes Gefängnes.
01:28:02: Magst du das erklären?
01:28:03: Ja klar, du brauchte Erklärung!
01:28:05: Also
01:28:07: ich bin ehrlich bei mir habe es direkt Bilder aufgemacht.
01:28:09: Ich so ja, ich verstehe.
01:28:12: Danke dafür.
01:28:17: Es ist wirklich wichtig... In vielen Formaten hab' ich gemerkt oft meine Ausdrucksweise dazu führt, dass Menschen sagen so ja emotional in die Richtung.
01:28:28: Was ich wirklich mal sage ist was sich benenne, meine ich faktisch und ich meine es normalerweise auch nicht gut oder schlecht.
01:28:38: Und wenn ich etwas sage versuche ich immer sehr positiv auszudrücken.
01:28:41: das ist so meine Grundhaltung und da muss ich halt auch sagen im Gefängnis waren wir klar, dass sie ein Gefängnis bin.
01:28:46: Das habe ich ziemlich schnell gemerkt.
01:28:47: Da sind so Mauern, das ist ein komisches System mit dem ich nicht einverstanden war und allein darüber könnte ich schon einen Buch schreiben nur über das Systemgefängnis.
01:28:56: Und dann kam ich raus in die große weite Welt und hab' dann die Illusion gehabt hey jetzt is alles super!
01:29:01: Ich bin doch frei.
01:29:02: und hier Artikel.
01:29:03: was ist es drei?
01:29:04: Nicht sicher Meinungsfreiheit und ich darf doch sagen was ich will und alle sind vor dem Gesetz gleich und Grundgesetz hier und da und hat mich mit dem ganzen Thema mehr befasst.
01:29:13: und sehe halt Und das hat nichts mit Deutschland zu tun.
01:29:17: Das ist so weltweit, das ist halt einfach System und deswegen nenne ich es halt großes Gefängnis und...das ist es halt auch.
01:29:25: also Ich lebe wir leben jetzt in einem großen Gefängnis und man kann den Ort vielleicht ändern.
01:29:30: mal das ist Deutschland Jetzt ist aktuell gerade Schweiz.
01:29:33: Beides bin in beiden Ländern aktiv und mein Traumland.
01:29:36: die starten sind natürlich sorry das gleiche einfach nur in Bund Und ich glaube, das ist für mich in meiner Welt etwas ... nicht befreiendes.
01:29:47: Gar nicht!
01:29:48: Sehr belastendes.
01:29:49: Weil ich möchte ja Menschen auch gerne befähigen mehr aus sich zu machen trifft mich natürlich auch und merke so okay?
01:29:57: Moral der Geschichte isst es wichtig Systeme zu verstehen als Systeme.
01:30:02: Es ist schnell zu sagen so Ja Das ist schlecht, dass ist schlecht Das ist sehr einfach.
01:30:09: Reflexierter betrachtet muss man sagen ein System Organismus, das sich immer selbst schützt.
01:30:14: Egal was!
01:30:16: Und es trifft auf alles zu und je besser man das System kennt desto besser kann man sich das für sich nutzen.
01:30:21: ich glaube so kommt mein Leben besser voran bis in nach dem Motto Man braucht keinen Supersportwagen um schnell fahren zu können.
01:30:30: wenn man auch mit der alten Gurke lernt richtig zu fahren kann man all die den Supersportswagen haben auf der Bremse eine Kurve abziehen obwohl man nicht das Fahrzeug dazu hat.
01:30:43: Und ich glaube, wenn man so versteht, dass Systeme genauso funktionieren.
01:30:47: Je besser man sie versteht und für sich und seinen Leben anwenden kann, desto ein angenehmeres Leben hat
01:30:53: man.".
01:30:54: So das glaub' ich meine Quinteressenz aus dem was ich da mitgenommen habe von Kleingefängnis großes Gefängnis.
01:31:01: Was machst du heute beruflich?
01:31:03: Ich gebe mein Wissen weiter.
01:31:05: Seminare, Vorträge über meine Geschichte ganz viel mit Kommunikation, Leadership, Persönlichkeitsentwicklung, Sales... Und tendiere jetzt immer mehr dazu, wieder Richtung Unternehmertum zu wechseln.
01:31:18: Also hat mehrere Gründe... Wenn man Dienstleister ist, ist man Dienstleister.
