Agoraphobie & Post-Covid: Pflegegrad 2 mit 32 - wenn Erschöpfung & Panik alles stoppt #87 Matthias
Shownotes
Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um sexualisierte Gewalt, Panikattacken, Agoraphobie, Depressionen, Post-Covid mit starker Erschöpfung, den Verlust eines Haustiers und psychische Krisen. Hör die Folge nur, wenn du dich stabil genug fühlst. Brich ab, wenn du merkst, dass es dir zu viel wird.
Matthias ist 32 und lebt mit Pflegegrad 2. Er erzählt, wie ein sexueller Übergriff in der Jugend lange verdrängt wurde und Jahre später in Panikattacken und Agoraphobie mündete. Du hörst, wie er sich mithilfe von Diagnose, Therapie und Medikamenten Schritt für Schritt zurück ins Leben gekämpft hat. Dann trifft ihn Post-Covid. Er verliert Kraft, wird arbeitsunfähig und braucht Hilfe im Alltag. Matthias spricht offen über Abhängigkeit, Scham, kleine Fortschritte und das, was ihn trotzdem trägt.
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Zeitstempel: 0:00:00 – 0:01:46: Triggerwarnung & Intro 0:01:46 – 0:06:40: Vorstellung von Matthias und Thema, Jugend, Outing, Übergriff, Verdrängung und Selbstvorwürfe 0:06:40 – 0:12:33: Erste Veränderungen, Felder meiden, Umzug, erste Hinweise auf Angst 0:12:33 – 0:18:20: Erste Panikattacke, Angst vor dem Rausgehen, erste Hilfe durch Mutter und Freundin 0:18:20 – 0:23:32: Diagnosen, Antidepressiva, erste Stabilisierung, Hund als Anker im Alltag 0:23:32 – 0:31:37: Engagement im Verein, Therapie, Wiedererinnerung an den Missbrauch, Verarbeitung 0:31:37 – 0:36:34: Praxissemester, Trauer um Oma und Hund, Pause im Studium, Neubeginn 0:36:34 – 0:42:44: Schulsozialarbeit, erneute Einbrüche, Reha, Diagnose Post-Covid 0:42:44 – 0:49:54: Symptome, Arbeitsunfähigkeit, Pflegegrad 2, Abhängigkeit, Alltag im Haus 0:49:54 – Ende: Umgang, Empfehlungen, Wünsche, Verabschiedung
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Transkript anzeigen
00:00:01: Er hat halt meine Hand genommen und auf sein Genital gelegt.
00:00:03: Ich dachte, erstes wär so aus der Sehen passiert als er war auch noch angezogen.
00:00:08: Ich hab sie dann wegnehmen wollen und er hat es ja bei zu sich
00:00:10: gezogen.".
00:00:11: Mir wurde schwindelig!
00:00:13: Mein Herz hat ganz arg angefangen zu rasen.
00:00:16: Mein Kopf hat gedrönt.
00:00:18: ich habe das Gefühl gekriegt, ich kriege keine Luft mehr Und dachte in dem Augenblick Okay Matthias jetzt ist es soweit Jetzt stirbst Das ist ein Herzinfarkt oder einen Schlaganfall dass irgendwas ganz ganz ganz schlimmes
00:00:34: Trigavano.
00:00:35: Bevor wir beginnen, möchten wir Dich auf etwas Wichtiges hinweisen – uns in Deine Sicherheit und Gefühle wichtig!
00:00:41: Wir möchten gewährleisten, dass Du Dich während des Höhrens unseres Podcasts wohl fühlst und keine unerwarteten Auslöser erlebst.
00:00:48: In dieser Episode werden wir Themen ansprechen die für einige Höhrende verstörend sein könnten.
00:00:53: Zu Beginn der Folge stellen wir das Thema vor.
00:00:56: Falls Du denkst, daß das genannte Thema für Dich persönlich belastend sein könnte dann möchten wir dich bitten die Folge direkt zu beenden.
00:01:07: Stell dir
00:01:08: vor, du kommst in einen Raum.
00:01:10: Vor dir sitzt ein Mensch und du hast keine Ahnung wer das ist.
00:01:14: Das
00:01:14: passiert mir in jeder Folge bei unserem
00:01:16: Podcast von Bohne
00:01:17: zu Bohne.
00:01:18: Mein Name ist Charlotte und ich weiß vorher nichts über unsere Gäste.
00:01:22: Kein Name, keine Information, keine Themen Also werden meine Fragen auch deine Fragen sein.
00:01:28: Ich bin Sanya und ich
00:01:29: suche die Gäster.
00:01:31: Hier achte ich darauf dass es Menschen mit ehrlichen
00:01:33: berührenden
00:01:34: und bewegenden Geschichten sind Und genau die wollen wir mit euch teilen.
00:01:38: Bist du bereit, gemeinsam mit Charlotte neue Geschichten kennenzulernen?
00:01:46: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge!
00:01:48: Mein Name ist Charlotte... ...mein
00:01:49: Name ist Zanya...
00:01:50: ...Mein Name is Matthias.
00:01:52: Ich bin thirty-two Jahre alt und lebe bereits mit Pflegegrad zwei.
00:01:55: Hi Mathias, schön dich kennenzulehren.
00:01:57: Pflege grad
00:01:58: zwei?!
00:01:59: Okay, es nicht so einfach zu kriegen weiß ich.
00:02:01: Das heißt bei dir muss einiges schon vorliegen um Pflege Grad zwei zu bekommen.
00:02:06: Richtig
00:02:07: Wo würdest du sagen?
00:02:08: wo startet deine Geschichte?
00:02:09: Da müssen wir einige Jahre zurückgehen.
00:02:11: Ich denke, meine Geschichte startet ungefähr zwei Jahre nach der Scheidung meiner Eltern?
00:02:17: Ja!
00:02:17: Also ich bin Scheidungskind und meine Eltern haben beide relativ schnell neue Partner gefunden.
00:02:24: Ich habe bei meiner Mama, bin nicht groß geworden da hab' ich gelebt genau und bin am Wochenende immer zu meinem Erzeuger Und... ...ich habe mich mit vierzehn geouted als Homosexuell war dann an einem Wochenende bei meinem Erzeuger und seine neue Frau hatte mehrere Kinder schon in die neue Ehe gebracht.
00:02:51: Und meine Stiefschwester hat gesagt, hey du ich hab da jemand kennengelernt der glaubt er ist vielleicht auch schwul es sich nicht sicher und möchte da gerne mit dir drüber reden.
00:03:06: Ich habe dann mit ihm also wir haben dann zu tritt netten Abend verbracht, genau was getrunken so wie sie Jugendliche tun.
00:03:14: Also ich muss dazu sagen... Ich war so... ...verzehn, fünfzehn.
00:03:19: so ein Bier ja hat man dann da schon mal gekriegt.
00:03:25: Ja und dann sind wir nach Hause sozusagen zu meinem Erzeuger Nach einer netten Nacht Und haben uns ins Bett gelegt.
00:03:39: Wir hatten so einen Doppelbett.
00:03:40: Da lag dann meine Stiefschwester, die ja älter ist als ich der Typ.
00:03:47: Nenn ich ihn mal, der schon mindestens zwanzig war, ganz genau weiß ich es nicht mehr und ich war halt ein bisschen zu gut drauf und hab' bisschen Quatsch gemacht und irgendwann ist meine Stichschweste gegangen... Und dann waren wir alleine und der Typ, der Mann hat dann irgendwann die Gelegenheit genutzt und mich missbraucht.
00:04:12: Und da beginnt meine Geschichte sozusagen... Ich weiß noch, dass ich in der Zeit, der Nacht wo es passiert ist keine Kraft hatte.
00:04:27: Ich hätte ja eigentlich nur schreien müssen.
00:04:29: Meine Schießschwester war im Nebenzimmer, mein Erzeuger und seine Frau waren unten aber ich war wie betäubt.
