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Missbrauch oder Liebe: Emotionale Abhängigkeit zwischen einer 15- und einem 44-jährigen #78 Michelle

Shownotes

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um emotionale Abhängigkeit, sexuellen Missbrauch, toxische Beziehungen, selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken und Suizidversuche sowie Alkohol- und Drogenkonsum. Hör die Folge nur, wenn du dich stabil genug fühlst. Brich ab, wenn du merkst, dass es dir zu viel wird.

Michelle war 15, als ein 44-jähriger Mann in ihr Leben kam. Aus Chats über Sexualität wird eine emotionale Abhängigkeit, die fast ihr ganzes Erwachsenwerden prägt. Sie hält den Kontakt über Jahre, obwohl sie spürt, dass etwas tief nicht stimmt.

In dieser Folge erzählt Michelle, wie aus “Verliebtheit” schleichender Missbrauch und emotionale Abhängigkeit wird. Es geht um sexuelle Grenzverletzungen, emotionale Abhängigkeit, Alkohol, Drogen, Suizidversuche, unprofessionelle Therapie, die Schwangerschaft mit 18 und die Entscheidung, ihren Sohn in Pflege zu geben. Du hörst, wie sie sich Stück für Stück aus diesem Geflecht löst, eine gesunde Beziehung aufbaut, abstinent wird und den Kontakt zu Alexander endgültig beendet.

Michelles Verlinkung: Social Media: https://www.instagram.com/talkingboutshadows/

sexualisierteGewalt #Missbrauch #emotionaleAbhängigkeit #toxischeBeziehung #Trauma #psychischeGesundheit #Sucht #Alkoholsucht #Drogenkonsum #Suizidgedanken #Therapie #Aufarbeitung #Betroffene #aufklärung

Zeitstempel: 00:00:00–00:01:50: Triggerwarnung und Intro 00:01:50–00:09:38: Einstieg, Kindheit und Vorgeschichte 00:09:38–00:18:17: Chats, Sexualität und erste emotionale Abhängigkeit 00:18:17–00:25:33: Stationäre Aufnahme und Kontaktregeln 00:25:33–00:37:26: Geständnis „Ich habe dich benutzt“ und Absturz 00:37:26–00:53:07: Alkoholsucht, verbotene Themen und Suizidversuch 00:53:07–01:02:28: Missbrauch benennen, Pause und erneuter Einstieg 01:02:28–01:09:48: Kennenlernen ihres Mannes und letzter Kontakt zu Alexander 01:09:48–01:13:35: Gefühle nach dem endgültigen Cut und Umgang mit Triggern 01:13:35–Ende: Heute, Zukunft und Botschaft


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Transkript anzeigen

00:00:03: Es war für mich sehr schwierig, einfach auszuhalten, weil mir dieser Kontakt gefehlt hat.

00:00:09: Es gab auch immer Momente in dieser Phase, wo er versucht hat, sich ein bisschen wieder zu distanzieren von mir.

00:00:17: Das konnte ich aber gar nicht so aushalten.

00:00:22: Ich hab dann auch gesagt, dass ich das nicht möchte, dass ich weiterhin auch diesen intensiven Kontakt haben will, weil es für mich einfach nicht mehr ohne ging.

00:00:32: als Liebe empfunden, weiß mittlerweile, dass das keine Liebe war, sondern halt wirklich eine Abhängigkeit, also eine Krankheit.

00:01:03: Falls du denkst, dass das genannte Thema für dich persönlich belastend sein könnte, dann möchten wir dich bitten, die Folge direkt zu beenden.

00:01:14: Stell dir vor, du kommst in einen Raum, vor dir sitzt ein Mensch und du hast keine Ahnung, wer das ist.

00:01:20: Das

00:01:21: passiert mir in jeder Folge bei unserem Podcast von Bohne zu Bohne.

00:01:25: Mein Name ist Charlotte und ich weiß vorher nichts über unsere Gäste.

00:01:29: Kein Name, keine Information, keine Themen.

00:01:32: Also werden meine Fragen auch deine Fragen sein.

00:01:35: Ich bin Sanya und

00:01:36: ich suche die Gäste.

00:01:37: Hier achte ich darauf, dass es Menschen mit ehrlichen,

00:01:40: berührenden

00:01:41: und bewegenden Geschichten sind.

00:01:43: Und genau die wollen wir mit euch teilen.

00:01:45: Bist du bereit, gemeinsam mit Charlotte neue Geschichten kennenzulernen?

00:02:03: Hi, Michelle.

00:02:04: Ich habe ganz arg Gänsehaut gekriegt gerade eben.

00:02:07: Vielen Dank, dass du dich uns anvertraust und deine Geschichte mit uns teilst.

00:02:11: Für mich ist es persönlich nicht selbstverständlich und ich finde schon jetzt eine sehr, sehr mutige Schritt von dir.

00:02:16: Von daher vielen Dank.

00:02:18: Was würdest du denn sagen?

00:02:19: Wo starten wir mit deiner Geschichte?

00:02:21: Am besten da, wo wir uns kennengelernt haben.

00:02:25: Du hast gerade gesagt, du hast fünfzehn Jahre alt.

00:02:28: Wie hast du gelebt?

00:02:29: Warst du bei deinen Eltern?

00:02:30: Hattest du Geschwister?

00:02:32: Genau, ich habe bei meinen Eltern gelebt, meine Geschwister waren damals schon ausgezogen und mir ging es grundsätzlich nicht ganz so gut emotional, weshalb ich auch in ambulanter Therapie war.

00:02:45: Und damals hatte meine Therapeutin mir vorgeschlagen, bei einem Filmprojekt mitzumachen über Suizidalität.

00:02:52: Genau, und daraufhin habe ich Alexander kennengelernt.

00:02:57: Du warst fünfzehn als du ihn kennengelernt hast.

00:02:59: Deine Geschwister waren schon ausgezogen.

00:03:01: Wie viel Unterschied habt ihr denn?

00:03:03: Zwischen sieben und fünfzehn Jahren.

00:03:04: Oh, das ist aber schon eine ganze Mail.

00:03:07: Ein bisschen das Nest.

00:03:10: Wie bist du denn aufgewachsen?

00:03:12: War das ein liebevolles Zuhause?

00:03:14: Hat ihr dein Zuhause Sicherheit geboten?

00:03:15: Kannst du uns da ein bisschen mehr Einblick geben?

00:03:18: Liebevoll schon.

00:03:19: Auf jeden Fall.

00:03:19: Aber wir hatten halt alle unsere Probleme, sage ich mal.

00:03:23: Meine Geschwister waren psychisch auch.

00:03:26: krank und auch teilweise stationär in Therapie.

00:03:29: Meine Mutter war depressiv, auch teilweise in Therapie.

00:03:33: Und genau, das hat sich so ein bisschen durchgezogen.

00:03:36: Also wir haben als Familie unser Bestes gegeben, aber es war halt nicht immer leicht.

00:03:43: Hattest du den Eindruck gesehen zu werden bei deinen Eltern?

00:03:46: Nein, gar nicht.

00:03:47: Es war halt die meiste Aufmerksamkeit lag natürlich in den Krankheitsphasen meiner Geschwister, bei meinen Geschwistern.

00:03:55: Und ich war ... in meinen Augen, ich hab mich immer ziemlich unsichtbar gefühlt und hatte auch ... ja, auch den Anspruch an mich, mich so ein bisschen zurückzunehmen, damit mein ... halt geholfen werden kann.

00:04:11: Hattest du das Gefühl, dass du dich selbst finden konntest in dem Zuhause deiner Eltern?

00:04:17: Rückblickend nicht.

00:04:18: Rückblickend ist mir das auch völlig klar, warum ich überhaupt krank geworden bin.

00:04:23: In den Momenten hab ich da natürlich gar nicht drüber nachgedacht.

00:04:27: Dein Umfeld war ja geprägt von Hilfe, die von außen kamen, durch Therapie und ähnlichem.

00:04:33: War für dich dann relativ klar, dass du auch irgendwann diese Unterstützung brauchst?

00:04:37: oder war es schwer für dich das zu reflektieren?

00:04:39: Ich war das erste Mal bei einem Therapeuten, da war ich acht.

00:04:42: Also da hatte sich für mich gar nicht die Frage gestellt.

00:04:45: Für mich war das ganz normal.

00:04:47: Wie kam es, dass du mit acht zu einem Therapeuten musstest?

00:04:50: Meine Mutter hatte das quasi so ... sich überlegt, sag ich mal, wegen meiner Geschwister, weil das halt alles sehr belastend war.

00:04:59: Und dann dachte sie, es würde vielleicht das bringen, wenn ich auch mit jemandem spreche.

00:05:02: Okay.

00:05:03: Würdest du sagen, das hat dir geholfen, dass du so frühe therapeutische Unterstützung hattest?

00:05:09: Es hätte vielleicht geholfen, aber ich war halt irgendwie... Ich hab das nicht so ganz verstanden.

00:05:16: Ich glaube, es wurde mir nicht richtig erklärt, was das ist.

00:05:18: Und ich hatte so ein bisschen Angst, mich da zu öffnen, auch wenn mir gesagt worden ist, dass... dass alles unter uns bleibt, aber ich hab da halt nicht wirklich geredet.

00:05:28: Okay.

00:05:29: Du hast jetzt gesagt, dass deine Therapeutin vorgeschlagen hat, dass du bei einem Filmprojekt mitmachst.

00:05:34: Genau.

00:05:35: Was genau war das für ein Filmprojekt?

00:05:37: Es war so eine Reportage über Suizidalität, Suizidalität im Jugendalter und es wurden mit mir zusammen fünf Frauen oder Jugendliche porträtiert, die ihre Geschichte so ein bisschen erzählt haben.

00:05:51: Ach krass, das heißt, das kam auch, also es kam wirklich im Fernsehen.

00:05:54: Es war eine Dokumentation, die gedreht wurde.

00:05:56: Ja, eine Dokumentation, die lief einmalig in einem Kino, in einem großen.

00:06:01: Und gibts, seitdem auf DVD zu kaufen.

00:06:04: Wie hast du dich damit gefühlt, dass du mit so einem intimen Thema auf so eine große Bühne solltest?

00:06:10: Das war okay.

00:06:12: Also ich hab da jetzt eher weniger drüber nachgedacht.

00:06:14: Es war halt, als dann das erste Mal so eine Kamera auf mich gerichtet war, war ein bisschen schwierig.

00:06:21: Aber es ging.

00:06:22: Du hast gesagt, dass du dort Alexander kennengelernt hast.

00:06:26: Genau, er war der Regisseur und es war, wir waren auch immer nur zu zweit in den Aufnahmen.

00:06:31: Also er hat quasi Kamera gemacht und Gespräch geführt.

00:06:35: Ja.

00:06:36: Wie alt war er?

00:06:37: Vierundvierzig damals.

00:06:38: Da

00:06:38: war er schon Vierundvierzig.

00:06:39: Oh.

00:06:40: Ja.

00:06:41: Okay, hattest du, fandest du ihn vom ersten Moment an attraktiv?

00:06:45: Nein, gar nicht.

00:06:47: Ich fand das, also ich hab ihn, damals und auch heute immer beschrieben als trauriger entlaufender Clown.

00:06:53: Ja.

00:06:54: So vom Aussehen her und hatte.

00:06:57: am Anfang, als ich das erste Mal auf ihn getroffen bin, hatte ich ein bisschen Angst.

00:07:02: Ich kann es aber nicht festmachen, woran es lag, es war wahrscheinlich auch die Aufregung.

00:07:06: Ja, das kam dann erst so mit den Gesprächen.

