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Scheidung der Eltern, Manipulation des Vaters: Mit diesen Konsequenzen muss das Kind leben #97 Finja

Shownotes

*Hinweis: Diese Folge enthält Werbung und wird unterstützt von der Nummer gegen Kummer.

Wenn du dich in einer belastenden Familiensituation befindest und nicht weißt, an wen du dich wenden kannst, ist die „Nummer gegen Kummer" für dich da. Am Kinder- und Jugendtelefon, in der Online-Beratung sowie am Elterntelefon findest du ein offenes Ohr für deine Sorgen und Ängste – anonym, kostenlos und vertraulich.

Junge Menschen bis 27 Jahre erhalten unter 116 111, per Mail oder im Chat Unterstützung. Eltern und andere Bezugspersonen erreichen geschulte Beratungspersonen unter 0800 111 0550. Informationen zur Online-Beratung, Beratungszeiten und allen Angeboten findest du unter www.nummergegenkummer.de.

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Trennung der Eltern, emotionalen Missbrauch, belastende Eltern-Kind-Beziehungen, sexualisierte Gewalt an Minderjährigen, Selbstverletzung, Essstörung, Anorexie, Suizidgedanken, einen Suizidversuch, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Borderline und familiäre Schuldgefühle. Hör die Folge nur, wenn du dich stabil genug fühlst. Brich ab, wenn du merkst, dass es dir zu viel wird.

Finja erzählt, wie die Trennung ihrer Eltern ihr Leben verändert hat. Bis zu ihrem elften Lebensjahr beschreibt Finja ihre Kindheit als behütet und unauffällig. Sie fühlt sich von beiden Eltern gesehen. Doch als ihre Mutter sich von ihrem Vater trennt, verändert sich für Finja vieles von einem Tag auf den anderen. Aus dem Vater, den sie kannte, wird für sie ein Mensch, vor dem sie später Angst hat.

Finja erzählt, wie sie im Wechselmodell lebt, wie ihr Vater über ihre Mutter spricht, sie mit Vorwürfen belastet und versucht, Nähe über Geschenke, Ausflüge und materielle Dinge herzustellen. Sie beschreibt, wie sie sich nicht mehr wie ein Kind fühlt, sondern wie ein Sorgenfresser zwischen zwei Elternteilen.

Später findet Finja heraus, dass ihr Vater wegen sexuellem Missbrauch an Minderjährigen angeklagt wurde. Für sie ist das der Punkt, an dem sie den Kontakt abbricht. Gleichzeitig bleibt Schuld zurück. Hätte sie etwas merken müssen? Hätte sie etwas tun können? Hätte sie früher sprechen sollen?

Sie erzählt von innerer Leere, extremen Gefühlen, Rückzug, Kontrollverlust, Klinikaufenthalten, einem schweren Suizidversuch und dem langen Weg, sich selbst besser zu verstehen. Diese Folge handelt von der Frage, wie ein Mensch weiterlebt, wenn das eigene Zuhause keinen sicheren Ort mehr bietet.

Zeitstempel: 0:00:00 – 0:02:33: Nummer gegen Kummer, Triggerwarnung & Intro 0:01:50 – 0:07:53: Vorstellung von Finja, Kindheit, Trennung der Eltern und der plötzliche Bruch zum Vater 0:07:53 – 0:13:30: Wechselmodell, fehlende emotionale Sicherheit, Geschenke und der Versuch, Nähe herzustellen 0:13:30 – 0:18:49: Emotionaler Missbrauch, Belastung durch den Vater und die Anklage wegen sexuellem Missbrauch an Minderjährigen 0:18:49 – 0:24:42: Zweifel, Geständnis im Gespräch, Schuldgefühle und der Blick auf die betroffene Person 0:24:42 – 0:28:54: Sorge um die Schwester, Jugendamt, Verwahrlosung und Vertrauensverlust 0:28:54 – 0:32:40: Beginn der Selbstverletzung, Essstörung, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kontrolle als Bewältigung 0:32:40 – 0:38:25: Diagnose Borderline, innere Leere, intensive Gefühle und Rückzug 0:38:25 – 0:43:54: Klinikaufenthalte, Ausbildung, erneute Krisen, Anorexie und Selbstverletzung im Wechsel 0:43:54 – 0:48:00: Verstehen der Erkrankung, neue Kontrolle, Alltag, Zukunft und gesündere Entscheidungen 0:48:00 – 0:52:12: Offene Worte an den Vater, Kontaktabbruch und Einordnung von Borderline 0:52:12 – Ende: Zukunftswunsch, Stolz aufs Überleben

borderline #emotionalinstabilepersönlichkeitsstörung #anorexie #essstörung #selbstverletzung #suizidgedanken #suizidversuch #trennungskind #emotionalermissbrauch #sexualisiertegewalt #jugendpsychiatrie #psychischegesundheit #trauma #familie #kontaktabbruch


Kontaktdaten Nummer gegen Kummer:

Kinder- und Jugendtelefon: 116 111 Eltern und andere Bezugspersonen: 0800 111 0550 In der Online-Beratung sowie am Elterntelefon findest du ein offenes Ohr für deine Sorgen und Ängste – anonym, kostenlos und vertraulich. Informationen zur Online-Beratung, Beratungszeiten und allen Angeboten findest du unter www.nummergegenkummer.de.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Diese Folge wird unterstützt von der Nummer gegen Kummer.

00:00:04: Wenn du dich in einer belastenden Familiensituation befindest und nicht weißt, an wen du dich wenden kannst ist die Nummer gegen Kuma für dich da!

00:00:11: Am Kinder- und Jugendtelefon – in der Onlineberatung sowie am Elterntelephone findest Du ein offenes Ohr für Deine Sorgen und Ängste.

00:00:19: Anonym, kostenlos und vertraulich.

00:00:53: Mir auch.

00:00:53: im Endeffekt war es für mich eine fremde Person, mit der ich zusammengelebt habe.

00:00:57: Es war selten mal so.

00:00:58: ein Funke von fühlte sich wieder an mir in der Kindheit.

00:01:01: Ich hatte dann per Zufall herausgefunden, dass er angeklagt wurde wegen sexismusbrauch an Minderjährigen und das war für mich dann der Schlussstrich.

00:01:11: Da habe ich gesagt ne bis hierhin auch nicht weiter.

00:01:14: Ich gehe nicht mehr zu diesen Mannhönnen.