00:04:38: also er hat... sehr ins Detail, aber er hat halt meine Hand genommen und auf sein Genital gelegt.
00:04:44: Ich dachte erst, es wäre so aus der Szene passiert als er war auch noch angezogen.
00:04:50: Ich habe sie dann wegnehmen wollen und er hat sie ja zu sich gezogen.
00:04:53: Und dann ist der Missbrauch passiert!
00:04:57: Ich denke dass da meine Geschichte beginnt weil das natürlich eine traumatische Erfahrung war und ich sonst von keiner dramatischen Erfahrungen weiß...
00:05:09: Nachdem dieser missbrauch bei dir passiert ist was hat sich in dir verändert?
00:05:15: Ich habe mir erst mal Selbstvorwürfe gemacht, dass ich eben nicht gerufen und nicht geschrien hab.
00:05:27: Die ganze Nacht war ich geblieben, bin dann duschen gegangen und habe mich wieder betrunken um mich zu betäuben.
00:05:37: Und es war so, dass dieser Mann mit meiner Schiefschwester noch zu sich nach Hause wollte.
00:05:47: Da ich aber so betrunken war, sind die schon mal vorgefahren.
00:05:50: Um irgendwas zu besorgen.
00:05:52: Ich glaub Essen oder wie auch immer ist nicht so wichtig und ich bin dann ... Als man einmal Zeugern hat gesagt hey!
00:05:59: Ich will heim.
00:06:00: Also heim zu meiner Mutter.
00:06:02: Erfahren das da nicht so toll?
00:06:03: Dass sich ohne Tschüss sagen, also die zwei ja dann zurücklassen.
00:06:08: Aber ich musste einfach weg.
00:06:12: Und Zuhause war es dann so dass ich relativ schnell Und das Gefühl hatte, okay du hast dich ja nicht gewährt.
00:06:23: Du hast nur einmal die Hand weggezogen und du hast ja irgendwie auch mitgemacht.
00:06:31: also was sich ja viele vorwerfen wenn Zimmers Brauch erfahren dass da ja eine gewisse... Also breitschaft ist das falsche Wort aber dass man das Gefühl hat man hat ja doch irgendwie mit gemacht und ich habe in meinem Kopf das dann erst mal abgespeichert als das war jetzt einfach ein sexuelles Erlebnis Das weiß ich noch damals meinen besten Freunden erzählt, dass ich halt Sex hatte.
00:06:56: Das haben wir damals einfach so erzählt, weil wir hatten noch nicht viel Erfahrung.
00:07:00: Wir waren zu vierzehn, fünfzehn in dem Alter und da tauscht man sich natürlich aus.
00:07:05: Und dann tatsächlich habe ich es irgendwann komplett verdrängt.
00:07:12: Ich hatte das dann ganz lange vergessen, hatte danach auch ... Beziehungen, es kam dann auch nicht mehr zur Sprache.
00:07:23: Hat dein Erzeuger sich nicht die Frage gestellt was so ein junger Mann mit seinem älteren Herrn zu tun hat?
00:07:28: Ich meine fünf sechs Jahre das ist schon echt viel!
00:07:33: Nein hatte ich meinen Erzeugern.
00:07:36: also wir haben heutzutage gar kein Verhältnis mehr da sehr viel passiert.
00:07:42: aber das ist ein anderes Thema und er hat mir unheimlich viele Freiheiten gelassen wenn ich bei ihm war.
00:07:53: Also, ich hab auch noch einen kleineren Bruder, der ist fünf Jahre jünger als ich.
00:07:56: Der war am Wochenende meistens auch dabei.
00:08:00: An dem besagten zum Glück nicht und er hat uns... Ich muss sich vorstellen, ich war vierzehn-fünfzehn.
00:08:10: Er hat uns nachts um zwei mit einem Fahrrad aufs Feld gelassen.
00:08:13: Wir sind mal nachts Um Null Uhr von dem Ort wo er wohnt in den Nachbarort gelaufen, das waren so drei Stunden Fußmarsch.
00:08:24: Also es war ziemlich abgelegen.
00:08:26: Ich fand ja cool was wir das gemacht haben.
00:08:30: Aus heutiger Perspektive weiß ich dass wir überhaupt nicht cool sind.
00:08:32: Dass sich mein Kind verdonnern wenn das nachts sich überlegt um Nullo loszulaufen in die Nachbarstadt die dreistunden Fußweg entfernt ist.
00:08:41: deswegen hat er sich da gar keine Gedanken gemacht.
00:08:43: und Meine Mutter, als ich heimkam hat halt auch nichts gemerkt.
00:08:48: Weil ... Ich damals, wenn ich von meinem Erzeuger heimgekommen bin immer die gleichen Routinen hatte.
00:08:55: Ich bin ins Bad, hab mich geduscht und neue Klamotten angezogen.
00:08:58: Das war nichts Ungewöhnliches.
00:09:00: Hattest du den Täter noch einmal gesehen?
00:09:02: Ja.
00:09:04: Tatsächlich ein paar Monate später, als meine Stiefwäste Geburtstag hatte.
00:09:09: Da war er ja auch eingeladen.
00:09:12: Und ich habe ... den gleichen Mechanismus gewählt wie schon davor.
00:09:17: Ich habe mich betrunken an dem Geburtstag, hatte das Glück aber dass meine damals beste Freundin schon gemerkt hatte irgendwas stimmt nicht in der Beziehung zwischen den beiden und hat mich nicht allein gelassen.
00:09:31: also sie war immer an meiner Seite.
00:09:33: deswegen hatte er gar keinen Zugriff sozusagen mehr auf mich.
00:09:38: Was hattest du gefühlt als du ihn das erste mal gesehen hast?
00:09:43: Abscheu Eke Gleichzeitig aber auch selbst Zweifel.
00:09:51: Es war noch nicht lange her und ich war immer noch mit den Gefühlen beschäftigt, ich habe ja doch irgendwie mitgemacht... Ich konnte das damals auch noch gar nicht so als Missbrauch wirklich definieren.
00:10:02: Das hat dann sehr, sehr lange gedauert.
00:10:07: Ich habe schon gesagt, ich hab es verdrängt.
00:10:11: Nachdem ich ihn das zweite Mal gesehen hatte, hatte ich's irgendwann mit fünfzehnt, sechzehn komplett verdrängt.
00:10:20: Ich hab dann meine Schule fertig gemacht, habe eine Erzieherausbildung gemacht.
00:10:26: Es waren sehr schöne Jahre und bin nach der Erzieerausbildung dann nach Esslingen gezogen und hab da mein Studium
00:10:38: begonnen.".
00:10:39: Du hast jetzt erzählt dass du ihn vergessen hast
00:10:42: und
00:10:43: dich auch nicht an die Situation per se erinnern konntest das du missbracht wurdest?
00:10:48: Aber irgendwas hat sich ja in deinem Alltag verändert, in deinm Leben?
00:10:52: Ja tatsächlich habe ich gemerkt immer mehr im Aufwachsen dass ich große Räume, große Flächen meide.
00:11:06: Ich bin ungern auf Felder gegangen, ich war ungern in Turnhallen.
00:11:11: In der Schule ist mir das noch nicht so arg aufgefallen und ich dachte halt es liegt am Sport Ja, dass man dann eh ein bisschen zu am Schwindelig wird.
00:11:18: Ein bisschen ausgepowert ist.
00:11:20: und ja Felder habe ich halt gemieten.
00:11:23: Ich musste auch nicht unbedingt auf Felder.
00:11:26: Genau!
00:11:27: Und dann kurz vor dem Studium also je nach Esslingen gezogen bin wurde ich erst mal leider nicht zugelassen zum Studium.
00:11:35: es war damals so das ich der erste Jahrgang war wo G-Acht fertig war und dann gab's eine Flut an Bewerbungen zum Studium.