00:07:10: Wie lange war denn dieser Aufnahmedauer für diese Dokumentation?

00:07:14: Wir haben es schon ein paar Mal getroffen und ... Ich weiß gar nicht mehr genau.

00:07:19: Ich glaube immer so zwei, drei Stunden.

00:07:22: Aber es kann auch kürzer länger.

00:07:23: Ich weiß es nicht mehr.

00:07:25: Wir haben halt über die Aufnahmen hinaus dann irgendwann angefangen, uns zu unterhalten.

00:07:30: Du hast gerade gesagt, dass sich der Kontakt Stück für Stück intensiviert hat.

00:07:34: Wie hat er sich intensiviert zwischen euch?

00:07:37: Es war halt damals so, dass er mir angeboten hatte, wenn ich irgendwie Probleme habe oder es mir nicht gut geht, könnte ich ihm schreiben.

00:07:46: Und dann gab es eine Situation, als mein Vater Geburtstag hatte, hatte sich mein damaliger Freund von mir getrennt.

00:07:54: Und weil ich nicht wusste, wo ich hin soll, weil halt von meiner Familie logischerweise auch gerade keiner für mich da war, habe ich ihn dann geschrieben.

00:08:04: Und so fing das eigentlich an, dass wir dann mehr Kontakt hatten.

00:08:08: Das heißt, ihr hattet eure Handynummer gegenseitig?

00:08:11: Ja, genau.

00:08:12: Aber damals war es noch über Facebook.

00:08:14: Ah, okay.

00:08:15: Facebook und SMS.

00:08:17: Okay, und dann hat er dir relativ zeitnah geantwortet, und dann hatte die immer im Chat Kontakt?

00:08:21: Ja,

00:08:22: er hat mir direkt geantwortet und ist auch direkt vorbei gekommen.

00:08:25: Ach krass.

00:08:25: An dem Tag noch.

00:08:26: Ja, und ist dann auch quasi so ein bisschen in die Familienfeier reingeplatzt.

00:08:31: Ja, ich war an dem Tag, aber auch als mein Freund halt mit mir Schluss gemacht hat, bin ich halt auch von zu Hause raus und auch erst wieder gekommen, als der Alexander dann da war.

00:08:44: War das für deine Eltern nicht komisch, dass du so ein erwachsener Mann kam?

00:08:48: Doch, schon.

00:08:49: Sie kannten ihn ja so ein bisschen von dem Filmprojekt.

00:08:52: Meine Mutter war von Anfang an nicht begeistert davon, dass ich damit mache.

00:08:57: Aber sie ... Ich war halt damals auch schon in so einer eher rebellischen Phase und hab mir sowieso nichts sagen lassen.

00:09:03: Und dann hatte sie auch keine Handhabe, an mich anzukommen.

00:09:08: Ja, deswegen hat sie das so ein bisschen ja akzeptiert, mehr oder weniger.

00:09:13: Nachdem er zum ersten Mal außerhalb des Filmprojekts für dich da war, wie hast du dich ihm gegenüber gefühlt?

00:09:21: Für mich war es halt, in dem Moment war er so ein Anker.

00:09:25: Meine Familie war gar nicht für mich da.

00:09:28: Und hat mir auch Vorwürfe gemacht, weil ich halt den Geburtstag versaut hab und so.

00:09:32: Und er war der Einzige, der mich nicht verurteilt hat und der mich getröstet hat.

00:09:38: Und deswegen hab ich mich in dem Moment einfach auch sehr sicher gefühlt.

00:09:42: Und ... Ja.

00:09:44: Wie hat er sich dir gegenüber verhalten?

00:09:47: Sehr zugewandt, sehr offen.

00:09:52: Ja, er hat sich mir gegenüber quasi als Freund gegeben und verhalten.

00:09:57: Freund kumpelmäßig?

00:10:00: Oder Freund romantisch?

00:10:02: Das ist schwierig zu beantworten und für ihn war es Freund kumpelmäßig.

00:10:08: Aber da die Gespräche, die wir dann im Chat hatten, schnell in eine andere Richtung abgedriftet sind, hab ich es romantisch aufgefasst.

00:10:18: Magst du uns erklären, was du genau damit meinst?

00:10:22: Es war halt so, dass er dann, nachdem ich meine Trennung so ein bisschen überwunden hatte, haben wir sehr viel angefangen, im Chat zu schreiben, im Facebook.

00:10:32: Und er hat dann irgendwann angefangen, mich über sehr ... intime sexuelle Themen auszufragen.

00:10:41: Und ich habe am Anfang noch abgeblockt.

00:10:43: Das hat er auch respektiert.

00:10:45: Er hatte dann aber zwei, drei Tage später nochmal gefragt.

00:10:48: Speziell ging es ums Thema Selbstbefriedigung.

00:10:52: Und da habe ich halt darauf geantwortet.

00:10:55: Und dann gingen unsere Gespräche sehr schnell in die Richtung, dass wir dieses Thema Sexualität ausschließlich hatten.

00:11:07: Würdest du heute noch sagen, dass das freundschaftlich kumpelhaft war?

00:11:11: Nein.

00:11:12: Heute sehe ich das anders.

00:11:15: Hast du ein Kind?

00:11:16: Ja.

00:11:18: Wenn du jetzt so darüber nachdenkst, dein Kind wäre in dem Alter und würde diese Nachrichten erhalten, wie würdest du dich dabei fühlen, wenn du das hörst?

00:11:26: Für mich wäre das schlimm.

00:11:28: Gerade auch im Hinblick auf den Altersunterschied.

00:11:32: Und auch wenn ich jetzt mir so überlege, Was sehr gefragt hat und wie weit die Fragen ging, ist das aus heutiger Erwachsener sich extrem übergriffig gewesen.

00:11:50: War dir als Kind manchmal bewusst, wie übergriffig diese Fragen waren?

00:11:55: Nicht wirklich, also eigentlich gar nicht.

00:11:57: Ich habe irgendwann mal so gespürt, dass es vielleicht nicht ganz so normal ist.

00:12:01: Also gerade auch, als ich angefangen habe, mich auch vor Freunden dann zurückzuziehen und... Verabredungen auszuschlagen, um mit ihm zu chatten.

00:12:09: Da ist mir schon aufgefallen, dass es wahrscheinlich nicht ganz so normal ist.

00:12:12: In dem Moment war es mir aber gar nicht so wichtig auch.

00:12:16: Waren die Chats primär von dieser sexuellen Komponente geprägt?

00:12:21: Ausschließlich.

00:12:22: Ausschließlich?

00:12:23: Dann ja, über Wochen, Monate.

00:12:25: Lange.

00:12:26: Also, es ging lang.

00:12:27: Und wir haben wirklich jede Nacht auch von sieben Uhr abends bis zwei, drei Uhr morgens geschrieben.

00:12:33: Es war eine sehr intensive Zeit.

00:12:35: Hattest du bis dato sexuelle Erfahrungen?

00:12:38: Ähm, ja, schon.

00:12:40: Aber es hielt sich halt entsprechend auch in Grenzen.

00:12:43: Okay.

00:12:44: Ich will gar nicht, dass die Details oder so erfahren.

00:12:47: Aber von welchem Spektrum der Sexualität, die er da erfragt hat, sprechen wir da?

00:12:52: Es ging fast ausschließlich um das Thema Selbstbefriedigung.

00:12:56: Okay.

00:12:57: Hat er das auch immer auch mitunter auf sich bezogen oder ging es ausschließlich immer nur um dich?

00:13:03: Es ging immer nur um mich und meine Fantasien, meine Wünsche.

00:13:08: Kannst du aus heutiger Perspektive sagen, wie du dich dabei gefühlt hattest, wenn ihr da geschrieben hattet über solche Themen?

00:13:18: Es war für mich relativ schnell so, dass es mir sehr wichtig geworden ist und dass ich auch das Gefühl hatte, dass ich ihm das mitteilen möchte, dass ich ... Ja.

00:13:36: Du hattest mir im Vorgespräch gesagt, dass

00:13:38: du

00:13:39: dich nicht ganz gefühlt hast, wenn du nicht mit ihm schreiben konntest.

00:13:43: Genau.

00:13:43: Es war halt so dieser... Also er hatte halt auch Abende, er war ja auch berufstätig und hatte auch Abende, da konnte er nicht mit mir schreiben.

00:13:54: Das hat sich für mich... Es war für mich sehr schwierig, einfach auszuhalten, weil mir dieser Kontakt gefehlt hat.

00:14:00: Und es gab auch immer Momente.

00:14:03: In dieser Phase, wo er versucht hat, sich ein bisschen wieder zu distanzieren von mir, das konnte ich aber gar nicht so aushalten.

00:14:14: Ich habe dann auch gesagt, dass ich das nicht möchte, dass ich weiterhin auch diesen intensiven Kontakt haben will, weil es für mich einfach nicht mehr ohne ging.

00:14:23: Hattest du dich irgendwem da anvertraut und davon berichtet?

00:14:26: Nein, gar nicht.

00:14:27: Nicht einmal deiner Therapeutin?

00:14:29: Jetzt wusst du niemand zu dem Zeitpunkt.

00:14:32: Es blieb ja nicht nur bei Chats in der

00:14:34: Phase.

00:14:35: Ihr habt euch ja auch nach dem Geburtstag beines Vaters noch gesehen.

00:14:39: Ja, wir haben uns getroffen.

00:14:41: Allerdings war es damals nicht so, dass es zu sexuellen Kontakten gekommen ist.

00:14:46: Es war eher so, wir lagen zusammen auf dem Bett, haben gekuschelt und uns da halt unterhalten.

00:14:53: Also wir haben uns damals in der Phase nicht sexuell irgendwie, sind wir uns nicht näher gekommen.

00:15:00: Das ist schon sehr, sehr intim.

00:15:02: Also mit fünfzehn, da mit einem Mann in einem Bett zu legen, das stell ich mir schwierig vor.

00:15:07: Ja,

00:15:07: rückblickend wahrscheinlich schon.

00:15:09: In dem Moment fand ich es nicht, nicht schlimm.

00:15:13: Ich weiß noch, dass meine Schwester irgendwann mal reingekommen ist.

00:15:16: Sie war zu besuchend, kam rein, als er da war.

00:15:18: Sie hat auch komisch geguckt und hat auch meine Eltern gefragt, was da los ist.

00:15:25: Ja, ich hab's aber nicht so gesehen.

00:15:27: Hatte er den ersten Schritt da gemacht oder warst du das?

00:15:30: Ja, das ging von ihm aus.

00:15:34: War das das ausschließlich einzige Treffen, dass ihr da hattet und für einen längeren Zeitraum?

00:15:39: Wir haben uns im Schnitt alle zwei Wochen getroffen.

00:15:42: Okay, das heißt, er hat auch in deiner Nähe gewohnt?

00:15:45: Ja, ungefähr eine Stunde Fahrtzeit.

00:15:47: Alle zwei Wochen für wie lange da immer?

00:15:50: Drei, vier Stunden, denke ich.

00:15:51: Das ist schon relativ lang.

00:15:53: Ja, also wir sind auch manchmal spazieren gegangen oder so, aber meistens fahren wir bei mir.

00:15:59: Immer, also die meiste Zeit immer bei dir zu Hause.

00:16:02: Soweit ich mich erinnern kann, ja.

00:16:04: Und das hat geklappt mit deinen Eltern?

00:16:07: Ja, begeistert wahnsinnig.

00:16:10: Aber sie haben es durchgehen lassen?

00:16:12: Ja.

00:16:13: Was würdest du da heute drüber sagen, wenn du so als erwachsene Mutter drüber nachdenkst?

00:16:18: Ich hätte wahrscheinlich eher versucht, das Gespräch zu suchen.