00:01:16: Ich kenne ihn nicht mehr.

00:01:17: Ich hab Angst vor ihm.

00:01:18: Er ist für mich unberechenbar.

00:01:25: Wir möchten gewährleisten, dass du dich während des Höhrens unseres Podcasts wohl fühlst und keine unerwarteten Auslöser erlebst.

00:01:38: In dieser Episode werden wir Themen ansprechen die für einige Höhrende verstörend sein könnten.

00:01:43: Zu Beginn der Folge stellen wir das Thema vor!

00:01:46: Falls du denkst, dass das genannte Thema für dich persönlich belastend sein könnte dann möchten wir dich bitten die Folge direkt zu beenden.

00:02:04: Das

00:02:04: passiert mir in jeder Folge bei unserem

00:02:06: Podcast von Bohne

00:02:07: zu Bohne.

00:02:08: Mein Name ist Charlotte und ich weiß vorher nichts über unsere Gäste.

00:02:12: Kein Name, keine Information, keine Themen!

00:02:15: Also werden meine Fragen auch deine Fragen sein.

00:02:18: Ich bin Sanya und ich

00:02:19: suche die Gäster.

00:02:21: Hier achte ich darauf dass es Menschen mit ehrlichen

00:02:23: berührenden

00:02:24: und bewegenden Geschichten sind... ...und genau die wollen wir mit euch teilen.

00:02:28: Bist du bereit gemeinsam mit Charlotte neue Geschichten kennenzulernen?

00:02:36: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:02:38: Mein Name ist Charlotte,

00:02:39: mein Name ist Zanya

00:02:40: Und ich bin Finja und habe durch die Trennung meiner Eltern verschiedene psychische Erkrankungen entwickelt wie zum Beispiel Borderline und Anorexia.

00:02:47: Hi Finja es freut mich dich kennenzulernen.

00:02:50: Danke dir dass du dich mit diesem intimen Thema mit uns anvertraust.

00:02:53: Was würdest Du denn sagen fangen wir noch vor der Scheidung Deiner Eltern

00:02:57: an?

00:02:58: Ja so ein bisschen

00:03:00: Okay.

00:03:00: was würdest du dann sagen wo fangen wieder am besten an?

00:03:04: Also ich denke mal normal meine Kindheit, also meine Eltern haben sich getrennt.

00:03:10: Da war ich ungefähr elf Jahre alt.

00:03:14: Ja davor war eigentlich alles relativ okay würde ich sagen.

00:03:17: Also da hatte ich auch gar keinem Probleme.

00:03:21: Es war sehr schön und bin sehr behutsam aufgewachsen.

00:03:25: Auch erst mal alleine.

00:03:26: später kam dann noch eine Schwester dazu.

00:03:29: Ja es war eigentlich eine sehr unauffällige Kindheit würde ich Genau, bis eben... Es war kurz vor meinem elften Geburtstag.

00:03:39: Meine Mutti dazu in China hat sich von meinem Erzeuger zu trennen und ich würde schon sagen das ab da maskibelt den Bach runter gelaufen ist.

00:03:49: Warum hat sie sich von ihm getrennt?

00:03:52: Also ich weiß es nicht hundertprozentig.

00:03:54: Wir haben nur Jahre später mal drüber geredet und es war einfach dieses Auseinanderleben und sich nicht mehr ganz wohl fühlen in der Ehe.

00:04:03: Wir waren kurz davor noch zusammen im Urlaub und da meinte sie auch, dass sie schon wie fast so eine Art Ekel einfach entwickelt hat.

00:04:10: Ja... Sie waren einfach... Schon früh haben sich kennengelernt schnell geheiratet und ich denke mal das es dadurch einfach auseinandergelebt hat.

00:04:21: Magst du uns erklären, wie die Beziehung zu deiner Mutter war?

00:04:24: Weil das was du uns gerade schilderst ist, dass es eine sehr schöne Beziehungen ist.

00:04:30: Also das war, also meine Kindheit war ich zu beiden gleich auf hingezogen kann man da auch sagen.

00:04:38: Ich war nie so typisch Mutikin, Fartigkind.

00:04:41: einfach das was ich gebraucht habe hab' ich mir geholt.

00:04:43: wenn nicht irgendwie mal rumkampeln wollte bin ich jetzt immer mehr Zeuge gegangen.

00:04:46: wenn ich aber mal ein bisschen mehr nähe wollte er so kuscheln dann schon hauptsächlich zu Mama.

00:04:53: ich hab immer ja dass in Anführungszeichen bekommen was sich gebrauchte habe jetzt nicht mit dem materiell auf einer emotionalen Ebene auf jeden Fall.

00:05:02: Da wurde ich schon immer gut unterstützt, habe auch sehr früh schon viel Verantwortung bekommen als auch viel Vertrauen vor allem als meine Schwester geboren wurde.

00:05:12: also da war auch immer alles super und es hat sich zu Mama auch nicht krass verändert.

00:05:18: also grundlegend immer noch sehr liebevolle Ebene und kann auch immer aus die Zählen.

00:05:23: sie unterstützt mich immer genau.

00:05:25: nur zur Ebenz-Mammerzeuger ist ja äh ja, krachen wirken relativ schnell.

00:05:32: Du hast gesagt im Urlaub hat deine Mutter dir dann gesagt Stück für Stück dass sie schon mit der Beziehung nicht zufrieden ist und sie im Prinzip sich von ihm distanziert?

00:05:42: Ja so habe ich ein bisschen Erinnerungen, was sie das gesagt hat.

00:05:45: Hast du vorher schon Signale gemerkt, dass die Beziehungszerrötet ist oder dass es Schwierigkeiten gab zwischen beiden?

00:05:53: Nicht wirklich, nee also... kann mich an den Urlaub auch gar nicht mehr so richtig daran erinnern, aber ich habe ihn auf jeden Fall schön in Erinnerung und gar nicht dass irgendwas passiert ist.

00:06:04: Also... Ich würde auch nicht mal sagen das es irgendwie mehr Streitigkeiten gab oder wenn dann hab' ich's auf jeden fall nicht mitbekommen.

00:06:12: also ich habe gar nichts gemerkt.

00:06:13: Okay

00:06:15: Wie hat deine Mutter dir das gesagt?

00:06:18: Also es war... Ich bin immer von der Nee, da war ich schon in der fünften Klasse auf dem Gymnasium.