00:11:45: Ich habe mich auf soziale Arbeit beworben, bin dann nicht ins Wintersemester reingekommen weil der Schnitt bei eins fünf oder eins vier lag.
00:11:53: So gut war ich dann doch auch nicht und hab in einer Zeitarbeitsform als Erzieher gearbeitet Und ich wurde dann in Bad Urach eingesetzt In Hängen genauer gesagt.
00:12:09: Das war auf einem Berg bei Bad Urache also ziemlich kleines Dorf und da gab es natürlich viele Felder Und man möchte ja mit den Kindern auch in die Natur gehen.
00:12:20: Dann sind wir einmal aufs Feld gegangen und ich wusste ja schon, ich habe ein bisschen Angst.
00:12:25: Ich hab dann eine Kollegin angesprochen und gesagt, hey, ich fühle mich auf Feldern nicht so wohl, darf ich mich bei dir einhaken?
00:12:33: Alles klar, kein Problem!
00:12:35: Sie hat dann gesagt du, ich hab Platzangst.
00:12:38: Du hast einfach das Gegenteil.
00:12:40: Da habe ich zum ersten Mal ganz kurz überlegt, achja vielleicht habe ich hier wirklich so ne Phobie.
00:12:45: Man kennt ja Spinnenphobi... Oder eben Platzangst ist häufig Klosophobienbegriff und dachte ich ja gut, das ist ja nicht weiter.
00:12:53: Schlimmen Felder kann nicht meiden!
00:12:56: Das war so ein sehr besonderes Erlebnis.
00:13:00: Nachdem ich dann fertig war mit der Zeitarbeitsin Bad Urach wurde ich zum Sommersemester im Studium zugelassen und habe das erste Semester sehr genossen.
00:13:12: Studium ist ein tolles Leben.
00:13:14: Man geht viel, ist viel unterwegs.
00:13:17: Viel Partys gehört auch dazu.
00:13:19: Land neue Menschen kennen.
00:13:22: und ich hatte schon gemerkt da ich jetzt auch allein gelebt hab in Esslingen zum ersten Mal.
00:13:30: Ah manchmal wenn nicht das so eine bestimmte Strecke die sehr sehr lang ist zum Einkaufen.
00:13:36: also es sind sehr lange Straße gewesen wo man eigentlich das Ende gar nicht gesehen hat.
00:13:41: Da wird mir manchmal ein bisschen schwummerig, ein bisschen kalt.
00:13:45: Aber ich dachte gut, das sind vielleicht die Wetterverhältnisse.
00:13:51: Und im zweiten Semester war es dann so... Ich hatte mich mit einer Kommilitonin verabredet in dem Supermarkt.
00:13:58: Wir wollten was Schönes kochen.
00:14:00: bei mir und auf dem Weg zum Supermarkt kam ja ein ganz kalter Schauer über den Rücken.
00:14:08: also ich bin alleine hingelaufen wir wollten uns da treffen.
00:14:13: Mir wurde schwindelig mein Herz hat ganz arg angefangen zu rasen Mein Kopf hat gedrönt, ich habe das Gefühl gekriegt.
00:14:20: Ich krieg keine Luft mehr und dachte in dem Augenblick okay Matthias jetzt ist es soweit ihr stirbst!
00:14:30: Das ist ein Herzinfarkt oder einen Schlaganfall des irgendwas ganz ganz ganz schlimmes.
00:14:35: Ich hab dann ganz schnell mein Handy gezückt und meine Mutter angerufen.
00:14:39: Habe ja gesagt was los ist wie's mir geht?
00:14:43: Habe auch gesagt wo ich bin dass sie, wenn ich jetzt nicht mehr am Telefon bin mit den Krankenwagen rufen soll, dann bin ich umgefallen.
00:14:50: Und ... Sie hat dann zu mir gesagt, Matthias, holt tief Luft?
00:14:56: Es ist eine Panikattacke!
00:14:58: Ich hatte bis daher noch nie eine Panika-Attacke.
00:15:01: Ich habe ja auch erst mal nicht geglaubt.
00:15:02: Ich dachte, ich sterb jetzt.
00:15:05: Sie konnte mich aber insoweit beruhigen, weil meine Mutter damals selber noch krank war.
00:15:13: Also, sie hatte Agoraphobie mit Panikstörungen was bei mir dann danach auch festgestellt wurde.
00:15:20: Deswegen konnte sie mich da einigermaßen auffangen, die Symptome verstehen und hat dann meine Kommilitonin angerufen und gesagt hey kannst du ihn bitte holen?
00:15:29: Die war zum Glück mit dem Auto da.
00:15:33: Sie hat mich dann abgeholt.
00:15:35: ich bin zitternd und völlig fertig mit ihr ins Auto gelaufen.
00:15:39: wir sind dann zu mir nach Hause gefahren, sie hat sich ganz toll um mich gekümmert und dann wusste ich irgendwas stimmt mit mir nicht.
00:15:46: ja irgendwas ist jetzt komisch.
00:15:49: Wie lange hat es gedauert, bis deine Mutter dich wieder regulieren konnte?
00:15:54: Für mich hat sie jetzt wie eine Ewigkeit angefühlt.
00:15:57: Also ich hatte das Gefühl, dass vorgehend Stunden auf Stunden aber wahrscheinlich waren's nur zehn bis fünfzehn Minuten im Nachhinein.
00:16:06: Aber für mich kam ... kams ewig vor.
00:16:09: Wie hat deine Freundin reagiert als sie dich abgeholt hat?
00:16:13: Sie war... also sie sah sehr besorgt aus, aber sehr mitfühlend.
00:16:20: Sie hat das Auto in meiner Nähe geparkt und kam gleich hin, hat mich in den Arm genommen und gesagt, hey wird alles wieder gut.
00:16:27: Ich weiß auch gar nicht was meine Mutter fällt mir gerade ein?
00:16:30: Ich weiß gar nicht, was meine Mutte ihr erzählt hat!
00:16:33: Vielleicht hat es ihr schon gesagt er hat wahrscheinlich eine Panikattacke.
00:16:37: Das weiß ich gar nicht.
00:16:38: wir haben so ausführlich da gar nicht mehr drüber gesprochen aber Es war sehr erleichtend für mich dass jemand da war weil ich wusste Hey wenn ich jetzt umfall Da ist die Kommilitonin Die wird mich da nicht liegen lassen.
00:16:53: Die ruft Hilfe im Notfall und auch eben, dass sie dann bei mir zu Hause war hat mir sehr geholfen.
00:17:00: Kannst du uns beschreiben was in deinem Kopf vorgegangen ist als du diese Panikattacke hattest?
00:17:06: In meinem Kopf ging tatsächlich vor Matthias Du stirbst jetzt, du hast ein Herzinfarkt oder einen Schlaganfall Und dein Leben ist jetzt gleich vorbei.
00:17:18: dir kann auch niemand mehr helfen Weil auch mein Körper so stark reagiert hat.
00:17:23: Ich kannte das gar nicht, ich habe gezittert... ...ich hatte Kopfdröhnen, Herzklopfen, Herzrasen.
00:17:32: Hab das Gefühl gehabt, ich kriege nicht genug Luft!
00:17:35: Ich sag deswegen Gefühl weil hätte ich nicht genug luft gekriegt vielleicht umgefallen.
00:17:40: Im Nachhinein ist man da schlauer aber wenn man in so einer Panikattacke drin ist dann kann man nicht mehr logisch denken.
00:17:49: Du hattest jetzt gerade eben erzählt, dass deine Freundin dich beruhigt hat.
00:17:53: Wie ging's dann weiter?
00:17:55: Wir sind zu mir nach Hause gefahren.
00:17:57: Also sie hat mich zu ihrem Auto gebracht.
00:18:01: Sie war die ganze Zeit bei mir und hat mich hochgebracht.
00:18:03: Ich hab relativ weit oben eine Wohnung gehabt.