00:16:24: Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich meiner Mutter oder meinen Eltern ... absolut keine Vorwürfe mache, in dem Fall.

00:16:33: Weil ich war sehr puppertär und es war sehr, sehr schwer an mich ranzukommen.

00:16:40: Und ich glaube, dass es in dem Moment einfach leichter war, das so laufen zu lassen.

00:16:45: Ob das jetzt richtig ist, sei mal dahingestellten, aber ich kann es irgendwo nachvollziehen.

00:16:51: Auch wenn ihr täglich miteinander geschrieben habt und euch alle zwei Wochen gesehen habt, gab es ja trotzdem Tage, wo er sich nicht mit dir in Kontakt stellen konnte, nicht nur weil er berufstätig war, sondern auch weil er eine Ehefrau hatte.

00:17:06: Ja.

00:17:06: Wie hast du dich da gefühlt?

00:17:07: Was ist in dir

00:17:08: vorgegangen?

00:17:09: Ich habe mich sehr allein gefühlt, sehr einsam und ja, ja, einsam in erster Linie.

00:17:19: Ich wusste nicht wohin mit mir und habe dann ... um das irgendwie zu kompensieren, habe ich dann angefangen auch, oder was heißt angefangen, ich habe mich ja schon vorher selbst verletzt, aber in der Phase habe ich mich dann auch öfter wieder selbst verletzt und geschnitten.

00:17:34: Hat er das mitbekommen?

00:17:36: Nicht immer.

00:17:38: Es war dann halt irgendwann, es war dann aber auch schon ein paar Monate später, ist ein bisschen eskaliert mit der Selbstverletzung.

00:17:46: Da hat er es dann auch mitbekommen, weil ich es ihm auch gesagt habe.

00:17:50: Wusste er, dass er da der ausschlaggebende Grund für war?

00:17:54: Ich glaube, dass er das nicht bewusst wahrgenommen

00:17:58: hat.

00:17:58: Unter Bewusstheit hat das wahrscheinlich gemerkt.

00:18:01: Aber bewusst in dem Moment nicht.

00:18:05: Nun war es ja so, dass du auch ambulante Therapie hattest, aber dass sich das alles auch zugespitzt hat, sodass du zu einer stationären Therapie gehen musstest.

00:18:15: Magst du uns erklären, was da passiert ist?

00:18:17: Genau, das war die Phase, wovon ich gerade ... so ein bisschen gesprochen hatte.

00:18:21: Ich habe dann irgendwann schon gemerkt, dass es halt alles nicht so in Ordnung ist, was mit Sicherheit auch daran lag, dass ich ja über Monate kaum noch geschlafen habe.

00:18:33: Und ich habe in der Phase dann mich sehr aktiv und sehr akut selbst verletzt und sehr heftig, sodass ich irgendwann auch sowohl körperlich als auch emotional nicht mehr konnte.

00:18:50: Woraufhin ich dann damals zu einer Lehrerin gegangen bin, die mich schon kannte.

00:18:58: Die hat mich dann zum Arzt gefahren und von da aus bin ich in die Psychiatrie gegangen.

00:19:03: Und da ist die Situation dann ein bisschen eskaliert.

00:19:11: Es war da in der Klinik so, dass man als Jugendliche halt kein Handy haben durfte.

00:19:16: Ich hab mein Handy mit reingeschmuggelt und hab Alexander erst mal gesagt, wo ich bin.

00:19:21: und ihn gefragt, ob er mich besuchen kommen würde.

00:19:24: Er hatte dem zugestimmt.

00:19:26: Daraufhin bin ich zu dem Pflegepersonal gegangen und habe nachgefragt.

00:19:30: Wusste aber nicht, dass meine Therapeuten in der Zeit schon mit der Klinik telefoniert hatte und wohl auch mit meiner Mutter.

00:19:42: Da kam halt sehr viel auf einmal, dann ist es super viel, auf einmal plötzlich passiert.

00:19:49: Mir wurde gesagt, ich darf keinen Besuch bekommen.

00:19:51: Und ich darf auch keine Anrufe erhalten außer von meiner Mutter.

00:19:54: Das hatte ich Alexander dann geschrieben.

00:19:56: Und als Antwort hatte er dann geschrieben, ja, es ist auch im Moment besser so.

00:20:03: Was ich halt nicht verstanden habe, ich habe dann nachgehakt, er wollte mit mir nicht darüber reden.

00:20:08: Hat dann aber irgendwann geschrieben, dass ihm der Kontakt zu mir extern verboten worden ist von meiner Therapeuten.

00:20:20: Genau.

00:20:21: Wie hat sie Kontakt zu ihm aufgebaut?

00:20:24: Er hat Kontakt zu ihr aufgenommen, per Mail.

00:20:31: Er hatte mir später gesagt, dass er ... Ich weiß gar nicht genau, warum, ehrlich gesagt.

00:20:38: Ich glaub, er wollte wissen, wie er damit umgehen soll, dass das Mail wieder so schlecht geht.

00:20:43: Und ich auch suizidal war in dem Moment.

00:20:49: Irgendwas muss da gewesen sein.

00:20:51: dass meine Therapeutin dann gemerkt hat, dass der Kontakt zwischen uns sehr ungesund ist, weshalb sie dann interveniert hat und sie hatte dann auch mit meiner Mutter gesprochen, nur mit mir halt keiner geredet.

00:21:09: Weißt du jetzt im Nachhinein, was deine Therapeutin ungefähr gesagt hat?

00:21:13: Ja, im Nachhinein weiß ich, dass sie festgestellt oder dass sie halt gemerkt hat, dass ich in eine emotionale Abhängigkeit gerutscht bin.

00:21:22: und Alexander in eine Co-Abhängigkeit entsprechend.

00:21:25: Und ich glaube, das kann ich aber nicht sicher sagen, dass auch dann in der Phase rausgekommen ist, über welche Themen wir geschrieben haben vielmehr, weil das dann später in meiner Therapie noch mal ein bisschen thematisiert worden ist.

00:21:44: Ich will gar nicht springen, aber mich würde interessieren, als du erfahren hast, dass jetzt jemand anderes eine dritte Person weiß über was für intime Dinge ihr gesprochen habt.

00:21:57: Was hast du dabei gefühlt?

00:21:59: Kann ich so nicht beantworten?

00:22:02: Weil da ist es natürlich jetzt sehr vorgegriffen, weil es da direkt darum ging, dass es um eine Missbrauchssituation gegangen ist.

00:22:11: Okay,

00:22:11: verstehe.

00:22:12: Als jeder Kontakt zu Alexander verboten wurde.

00:22:16: Wie hast du dich gefühlt?

00:22:17: Ich hab's nicht verstanden und... Für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen und ich habe dann halt versucht auch herauszufinden, was sei überhaupt gewesen ist, weil mir keiner gesagt hat, warum das jetzt auf einmal so passiert ist.

00:22:32: Meine Mutter hatte noch angerufen und ich habe sie auch gefragt, warum ich jetzt den Kontakt nicht mehr haben darf.

00:22:39: Sie hat gesagt, sie will es mir nicht erzählen.

00:22:43: Ich habe mir dann natürlich die wildesten Sachen ausgemalt, was passiert sein könnte.

00:22:47: Ja, und am Ende, weil halt keiner mit mir sprechen wollte, war ich einfach völlig allein.

00:22:55: Und hab dann mich nach wenigen Tagen selbst wieder entlassen.

00:22:59: Weil Alexander gesagt hat, sobald ich aus der Klinik raus bin, würde er mir halt erzählen, was los ist.

00:23:05: Warum konntest du dich selbst entlassen?

00:23:06: Du warst doch minderjährig.

00:23:08: Weil ich den vorgespielt hab, dass alles in Ordnung ist, dass es mir gut geht und dass ich wieder stabil genug bin.

00:23:14: Ach, krass.

00:23:14: Ja, und dann hab ich gesagt, ich bin wieder stabil genug für zu Hause und dann durfte ich gehen.

00:23:18: Wie hat denn deine Mutter darauf reagiert?

00:23:20: Begeistert war sie nicht.

00:23:23: Aber sie hat's halt akzeptiert.

00:23:24: Und da hat der Kontakt wieder angefangen zwischen euch beiden?

00:23:28: Ja, in dir.

00:23:28: Also, nee, nicht direkt.

00:23:30: Nein, hat er nicht.

00:23:32: Ich hab dann ihm geschrieben, dass ich wieder zu Hause bin und dass ich anrufen würde, damit er mir halt erklärt, was los ist.

00:23:41: Da gab's dann halt dieses Telefonat, wo er mir dann gesagt hat, dass es halt diese Abhängigkeit gibt und mir auch erst mal erklärt hat, was eine emotionale Abhängigkeit überhaupt ist, weil ich das nicht kannte.

00:23:54: Und dann hatte ich ein paar Tage später ein Termin bei meiner Therapeuten, die ursprünglich den kompletten Kontakt zwischen uns verbieten wollte.

00:24:09: Ich habe mich geweigert, das sozusagen zitieren und wir haben dann ungefähr eine Stunde lang diskutiert.

00:24:16: bis sie eingewilligt hat, dass es erst mal nur eine Kontaktpause gibt für drei Wochen.

00:24:24: Und wir danach uns zu dritt bei der Therapeuten treffen, um zu besprechen, wie man da weitergeht.

00:24:32: Genau.

00:24:32: Und dann gab es halt drei Wochen Pause.

00:24:35: Was hast du dabei gefühlt, wenn du wusstest, jetzt sollst du drei Wochen lang keinen Kontakt zu ihm halten?

00:24:43: Am Anfang war das ... wirklich schwer für mich.

00:24:48: Ich wusste auch ehrlich gesagt nicht, wie ich das überstehen soll, weil ich das Gefühl hatte, dass ich ohne ihn überhaupt nicht leben oder überleben kann.

00:24:58: Ich muss aber auch sagen, so nach zwei Wochen oder so hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich irgendwie aufatmen kann, weil ich nicht mehr pünktlich um sieben zu Hause sein musste zum Chatten.

00:25:10: Ich konnte mich wieder auf andere Sachen konzentrieren.

00:25:16: Ich bin zum ersten Mal wieder mit dem Hund so eine richtig lange Runde rausgegangen.

00:25:20: Da ging es mir dann schon besser.

00:25:24: Allerdings natürlich auch im Hinblick darauf, dass ich wusste, dass ich ihn ja wieder sehe.

00:25:29: Hast du auch gemerkt, dass es dir da besser ging in dem Moment?

00:25:32: Ja, absolut.

00:25:33: Das war so, wirklich ich erinnere mich sehr genau an diesen Moment, weil ich halt einfach, wie gesagt, das erste Mal mit dem Hund draußen war, wieder seit Wochen oder Monaten.

00:25:42: Das waren so die ersten Sonnenstrahlen von einem Jahr und das war so dieser Moment, wo ich dachte, boah ja, ich kann es endlich wieder so ein bisschen mehr wahrnehmen.

00:25:51: Hat es dir gleichzeitig auch Angst gemacht zu wissen, wenn du Kontakt wieder zu ihm haben wirst?

00:25:59: Dann könnte ja diese Freiheit, die du die Idee gerade hart erkämpft, das wieder wechseln.

00:26:03: Nee, das habe ich gar nicht gesehen.

00:26:06: Ich habe auch nicht zu dem Zeitpunkt begriffen, dass eine emotionale Abhängigkeit so schlimm ist, weil bis dahin kam ich ja noch zu Recht mit allem.

00:26:18: War dir bewusst, welche Rolle er in deinem Leben eingenommen

00:26:21: hat?