00:06:27: Da waren wir als Erstes zu Hause und an diesem Tag kam mein Erzeuger dann als Nächstes nachhause.

00:06:34: Und normalerweise gab es dann eine Herzichumarmung und einfach ja wie war der Tag?

00:06:40: Aber er hatte sich direkt hundertachtzig Grad gewendet, er kam direkt nach Hause und hat mir eine WhatsApp-Nachricht ins Gesicht gehalten.

00:06:47: Dein Mutter will sich von mir trennen!

00:06:49: In der Nachricht stand Irgendwie drinnen von meiner Mutinua, dass sie halt über die Beziehung, über die Ehe irgendwie einfach nur reden möchte.

00:06:58: Und genauer dann weiß ich noch, das ich dann... Ich glaub es war sogar ungefähr bis Mama dann endlich nach Hause gekommen ist.

00:07:05: Einfach weint oder auf der Couch saß, lag und er mich da schon einfach dolligen lassen hat und mich nicht getröstet hat.

00:07:15: Er immer nochmal so nachgestichert hat, nach dem Motto, das hast du deine Mutter zu verdanken.

00:07:23: Danach weiß ich nur, dass auch relativ schnell ging.

00:07:25: Mama ist relativ zügig ausgezogen in den Dorf weiter und da kam ja auch erst mal so dazu, dass wir überhaupt reden konnten was eigentlich gerade passiert?

00:07:37: Dass ihr es auch sagen konnte wie er sich direkt auf Verhalten hat.

00:07:42: also er kommt bis heute nicht darüber hinweg.

00:07:45: Er nimmt ihr glaube ich bis heute noch übel.

00:07:47: Nur dass wir das richtig verstehen, du bist von der Schule nach Hause gekommen.

00:07:50: Dein Erzeuger war auch da oder kam danach und hat dir durch eine WhatsApp-Naricht mitgeteilt, dass deine Mutter sich von ihm trennen möchte oder dass sie über die Ehe reden möchte?

00:08:04: Und hat dann

00:08:05: nicht

00:08:06: auf deine Bedürfnisse und deine Gefühle...

00:08:08: Das hat

00:08:09: er ja komplett ignoriert in dem Moment.

00:08:11: Ja, also ich bin genau erst nach Hause gekommen und meine Mama ist Nachricht quasi so mit dem Handy ins Gesicht gehalten.

00:08:17: Dann habe ich mir das durchgelesen und dann hatte mich mehr oder weniger allein gelassen.

00:08:22: Ich weiß auch nicht mehr wo er da war.

00:08:24: Er war auf jeden Fall zuhause, das weiß ich noch aber wo er sich aufgehalten hat keine Ahnung.

00:08:29: es ist glaube ich ganz gut verdrängt.

00:08:32: Konnte er in der Vergangenheit Empathie aufbringen und dir zugewandt sein, oder war das ein übliches Verhalten von ihm?

00:08:40: Ab dem Punkt war es normal.

00:08:42: Also so kannte ich ihn gar nicht.

00:08:43: Es wäre wirklich von heute auf morgen anderer Mensch.

00:08:46: Okay, d.h.

00:08:47: also vorher war er dir zugewandt, hat auf Rücksicht auf dich, auf deine Gefühle genommen und konnte empathisch dir gegenüber sein?

00:08:53: Ja,

00:08:54: also ich denke mal es gab ja auch an der Kindheit nicht wirklich Probleme.

00:08:57: Da musste er sich jetzt nicht so krass mit irgendwas eben zueinander beschäftigen.

00:09:00: Bei einem Kind ist es ja dann auf einer anderen Ebene.

00:09:03: Das heißt, wenn du gestürzt bist, wenn dich am Knie verletzt hast oder wenn du dich mit deiner Schwester gestritten hast... All das sind ja Arten von Sympathien die es braucht um sie aufzuwenden um mit dem Kind in Kommunikation zu treten.

00:09:15: konnte er das da machen?

00:09:17: Also ich hab's zumindest nicht als irgendwie schlechte Erinnerung also kann mich nicht mehr wirklich dran erinnern aber ich glaub schon dass es er Mama gemacht hat und er noch mal so unterstützend, aber nicht so eigenständig, dass er da wieder auf mich zugekommen ist.

00:09:33: Also ja zurückblickend war es generell nicht so seine Stärker.

00:09:36: Habt ihr denn in der Vergangenheit über sehr persönliche und intime Dinge gesprochen?

00:09:41: Du und dein Vater?

00:09:43: Also eine Kindheit nicht.

00:09:45: Wie gesagt, da gab's halt auch nicht wirklich was.

00:09:48: Später hab ichs probiert, ihm mit so Timings geht Ja, da hat er sich halt drüber lustig gemacht.

00:09:57: Also ich hatte ihm Jahre später... also nach der Trennung war ich erst mal ein Wechselmodell mit meiner Schwester und da hat sich diese Masche sage ich jetzt auch fortgeführt und damit war ich halt relativ schnell nicht zufrieden und wollte ihn dann per Brief mitteilen dass ich das gar nicht toll finde wie er quasi mit mir umgeht.

00:10:24: Das hat den auch reingeschrieben, wenn ich bei dir bin möchte ich mich auf dich konzentrieren.

00:10:28: Ich möchte dass es um unsere Beziehung geht und einfach nicht um Mama.

00:10:33: Und dem Brief hatte ich ihm dann gegeben und er hat quasi sich über den Brief los sich gemacht vor mir.

00:10:38: Es gab auch noch Klärungsversuche Jahre später.

00:10:44: die sind auch alle nicht gut ausgegangen.

00:10:46: Also das ging immer um ihn.

00:10:47: Okay deine Mama ist dann weggezogen.

00:10:50: Wie oft?

00:10:51: War dann deine Mutter bei euch oder seid ihr zu ihr gegangen?

00:10:55: Ja, ich bin mit meiner Schwester zusammen immer vom Montag zum Montag einfach wöchentlich hin und her gewechselt.

00:11:02: Und das ging auch erst mal eine ganze Zeit lang, fand ich relativ gut war natürlich nur zusätzliche Herausforderungen zur Schulwechsel und so.

00:11:12: aber wir haben uns da auch schnell wohlgefühlt.

00:11:17: also jeder hatte Also ich hatte zumindest mein eigenes Zimmer.