00:18:06: Wir haben tatsächlich auch später noch gekocht.
00:18:09: Erst mal hat es ziemlich ganz lieb versorgt, mir was zu trinken gegeben.
00:18:14: Und ich habe dann gemerkt, okay, mir gehts besser.
00:18:17: Meine Mutter hat wahrscheinlich recht, das war ne Panik-Attacke.
00:18:20: Wie hat sich das angefühlt, zu verstehen ich glaube ich hatte eine Panikattacke.
00:18:27: Es hat sich danach erleichtern angefühl tatsächlich weil Ich dann erst mal keine Angst mehr hatte dass ich jetzt sterben muss.
00:18:39: aber leider war es dann so Dass ich an diesem tag und den folgenden tagen gemerkt habe ich kann meine wohnung nicht mehr verlassen Immer wieder dieses Gefühl der Angst, dieser Panik gekriegt.
00:18:58: Ich konnte tatsächlich noch in unserem Treppenhaus hoch und runter ... Aber das erste Mal als ich zu den Mülltornen wollte durch die Garage durch ins Freie, wo nichts mehr geschützt ist, wo kein Raum mich umgibt, kam sofort die Angst.
00:19:14: Herzrasen, Schwindel.
00:19:18: Und ich hab gemerkt, dass es jetzt ein Trigger war.
00:19:24: Ich muss was tun.
00:19:26: Weißt du, was genau der Auslöser bei dieser ersten Panik-Attacke war?
00:19:31: Ich glaube... ...der Auslöse bei der ersten Panika-Attaque war eben diese lange Weg.
00:19:37: Diese lange Strecke, diese offene Raum und ich hatte die Nacht davor auch sehr wenig geschlafen und das kam dann alles zusammen.
00:19:49: Irgendwann hat der Körper dann gesagt okay jetzt ist genug.
00:19:53: Genau!
00:19:54: Wie ging es dir damit zu wissen, du kannst jetzt nicht mal mehr vor die Tür und den Müll rausbringen?
00:20:00: Ich hatte große Angst dass das nicht wieder weggeht.
00:20:03: Sehr große Angst!
00:20:06: Aber ich wusste durch meine Mutter, die das Gleiche hatte... ...dass mir geholfen werden kann.
00:20:14: Also bin ich zu meiner Hausärztin Mit großer großer Verwindung.
00:20:21: Ich bin mit Bus und Bahn gefahren.
00:20:22: tatsächlich Das ging aber weil Das war ein geschlossener Raum, es waren geschlOSSene Bus-geschlossene Bahn.
00:20:31: Die Aufenthalte auf dem Bus und auf die Bahn zu warten waren natürlich sehr, sehr schrecklich.
00:20:35: aber ich wusste, ich muss mir helfen lassen und musste es durchstehen und habe es tatsächlich geschafft!
00:20:44: Mir wurde dann von meiner Hausärztin und einer Neurologin dann agoraphobie mit Panikstörung diagnostiziert genau das gleiche was meine Mutter Thomas auch hatte.
00:20:56: Ich will ja weiter studieren.
00:20:58: Ich war mitten im Studium und zweite Semester war gerade rum, das war auch ein bisschen mein Glück.
00:21:04: die Prüfungen und Hausarbeiten waren schon vorbei als ich die allererste Panikattacke bekommen habe.
00:21:12: Ich konnte mich jetzt kurz erstmal darauf konzentrieren und hab dann eben überlegt was mache ich jetzt?
00:21:18: Therapie dauert ja sehr lange und ich möchte ja wieder weiterstudieren.
00:21:25: aber ich hatte gleichzeitig auch Angst kann ich überhaupt mit so einer Krankheit weiterstudien?
00:21:31: Mit meiner Neurologin gesprochen, habe auch der Studierendekanin geschrieben.
00:21:36: Die war sehr nett und die waren beides sehr nett haben gesagt hey das geht!
00:21:42: Das kriegen wir irgendwie hin.
00:21:45: Die Neurologe hat gesagt wir haben eben zwei Möglichkeiten entweder sie gehen in Therapie oder wir nehmen Antidepressiva Oder machen natürlich beides.
00:21:58: Ich hab mich dann entschieden ich möchte so schnell wie möglich wieder fit sein und weiter studieren und habe mich dann entschieden, es mit Antidepressiva zu versuchen.
00:22:09: Ich hatte da leider keinen Erfahrungswert – meine Mutter hat das nicht genommen, die war therapeutisch begleitet und hat sich so ins Leben zurückgekämpft.
00:22:19: Ich wollte aber, dass es schneller geht.
00:22:21: Ich habe gesehen, dass bei meiner Mutter sehr lange dauert und hab dann die Antidepresiva
00:22:26: ausprobiert.".
00:22:27: Hat man dich darüber aufgeklärt was die Nebenwirkungen von Antidepressiva sind?
00:22:32: Ja!
00:22:33: Ich wurde aufgeklärt, ich bin auch so ein Mensch der die Packungsbeilage immer ganz genau durchschließt.
00:22:40: Und wusste okay klar die krassen Nebenwirkungen, die möchte ich nicht.
00:22:45: ja da müsste man es natürlich absetzen.
00:22:47: aber zum Beispiel was ich selber auch habe ist eine verminderte Libido dadurch also ich nehme bis heute Antidepressiva und komme damit aber ganz gut zurecht.
00:23:01: Also mit dieser Nebenwirkung der verminderten Libido, es ist wirklich nur ein kleiner Teil.
00:23:09: Genau!
00:23:10: Aber als ich die angefangen habe, die Antidepressiva zu nehmen, hatte ich erst mal Angst vor den Nebenwirkungen und hab dann erstmal meine Tante bei mir eingquartiert... ...die dann auf mich aufgepasst hat.
00:23:22: Wir haben aber nach drei vier Wochen gemerkt hey das hilft Ich konnte wieder raus in die frische Luft Ich konnte Spaziergänge machen, ich hatte keine Angst mehr.
00:23:35: Ich hab gemerkt, dass das frühere Thema der Felder doch noch da ist auch mit den Antidepressiven, die habe ich weiterhin gemieden.
00:23:44: aber ich war wieder frei und dachte okay Matthias jetzt machst du das?
00:23:50: Jetzt guckst du noch nach Hilfe zur Selbsthilfe.
00:23:53: Machen Sozialarbeiter gerne!
00:23:56: Gut, ich war ja noch keiner, aber ich habe mir einen Hund geholt.
00:24:02: Das war schon lange, lange mein Traum aber meine Eltern wollten das nie.
00:24:07: Es war ihnen zu viel Verantwortung und nachher bleibt es an ihn kleben.
00:24:12: Aber ich hab mal diesen Traum erfüllt und mir einen blonden Labrador geholt als Welpe den Nico Und der hat meinen Leben wieder erleuchtet würde ich wirklich sagen weil ich dann auch nicht nur wusste okay Kann raus durch die Antidepressiva?
00:24:30: Ich muss ja auch.
00:24:32: Ich muss mich um den Hund kümmern, Hunde müssen raus, die müssen Gasse gehen.
00:24:36: Die brauchen die frische Luft.
00:24:39: und das hat mich wirklich erst mal wieder zurück ins Leben gebracht.
00:24:45: da war ich wieder sehr selbstständig.
00:24:47: Hattest du nicht Sorge dass das vielleicht zu viel werden könnte jetzt noch auf dem Hund aufzupassen und du studierst dann da und musst dann dieses riesige Ding in deinem Leben auch noch händeln?
00:24:57: Tatsächlich nicht, aber ich kann die Frage nachvollziehen.
00:25:02: Wir hatten im Studium nur die Pflicht an den Prüfungen direkt vor Ort teilzunehmen.
00:25:09: Wir mussten bei dem Seminar nicht da sein und weil ich die ACA-Ausbildung schon hatte, hatte ich einiges vorwissen und konnte auch Seminare oft zulegen dass sich nicht arg lange von zu Hause weg war.