00:26:21: Ein bisschen zu dem Zeitpunkt dann, weil es ja dann offen war, quasi mit der Abhängigkeit.

00:26:27: Und dann habe ich während dieser drei Wochen natürlich auch angefangen, das so ein bisschen zu hinterfragen.

00:26:33: Aber ich glaube so richtig verstanden habe ich das erst später.

00:26:39: Als diese drei Wochen vorbei waren, wie ist der Kontakt wieder zwischen euch aufgeblüht?

00:26:44: Wir haben uns dann bei meiner Therapeutin gesehen und ich wusste ja gar nicht.

00:26:49: Er kam, also ich war schon da, ich war ein bisschen vor ihm da und er kam dann rein und hatte sich hingesetzt und meine Therapeuten, also nach diesem üblichen Hallo und so, hatte meine Therapeuten ihn gebeten, mir zu sagen, wieso das alles soweit gekommen ist zwischen uns.

00:27:13: Und er hat dann geantwortet, dass er in seiner Jugend sehr unbeliebt war, insbesondere bei gleichaltrigen Frauen und ... Er wohl gedacht hat, er hätte das ganz gut aufgearbeitet, diese ganze Zurückweisung, die er wohl erlebt haben muss, bis ich kam.

00:27:34: Und deswegen ist er quasi in so einer Schiene gerutscht, wo er Sachen aus seiner Vergangenheit mit mir aufgearbeitet hat.

00:27:45: Und er hat dann mit dem Satz abgeschlossen, dass er mich nur genutzt hat in der ganzen Zeit.

00:27:50: Was ist da emotional in dir vorgegangen?

00:27:52: Ich habe es gar nicht verstanden am Anfang.

00:27:55: Ich wollte es auch nicht wahrhaben.

00:27:57: Also für mich ist da einfach mein alles, woran ich ... Ja, es klingt jetzt so dramatisch, aber für mich war es dramatisch.

00:28:05: Alles, woran ich geglaubt habe, ist in dem Moment weg gewesen.

00:28:08: Die ganze Phase und alles, was mich in den Moment noch ausgemacht hat, war alles zerstört.

00:28:18: Und für mich war in dem Moment auch klar, okay, er hat mich benutzt, er hat's begriffen und er will dann auch keinen Kontakt mehr.

00:28:25: Er hat aber im nächsten Satz direkt gesagt, dass er mich als Mensch trotzdem mögen würde und dass er den Kontakt zu mir gerne aufrechterhalten würde.

00:28:33: Dann war ich maximal verwirrt und habe dann aber gesagt, dass ich auch Kontakt haben wollen würde, weil das für mich auch im Hinblick oder auch mit dem Wissen, dass er mich nur benutzt hat, war das für mich besser, als keinen Kontakt zu haben.

00:28:55: Hast du ihn geliebt?

00:28:58: Ich habe es als Liebe empfunden.

00:29:02: Du weißt mittlerweile, dass das keine Liebe war, sondern halt wirklich eine Abhängigkeit, also eine Krankheit.

00:29:07: Wie hat deine Therapeutin darauf reagiert, da diese Konversation zwischen euch auch so wahrzunehmen?

00:29:13: Völlig entspannt.

00:29:14: Ich glaube, die wusste das.

00:29:15: Also, sie war überhaupt nicht überrascht oder sonst irgendwas.

00:29:19: Sie hatte nur da gesessen, das Gespräch so ein bisschen begleitet.

00:29:24: Das war es.

00:29:25: Also sehr abwesend.

00:29:27: Das heißt, das

00:29:28: war

00:29:29: für Sie auch okay, dass ihr beide beschlossen habt, dass der Kontakt weitergeht?

00:29:32: Ja, mehr oder weniger.

00:29:33: Sie hatte dann gesagt, dass es natürlich so, wie es gewesen ist, nicht mehr sein kann.

00:29:39: Wir haben dann da zu dritt Regeln beschlossen.

00:29:42: Das war halt, dass wir einmal in der Woche für zwei Stunden über oberflächliche Themen schreiben dürfen, chatten dürfen.

00:29:49: Das war, glaub ich, immer Donnerstags von achtzehn bis zwanzig Uhr.

00:29:54: Und wenn wir uns ... treffen möchten dann nur noch unter Aufsicht quasi bei ihr.

00:30:01: Genau und so sind wir dann auch verblieben.

00:30:05: Ich hatte dann noch die Hoffnung, dass er mich nach Hause fahren würde oder zumindest bis zum Bahnhof.

00:30:10: Woraufhin er gesagt hat, dass er das nicht möchte.

00:30:13: Und genau so hatten wir uns dann, er hat mich dann nur noch bis zur Bushaltestelle gebracht und da durfte ich ihn nicht mehr umarmen und dann bin ich in den Bus eingestiegen.

00:30:24: und habe den ganzen Rückweg.

00:30:25: zwei Stunden damals, habe ich geweint.

00:30:29: Warum hast du geweint?

00:30:31: Es war alles einfach zu viel.

00:30:34: Also erstmal diese Erkenntnis, weil ich ehrlich gesagt auch gedacht habe, dass von seiner Seite aus irgendwie mehr ist, dass er sich vielleicht nämlich verliebt hat oder dass er mich wenigstens mag.

00:30:45: Das war ja weg.

00:30:47: Dann diese neue Regelung mit einmal in der Woche für zwei Stunden schreiben.

00:30:52: war für mich viel zu wenig.

00:30:55: Und zum Schluss war halt noch dieses, dass ich ihn gar nicht umarmen durfte, dass er mit mir nicht alleine sein wollte.

00:31:00: Das habe ich nicht kompensiert bekommen.

00:31:02: Also das habe ich nicht verstanden.

00:31:04: in dem Moment, weil wir waren dann so nah und auf einmal war, wollte er gar nichts mehr.

00:31:10: Damit kam ich nicht zurecht.

00:31:12: Als ihr dann angefangen habt, diese Regeln durchzusetzen, wie hat das geklappt?

00:31:19: Am Anfang ging es noch.

00:31:21: Also ich hab auch versucht mich halt dran zu halten und damit zurechtzukommen.

00:31:25: Ich hab aber auch schnell gemerkt, dass es für mich überhaupt nicht reicht.

00:31:31: Ich hab dann zunehmend auch angefangen, in diesen Chatgesprächen ihn anzubetteln, dass wir doch länger schreiben, dass wir wieder intimere Sachen besprechen und er hat das alles abgeblockt immer wieder.

00:31:48: Und jedes Mal ... Nach diesen Chatgesprächen bin ich irgendwie nervlich so ein bisschen zusammengebrochen.

00:31:56: Ich hab mich auch jedes Mal danach selbst verletzt, weil ich das ... Ich wusste nicht, ich kam nicht gleich, ich kam überhaupt nicht damit zurecht, wie das alles gelaufen ist.

00:32:07: Und dieses Batteln während dieser Chatgespräche hat irgendwann im Prinzip den ganzen Chat ausgemacht.

00:32:14: Kannst du genau beschreiben, wo ein Nachducke battelt hast?

00:32:18: Dass er halt ... wieder mit mir erstmal mehr wieder schreibt, dass wir uns nicht an diese Regelungen halten, dass wir wieder über diese intimen Themen sprechen, das zum einen und zum anderen habe ich ihn auch irgendwann gefragt, weil ich halt das Gefühl hatte, dass ich ihn liebe, ob er mich nicht auch liebt.

00:32:40: und dann ging es halt auch sehr in diese Richtung und ich wollte halt mehr von ihm, ich wollte eine Beziehung.

00:32:48: zu ihm und er wollte das nicht.

00:32:52: Ja, und dann haben sich die Gespräche, es waren eigentlich nur noch Streitereien zum Schluss oder in der Phase und es hat sich alles sehr im Kreis gedreht, immer wieder.

00:33:01: Es war eigentlich immer nur noch das.

00:33:04: Wie alt warst du zu dem Zeitpunkt?

00:33:06: Sechzehn.

00:33:07: Wie lange hast du ihn zu dem Zeitpunkt gekannt?

00:33:13: Ungefähr ein Jahr.

00:33:15: Du hast jetzt davon gesprochen, dass du dich mit Selbstverletzung reguliert hast.

00:33:20: Aber im Vorgespräch hast du gesagt, dass es auch noch ganz andere Sachen gab, die du getan hast.

00:33:25: Magst du davon sprechen?

00:33:27: Genau, ich habe parallel dazu, also zu dieser Phase, wo alles so schlimm war, habe ich angefangen, zu rauchen, Drogen zu nehmen, Alkohol zu trinken, aber auch Kontakt zu Männern zu suchen, mit Männern zu schlafen, um ... erstmal um mich selber zu betäuben, aber auch um ihm davon zu erzählen hinterher und um für mich selber das Gefühl zu haben, irgendwas wert zu sein, weil wir halt oder weil ich durch diese Zeit, wo wir über diese sexuellen Themen gesprochen hatten, Alexander und ich, habe ich unbewusst gelernt, dass ich eigentlich nur dann was wert bin, wenn man mich so als sexuellen Menschen wahrnimmt.

00:34:19: Weil das waren ja auch die Phasen, wo er den Kontakt zu mir gesucht hat.

00:34:23: Und das habe ich mir dann, weil er mir das nicht mehr gegeben hat, habe ich mir das dann woanders gesucht.

00:34:28: Hat dein Umfeld das mitbekommen, dass du dich da verändert hast an deinem

00:34:31: Wesen?

00:34:32: Ja, absolut.

00:34:34: Also das haben alle mitbekommen.

00:34:35: Es war einfach, ich war bis dahin schon ein bisschen auffällig und ich sag mal komisch.

00:34:41: Aber dann war ich halt wirklich rebellisch.

00:34:45: Ich habe in der Schule Klausuren leer abgegeben.

00:34:52: Ich habe, wie gesagt, getrunken, gefeiert und ich war patsig gegenüber Erwachsenen.

00:35:00: Man hat es mir sehr angemerkt schon.

00:35:02: Wussten deine Eltern, dass du sehr viele unterschiedliche sexuelle Kontakte hattest?

00:35:06: Ja, das wussten die.

00:35:08: Wie sind die damit umgegangen?

00:35:10: Auch da begeistert waren sie nicht.

00:35:13: Meine Mutter hatte mich irgendwann gebeten, dass ich die Namen und Adressen der Menschen auf ein Zettel schreibe.

00:35:20: mit farblich markiert und den Zettel in den Briefumschlag-Tour und auf dem Briefumschlag immer die Farbe male, wo ich gerade bin.

00:35:27: Damit, falls ich nicht zurück komme, sie wenigstens weiß, wo ich als Letztes gewesen bin.

00:35:32: Ich habe das auch gemacht und ich finde auch rückblickend, dass das eine gute Lösung war, weil sie, ich hätte sie wie gesagt auch nicht an mich rangelassen und so hatte sie ein bisschen Sicherheit wenigstens.

00:35:46: Sie hat in ihrem Rahmen auf mich aufgepasst.

00:35:49: Nachdem du jedes mal Sex mit diesen Personen hattest, was hast du danach gefühlt?

00:35:57: Ich habe mich geäkelt vor mir, vor den Menschen und alles in allem war ich aber einfach nur leer.

00:36:07: Ja, also ich habe auch zu der Zeit tatsächlich eine längere Beziehung gehabt, in der ich nicht treu war, aber auch diesen Menschen habe ich nicht geliebt.

00:36:20: akzeptiert maximal.

00:36:22: Aber zwar halt, damit ich nicht alleine bin.

00:36:25: Wann war die erste Pause, in der du gar keinen Kontakt mit Alexander hattest?

00:36:31: Wie alt warst du da?