00:11:20: Es war anfangs nicht möglich, dass meine Schwester ein eigenes Zimmer hatte.

00:11:24: Die hat sich das mit meiner Mutti geteilt.

00:11:27: Aber da hatte Mama sich viel Mühe gegeben, das so schnell wie möglich schön einzurichten und einen Mitteln, die sie zur Verfügung gestellt hatte bekommen hat.

00:11:38: Und auch unterhalb der Woche bin ich viel hin- und hergewechselt einfach mal da nochmal eine Sache abholen oder damals Hallo sagen.

00:11:45: Ich hatte ja Freunde im Dorf Und dann hat man halt mal vorbeigeschaut, war noch mal was getrunken oder so.

00:11:52: Es war fand ich erst mal relativ kompliziert.

00:11:56: War das für deinen Vater auch so?

00:11:57: Hat er das auch so deine Meinung nach wahrgenommen?

00:12:00: denn es kann ja auch sein dass er euch Vorwürfe macht wenn ihr zum Beispiel zu eurer Mutter geht und ihr Zeit mit ihr verbringt.

00:12:08: wie war da die emotionale Lage ihn gegenüber?

00:12:11: Also es wirkte auf jeden Fall schon so dass ihm das nicht so ganz gefallen hat.

00:12:16: Er hat mir immer viele Nachrichten geschickt, was ich auch anfangs gar nicht mal so schlecht fand.

00:12:21: Weil er hat gezeigt, er hatte noch Interesse und wollte viel Unternehmen in Mamas Woche.

00:12:30: Er hat sich schon Mühe gegeben da uns irgendwie mit finanziellen Mitteln wieder zu ihm zu holen.

00:12:36: aber man hat gemerkt dass es ihn nicht so gefallen hat.

00:12:42: Du sagst mit finanziellen Mitteln, das heißt er hatte eher versucht euch zu locken durch Ereignisse?

00:12:48: Durch Geschenke oder ähnliches dass ihr mal Zeit bei ihm verbringen wollt.

00:12:51: Genau ja.

00:12:52: also es war Geschichten wie im Winter lass uns mal Schlittschuhe laufen.

00:12:55: oder er ist im handwerklichen Bereich tätig, ich habe eine Baustelle in der Nähe da kannst du Bagger fahren und das hast du ja so gerne gemacht als Kind.

00:13:04: Oder das ist halt auch einfach mal zur Ostern ein ganzes Trampolinehose was gab.

00:13:07: Also ich glaube Er hat vielleicht auch selbst gemerkt, dass wir uns emozollen emotional nicht viel geben konnte und das dann halt versucht, über die finanzielle Weise zu uns zu bekommen.

00:13:19: Würdest du sagen dass da Kalkün dahinter gesteckt hat?

00:13:23: Weil es gibt ja auch Menschen die können emotional ihre Nähe und Vertrautheit und ihre Liebe nicht zeigen und zeigen sie eben durch materielle Dinge oder durch das Kochen oder Ähnliches.

00:13:36: Würdest du sagen wir gehen in die Richtung oder wie gehen er in diese manipulative?

00:13:39: was ist da eher deine Meinung oder Einschätzung?

00:13:42: Also ich könnte mich jetzt schlecht vereinzeln bei den Entscheidenden.

00:13:45: Ich würde sagen, dass es ein schmaler Grad ist.

00:13:50: Ja er hat ja schon versucht auch auf... Das ist auch ein bisschen zu vereinen.

00:13:55: also er hat gezielt auch Dinge ausgesucht weil er wusste das Sachen sind diese mir wichtig die mache ich gerne.

00:14:03: heißt er hat sich ja auch Gedanken gemacht.

00:14:04: zwar war nicht nur ganz wie einfach überschütten mit Geschenken Er hat sich Gedanken gemacht.

00:14:10: Aber ich würde schon sagen, dass es später als er gemerkt hat, dass ich versuche von ihm wegzukommen.

00:14:15: Dass es weniger emotional war sondern einfach eher dann doch eher das Überschütten war bei mir zumindest.

00:14:22: also mein Schwester ist noch länger zu ihm hingegangen Als ich.

00:14:25: ja da würde ich schon sagen Es war manchmaler grad

00:14:30: Wenn du sagst, dass du zu Beginn gerne zu ihm gegangen bist aber sich das geändert hat.

00:14:36: Woran genau lag das?

00:14:38: Lagt es daran, dass er dich hat spüren lassen...

00:14:41: ...dass

00:14:43: er es schade findet, dass du zu deiner Mutter gehst?

00:14:46: oder woran lag das.

00:14:49: Also er hat mich halt als Sorgenfresser benutzt, als Spieber hin und her zwischen den beiden.

00:14:58: Er hat quasi sich immer über meiner Mama beschwert, sie teilweise auch beleidigt.

00:15:03: Im Nachhinein kam es auch als Lügen heraus, so von wegen sehr dem Geld geklaut und ihm alles weggenommen.

00:15:10: Sie hat ihn ruiniert.

00:15:11: er hatte auch immer wir hatten einen Hund versucht darüber zu gehen.

00:15:17: Ja weil deine Mutter und mir alles weggenommen hat habe ich kein Geld mehr für den Hund.

00:15:21: Ich muss das Haus verkaufen, ich muss den Hund verkaufen.

00:15:25: Und so nach Motto Das lässt sich nur ändern wenn du halt bei uns bleibst oder bei mir bleibest.

00:15:30: also Und es hat mich halt sehr belastet.

00:15:32: Ich hab mich nicht mehr als Kind gefühlt, ich muss schnell groß werden auch.

00:15:36: Ich hatte das Gefühl, ich musste Verantwortung für meine Schwester übernehmen um mir das Emotionale zu geben.

00:15:44: Das war einfach superanspruchsvoll.

00:15:47: wie gesagt der Schulwechsel kam ja noch dazu.

00:15:51: Es hat mich sehr belastert, ich war eigentlich eine relativ gute Schülerin und hatte da auch kaum Kapazität um was für die Schule zu machen.

00:15:58: Ich hatte ja Hobbys und alles irgendwie unter einen Hut zu bringen.

00:16:01: Das habe ich dann auch zeitnah festgestellt, dass es nicht so leicht ist wie ich es mir gedacht habe.

00:16:10: Ja, ich denke mal das hat mich einfach hauptsächlich sehr belastet, dass ich nicht mehr Kind sein durfte.