00:25:24: Und das Beste war dann noch Studentin kennengelernt, die hat mal zwei Semester über mir.
00:25:32: Und die hatte immer einen Hund dabei!
00:25:35: Dann dachte ich Mensch, okay, ich frag sie jetzt mal wie hast du das gemacht?
00:25:39: Warum ist denn dein Hund immer
00:25:40: dabei?!
00:25:41: Ja und als er mir erzählt, du musst nur den Hausmeister fragen ob das so eine Ordnung ist dann kannst du deinen Hund auch mitnehmen.
00:25:48: Und auf dem Zeitpunkt hatte ich dann immer Nico mit dem Studium dabei.
00:25:53: Also natürlich habe ich auch die Professorinnen und Professoren gefragt weil die ja das Recht haben, die leiten das Seminar.
00:26:01: Aber es gab nie eine negative Rückmeldung.
00:26:04: Nico war auch ein sehr lieber und ruhiger Hund.
00:26:07: Ich habe eher viel Positives zurückgekriegt und hab dann auch gemerkt hey!
00:26:13: Mich interessiert es eigentlich total soziale Arbeit mit Tieren zu verknüpfen vor allem in meinem Beispiel mit Hund.
00:26:20: Und habe dann auch ein freiwilliges Seminarbesuch zur tiergeschützten sozialen Arbeit.
00:26:28: Wenn ich irgendwann mal Sozialarbeiter bin, dann will ich mein Hund dabei haben.
00:26:33: Auf jeden Fall!
00:26:35: Schalotte hatte gerade schon gefragt ob das nicht zu viel Belastung gewesen sei?
00:26:39: Wann hast du denn gemerkt dass es doch zu viel belastung war?
00:26:43: Ja ich habe dann äh... ...Zweitausendsechzehn meinen jetzigen Mann kennengelernt und schlief auch alles sehr gut.
00:26:55: Ich hab' dann auch angefangen bei einem Verein für Betroffene von sexualisierter Gewalt zu arbeiten, immer noch mit der Verdrängung dass mir sowas passiert ist.
00:27:10: Ich habe einfach für mich entschieden hey das ist was ganz Tolles.
00:27:14: da kann ich Präventionsarbeit leisten für Kinder und Jugendliche und nach ungefähr einem Jahr einen bis zwei Jahren Arbeit und mein Mann kennenlernen habe ich gemerkt Irgendwas funktioniert wieder nicht so richtig.
00:27:34: Der Antrieb ist weg, die Freude im Leben nimmt ab und mir geht's einfach nicht so gut!
00:27:42: Hast du zu diesem Zeitpunkt noch antidepressiver genommen?
00:27:46: Ja ich war immer noch auf antidepressiver und ich habe gesagt, wirken die jetzt nicht mehr richtig was es jetzt los?
00:27:56: und dann mich entschieden du machst jetzt noch eine Therapie nebenher Nur antidepressiver dein Leben lang, das kann es nicht sein.
00:28:07: Für Agoraphobie mit Panikstörung bietet sich eben Verhaltenstherapie sehr gut an.
00:28:12: Ich habe dann auch eine sehr nette Einrichtung gefunden wo ich ambulant Therapie gemacht hab einmal wöchentlich.
00:28:21: Ich hab mich da auch sehr wohl gefühlt weil meine Therapeutin war noch in Ausbildung und das heißt sie hat unsere Gespräche aufgenommen.
00:28:32: Also habe ich sozusagen für den Preis von einer oder zwei gekriegt.
00:28:37: Beziehungsweise die Krankenkasse hat es gezahlt, genau!
00:28:41: Und während der Therapie ist mir dann ein Text, den ich als Jugendlicher geschrieben hab auf meinem Laptop wieder aufgefallen.
00:28:52: Ich habe ihn geöffnet, habe ihn gelesen und habe gemerkt Matthias du hast verdrängt das du als jugendliches Sexuellemus braucht worden bist.
00:29:05: Ist dir das schlagartig bewusst geworden?
00:29:07: Ja, es stand nämlich in dem Text drin.
00:29:09: Ich wusste nicht mehr, dass ich das mal aufgeschrieben hatte.
00:29:13: Es war ein Wörddokument, dass sich mal als Jugendlicher verfasst hatte und ich bin jemand der wenn er neue Laptops oder PCs hat immer alles mitnimmt.
00:29:23: Ich habe gerne auch alte Erinnerungen und hab das zufällig zum Glück während der Therapie muss ich sagen entdeckt.
00:29:34: Dann wurde mir klar, okay.
00:29:36: Das ist wahrscheinlich der brennende Punkt das Trauma dass alles verursacht hat.
00:29:42: Was hast du dabei gefühlt als du verstanden hast woher dein Trauma kam?
00:29:47: Ich war ich bin völlig aus den Wolken gefallen weil ich mir überlegt habe es sind zehn Jahre schon vergangen seit es passiert ist und ich hab nicht einmal mehr dran gedacht Das völlig vergessen.
00:30:09: Und da kommt natürlich auch so eine innere Angst, was hast du vielleicht noch vergessen?
00:30:14: Die habe ich heute nicht mehr so arg.
00:30:16: aber ein bisschen im Hinterkopf ist es natürlich schon wenn man zehn Jahre sowas vergisst wo einem als Jugendlicher passiert ist.
00:30:24: Ich will mir keinen Urteil bilden Aber ich kann mehr nachvollziehen in meinen Gedankengängen, wenn es jemals als Kleinkind etwas passiert und das verdrängt wird so lange.
00:30:37: Aber als Jugendlicher hat mir Angst gemacht weil ich dachte ich kenne ja meine ganze Geschichte eigentlich aber ich kannte sie doch nicht.
00:30:45: Ich habe das dann in der Therapie besprochen hab auch mit meinem Mann drüber geredet.
00:30:50: Ich kann heutzutage ganz gut damit umgehen dass mir das passiert ist aber ich ärgere mich natürlich dass das wahrscheinlich Ein Grund ist oder der Grund, warum ich bis heute mit Agoraphobie und Panikstörung zu kämpfen habe.
00:31:11: Für mich war damals auch gleich klar Ich werde den Täter nicht anzeigen bzw.
00:31:16: auch nicht an zeigen können weil es verjährt ist Und ich mir diese Belastung auch gar nicht mehr antut kann.
00:31:24: Mir ging's ja schon selber so schlecht in der Zeit.
00:31:28: Es wurde dann auch eine mittelschere Depression bei mir festgestellt die dann auch in der Therapie behandelt wurde.
00:31:37: Aber das war ein Riesenschock für mich, den ich eben erst mal verarbeiten musste.
00:31:44: Hast du dich mit deinem damals Partner heute ehemaliger darüber unterhalten?
00:31:49: Ja!
00:31:50: Wir haben drüber gesprochen und ich habe ihm erzählt, dass es passiert ist, dass er sich so lange vergessen hatte.
00:31:57: Er stand immer hinter mir, hat mit mir das auch aufgearbeitet... Klar, vor allem habe ich es in der Therapie aufgearbeitet.
00:32:07: Was ist dann noch passiert was dich zusätzlich belastet hat?
00:32:11: Also nachdem die Therapie dann auch beendet war, die mich auch durch mein Praxissemester noch geführt hatte... dass sich an einer Schule hatte, an einem Gymnasium wo ich auch meine Niko dabei haben durfte dank dem tollen Direktor den wir da hatten, der gesagt hat hey er findet das eine ganz tolle Idee so ein Schulrund zu haben aber natürlich während dem ganzen Praxissemester nicht nur mit der Belastung des Studiums und des Praxessemesters, auch den Geschichten der Jugendlichen zu kämpfen hatte.