00:36:32: Ich glaube, dass das relativ schnell kam sogar.

00:36:38: Und es waren fast zwei Monate.

00:36:42: Es ging von mir aus auch, weil ich versuchen wollte, irgendwie ohne ihn klarzukommen, weil ich es selber gemerkt habe, dass es überhaupt nicht funktioniert.

00:36:54: Aber es hat halt nicht geklappt.

00:36:57: Also ich kam nicht gut zurecht und mir ging es sehr schlecht in der Zeit und ich habe eigentlich jeden Tag nur darauf gewartet, dass wir wieder Kontakt haben können.

00:37:06: Gab es bis dahin immer noch dieses Zeitfenster von Donnerstag, achtzehn bis zwanzig Uhr?

00:37:11: Ja.

00:37:12: Und das habt ihr immer strikt eingehalten?

00:37:13: Ja.

00:37:14: Ach krass.

00:37:15: Ja.

00:37:16: Also ab und zu haben wir dann ein bisschen überzogen, weil wir uns halt gestritten haben, aber sonst war das das Zeitfenster.

00:37:22: Okay, und deine Therapeutin hatte ich auch begleitet in dieser ganzen Zeit?

00:37:26: Überhaupt

00:37:26: nicht.

00:37:26: Ich durfte darüber nicht sprechen.

00:37:28: Wer hat das gesagt?

00:37:29: Sie.

00:37:30: Also, sie hat... Ich hab versucht mit ihr darüber zu reden, weil ich halt schon jemanden gebraucht hätte, der das mit mir auffängt.

00:37:42: Und sie hat gesagt, es wäre wichtiger, mich auf andere Themen zu fokussieren in der Therapie oder auch in meinem Leben.

00:37:48: Deswegen durfte ich das Thema Alexander gar nicht mehr entsprechen dort.

00:37:53: Und als ich ihr dann mal gesagt habe, dass ich vermute, dass ich zu viel trinke, hat sie mir auch gesagt, dass ich darüber nicht mit ihr sprechen kann.

00:38:04: Ja, die war nicht so gut.

00:38:06: Also sie hat halt gesagt, dass Sie nicht dabei zuguckt, wie ich in der Alkoholabhängigkeit rutsche.

00:38:15: Und entweder würde ich halt aufhören zu trinken oder sie würde die Therapie abbrechen.

00:38:21: Und dann habe ich heimlich getrunken.

00:38:24: Woraufhin das Trinken natürlich schlimmer geworden ist.

00:38:26: Ich stelle mir auch gerade die Frage, das ist doch keine Lösung zu sagen.

00:38:30: Du kommst in eine Abhängigkeit, dann entweder du hörst jetzt auf oder wir beenden hier die Therapie, das ist ja ...

00:38:35: Ja, es war nicht gut.

00:38:36: Es war absolut unprofessionell.

00:38:39: Die ganze Therapie ist irgendwann aber auch unprofessionell geworden.

00:38:43: Ich habe jetzt rückblickend das Gefühl, dass sie mich eher irgendwann als Tochter fast schon gesehen hat anstatt als Patientin.

00:38:51: So war dann auch der Kontakt.

00:38:52: Wir haben uns auch immer öfter gestritten.

00:38:55: Das Vertrauensverhältnis war spätestens dann weg, als ich mit ihr nicht über die Themen sprechen konnte, die mich beschäftigten.

00:39:01: Nach diesen zwei Monaten, wie hat sich der Kontakt zwischen euch wieder intensiviert?

00:39:05: Es war halt so, dass damals war es dann noch nicht so, dass es wieder wirklich intensiver geworden ist.

00:39:13: Es war halt wieder dieses normale Schreiben einmal in der Woche, zwei Stunden, wobei wir irgendwann angefangen haben, uns auch wieder nur zu zweit zu treffen, in einem öffentlichen Rahmen besprochen mit meiner Therapeuten.

00:39:29: Was für mich halt auch wirklich schwierig war, weil ... Ich die nach wie vor nicht umarmen durfte und ... Ich weiß nicht, also an die Zeit an sich hab ich auch relativ wenige Erinnerungen.

00:39:45: Das ist alles super verschwommen.

00:39:46: Ich weiß nur, dass ich halt viele Zusammenbrüche hatte und viel getrunken hab.

00:39:51: Wie hat sich der Kontakt verändert zwischen dir und Alexander, als du volljährig geworden bist?

00:39:56: Ähm, genau.

00:39:57: Ich bin dann irgendwann achtzehn geworden.

00:40:01: Und ... war dann auch in meiner ersten Entgiftung.

00:40:06: Und habe ... in dieser Entgiftung beschlossen, dass sich den Kontakt vollständig abbreche.

00:40:13: Also da war dann nicht mehr die Rede von der Pause, sondern wirklich von dem Kontaktabbruch.

00:40:17: Wir hatten uns dann nochmal getroffen und uns verabschiedet und ich bin daraufhin sehr tief gefallen.

00:40:26: Also ich bin sehr, habe sehr viel, noch mehr getrunken und noch mehr, habe noch mehr gekifft als vor der Entgiftung.

00:40:36: Ich hatte zu dem Zeitpunkt aber auch einen Menschen kennengelernt, in den ich mich verliebt habe, für den ich auch diesen Kontakt abgebrochen habe.

00:40:46: Und das hat so ein bisschen geholfen, dass es auch wirklich funktioniert hat für eine Zeit lang.

00:40:53: Und dann habe ich herausgefunden, dass ich schwanger bin von meinem damaligen Freund, was ich Alexander auch mitgeteilt habe.

00:41:03: Wobei ich auch dazu sagen muss, dass ich in dem Moment, wo ich diesen Schwangerschaftstest in der Hand gehalten habe, hatte ich wirklich das Gefühl, okay, Abhängigkeit ist vorbei.

00:41:11: Ich fühle mich safe, ich fühle mich gut in der Beziehung, weil der Mati auch jemand war, wo ich gesagt habe, okay, ich habe wirklich das Gefühl, ich habe mich verliebt.

00:41:23: Und für mich war dann in dem Moment klar, ich baue jetzt eine Familie mit ihm auf.

00:41:30: Und krieg mein Leben mit ihm zusammen in den Griff.

00:41:33: Ich hab auch von jetzt auf gleich aufgehört, Drogen zu nehmen, Alkohol zu trinken, Medikamente, Rauchen, alles weg.

00:41:39: Nur seine Eltern hatten ein bisschen was gegen unsere Zukunftspläne.

00:41:43: Er war zu dem Zeit, ich war achtzehn, Mathe war fünfzehn.

00:41:47: Und ja, seine Eltern haben ihn dann in eine Wohngruppe geschickt, vierhundert Kilometer weit weg.

00:41:58: Und wir durften keinen Kontakt mehr haben.

00:42:00: Und ich habe dann ihn noch begleitet, also ich durfte noch mitfahren, ihn quasi wegbringen.

00:42:08: Zu dem Zeitpunkt war ich schon, ich glaube, im fünften Monat oder so.

00:42:11: Ich habe ihn mit in dieses Heim gebracht, wurde dann nach Hause gefahren und habe mich da dann ins Bett gelegt.

00:42:21: Und dann bin ich drei Wochen nur noch aufgestanden, um auf Toilette zu gehen, weil ich komplett in meine Depression zurückgerutscht bin.

00:42:30: Für mich war meine ganze Zukunftsplanung weg.

00:42:32: Ich hatte gar nichts mehr, woran ich mich halten konnte, konnte mich aber gleichzeitig auch nicht mehr auf meine ganzen Strategien, also die destruktiven Strategien berufen, weil ich war ja schwanger, ich konnte nicht trinken, ich konnte nicht rauchen, ich konnte mich nicht selbst verletzen.

00:42:48: Das einzige, was mir dann geblieben ist, ist, dass ich Alexander wieder kontaktiert habe, was rückblickend betrachteten Fehler war.

00:42:56: Wie hat er darauf reagiert, als du den Kontakt wieder gesucht hast?

00:43:00: voll offen.

00:43:01: Also wirklich, er war komplett ausgetauscht und ich habe ihn dann, also er wusste ja wie gesagt, dass ich schwanger bin in der Beziehung.

00:43:09: Ich hatte ihm auch geschrieben, dass Mathe halt in eine Wohnruppe kommt und ich habe ihn dann irgendwann angeschrieben und habe gesagt, dass ich als Geschenk quasi für meinen Freund so ein paar Fotos machen möchte.

00:43:24: Alexander war ja auch Fotograf und ich habe ihn gebeten diese Fotos zu machen.

00:43:28: Er hatte mich erst mal gefragt, warum er.

00:43:30: Und dieses Gespräch im Chat endete halt damit, dass wir wirklich die ganze Nacht geschrieben hatten.

00:43:37: Und es wirklich alles genau wie früher war, als ich fünfzehn war.

00:43:40: Es waren dieselben Gespräche und er hatte dann am Ende dieser Nacht quasi zugestimmt, dass wir uns treffen könnten bei ihm zu Hause.

00:43:50: Was hast du dabei gefühlt, als du das gelesen hast?

00:43:53: Ich war glücklich.

00:43:57: Todmühle, aber glücklich.

00:43:59: Und das war auch der erste Tag, wo ich wieder duschen war.

00:44:04: Und Zähne putzen und alles.

00:44:06: Also das erste Mal, wo ich auch wieder aufgestanden bin aus dem Bett.

00:44:10: Nach den drei Wochen.

00:44:13: Die ging es deutlich besser dann.

00:44:16: Wann habt ihr euch dann getroffen?

00:44:18: Das war schnell danach, also ein paar Tage später.

00:44:21: Ich bin halt zu ihnen gefahren und... Wir hatten das alles so ein bisschen besprochen, was ich halt anziehen würde und weil es ging ja ursprünglich nur um diese Fotos und waren dann noch vorher kurz eine Kleinigkeit essen und dann sind wir zu ihm.

00:44:37: Ja, dann hat es angefangen mit den Fotos.

00:44:39: Das waren dann halt auch Aktfotos, was halt alles besprochen war.

00:44:44: Und dann zum Schluss hatte er quasi an der Wand gelähnt gesessen.

00:44:49: Ich hatte meinen Kopf auf seinem Schoß und er hatte erst aus dieser Perspektive Fotos gemacht.

00:44:55: Ja, und hatte dann halt irgendwann die Kamera weggelegt.

00:44:58: Und da kam es halt zu dem ersten Intim-Kontakt zwischen uns.

00:45:03: Was hast du dabei gefühlt?

00:45:06: Es war also gerade so der erste Kurs, den wir dann hatten.

00:45:11: Es war so, es wird irgendwie was in meinem Kopf explodieren.

00:45:16: Also positiv, ne?

00:45:17: Weil es war ja so, ich hab gefühlt drei Jahre auf diesem Moment gewartet, dass das passiert.

00:45:23: Und es war so ... Es würden so alle Nervenenden quasi parallel aufleuchten, keine Ahnung.

00:45:32: Es war sehr intensiv.

00:45:34: Hast du in dieser Zeit auch an dein Baby gedacht oder an dein Freund?

00:45:40: Nein, habe ich nicht.

00:45:44: Später dann, als ich nach Hause gefahren bin, schon, da habe ich auch an meinen Freund gedacht, der ein paar Tage später nicht mehr mein Freund war.

00:45:51: Wir haben uns sehr schnell danach getrennt.

00:45:54: Ich habe ihm das gesagt, was passiert ist.

00:45:56: Er hatte damit gerechnet, irgendwie, wahrscheinlich.

00:45:59: Er kannte ja die Geschichte von uns ein bisschen und ironischerweise wusste er sogar, dass ich dahin fahre.