00:16:15: Dass die Person war auf aber richtig fremd.

00:16:19: Ich kannte ihn so nicht.

00:16:21: Er hat sich auch äußerlich verändert.

00:16:23: Hat seine Haare verloren durch den Stress.

00:16:28: Ja und im Endeffekt war es ja für mich eine fremde Person, mit der ich zusammengelebt habe.

00:16:32: Also das war selten mal so ein Funke von fühlte sich wieder an wie in einer Kindheit.

00:16:37: Es war einfach ne fremdae Person irgendwann... Und ähm.. Ich hatte dann kurz vor Silvester-Zehntausend achtzehn nur auf Neunzehn war es glaube ich.

00:16:50: Bring die Zahlen immer durcheinander.

00:16:52: Ähm per Zufall herausgefunden dass Er angeklagt wurde wegen Sex und Missbrauch an Minderjährigen.

00:16:58: Und das war für mich dann der Schlussstrich, da habe ich gesagt, nee bis hier noch nicht weiter!

00:17:04: Ich gehe nicht mehr zu diesem Mann hin.

00:17:06: Ich kenne ihn nicht mehr, ich hab Angst vor ihm, er ist für mich unberechenbar... ...und ich hatte noch die Zeit, die Woche bei ihm durchgezogen.

00:17:14: Ähm.. und hab dann aber beim Mama gesagt,

00:17:19: ähm,

00:17:20: mach' ich nicht mehr mit.

00:17:22: Ja, und es war dann so, glaube ich, mit der größten Schlussstriche den ich ziehen konnte?

00:17:28: Ja.

00:17:29: Wusste deine Mutter von der Anklage?

00:17:32: Ich glaube, ich weiß...ich kann es zeitlich nicht einordnen aber ich denke schon ja.

00:17:38: Weißt du was da vorgefallen ist oder wer das war?

00:17:44: Es war eine Person aus meiner Familie die mir auch sehr nah stand und ich habe da schon mitbekommen dass da irgendwas in der Beziehung nicht so ganz richtig gelaufen ist.

00:17:56: Die Person hatte auch ein enges Verhältnis zu meinem Erzeuger, viel Interessen geteilt und auf einmal ist die Person halt einfach weggebrochen und ich war so ja was ist eigentlich passiert?

00:18:07: Wir haben uns schon lange nicht mehr mit ihr getroffen und er hat das dann nur so verpackt, ja Personen ex konsumiert Drogen und ich habe ihr die Meinung gesagt und damit ist sie nicht klar gekommen Und da habe ich für mich dann Haken hintergesetzt, aber als ich das gelesen hatte.

00:18:25: Das Formular war für mich so eins und eins.

00:18:27: Okay, das muss gewesen sein!

00:18:33: Waren deine Eltern da schon getrennt?

00:18:36: Ja, es waren zwei Jahre später.

00:18:41: Muss das passiert sein?

00:18:44: Also genau...

00:18:45: Was hast du dabei gefühlt, als du das geliesen hast und verstanden hast was das bedeutet?

00:18:50: Ich hab mich super hilflos geführt Aufgeschmissen, seit zwei Generell mit der Trennung ist ja super viel Sicherheit weggebrochen und da irgendwie noch so der letzte Halt, den ich irgendwie hatte an ihm.

00:19:03: Sobald man hat sich natürlich schon wieder an das Verhalten gewöhnt was er dann auch auf eine komische Atomeise wieder Sicherheit gegeben hat.

00:19:11: aber dann ist er das auch wieder weg gebrochen Und ich wusste nicht mehr wofür es wozu sehr im Stande ist.

00:19:18: muss Ich Angst haben vor ihm?

00:19:21: also er hat nie irgendwie die Hand erhoben oder irgendwie uns physisch gewalt zugetragen.

00:19:28: Aber da habe ich natürlich schon mit den Gedanken gespielt, okay könnte es sein.

00:19:33: Ja Angst hauptsächlich denke ja doch Angst.

00:19:38: Ja

00:19:39: kam für dich auch mal der Gedanke das Zweifel ist der Richtigkeit der Anklage auf?

00:19:44: Oder hast du von Anfang an geglaubt dass er schuldig ist?

00:19:49: Es war für mich erst mal ein Reze.

00:19:52: Ich war es noch offen für alles, sag ich jetzt mal ... aber anhand der Reaktion, das braucht eine Person und von meiner Mutti konnte ich mir auch denken, okay zu was kann man nicht schauspielern?

00:20:13: Das muss echt gewesen sein!

00:20:15: Ich hatte dann auch relativ zeitnah mit ich glaub zwölf, elf oder zwölfe meinen ersten Therapeuten.

00:20:26: Und er hatte genau das auch in Frage gestellt weil ich ihm das Formulär, ich muss es um ihr abfotografiert haben oder mir geschickt haben heimlich Ich weiß nicht mehr.

00:20:33: auf jeden Fall habe ich ihn gezeigt und er war aussehbar.

00:20:35: Es ist wenn alle dich anlügen und ich war nicht lange bei dem Theraapeuten.

00:20:42: Deshalb hab' ich da auch häufig darüber nachgedacht Weil wenn sich schon mein Erzeuger verändert vielleicht Es ist ja alles irgendwie anders jetzt und jeder legt mich an.

00:20:54: Aber nachhin heim denke ich das nicht.

00:20:58: Er hat es auch zugegeben, Jahre später tatsächlich.

00:21:02: Also ja...

00:21:03: Hast du ihn darauf angesprochen?

00:21:06: Denn Fakt ist wenn du da das letzte Mal bei ihm warst wird er ja mit Sicherheit die Frage gestellt haben warum kommst du nicht mehr zu mir?

00:21:15: Ich hab's ihn dann nicht direkt gesagt.

00:21:17: Ist weil er unter dem Vorwand eben der ganzen anderen Situation mit dem emotionalen Missbrauch und das als Sorgenfresser verwendet werden, was wir als Vorwand genommen hatten.

00:21:29: Da muss ich auch sagen mein Mutti hat das alles abgewickelt.

00:21:34: sie hat ihm das geschrieben dass sich nicht mehr zu ihm hingehen möchte.

00:21:37: Sie hat da so dieses Schotschild aufgebaut.