01:31:24: Dienstleista kann nicht skalieren.
01:31:27: und mit Skalieren meine ich, ich habe großen Spaß daran etwas aufzubauen an Unternehmen aufzubauern, mehrere Mitarbeiter zu haben.
01:31:34: Und wenn ich halt Seminare gebe, immer von Marco Deutschmann das ist super!
01:31:38: Kann man mich buchen?
01:31:38: Kann mein Seminar besuchen?
01:31:41: Das macht mir auch... Freutet?
01:31:42: Ich hab das nie Arbeit genannt.
01:31:44: Keine Arbeit für mich!
01:31:46: Es ist halt so, die Leute wollen immer Marco Deutschmann haben und nicht mein Kollegen Joseh, der vielleicht besser ist als ich, weil... ...ich habe ihn ausgebildet und erster noch besser geworden hat sich.
01:31:58: Sie wollen trotzdem Marco Deutschman.
01:31:59: Und das merke ich gerade, dass es etwas, was mich ehrlich gesagt ein bisschen wormt, wo ich sage, ja, vielleicht ist sie die Ehre des Dienstleisters jetzt vorbei und hab angefangen mehrere Bücher zu schreiben.
01:32:11: Und vielleicht ist es eher so, die Idee jetzt mein Wissen in Büchern zu packen.
01:32:14: Man könnte auch viel mehr Menschen erreichen.
01:32:17: Fachbücher, vielleicht auch bisschen Romane.
01:32:19: gerade meine Geschichte ich glaube meine Geschichte In einem Roman würde sich viel angenehmer lesen als eine Autobiografie und könnte mehr damit bewirken.
01:32:28: und selbst schaue ich dass ich vielleicht wieder Richtung Vertrieb gehe und Unternehmen aufbaue.
01:32:34: Vielleicht eine eigene Vertriebsorganisation etc.
01:32:37: Was wünschst du dir für deine Zukunft?
01:32:40: Ich bin mir gar nicht sicher, was ich für meine Zukunft wünsche.
01:32:44: Ich glaube es geht auch in meinem Leben gar nicht mehr um mich.
01:32:46: Also das klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöd.
01:32:49: Vielleicht habe ich jetzt mittlerweile einen Alter erreicht oder eine Weisheizkrate oder so mag wo ich einfach sehe okay?
01:32:57: Ich bin keine Zwanzigmehr und ich kann auch jetzt keine Höchstleistung mehr im Sport erwarten.
01:33:03: Ich hab so viele Verletzungen allein deswegen geht schon gar nichts mehr Und versuchen diese alte Marke zu sein ist Quatsch.
01:33:10: Also was wünsche ich mir?
01:33:11: Ich wünsche mir für meine Zukunft, dass ich es schaffe mein Wissen in die Welt zu tragen.
01:33:22: Das kommt jetzt bis du unerwartet.
01:33:24: Das ist okay!
01:33:26: Nimm dir die Zeit.
01:33:26: Ja, in eurer Welt vielleicht ja... In meiner Welt ist das nicht ok.
01:33:32: Es sind Emotionen, die gehören dazu.
01:33:46: Ich möchte einfach mit dem Wissen und vor allem die Erfahrungen, die ich gemacht habe.
01:33:54: Erfahrungen gemacht, weitergeben damit andere Menschen davon lernen und nicht den gleichen Scheiß durchmachen müssen.
01:34:02: Das ist was wir für meine Tugelfünsche!
01:34:08: Danke dir, danke dir dass du dich uns geöffnet hast und deine persönliche Geschichte mit uns geteilt hast.
01:34:14: Sehr gerne, danke da sie hier wart.
01:34:17: Dankeschön und wir wünschen dir alles Liebe und alles Gute und Hoffnung das du möglichst viele Menschen erreichen kannst.
01:34:26: Du willst selbst bei uns dabei sein oder hast einen Teamvorschlag?
01:34:30: Denn melde dich auf unserer Website oder unsere Social Media.
01:34:33: Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist, oder Unterstützung benötigst, dann zögere nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen!
01:34:42: Hol dir Unterstützung bei professionellen Hilfeinrichtungen oder dir vertrauten Personen – bis zum nächsten
01:34:48: Mal bei
01:34:49: Von Bohne zu Bohne.
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