00:32:42: Also ich habe in der Schulsozialarbeiten-Praxissemester gemacht, hatte natürlich mit Depressionen zu kämpfen, mit Agoraphobie, mit Panikstörung und war auch sehr dankbar für meine Anleiterin.
00:32:54: Die wusste davon ... Da hab' ich das alles erzählt, weil ich einfach vertrauen konnte die mich da sehr unterstützt hat.
00:33:05: Aber um es nochmal in die Belastungsebene zu bringen, ich konnte zum Beispiel auch nur sehr schwer zur Schule gehen.
00:33:14: Also meistens hat mich meine Anleiterin mit dem Auto abgeholt.
00:33:17: In der Schule ging's dann – wir haben auch viele Reflexionsgespräche geführt das sich eben für die Schülerinnen blöd gesagt keine Gefahr bin oder was Falsches macht sozusagen.
00:33:28: also lief alles gut.
00:33:31: Die Krankheit hatte mich im Job direkt nicht belastet, aber halt im Außen rum.
00:33:39: Und nach dem Praxissemester ist dann meine Oma verstorben mit der ich ein sehr, sehr gutes Verhältnis hatte.
00:33:50: Wir waren in Herz und eine Seele.
00:33:51: das hat mich natürlich noch sehr mitgenommen und kurz danach ist auch mein Hund verstorben, der Nico.
00:34:03: Das war sehr plötzlich.
00:34:06: innerhalb von drei Wochen ungefähr wurde ein Tumor bei ihm festgestellt, im Gehirn der auf die Augen gedrückt hat und er leider inoperabel war.
00:34:20: Weil er unterm Gehirnssass direkt über dem Kiefer und man ihm entweder durch das Gehirnherte gehen müssen was den Tod bedeutet hätte oder den Kiefe brechen was den tot bedeutet hätte weil er dann nicht mehr hätte essen können.
00:34:34: Und dann haben wir die Diagnose eben eine Woche vor seinem Tod erfahren.
00:34:43: Wir haben ihn dann einschläfern lassen, weil er innerhalb der drei Wochen so massiv abgebaut hat und so viele Schmerzen hatte ... dass wir ihm das nicht mehr antun wollten nach so einem Leben.
00:34:57: Ja!
00:34:58: Und dann war ich erst mal eine Weile in nem großen Loch.
00:35:03: Ich hatte keine Therapie mehr.
00:35:05: Ich hab die Antidepressiva weitergenommen konnte aber nicht viel tun.
00:35:15: Also ich habe dann auch das Studium erst mal postiert, für ein halbes Jahr, weil ich einfach zu Kräften kommen wollte und ich gerade in der Zeit wo mein Hund gestorben ist meine Bachelorarbeit hätte schreiben müssen.
00:35:30: Ich hab es ja auch geschrieben.
00:35:32: Ich habe sie aber nicht bestanden weil ich sie innerhalb von einer Nacht geschrieben habe, weil sich soviel mit dem Hund beschäftigt war Und dann wusste ich muss mich erstmal erholen.
00:35:42: Ja Dann kam ein kleiner Aufschwung wieder in meinem Leben.
00:35:47: Zum Glück!
00:35:50: Mein Mann und ich haben geheiratet, wir haben unser Haus über heute auch Filme gekauft von meiner Oma, von meinen anderen Oma nicht die, die gestorben ist.
00:36:04: Ja dann war ich erst mal beschäftigt mit Bachelorarbeit schreiben, Haus renovieren und habe irgendwie, ich weiß nicht woher Kraftreserven rausgeholt, die ich eigentlich... Ich wusste dass ich sie hab.
00:36:17: Hab dann Auch in der Zeit meine Bewerbung geschrieben für die Schulsozialarbeit und hatte dann tatsächlich das Glück, in diese Schule zu kommen wo ich auch schon mein Praktikum hatte.
00:36:30: Weil meiner Anleiterin schwanger geworden ist und ein Kind bekommen hat und ja dachte jetzt wird's super!
00:36:39: Jetzt wirds toll!
00:36:41: Und dann kam Corona.
00:36:43: angefangen zu arbeiten habe ich dann zwanzig-einenzwanzig.
00:36:47: wir hatten auch wieder einen Hund den Sam Auch im Labor, den ich dann auch als Schulhund einsetzen wollte.
00:36:53: Nur leider waren keine Schülerinnen und Schüler da!
00:36:57: Die Schulen waren geschlossen durch Corona Und ich hab' dann das Glück gehabt dass ich ja eben an der Schule arbeiten konnte wo ich schon mal war.
00:37:08: Das heißt ich kannte viele Schülerinnen- und Schülerinnen nur die jüngeren Generation sozusagen nicht.
00:37:13: Ich habe mich dann online viel vorgestellt und auch Kontakt zu denen SchülerInnen und Schüler aufgenommen die ich eben schon kannte und wusste, die haben eben Bedarf für Gespräche mit mir.
00:37:24: Hab dann auch einige Hausbesuche gemacht in der Zeit bis dann ungefähr kurz vorm Sommer die Schulen wieder geöffnet wurden und ich durchstarten konnte Und Ich hatte weiterhin mit der Agoraphobie zu kämpfen.
00:37:43: Der Schulweg war immer schwierig für mich aber ich habe es geschafft und war immer sehr stolz dass es so geht und habe zwei Jahre wirklich die schönste Zeit meines Lebens gehabt.
00:37:58: Es war eine tolle Arbeit, tolle Kolleginnen sowohl im Lero-Kollegium wie gesagt der Schulleiter das er das mit dem Schulhund unterstützt hat ganz toll.
00:38:09: und meine damalige Anleiterin die ja dann eben ihr Kind gekriegt hat mit der hab ich mich auch viel ausgetauscht.
00:38:18: Die kamen dann wieder zurück.
00:38:20: Wir haben uns dann die Arbeit geteilt.
00:38:22: Es war richtig, richtig toll!
00:38:27: Nur ich habe gemerkt... ...die Angst und die Panik kratzt immer wieder.
00:38:33: Die klopft und ist mal immer wieder da Und Ich war leider deswegen auch häufig krank Also ziemlich häufig sogar.
00:38:43: Ja das hat sich Dieses Klopfen und Kratzen hat sich so geäußert dass ich halt immer wieder krank war.
00:38:53: Ich wollte halt nicht, dass es jemandem im Kollegium unbedingt weiß und auch Schulleitung nicht.
00:39:01: Ich habe mich mal einer Lehrerin anvertraut, die hat auch sehr gut reagiert um mir auf versprochenes bei sich zu behalten und das ich das trotzdem alles gut mache.
00:39:09: man will ja auch ein bisschen Feedback Ja!
00:39:13: Und dann fing's an... Wenn ich schlecht geschlafen hatte oder kaum geschlaften hatte, konnte das Haus nicht verlassen.
00:39:30: Also ich habe gemerkt, ich kann nicht mal zum Bus laufen und nicht zur Schule kommen.
00:39:35: Ich hab sehr häufig dann auch auf eigene Kosten ein Taxi bestellt, dass mich direkt vor der Haustür abgeholt hat, damit ich eben arbeiten gehen kann.
00:39:45: Weil ich wusste die Kids, sie brauchen das!
00:39:47: Sie brauchen jemand zu reden, das ist wichtig... Aber manchmal ging es halt eben auch nicht.
00:39:55: jeder anderen Belastung sozusagen aus dem Weg gegangen.
00:39:58: Ich war nicht mehr einkaufen, habe das meinen Mann übernehmen lassen, hab den Hund auch weniger mitgenommen weil es natürlich trotzdem anstrengend ist mit Hund zur Schule zu kommen, weil du dann ja auch die Verantwortung für den Hund trägst.
00:40:14: Ja und Das Loch wurde langsam immer größer und dann ganz groß.
00:40:22: nach den Faschingsferien Das stand ich vor der Haustür und konnte nicht raus.