00:21:43: Genau Jahre später das muß, zwanzigundzwanzig gewesen sein hatte ich nochmal ein Gespräch mit ihm geführt in einem geschützten Rahm mit meiner Schuhsozialarbeiterin zusammen und da habe ich ihnen das quasi vorgeworfen, und er hat es dann auch zugegeben.

00:21:57: Und ja... Das war für mich nochmal so dieses ... Ich hab's bereut, dass ich es nicht schon früher angesprochen habe, weil ... ... seit Jahrzehntausendundzwanzig war es schon verjährt.

00:22:13: Da dachte ich mir schon hätte ich mich früher getraut, das anzusprechen, vielleicht hätte man da noch rechtlich was machen

00:22:17: können.".

00:22:18: D. h., er wurde dafür rechtlich auch nicht belangt?

00:22:20: Nein, wegen mangelnder Beweise nicht.

00:22:22: Es war quasi Aussage gegen Aussage.

00:22:25: Sie war zu dem Zeitpunkt minderjährig.

00:22:29: Ja so nach Mottosbach einverstanden also es gab Einverständnis und sie hat gelogen.

00:22:35: aber ja...

00:22:37: Was hast du gefühlt als er dir gestanden hat dass er das getan hat?

00:22:42: Es ist irgendwie so einen Stein vom Herzen gefallen.

00:22:49: Es gab mir Bestätigung, dass meine Entscheidung nicht mehr zum Hinzuge noch richtig war.

00:22:54: Ich glaube am Präsentisten war Schuld aber doch wieder dieser Punkt von Sicherheit, Zustimmung.

00:23:07: also Schuldgefühl hatte ich schon die ganze Zeit weil ich ja wusste das es im Zimmer in Lieben hier passiert sein muss und vielleicht hätte ich sehr mitbekommen können oder sollen Ja, ich hätte ja irgendwas machen können.

00:23:26: Ich hätte vielleicht irgendwie bei Anwälten sagen können seit Zeugen und das ist da halt wie gesagt noch mal präsenter geworden.

00:23:36: Sorge war auch da aber wie gesagt meine Schwester war zu dem Zeitpunkt noch bei ihm Aber sie hatte zumindest nichts davon erzählt über die Jahre dass er irgendwie da gewalttätig geworden ist.

00:23:47: also Die sorge jetzt in dem Kontext zumindest nicht ganz so groß.

00:23:57: Ja, das war für mich auf jeden Fall immer ein Abschluss.

00:24:01: So... Das letzte Gespräch.

00:24:04: Dann so was, was rausgehauen wird.

00:24:07: Ich hab alles richtig gemacht.

00:24:09: Das Kapitel ist jetzt so gut es geht.

00:24:12: Für mich zumindest vorbei.

00:24:14: Hattest du mit dem Opfer mal darüber gesprochen?

00:24:17: Ähm... Darüber direkt nicht nein!

00:24:23: Also es gab mir... Sie gab mir aber nicht wirklich die Möglichkeit.

00:24:27: Sie hat mittlerweile den Kontakt zu der Familie, also zu uns allen abgebrochen.

00:24:31: Es ist auch unausgesprochenes Ding.

00:24:34: Bin ich sehr schade, dass ich akzeptiere es.

00:24:36: Ich kann mir denken was... Also ich kann mir nur ansatzweise ausmachen was mit ihr gemacht haben muss dann noch mit uns weiter in Kontakt zu bleiben.

00:24:47: Deshalb akzeptier ich das.

00:24:51: scheint er nur dadurch besser gehen zu können, hoffe ich zumindest für sie.

00:24:54: Ich wünsche ihr zumindest vom ganzen Herzen!

00:24:57: Wir sind häufig ans Gespräch gekommen und sie dann auch häufig bei uns Zuhause war mit meiner Mama.

00:25:02: Sie hatte eine starke Bindung aufgebaut Und wir hatten dann nur darüber geredet dass wir uns heutzutage beide selbst verletzt haben.

00:25:14: Das ist auch bei uns beiden in Richtung Suizidgedanken gegangen.

00:25:17: ist Sie da irgendwie Gemeinsamkeiten hatten, aber über die Tat an sich nie.

00:25:23: Du hattest dann mit deiner Mutter darüber gesprochen, dass du nicht mehr zu deinem Entzeugern wolltest?

00:25:28: Mhm.

00:25:28: Aber deine Schwester war ja noch bei ihm...

00:25:31: Ja, ähm

00:25:33: ... Hast du nicht um ihre Sicherheit gefürchtet oder...?

00:25:37: Es haben ja alle ein gewisser Maßen, aber wir konnten nicht wirklich was machen.

00:25:43: Wir waren immer wieder mit dem Jugendamt in Kontakt und das hat nichts gebracht!

00:25:48: Und es wurde nicht wirklich geglaubt und das Wort hat einfach alles so herabgestocht.

00:25:54: Wir hatten auch handfeste Beweise für die Verwahrlosung ihr Gegenüber, also sie hatte zum Beispiel sehr pflegebedürftiges Haar und da wurde sich nie drum gekümmert.

00:26:06: Es wird selten nur Zähne geputzt oder dass sie ihre Brille getragen hat war auch kaum.

00:26:13: Es wurde für die Schule nichts gemacht, da kam dann auch irgendwann die Corona-Zeit wo er Homeschooling war und das Wechselmodell lief ja weiter.

00:26:20: Und in seiner Woche wurden nichts gemacht und wir hatten handfeste Beweise von so Gutachten, von Friseur der ihre Haare irgendwie auseinander bringen musste.

00:26:32: all das hat nichts gebracht weil sie hatte sich selbst bei ihm noch Wohlgefühl zu.

00:26:36: Sie hatte das ganze finanzielle bekommen Und das kann ich einem Kind absolut nicht verübeln, es war ja Schlaraffen dann bei ihm.

00:26:44: Sie war dort auch Einzelkind hat also viel Aufmerksamkeit bekommen und kann mich absolut nachvollziehen dass man da auch was im so jungen Alter gar nicht wirklich mitbekommt was da abgeht.

00:26:56: Genau sie hat er nicht nachgefragt wieso ich sie auch nicht mehr begleitet habe.

00:27:02: Es war... Eine schwierige Zeit, ich glaube am Endeffekt war es einfach nur so.

00:27:07: Akzeptanz.

00:27:08: Also akzeptanz ist glaube ich zu viel gesagt, aber man hat's einfach hingenommen dass wir daran nicht wirklich was ändern können.