00:46:06: Und wir haben uns dann relativ schnell getrennt.

00:46:09: Wie oft habt ihr euch dann getroffen und wart intim miteinander?

00:46:14: Relativ unregelmäßig, aber so im Schnitt schon alle zwei bis drei Wochen.

00:46:20: Am Anfang hatten wir gesagt, dass es nur so eine ... Freundschaft plus ist und auch nur bis mein Baby da ist.

00:46:28: Und ich habe aber relativ schnell auch für mich gemerkt, dass mir das Druck macht, wenn wir sagen, okay, wir machen das jetzt nur bis zur Entbindung, weil ich dann auch angefangen habe, mir zu wünschen, dass ich quasi für immer schwanger bin.

00:46:43: Und es fing auch sehr schnell an, dass er zwar während unserer Treffen sehr liebevoll war und sehr auf mich geachtet hat, aber alles darüber hinaus, also Chatkontakt oder so, sehr schnell wieder unterbunden hat.

00:47:03: Und er fing dann auch an, damit mir irgendwelche Regeln zu geben.

00:47:10: Also so, wenn du dich, weiß ich nicht, im Laufe der nächsten drei, vier Tage meldest, beende ich die Affäre oder Wenn du mir sagst, was du für mich empfinde, das beende ich, die Affäre.

00:47:21: Also er hat mich sehr unter Druck gesetzt, was halt wirklich das Ganze nicht gerade einfach gemacht hat für mich.

00:47:28: War er zu dem Zeitpunkt noch verheiratet?

00:47:30: Ja.

00:47:31: Hast du jemals sowas wie Wut der Ehefrau gegenüber empfunden?

00:47:37: Leider ja, einfach weil sie existiert.

00:47:40: Aber sie kann ja, also sie ist ja am Ende, ist sie diejenige, die am wenigsten für alles kann.

00:47:47: Du hast denn ja auch dein Kind bekommen.

00:47:49: Wie ging es dir dann?

00:47:51: Es war schwierig.

00:47:52: Ich bin mit meinem Sohn in Mutter Kindhaus gezogen direkt, weil ich halt schon wusste, dass ich es alleine nicht schaffen würde, als alleinerziehende Mutter mit psychischen Vorerkrankungen.

00:48:02: Aber ich war von Tag eins an wirklich überfordert.

00:48:06: Ich hab kaum noch geschlafen, weil mein Sohn ein Schreikind war auch.

00:48:11: Und ich hab in dem Mutter Kindheim natürlich Hilfe bekommen.

00:48:16: Aber nicht so wie ich sie gebraucht hätte.

00:48:21: Es war mir zu wenig.

00:48:22: Ich wusste nicht, wie das alles funktioniert als Mutter.

00:48:25: Ich hatte auch keine Instinkte.

00:48:28: Und parallel dazu hatte ich natürlich auch weiterhin Kontakt zu Alexander.

00:48:36: Und nach sechs Wochen, also sechs Wochen nach der Geburt, habe ich gemerkt, dass ich mit meinem Sohn überhaupt nicht zurechtkomme.

00:48:49: Also, dass ich so überfordert bin, dass ich Angst hatte, dass er irgendwie einen Schaden davon trägt, wenn er weiter bei mir ist.

00:49:00: Weshalb ich ihn ursprünglich in eine Babyklappe geben wollte.

00:49:05: Ich hab das dann meiner Mutter erzählt, hinterher, als ich wieder zu Hause war mit meinem Sohn.

00:49:12: Und sie hat dann gesagt, dass sie ihn nehmen würde.

00:49:16: Und ... Ich bin noch am selben Tag mit meinem Sohn zusammen zu meinen Eltern wieder gefahren.

00:49:22: Und da wieder eingezogen mit meinem Sohn.

00:49:27: Wie war das Gefühl, als deine Mama gesagt hat, dass sie deinen Sohn nehmen würde?

00:49:31: Ich war erleichtert.

00:49:32: Also wirklich sehr erleichtert, weil ... Ich war zwar massiv überfordert, aber ich hab ihn ja trotzdem geliebt.

00:49:39: Und ich wollte auch, dass er bei mir ist.

00:49:43: Oder halt zumindest so, dass ich ... den Kontakt zu ihm haben kann.

00:49:47: Ich war aber auch wirklich froh, dass ich dann die Verantwortung abgeben konnte, weil auch von Anfang an klar war, dass mein Sohn jetzt Fliegekind quasi ist.

00:49:58: Auf der anderen Seite bin ich aber mit meiner Entscheidung, mein Sohn abzugeben, gar nicht klargekommen und habe sehr schnell wieder angefangen zu trinken, zu rauchen, Drogen zu nehmen, Party zu machen und war.

00:50:14: Von dem Moment an, wo wir wieder bei meinen Eltern eingezogen sind, war ich keine Mutter mehr, sondern wieder Teenager.

00:50:20: Welche Rolle hat Alexander in dem Zeitpunkt eingenommen, als du dann wieder Teenager warst?

00:50:28: Er war irgendwie immer da.

00:50:32: Wir hatten so eine On-off-Affäre in dem Zeitraum.

00:50:35: Wir haben uns schon noch privat getroffen, waren aber auch eine Zeit lang getrennt, hatten aber weiterhin Kontakt.

00:50:45: Und ich weiß nicht, er war quasi immer wie so ein Schatten über meinem Leben, über meiner Welt.

00:50:52: Und egal, was in meinem Leben passiert ist, egal in welcher Phase, er war immer irgendwie da.

00:50:59: Also mal mehr präsent, mal weniger.

00:51:02: Aber immer, immer bei mir irgendwie.

00:51:06: Wenn der Kontakt aufgebaut wurde, kam das immer von dir oder auch von ihm?

00:51:10: Ich glaube ... Doch der erste Schritt ging eigentlich immer von mir oder der ging immer von mir aus.

00:51:17: Aber er ist immer sehr schnell darauf eingegangen.

00:51:21: Also es gab in der Zeit auch Versuche von mir den Kontakt zu pausieren, zu beenden, was auch immer.

00:51:29: Er hat es immer so akzeptiert und aber jedes mal wenn ich zu ihm zurückgekommen bin quasi hat er auch wieder den Kontakt sofort mit mir aufgebaut.

00:51:39: Wir waren auch zweimal im Urlaub zusammen in der Zeit.

00:51:43: Ja, ich glaube schon, dass das so ein wechselseitiges Ding war.

00:51:47: Wenn du sagst, dass ihr auch zusammen im Urlaub wart, was hast du dabei oder wie hast du dich dabei gefühlt, wenn du darüber nachgedacht hast, was mit der Ehefrau ist?

00:51:58: Ich habe versucht es zu verdrängen, habe auch für mich selber so getan, als würde sie nicht existieren.

00:52:08: Auf der einen Seite natürlich, weil ich toteifersüchtig war, auf der anderen Seite, weil ... Ich ... weil mir natürlich bewusst war, was ich da mache und was ich einer anderen Frau antur.

00:52:19: Allerdings hatte sie auch einmal, als wir dann zusammen weg waren, hat sie auch angerufen.

00:52:23: Da konnte ich es dann nicht mehr so verdrängen.

00:52:25: Ja.

00:52:27: Hast du auch mal über seinen Fehlverhalten nachgedacht, darüber, dass er ja der Betrüger ist und dass er ja eine moralische Grenze, eine ganz klare, da überschritten hat?

00:52:39: Schon.

00:52:40: Ich hab ihm ... Das aber auch immer zum Vorwurf gemacht, als er das als sein Argument angebracht hat.

00:52:45: Also, als er dann sagte, er möchte das beenden, weil er verheiratet ist, habe ich gesagt, dass ihm das ja auch früher hätte einfallen können.

00:52:52: Also, ich habe ihm dieses Argument quasi immer vorgeworfen.

00:52:56: Wann wurde der Begriff Missbrauch in den Raum geworfen?

00:53:02: Das erste Mal tatsächlich von meiner damaligen Therapeute noch in einem Gespräch, wo ich sie gefragt habe, warum ... wir nicht, warum wir nicht über ihn sprechen.

00:53:17: Und dann erst wieder nach einem Suizidversuch von mir.

00:53:24: Das heißt, du hattest noch mal versucht, dir das Leben zu nehmen?

00:53:28: Ja, da, es war quasi der erste schlimme Versuch.

00:53:33: Da war es halt so, dass ich auch wieder sehr an meiner Grenze war emotional und versucht habe, Oder ich habe gesagt, ich möchte eine Kontaktpause.

00:53:47: Er hatte das akzeptiert und ich habe ihm dann noch gefragt, Patchett, ob wir uns denn vorher noch mal sehen könnten.

00:53:55: Er hatte irgendwann nachts erst geantwortet und hat geschrieben, dass er mich vor dem Kontaktabbruch nicht mehr sehen möchte und will das auch einfach so jetzt beenden könnten.

00:54:06: Und ich habe dann geantwortet, dass ich ja nie einen Abbruch wollte, sondern eine Pause.

00:54:11: Er hat geschrieben, Nähabbruch ist Schluss und hat dann auch nicht mehr reagiert.

00:54:17: Ich habe dann im Effekt versucht, mir das Leben zu nehmen und bin ein oder zwei Tage später auf der Intensivstation wieder wach geworden.

00:54:26: Mit einer Nachricht von ihm auf dem Handy, dass es ihm leid tut, dass er betrunken war und das natürlich nicht so gemeint hat.

00:54:32: Ja.

00:54:33: Wie hast du dich gefühlt, als du da aufgewacht bist auf der Intensivstation?

00:54:37: Beschissen darf ich das so sagen.

00:54:38: Du darfst alles sagen.

00:54:39: Ja.

00:54:41: Es war furchtbar.

00:54:42: Also ich wusste auch, also doch ich wusste wo ich bin, ich wusste auch was passiert ist.

00:54:48: Aber ich wusste gar nicht mehr, wie jetzt überhaupt noch irgendwas weitergehen soll.

00:54:52: Also viele sagen ja, die sind erleichtert, wenn die wieder aufwachen.

00:54:55: Ich war nicht erleichtert, ich war einfach nur deprimiert darüber.

00:54:58: Also seine Nachricht gelesen hast.

00:55:01: Was ist dir da im Kopf vorgegangen?

00:55:05: Ich war, da war ich dann erleichtert, weil er halt das zurückgenommen hat.

00:55:10: Ich war ein bisschen sauer, weil er... geschrieben hat, dass er betrunken war und dass er das nicht so gemeint hat.

00:55:15: Aber sonst war ich erst mal erleichtert, überhaupt von ihm zu hören und habe ihn dann auch gefragt, ob wir uns denn noch mal treffen können.

00:55:29: Für mich war zu dem Zeitpunkt aber auch schon klar, dass ich wirklich eine Pause brauche von ihm auch, um das alles aufzuarbeiten, weil das schon für mich ein Moment war, wo ich gesagt habe, okay, Das ist einfach alles wirklich viel zu heftig.

00:55:45: Und wir haben uns dann nochmal getroffen.

00:55:49: Ich hatte so einen kleinen Fragenkatalog vorbereitet.

00:55:52: Er wusste auch, dass ich danach erst mal den Kontakt pausieren möchte.

00:55:57: Und da habe ich ihn halt auch gefragt, ob das stimmt, was meine Therapeutin damals gesagt hat und was auch meine jetzige Therapeutin sagte, dass das halt eine Missbrauchssituation gewesen ist.

00:56:07: Und er hat es bestätigt.

00:56:09: und hat in dem Moment auch gesagt, wenn ich möchte, würde ich ihn auch anzeigen können und er würde das auch irgendwo abstreiten.