00:40:30: Ich konnte nicht mal die Klinke runterdrücken, und ich habe gemerkt, okay das ist jetzt noch mal was ganz anderes.
00:40:38: Das ist gar nicht die Angst und die Panik, die ich sonst kenne, dass irgendwas... ...was mich so müde macht und so erschöpft und so auslaugt.
00:40:50: Ich hab dann meinen Mann an der Schule anrufen lassen, dass ich krank bin weil ich mich auch geschämt habe, dass sich so oft schon gefehlt hatte.
00:41:00: Bin dann zu meiner Hausärztin, die dann gesagt hat okay Matthias nur müssen jetzt was machen du gehst in
00:41:08: Reha.".
00:41:10: Wenn Du sagst so was bei Deiner Haus Ärztin wie bist Du dahin gekommen weil Du die Tür nicht mal aufmachen konntest?
00:41:16: Meine Tante hat mich gefahren.
00:41:20: also Familienmitglieder oder Freunde sind schon sehr großer Halt in der Zeit.
00:41:26: ich wusste ok Schaffst irgendwie in das Auto einzusteigen.
00:41:30: Sie hat mich ganz in mein Hausherz hingefahren und gesagt, wir müssen jetzt was machen.
00:41:35: Das ist alles komisch!
00:41:37: Ich weiß es auch nicht, was los ist.
00:41:40: Er hat gesagt vielleicht sind's wieder Depressionen?
00:41:42: Vielleicht ist es ein Burnout... Du gehst jetzt in Reha.
00:41:47: Ich war dann ab dem ersten März erstmal krankgeschrieben, im Jahr zwanzig dreiundzwanzig Und bin dann im Juni in Rehha ohne zu wissen, was mit mir los ist.
00:41:57: ich wusste dass es irgendwas anders Total müde, total erschöpft.
00:42:03: Dann kam natürlich auch die Agoraphobie noch dazu mit der Angst und der Panik, die ich ja eh jeden Tag schon mit zu kämpfen hatte.
00:42:10: Ich habe gemerkt, ey, ich schlafe zehn bis vierzehn Stunden... ...ich bin aber nie richtig fit!
00:42:19: Und dann in der Reha haben sie gesagt okay Matthias das ist Long Covid.
00:42:31: Ich hatte da tatsächlich auch schon ein bisschen darüber nachgedacht, ob's das sein könnte.
00:42:35: Weil es mir in diesen Faschingsferien nicht so gut ging.
00:42:38: Ich dachte vielleicht, ja, Krippe ... So ich hab aber da keinen Test gemacht.
00:42:44: Aber heute weiß man, ich hatte Corona und ich war dann in der Reha und dann wurde eben festgestellt, dass sich Post Covid
00:42:54: habe.".
00:42:55: Inwieweit unterscheidet sich Post-Covid von Long Covid?
00:42:59: Post-Covid ist, wenn man zwischen der Corona-Erkrankung und dem Auftreten der Symptome symptomfrei ist.
00:43:09: Long Covid ist, weil man die Symptom mit der Corona Erkrankungen mitnimmt.
00:43:13: Also das heißt, wenn ich Corona habe und ich habe Symptomen während der Krankheit, ist Long Covid, die gehen nicht weg.
00:43:22: Post-COVID ist... Ich war krank wie ich erzählt hab' mit Krippe.
00:43:27: Also dachte ich, was wäre Krippe?
00:43:29: Was war Corona.
00:43:31: Und dann ging es mir ein paar Tage wieder gut und dann ist das wieder ausgebrochen.
00:43:38: Aber in einer anderen Symptomatik ... Es muss auch nicht die gleiche Symptomatik sein.
00:43:43: Dadurch habe ich eben diese ... Das Erschöpfungssyndrom ist nicht diagnostiziert bei mir.
00:43:49: Ist post-Covid aber kommt damit rein.
00:43:52: Ich habe diese Erschöffung und die Müdigkeit als Symptome sehr stark.
00:43:57: Welche Symptome hast du denn?
00:43:59: Zur Zeit ist es so, dass ich immer wieder durch die Agoraphobie und die Panikstörung natürlich Angst entwickle.
00:44:08: Immer noch weiterhin.
00:44:10: Und post-COVID, das ich müde und erschöpft bin.
00:44:15: Das äußert sich insofern, dass mich eigentlich nie fit fühle wie man es sich als fitter Mensch fühlt.
00:44:23: Ich bin immer in gewisser Maßen erschöpf.
00:44:28: Also ich hab immer so eine kleine Erschöpfung in mir und ich bin halt auch sehr müde.
00:44:36: Das heißt, ich muss schon um einigermaßen alltägliche Dinge zu machen wie Essen kochen, putzen, Wäsche machen, muss ich schon gucken dass sich auf meine zwölf Stunden Schlaf kommen in der Nacht sonst bin ich noch müder und erschöpfter als sonst.
00:44:57: Als man dir das diagnostiziert hat Wie ging es dir da gefühltstechnisch mit?
00:45:03: Ich war erleichtert.
00:45:06: Das hört sich jetzt komisch an, aber ich war erleichert weil ich felsenfest überzeugt war Es kann nicht wieder was nur psychisches sein!
00:45:16: Ich hatte Depression durch, ich lebe ja mit Agoraphobia und Panikstörung... Ich war erst mal erleichter, weil ich wusste hey ich habe eine Diagnose.
00:45:26: Natürlich kam die Ernüchterung.
00:45:28: Man weiß, okay es gibt dafür noch kein Heilmittel.
00:45:31: Es gibt nichts was mich wieder zurückbringt so wie ich früher mal war.
00:45:36: Ich werde damit leben müssen erst einmal bis eventuell jemand weiß oder erforscht eine Heilung.
00:45:43: Und
00:45:44: wie hast du dich gefühlt als du an dein Arbeitsalltag gedacht hast?
00:45:48: Du hast deinen Job ja geliebt und was du uns gerade schilderst ist das dir sehr schwer fällt überhaupt im Haushalt zurechtzukommen.
00:45:57: Ja es war dann So nach der Reha bin ich arbeitsunfähig entlassen worden, weil man es eben nur teilweise behandeln kann.
00:46:08: Also mit einer Tagesstruktur und man kann's mit Ergotherapie unter anderem auch behandeln aber nur teilweise!
00:46:17: Es ist bis heute zu... Ich bin arbeitsundfähig, ich kann nicht arbeiten gehen.
00:46:22: Ich habe versucht nach der REHA wieder in den Arbeitsalltag zurückzufinden.
00:46:27: das hat aber nicht funktioniert weil in der Reha festgestellt wurde, ich bin zwischen ein und drei Stunden am Tag eventuell belastbar.
00:46:38: Richtig ausprobieren konnte man es nicht!
00:46:41: Und seitdem bin ich krankgeschrieben und mittlerweile zum Glück auch eben im Pflegegrad zwei.
00:46:56: Das heißt, ich kriege vom Staat Unterstützung zumindest teilweise Weil ich natürlich seit zweieinhalb Jahren krank bin, da heißt Krankengeld ist weg.
00:47:11: Arbeitslosengeld gibt's nicht, mein Arbeitsvertrag ist ausgelaufen und jetzt lebe ich von Pflegegrad zwei und natürlich vom Gehalt von meinem Mann.
00:47:24: also ohne ihn wäre ich in Sozialhilfe auf jeden Fall.
00:47:29: Ich wollte eben sagen bei Pflege grad zwei bekommst du nicht besonders viel Geld wird nicht reichen, um grundsätzlich dein Leben und deinen kompletten Kosten zu decken.
00:47:39: Richtig!
00:47:40: Es sind ungefähr ... ... dreihundertvierzig Euro ganz grob.
00:47:48: Das reicht natürlich vorne und hinten für nichts.
00:47:50: Es ist gut dass ich wenigstens ein bisschen Geld jetzt dazu kriege.