00:27:14: also Ich hatte eine zeitlang So ne Einzelferhelferin vom Jugendamt die mich regelmäßig besucht hat Und sie hat auch Gespräche mit ihm geführt und hat dem Jugendamt auch gesagt das sie Angst vor ihm hat weil er eben häufig lauter geworden ist und Das hat auch nichts gebracht.

00:27:32: also wir wurden vom Jugendamten im Stich gelassen, zwar auch absoluter Vertrauensverlust und die Erhelfen.

00:27:43: Aber er kann sich einfach super gut verstellen.

00:27:48: Es muss man ihm lassen.

00:27:48: Schauspielkünste sind auf einem sehr hohen Level vorhanden.

00:27:54: Auch gerade gemeinsame Freundschaften zwischen meiner Mutti mit Nachbarn hat quasi alles... Er übernommen, sag ich jetzt mal.

00:28:04: Weil er halt Lügen über sie verbreitet hat und es hat keiner ein Frage gestellt.

00:28:10: Zumindest wurde's nie so preisgegeben.

00:28:17: Ja... Das hat niemand wirklich gesehen!

00:28:20: Du hattest vorhin gesagt, dass du mit der Person in deiner Familie mit dem Opfer über Selbstverletzung gesprochen hast?

00:28:28: Wann sind deine Selbstverlezungen

00:28:30: aufgekommen?!

00:28:31: Wann hat das angefangen?

00:28:33: Es muss ungefähr mit ... ... elf Jahre angefangen haben und... ... hat sich da quasi einfach über die Jahre immer weiter zugespitzt.

00:28:41: Es ist mal extremer geworden, schlimmer.

00:28:44: Ähm... Ja!

00:28:47: Das ist... Also ich kann mich auch noch in meine erste Selbstförderzung erinnern und wenn ich da zurückgedenke tue ich mir selbst sehr leid dass in dem jungen Alter das dazu gegriffen habe weil ich nicht mehr weiß was dazu geführt hat wie ich überhaupt auf die Idee gekommen bin.

00:29:03: Beim Endeffekt hab' ich damit Eine Sucht begonnen.

00:29:07: Es ist ja über die Jahre eigentlich nur eine Sucht geworden gewesen.

00:29:12: und dass ich mich da quasi so mehr oder weniger bewusst einfach in die Scheiße reingeritten habe, das tut mir für mich selbst manchmal noch leid.

00:29:22: Du hast ja dein Umfeld des was du kanntest diese intakte Familie mit einem liebenden Vater lieben Mutter mit einer Schwester, die alle immer zusammen sind und füreinander da sind.

00:29:35: Hast du ihr verloren?

00:29:36: Und nicht nur das!

00:29:38: Du hast ja auch den Glauben an deinen Vater verloren.

00:29:42: Du hattest dann hier nur noch einen Erzeuger abgesehen von der Selbstverletzung.

00:29:46: Wie hat sich das auf deine mentale Gesundheit ausgewirkt?

00:29:50: Also ich habe mir andere Mechanismen gesucht, die mir Sicherheit vermitteln konnten.

00:29:58: Genau eben das selbst Verletzen die Erststörung.

00:30:02: Da diese Rituale haben mir Kontrolle, haben mir Sicherheit gegeben und auch das hat sich einfach über die Jahre hochgestuft.

00:30:12: Ich hatte auch in der Schule viele fragwürdige Teilstoxische wenn man zu bezeichnen möchte Freundschaften wo ich mich zum Teil mit Freundinnen gegenseitig reingerippt habe was auch vor allem die Erststellung anging dass man sich einfach irgendwie so Bilder, Kalorientabellen geteilt hat.

00:30:36: Ich war mit zwölf das erste Meine-Kinder- und Jugendpsychiatrie.

00:30:41: Das hat sich dadurch eigentlich nur verschlimmert.

00:30:43: Also ich bin Reifer geworden.

00:30:45: Ich habe auf jeden Fall einige Erfahrungen machen dürfen aber im Endeffekt ging es immer weiter bergab.

00:30:53: Warum sagst du?

00:30:57: Hat es dazu geführt dass es berg abgingen Gerade die erste Therapie oder der stationäre Therapieaufenthalt, würdest du nicht sagen das es dir geholfen hat?

00:31:06: Oder wie kann ich das verstehen?

00:31:10: Würde ich nichts sagen.

00:31:10: Nein aber ich bin daran nicht ganz teilnehmelos.

00:31:14: Ich würde sagen ich wollte auch nicht wirklich gesund werden.

00:31:18: anfangs weil's mir die Sicherheit gegeben hatte ich zu Hause nicht mehr wirklich spüren konnte.

00:31:26: Die ganzen Rituale und so dieses.

00:31:28: Ich hab was nur für mich dieser irgendwie, ich habe es mir immer bildlich vorgestellt.

00:31:34: Also dieses Gefängnis in das ich mich selbst reingesetzt hab.

00:31:38: Darin hab' ich mich wohl gefühlt und davon wollte ich gar nicht weg.

00:31:43: also ich bin dann auch wie man's bezeichnen möchte als, ja halt bin Drehtür-Patientin geworden über die Jahre an der KIP.

00:31:52: Das ist ein zweites Zuhause geworden.

00:31:53: Ich wusste da ganz genau was mich erwartet.

00:31:59: Da war für mich dann schon ja, wieso es euch läuft ihr doch irgendwie gerade gut auf eine gewisse Art und Weise.

00:32:06: Ich habe hier meine Unterstützung fasenweise zumindest.

00:32:11: Ja ich wollte nicht dass das besser wird also schon irgendwie so langfristig gesehen schon als war auch mit den Jugendlichen zum Teil Kinder mit denen ich mir unterhalten hab wir wollten alle irgendwie mal erwachsen werden irgendwas Traumberuf irgendwie dem nachgehen.

00:32:30: Aber kurzfristig wollte ich zumindest nicht wirklich gesund werden.

00:32:36: Eine Erstörung hat ja auch ganz viel mit Kontrolle zu tun, so das Bild was du gerade gemalt hast dieses Gefängnis in dem du dich selbst quasi gehalten hast?

00:32:45: Ja!

00:32:46: Das ist ja die Kontrolle, die man im Außen nicht hat.

00:32:50: Ich habe auch später an der Therapie noch mal über meine Kindheit nachgedacht und da schon festgestellt es mir Als Kind, wo eigentlich noch nichts passiert ist.