00:56:14: Ich habe gesagt, dass ich es nicht mache.

00:56:16: Ich habe es auch nicht gemacht.

00:56:19: Aber es war für mich, auch wenn ich diesen Begriff so noch nicht einsortieren konnte, war es für mich wichtig zu wissen, ob er das auch so sieht, weil ich dann in der Therapie angefangen habe, wirklich zum ersten Mal das zu akzeptieren, dass es vielleicht so gewesen sein könnte.

00:56:39: und dann war es auch der erste Moment, wo ich wirklich bereit war, daran zu arbeiten, auch an der Abhängigkeit zu arbeiten.

00:56:47: Hattest du ihm da erzählt, dass du noch mal versucht hattest, dich zu suizidieren?

00:56:54: Ja, das hab ich ihm sogar noch im Krankenhaus geschrieben, weil ich lange nicht geantwortet hatte, ist er von mir nicht gewöhnt.

00:56:59: Dann hab ich ihm das direkt geschrieben.

00:57:02: Weißt du, wie er darauf reagiert hat?

00:57:04: Ähm, ich weiß es nicht.

00:57:07: Ich weiß nur oder ich bin sehr sicher, dass er ein schlechtes Gewissen hatte, weil er hat mir danach ein neues Handy gekauft, weil meins ist halt während des Versuchs irgendwie kaputt gegangen.

00:57:14: Ich denke, das war so ein bisschen zur Kompensation für ihn.

00:57:17: Lass uns gerne nochmal da anknüpfen an das Thema Missbrauch.

00:57:21: Sanja hat ja vorhin gesagt oder gefragt, wann kam das Thema Missbrauch auf?

00:57:28: Wenn wir aber jetzt und dann nehme ich ja die Rolle der ganzen Höhrenden draußen an.

00:57:35: Wenn wir jetzt ganz genau sind, was eigentlich der emotionale Missbrauch.

00:57:41: Und der hat ja ganz vorne angefangen.

00:57:44: Deshalb stelle ich mir gerade so ein bisschen die Frage, von welcher Art von Missbrauch sprechen wir hier?

00:57:51: Kann ich persönlich schwer beantworten?

00:57:55: Laut meiner Therapeuten war es unter anderem auch eine Form von sexuellem Missbrauch.

00:58:02: Unter anderem auch ... tatsächlich wegen der Gespräche damals.

00:58:05: Ich war ja minderjährig, ich war in dem Moment Schutzbefohlene.

00:58:09: Und irgendwie hieß es dann auch, als die Affäre begonnen hatte, war ich, ja, ich weiß nicht mehr, ich krieg das nicht mehr so ganz zusammen, weil ich das danach auch wieder verdrängt hatte.

00:58:24: Aber es spielte auch irgendwo eine Rolle.

00:58:27: Aber es geht für mich auch in erster Linie um den emotionalen Aspekt.

00:58:32: Okay, das heißt aber für dich war in dem Moment auch dieser Schlüsselmoment, den du beschrieben hast, da ging es um die emotionale Komponente, die du dann verstanden hast, aber auch um die sexuelle.

00:58:43: Ja.

00:58:44: In der Situation, dass du eigentlich minderjährig warst.

00:58:48: Ja.

00:58:49: Und das hast du da erst so richtig verstanden, die Ausmaß.

00:58:52: Genau.

00:58:53: Okay.

00:58:54: Bist du der Meinung, dass er dieses Ausmaß verstanden hat?

00:58:58: Ja.

00:58:59: Auf jeden Fall.

00:59:01: Warum glaubst du das?

00:59:03: Weil es ein sehr, trotz allem ein sehr reifer, erwachsener Mann ist und der halt zu dem Zeitpunkt, damals ja schon, vierundvierzig war, vierundvierzig, sechsundvierzig, vielleicht nicht in dem Moment selber, aber direkt danach hat er es mit Sicherheit gewusst.

00:59:22: Hat er nochmal mit dir über dieses Thema gesprochen?

00:59:25: Ja, während dieses Gesprächs halt.

00:59:28: Das ist ab und zu immer mal wieder so ein bisschen aufgeflammt, aber wir haben nie wirklich das komplett thematisiert.

00:59:35: Also ich wollte es aber auch nicht.

00:59:38: Wenn ich ihn darauf angesprochen habe, ist er auch darauf eingegangen.

00:59:42: Er war da schon sehr offen.

00:59:44: Wie bist du dann mit diesem Wissen danach mit ihm umgegangen?

00:59:49: Welche emotionale Beziehung oder grundsätzliche Beziehung habt ihr da noch gepflegt?

00:59:55: Danach hatten wir erst mal eine Pause, damit ich das verarbeiten kann und damit ich auch in der Therapie das wirklich bearbeiten kann.

01:00:03: Ich glaube, das war sogar auch wieder fast zwei Monate, ein bis zwei Monate locker.

01:00:09: Und ich hatte ihn dann wieder angeschrieben, weil ich in meiner Therapie so weit war, dass ich noch ein paar Fragen hatte und das noch mal besprechen wollte.

01:00:18: Und ich war mir auch nicht mehr sicher, ob ich überhaupt noch Kontakt möchte.

01:00:21: Ich war eigentlich schon an dem Punkt, wo ich sage, okay, es kann sein, dass ich den auch abbreche.

01:00:25: Und als ich ihn dann geschrieben habe, hatte er mir zurückgemeldet, dass er im Krankenhaus liegt, weil er sehr krank geworden ist in der Zeit.

01:00:34: Und das hat meinen kompletten Fortschritt in dem Moment kaputt gemacht, weil für mich war dann primär wichtig.

01:00:44: Er ist krank und ich mache mir Sorgen und er muss irgendwie wieder gesund werden.

01:00:48: Da habe ich alles andere komplett wieder verdrängt.

01:00:52: Kannst du sagen, was er hatte?

01:00:54: Es war irgendeine Folge von einer Operation.

01:00:58: Was hast du dann gemacht?

01:01:02: Ich habe ihn gefragt, ob ich ihn besuchen darf, durfte ich.

01:01:05: Und habe dann, also durfte ich unter der Voraussetzung, dass ich ihn quasi mit meinen Themen in Ruhe lasse.

01:01:15: Was für mich selbstverständlich war, was ich auch so gemacht habe.

01:01:19: Ich habe über Parallel auch in der Therapie aufgehört darüber zu sprechen.

01:01:23: Und wusste dann auch wieder nicht wohin mit mir und hatte dann nach zwei Jahren Abstinenz einen Rückfall mit Alkohol.

01:01:31: Würdest du sagen, dass ... Der Grund dafür, dass du den Rückfall hattest, ist, dass du nicht über die Themen sprechen durftest, über die du sprechen wolltest.

01:01:42: Oder war der Grund, dass du wieder Kontakt zu Alexander

01:01:45: hattest?

01:01:46: Ich glaube, der Grund war, es war so eine Mischung, aber es war auch ganz viel Sorge, ehrlich gesagt, dabei um ihn.

01:01:51: Weil ich nicht wusste, wie es mit ihm weitergeht, ob er das Ganze übersteht, ob er wieder gesund wird.

01:01:56: Das hat auch eine wahnsinnig große Rolle gespielt in dem Moment.

01:01:59: Als du ihn dann gesehen hast, wie war der Moment?

01:02:02: Grausam.

01:02:03: Er sah wirklich extrem krank aus.

01:02:06: Und ja, es hat alles für mich, alles was gewesen ist, einfach komplett in den Schatten gestellt.

01:02:14: Es war dann nur noch ganz krank und er sieht auch wirklich verdammt krank aus und da war nur noch das.

01:02:20: Hat er sich dann erholt von seiner Krankheit?

01:02:23: Ja, er ist dann auch wieder gesund geworden nach einer relativ langen Phase.

01:02:29: Wie ist es dann weiter Verlauf mit euch?

01:02:31: Wir haben dann quasi unsere Muster so ein bisschen fortgeführt, sind wieder öfter aneinander geraten und da ging eigentlich dasselbe wieder von vorne los.

01:02:43: Also zu der Zeit, weil unsere Affäre schon endgültig beendet.

01:02:47: Wir haben uns zwar noch geküsst, aber mehr halt auch nicht.

01:02:51: Und dann fing halt alles wieder an, sich komplett im Kreis zu drehen.

01:02:56: Wie alt warst du da?

01:02:58: Da war ich dann... ...zweiund... ...zweiundzwanzig?

01:03:04: Also es war so die Fahrwachte.

01:03:08: Nee, ist geil.

01:03:08: Ja, doch, zwanzig, dreinzwanzig, zwanzig.

01:03:11: Gab es für dich da Momente, wo du einen Schritt zurückgegangen bist und reflektiert hast, Moment mal, wir waren eigentlich mal bei dem Punkt des Missbraus?

01:03:21: Ähm, da nicht.

01:03:25: Also es ging dann irgendwann so weiter, dass ich völlig überfordert war.

01:03:32: Und damals hatte ich dann auch schon alleine gewohnt.

01:03:37: und hatte dann auch wieder einen sehr schlimmen Rückfall mit Alkohol und habe da in dem Moment, wo ich wirklich extrem betrunken war, habe ich mein Tagebuch vollgeschrieben, so mit dem Satz, du hast mich missbraucht, also wirklich seitenweise nur das.

01:03:55: Da kam das dann wieder auf.

01:03:56: Ja, zwei, drei Tage später bin ich dann aber auch nochmal in die Klinik gegangen für eine Entgiftung.

01:04:03: Du hast jetzt schon berichtet, dass du sehr viel Kontakt zu Männern gehabt hast, dass du sehr ungesunde Beziehungen hattest.

01:04:10: Du hast auch mir erzählt, dass du immer in einer gewalttätigen Beziehung gewesen bist, in einer schlimmen, gewalttätigen Beziehung.

01:04:17: Wie war da dein Beziehungsstatus, als du dann in die Klinik gekommen

01:04:20: bist?

01:04:22: Zu dem Zeitpunkt war ich Single und hatte auch das erste Mal ... also das erste Mal in meinem Leben als ... sexuell aktiver Mensch quasi, habe ich auch gesagt, ich möchte jetzt auch Single bleiben, am besten für immer.

01:04:38: Und mit der Einstellung bin ich auch in die Klinik gegangen.

01:04:43: Genau, und da habe ich dann aber meinen Mann kennengelernt.

01:04:48: Seid ihr euch da relativ schnell emotional nahe gekommen, oder wie war der Prozess des Kennenlerns zwischen euch?

01:04:55: Ja, wir sind uns emotional menschlich sehr schnell sehr nahe gekommen.

01:04:59: Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht in der Klinik.

01:05:04: Also er war mit Patientheit und für mich war das das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Mann kennengelernt habe, ohne Hintergedanken.

01:05:17: Also ich wollte wirklich nur die Zeit mit ihm verbringen, ich wollte mit ihm Gespräche führen.

01:05:21: Ich habe nie irgendwie gedacht, dass das irgendwie in eine andere Richtung gehen könnte und ich glaube, dass das für mich auch der Punkt war.

01:05:31: dass ich einfach frei war in dem Moment und auch frei mich wirklich richtig zu verlieben.

01:05:40: Hattest du da noch Kontakt mit Alex?

01:05:43: Zu dem Zeitpunkt noch ja.

01:05:45: Und als mein jetziger Mann und ich zusammengekommen sind, habe ich den Kontakt zu Alexander relativ schnell abgebrochen.

01:05:57: Tatsächlich gegen den Willen meines Mannes.

01:06:00: Er hatte gesagt, er kannte halt die Geschichte, wir haben ja wie gesagt sehr viel gesprochen.