00:47:54: aber wie gesagt ohne mein Mann wäre ich in Sozialhilfe weil ich allein beim Lebensunterhalt nicht finanziert kriegen würde.
00:48:03: Wie fühlt sich das an?
00:48:04: Das Gefühl, dass du im Prinzip von ihm abhängig bist.
00:48:08: Ich ... Im Prinzip?
00:48:11: Hast du recht ja!
00:48:12: Ich bin ja schon abhängiger von ihm aber ich fühl das so nicht.
00:48:16: Wir haben uns damals ein Versprechen gegeben in guten wie schlechten Zeiten und jetzt ist gerade eine schlechte Zeit.
00:48:23: wir hatten auch seit der Hochzeit immer gemeinsames Konto.
00:48:30: Jetzt kommt von mir halt nicht mehr viel rein Aber er macht mich da auch Überhaupt kein Druck.
00:48:37: Natürlich möchte ich auch selber wieder gesund werden und arbeiten gehen können, aber es geht zur Zeit leider nicht.
00:48:45: Ich bin zurzeit tatsächlich ans Haus gefesselt.
00:48:49: Ich kann das Haus kaum verlassen, ich kann zu den Mülltonnen vorne laufen, fünfzig Meter vielleicht... Dann kommt die Angst, die sich mit der Müdigkeit und der Erschöpfung paart.
00:49:05: Da entsteht ein Teufelskreis.
00:49:07: Ich bin müde, ich bin erschöpft.
00:49:08: wenn ich müde und erschöpf bin habe ich keine Kraft gegen die Angst zu kämpfen.
00:49:11: Wenn ich nicht gegen die angst kämpfen kann kommt die Panik Und... ...ich bin nur dankbar dass ich zumindest hier Zuhause mich wohl fühle und keine Angst haben muss.
00:49:26: Die Müdigkeit und Erschöpfung sind trotzdem da aber.. ..Ich kann Dank der Reha Kann ich wieder ein glückliches Leben führen?
00:49:36: Ich krieg mein Alltag gestaltet.
00:49:39: Es ist zwar nicht viel, was ich machen kann aber es ist ein bisschen und zu Arzt besuchen brauche ich halt Hilfe.
00:49:49: da kommt meine Tante dann immer und hilft und unterstützt mich.
00:49:54: Aber ich lebe auch krank immer noch sehr gerne Und genieße soweit wie ich's genießen kann.
00:50:03: Jetzt lebst du in diesem schön großen
00:50:04: Haus.
00:50:06: Das große Haus kann auch schnell sehr klein werden, denn da kommt ja auch so eine gewisse Isolation mit sich.
00:50:13: Wie lebt es dich damit?
00:50:16: Schwer!
00:50:17: Klar ich kann viele Dinge nicht tun die die meisten Menschen tun können wie ins Kino gehen.
00:50:24: Ich kann nicht einkaufen gehen, ich kann nicht essen gehen aber ich genieße die Dinge die ich habe.
00:50:30: Ich hab ne tolle Familie, ich hab mein Mann und ich hab meinen Hund Und ich hab auch tolle Nachbarn.
00:50:37: gemerkt, jetzt wo ich Zeit habe die natürlich auch eingeteilt werden muss weil ich vieler Schöpft und müde bin.
00:50:45: Aber ich hab trotzdem mehr Zeit auch mal bei den Nachbarn vorbeizugehen und hab da tolle Menschen kennengelernt, die man sonst ... also die ich in der Arbeit war gar nicht so richtig kennengelernet habe, weil mein Tag war anders strukturiert.
00:50:58: Ich war auf dem Job fixiert und musste mir ja dann auch meine Energie einteilen.
00:51:02: Ich hab tolle Geschichten kennengelaert Versuche, aus den kleinsten Dingen das Schönste zu sehen.
00:51:11: Jetzt sind wir ja hier bei dir mit viel Equipment!
00:51:13: Wir sind zwei fremde Menschen und reden über intime Situationen aus deinem Leben.
00:51:18: Was bedeutet das für dich und deine Erkrankung?
00:51:22: Das bedeutet für mich erst mal dass sich die Anstrengungen heute in den nächsten zwei Tagen niedrisch lagen wird.
00:51:29: Das heißt ich werde die nächsten zwei Tage viel Zeit auf dem Sofa verbringen im Bett eher mich zurücknehmen und viel schlafen, aber mir ist diese Einschränkung die kurzweilig ist.
00:51:42: Es ist es wert meine Geschichte zu erzählen darauf aufmerksam zu machen was Agoraphobie mit Panikstörung bedeutet und was Post-Covid bedeuten kann.
00:51:52: man kennt ja viele Geschichten von Menschen die Schwierigkeiten haben beim Atmen oder Schmerzen durch Post oder Long Covid Menschen wie mich, die eben müde erschöpft sind.
00:52:10: Nicht mehr rauskommen!
00:52:12: Du hast ja auch noch Depressionen und wenn du da einmal einen schlechten Tag hast wo du alles sehr niedergeschlagen siehst... ...und du beobachtest dich in dem Moment als Zwei-Dreißigjähriger abhängig von einem Haus nicht in der Lage zu sein rauszugehen was macht das dann mit dir?
00:52:33: Es macht mich natürlich schon ein bisschen traurig Ja, also in schlechten Zeiten schon sehr traurig.
00:52:40: Ich denke ich kann nicht das machen was andere beim Alter tun aber ich habe dafür viel Positives in meinem Leben.
00:52:49: Ich hab einen Mann auf den ich mich immer verlassen kann der mich liebt bedingungslos.
00:52:54: Ich habe einen tollen Hund und eine tolle Familie.
00:52:58: Was würdest du Menschen empfehlen die ähnliche Symptome zeigen einer Panikattacke oder eine Agoraphobie?
00:53:07: Menschen, die eine Panikattack gekriegt oder psychisch erkrankt sind allgemein.
00:53:11: Ist nicht nur agoraphobie aber auch würde ich sagen beginnt frühzeitig mit einer Therapie.
00:53:18: Die Therapie hat mir sehr geholfen.
00:53:22: Ich bin jetzt auch wieder auf das Suche nach einer neuen Therapie.
00:53:25: Nur leider sind die Zeiten gerade so dass man lange auf Wartelisten steht.
00:53:30: Aber es sucht euch Hilfe und überlegt ob ihr nicht auch antidepressiver ausprobieren möchtet.
00:53:39: Das ist jetzt ... Ich möchte nicht sagen, man muss!
00:53:42: Mir hat es damals sehr geholfen.
00:53:45: Ich hab nur das Kann-Problem vergessen.
00:53:47: Deswegen wenn immer mit Therapie.
00:53:50: Das würde ich ganz stark empfehlen.
00:53:53: Matthias was wünscht du dir für deine persönliche Zukunft?
00:53:57: Ich wünsch mir dass es Fortschritte in der Coronaforschung gibt Dass sich irgendwann wieder arbeiten gehen kann und dass ich weiter die kleinen Dinge im Leben zu schätzen weiß.
00:54:13: Danke dir, danke dir, dass du nicht nur Tür und Tor für uns geöffnet hast sondern dass du auch diesen Weg jetzt auf dich nimmst um das Thema hier in der Gesellschaft einmal breiter zu treten.
00:54:23: Danke Dir dafür!
00:54:24: Danke und wir wünschen Dir alles Liebe und alles Gute für Dich und Deine Zukunft.
00:54:29: Dankeschön Du willst
00:54:31: selbst bei uns dabei sein oder hast einen Teamvorschlag?
00:54:34: Denn melde dich auf unserer Website oder unsere Social Media.
00:54:37: Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist, oder Unterstützung benötigst, dann zögere nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen!
00:54:47: Hol dir Unterstützung bei professionellen Hilfeinrichtungen oder dir vertrauten Personen – bis zum nächsten
00:54:53: Mal bei
00:54:54: Von Bohne zu Bohne.
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