01:06:05: Und er wusste auch, dass es zwischen Alexander und mir nie eine Beziehung war, nie Liebe, sondern halt wirklich eine Krankheit, eine Abhängigkeit.

01:06:13: Und als ich dann gesagt habe, dass ich überlege, den Kontakt abzubrechen hat, mein Mann oder mein damals Freund, gesagt, dass er glaubt, dass es noch zu früh ist, ich hab's trotzdem gemacht.

01:06:27: Welche Folgen hatte das für dich?

01:06:31: Es war so, dass es... Also, wir hatten uns dann auch noch mal getroffen, ich hab den Kontakt persönlich abgebrochen.

01:06:40: In der Nacht oder an dem Abend danach ging's mir schon noch sehr schlecht, ich hab auch sehr viel geweint.

01:06:47: Aber dann war auf einmal, also von jetzt auf gleich, einfach alles so ruhig in meinem Kopf.

01:06:53: Es war so, dass ich das Gefühl hatte, dass mir dieser Abschied überhaupt nichts ausmacht.

01:06:59: Dass wir einfach... Jetzt getrennte Weg ginge, das ist okay für mich.

01:07:04: Und mit dieser Ruhe in meinem Kopf kam ich nicht zurecht, weil ich halt gedacht habe, wir waren jetzt fast neun Jahre, haben wir uns immer nur gestritten.

01:07:15: Es gab immer nur auf und ab.

01:07:16: Es war alles super laut und chaotisch und wild.

01:07:19: Und der Abschied war einfach so ruhig.

01:07:21: Und es ist so paradox, aber weil das halt so ruhig war und weil ich damit zurecht gekommen bin, habe ich dann wieder angefangen zu trinken nochmal.

01:07:30: Ich glaube, das war einfach so ein Ding von, okay, ich müsste irgendwie so einen Tribut noch zollen.

01:07:35: So hat sich das angefühlt.

01:07:37: Und mein Mann ist ja auch Alkoholiker und ist dann natürlich auch mit eingestiegen.

01:07:43: Und das gab dann zwischen uns auch Streitereien, sodass ich dann noch mal versucht habe, mir das Leben zu nehmen.

01:07:51: Und auch da wieder zwei Tage auf der Intensivstation lag.

01:07:55: Diesmal aber wusste ich auch nicht, wie ich dahin gekommen bin.

01:07:58: hatte komplette Erinnerungslippen.

01:08:02: Als ich wieder wach geworden bin und meinen Mann angeschrieben habe, hatte er mir, wie gesagt damals noch Freund, geantwortet, dass er auch auf der Intensivstation liegt in einem anderen Krankenhaus, weil er auch nicht so gut zurecht gekommen ist mit dem Streit.

01:08:20: Dann haben wir uns getroffen und haben dann für uns beide selber festgestellt, dass uns die Beziehung Zueinander wichtiger ist als Alkohol und Syrosucht generell.

01:08:34: Dann sind wir beide nochmal in die Klinik und danach seitdem abstinent geblieben.

01:08:46: Ja, das war vor fast sechs Jahren.

01:08:52: Genau, ich muss dazu sagen, dass ich dann nach diesem Rückfall auch mit Absprache mit meinem Mann nochmal Kontakt zu Alexander gesucht habe.

01:09:03: Und quasi so eine Übergangsphase daraus gemacht habe, dass ich einmal im Monat schreibe, also ihm schreibe so, hey, mir geht's gut, das und das ist gerade in meinem Leben los, aber ansonsten passt das so.

01:09:20: Und das haben wir dann wirklich auch sofort geführt.

01:09:23: Das heißt, ich habe ihm einmal im Monat geschrieben, er hat mal geantwortet, mal hatte nicht geantwortet, das war alles gut so.

01:09:30: Und jetzt im März.

01:09:33: Also vor ein paar Monaten gab es eine Situation, wo ich dann gesagt habe, reicht jetzt auch.

01:09:44: Und dann habe ich den Kontakt endgültig abgebrochen.

01:09:48: Wie fühlt sich das an, jetzt zu wissen, dass es endgültig ist?

01:09:52: Es war krass, muss ich sagen.

01:09:54: Also es war halt so eine blöde Situation eigentlich auch, weil ich... kurz bevor ich das entschieden habe, bin ich noch mal so ein bisschen in das Muster von der quasi sechzehnjährigen Michelle abgerutscht, wo ich das Gefühl hatte, oder wo mir dann aber berufs geworden ist, ich bin ja nicht mehr sechzehn, sondern erwachsen.

01:10:16: Und daraufhin habe ich halt diese Nachricht geschrieben, dass ich den Kontakt beenden möchte.

01:10:22: Und es war für mich am Anfang, obwohl wir ja nur diesen ganz minimierten Kontakt hatten, war das war da so eine Lehre auf einmal wieder in mir, dass ich erst auch gar nicht wusste, wie ich das Hand haben soll.

01:10:39: Ich habe in der ersten Zeit viel geweint auch noch.

01:10:43: Ich war auch irgendwie sehr geladen.

01:10:46: Ich habe meinen kompletten Kleiderschrank ausgemistet.

01:10:48: Ich habe hier die Wohnung von oben bis unten gepurtzt, keine Ahnung.

01:10:51: Ich habe ganz viel gemacht, um das so ein bisschen zu kompensieren.

01:10:56: Aber es ist leichter geworden, auf jeden Fall.

01:10:59: Wie hat er darauf reagiert, als du gesagt hast, das hier ist jetzt endgültig?

01:11:04: Er hat es verstanden.

01:11:06: Er hat auch geschrieben, dass ihm klar war, dass das irgendwann passiert.

01:11:11: Hatte mich gefragt, ob er noch auf die Nachricht, die ich ihm geschrieben habe, antworten darf.

01:11:16: Und hab ich gesagt, ja.

01:11:18: Das hat er auch gemacht.

01:11:19: Er hat eine sehr ausführliche, sehr lange Nachricht geschrieben.

01:11:22: Und ich würde sagen, dass wir im Guten auseinandergegangen sind, wenn man das nach allem so sagen kann.

01:11:28: Ja.

01:11:28: Magst du uns ein bisschen erzählen, was er geschrieben

01:11:31: hat?

01:11:34: Ich weiß das gar nicht mehr, oh Gott.

01:11:37: Nee, weiß ich tatsächlich nicht.

01:11:38: Also, was ich halt noch weiß, ist, dass er geschrieben hat, dass er froh ist, dass wir uns keine Vorwürfe machen jetzt noch gegenseitig nach all der Zeit.

01:11:46: Und dass er froh ist, zu wissen, dass ich auf einem guten Weg bin.

01:11:55: Und dass so ... Momente, die jetzt wahrscheinlich noch mit Trauer behaftet sind oder so.

01:12:01: Also ich hatte ihm als Beispiel noch ein Bild von einem Kaugumiautomaten geschickt, weil er sammelt Bilder davon und hat geschrieben, ja das ist jetzt noch mit Trauer behaftet für dich, aber irgendwann wirst du darüber auch lächeln können irgendwie so.

01:12:14: Also es war so eine Nachricht.

01:12:18: Jetzt sind ja sehr viele Monate ehrlicherweise seit dem vergangen.

01:12:24: Wie geht es dir heute?

01:12:31: Die Frage ist tricky, weil es mir mit dem Kontaktabbruch an sich bin ich okay, würde ich sagen.

01:12:42: Ich merke natürlich auch, dass diese ganze Zeit, es hat ja quasi mein halbes Leben geprägt, dass da immer ein Teil von übrig bleiben wird.

01:12:51: Es wird für mich auch nie ganz weggehen.

01:12:53: Ich werde es auch immer in Erinnerung behalten und ich werde wahrscheinlich auch immer, wenn es mir schlecht geht, irgendwo das Bedürfnis haben, auch wieder dahin zu schreiben.

01:13:02: Ich hab mittlerweile gelernt, dass ich das nicht mehr mache.

01:13:05: Genau.

01:13:06: Und auf der anderen Seite ist es halt so, dass ich ... aufgrund von anderen Sachen, insbesondere meiner körperlichen gesundheitlichen Situation im Moment sehr ... ja, weniger stabil bin, emotional.

01:13:21: Aber ich hab jetzt auch wieder eine Therapie angefangen, um das ... aufzufangen und ... mein Leben wieder in die Richtung zu lenken, wo ich es haben möchte.

01:13:33: wo es auch die letzten Jahre war.

01:13:35: Wenn du so jetzt darüber nachdenkst und reflektierst, wo du heute stehst, was würdest du sagen?

01:13:44: Wie fühlst du dich dabei, wenn du so dein bisheriges Leben betrachtest?

01:13:48: Insgesamt muss ich sagen, bin ich sehr zufrieden, weil ich auch gerade in den ganzen Phasen, also gerade auch als Jugendliche, nie gedacht habe, dass ich überhaupt mal volljährig werde.

01:13:59: Ich hab nie gedacht, dass ich dreißig werde.

01:14:01: Ich bin letzten Monat dreißig geworden und war sehr glücklich darüber.

01:14:06: Es sind natürlich nicht alle Dinge so, wie ich sie gerne hätte.

01:14:08: Ich hab mir ein paar Sachen anders vorgestellt zu dem Zeitpunkt.

01:14:11: Ich hätte meinen Sohn gerne wieder bei mir.

01:14:14: Das war auch in der Planung.

01:14:16: Es wird auch irgendwann noch passieren.

01:14:18: Aber insgesamt bin ich zufrieden mit dem Weg, wie er läuft.

01:14:23: Ich finde, du kannst stolz auf dich sein, auf das, was du geschafft hast.

01:14:27: Darauf, dass du so selbstbewusst bist heute und ganz klar deinen Weg bestimmen kannst und deine Geschichte erzählen kannst, weil das ist nicht selbstverständlich und dazu gehört ganz viel Mut und ganz viel Kraft.

01:14:39: Danke schön.

01:14:40: Es ist allerdings auch so, dass ich das in erster Linie mache, um anderen Menschen so ein bisschen damit zu helfen und Mut zu machen und zu zeigen, dass, egal wie schlimm alles aussieht, dass man da auch wieder rauskommt.

01:14:57: vor allem auch möchte ich halt auf das Thema emotionaler Abhängigkeit aufmerksam machen, weil das immer noch viel zu Unbekanntes leider und viel zu wenig ernst genommen wird.

01:15:05: Und deswegen mache ich das alles.

01:15:09: Was findest du dir für deine Zukunft?

01:15:12: Stabilität.

01:15:15: Ja, ich wünsche mir, dass der Weg, wie ich ihn gehe, so weitergeht.

01:15:19: Ich wünsche mir vor allem ein bisschen mehr Gesundheit.

01:15:24: Und ... Eigentlich wünsche ich mir nur Ruhe und Frieden für mich und meine Familie.

01:15:29: Danke dir, danke dir, dass du dich getraut hast.

01:15:32: Deine persönliche Geschichte mit uns zuteilen.

01:15:34: Sehr gerne.

01:15:35: Danke und gewinne dich und deiner Familie alles Liebe und alles Gute für eure

01:15:39: Zukunft.

01:15:39: Danke schön.

01:15:46: Du willst

01:15:46: selbst bei uns dabei sein oder hast einen Teamvorschlag?

01:15:50: Denn melde dich auf unserer Website oder unserer Social Media.

01:15:55: Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist oder Unterstützung benötigst, dann zögere nicht, Hilfen in Anspruch zu nehmen.

01:16:02: Hol die Unterstützung bei professionellen Hilfeinrichtungen oder dir vertrauten Personen.

01:16:07: Bis zum nächsten

01:16:08: Mal bei von Bohne zu Bohne.

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