00:33:03: Ich dahingeh schon gute Grundbausteine für die Ersteuerung gelegt habe eben dieses immer nach Leistungsstreben immer irgendwie für alles verantwortlich sein wollen also dieses ich finde man verbindet Ersteuungen auch viel mit Disziplin und das hatte ich als kind auch schon.

00:33:20: Also irgendwie war mein Weg doch schon relativ früh gezeichnet.

00:33:27: Jetzt hält man sich bei der Diagnose Borderline relativ lange zurück, weil gerade in jungem Alter diagnostiziert man das meines Wissens nach nicht sofort.

00:33:37: Ja!

00:33:38: Wann hast du diese Diagnese erhalten?

00:33:41: Relativ zu meinem achtzenden Geburtstag tatsächlich.

00:33:44: Ich habe meinen achzehnten Geburtstag auch in einer Fachklinik gefeiert und hat kurz nach meinem Geburtstage die Diagnosis bekommen.

00:33:54: also wir hatten schon davor die Diagonistik gemacht weil der Verdacht im Raum stand und es hat sich dann verhärtet.

00:34:02: Es hat alles ganz gut gepasst, mehr oder weniger.

00:34:07: Und da wurde ich auch zeitnah entlassen, weil die darauf halt einfach nicht spezialisiert waren und es immer noch eine Jugendstation war.

00:34:15: Da kann sie sich in dieser Klinik zumindest nicht damit aus.

00:34:19: Ja... Sie ist nicht in die Tiefe gegangen, meine Therapeuten, die ich in der Klinik hatte.

00:34:32: Aber weil es für mich auch viel um diese Emotionsregulation ging hat sie mir das anhand des Beispiels erklärt dass sich quasi was Emotionen geht so ein richtiger Sportwagenbinder einfach immer von null auf hundert geht und nicht so normaler Opel oder sowas, der langsam braucht um sich irgendwie das nicht in der Emotion noch zuspitzt.

00:34:53: Und das fand ich dann doch erst mal für mich ganz passend auch so immer und immer wieder wahrgenommen habe, dass ich irgendwie die Emotionen nicht normal spüren kann.

00:35:04: Das ist einfach gar nichts dieses Gefähe der Lehre oder alles auf einmal.

00:35:11: Dass ich auch lange, lange nicht auseinander halten konnte was fühle ich es jetzt wo?

00:35:17: das ist Trauer es war einfach alles.

00:35:20: aber darüber hinaus hat auch noch ein Buch einen Leitfaden bekommen.

00:35:25: Mit dem habe ich mich kaum auseinandergesetzt.

00:35:27: Also, ich wollte es anfangs nicht wirklich wahrhaben, weil ich eigentlich auch immer das so empfunden hab.

00:35:35: Ich habe ja mehrere Diagnosen bekommen über die Zeit, dass sie mir eigentlich auch wieder Sicherheit vermittelt haben, weil okay, ich wusste, ist wirklich irgendwas mit mir?

00:35:43: Ich denke mir das nicht nur aus!

00:35:46: Aber das wollte ich irgendwie nicht so ganz wahrhabend, auch lange Zeit danach.

00:35:51: Mir wurde dann natürlich empfohlen, So eine spezielle Therapie für das oder gegen das Borderline-Macher, das wollte ich nie.

00:35:59: Also erst mal nicht.

00:36:05: Weil irgendwie konnten mich lange Zeiten nicht wirklich mit der Diagnose so identifizieren kann man glaube ich sagen weil ich nicht so dieses klassische Borderline Bild habe würde ich sagen Ich bin eher so relativ still also... Ich glaub diese Störung ist ja auch relativ Dadurch gezeichnet eben durch dieses imposive Handeln und so nach außen alles tragen, ganz krass imposiv handeln.

00:36:33: Und Wutausbrüche und sowas hatte ich nie wirklich.

00:36:36: also wenn dann, wenn nicht alleine war selbst dann weil so kann ich an einer Hand abzählen dass ich da immer was durch die Gegend geworfen habe.

00:36:45: Diese ganzen krassen Emotionen habe ich ja immer gegen mich selbst gerichtet eben durch die Selbstverletzung oder dann halt auch durch die Südzeitgedanken die es erst mal nur waren meine Eltern, auf einmal meine Mutti nicht weiter belasten wollte.

00:36:58: Weil ich weiß ja wenn ich jetzt im Jahr Ostrasse dann sehr eine totale Belastung für alle Beteiligten.

00:37:03: das wollte ich nie machen also es wollte ich nicht sein und deshalb ist es mir schwer gefallen zu sagen okay ich habe auch Borderline weil

00:37:11: die Borderline Persönlichkeitsstörung wird ja auch emotional instabile Persönlichkeit Störungen genannt und wenn Ich das richtig verstanden habe Empfinden Patienten, die an Borderline erkrankt sind.

00:37:25: Emotionen sieben bis zehnmal intensiver als Personen, die das nicht haben?

00:37:31: Hast du das in deinem Alltag

00:37:32: bemerkt?".

00:37:34: Also ich kann es jetzt nicht beurteilen weil ich irgendwie glaube ich nicht so ganz sagen kann wie man normal fühlt.

00:37:41: aber ja schon ist es an so Kleinigkeiten wie.

00:37:47: irgendjemand hat mich falsch angeschaut oder irgendwie ... ein Satz ähm geäußert, den ich auch nur minimal falsch verstehen könnte.

00:37:56: Ging alle Alarmglocken nach oben... wie gesagt trauer alles mögliche an Emotionen auf hundert gefühlt.

00:38:05: Ja also ich denke schon dass es ganz gut darauf zu trifft

00:38:09: Wenn du emotional bist Wie drückt sich deine Emotionalität aus?

00:38:19: Ich würd sagen viel Rückzug, sich unsichtbar machen wollen.

00:38:30: Mit so einem Hauptgrund von der Anorexie dieses weniger werden wollen, nicht sichtbar sein wollen.

00:38:38: Niemanden belasten das immer mit meinem Hauptziel bis ich alles mit mir selbst geklärt habe vor allem die negativen Emotionen.

00:38:48: Dann mache ich das mit mir selber aus und dann schwächt es mal ein bisschen ab Und meistens ist es so, dass ich auch erst dann darüber reden kann was ist da gerade passiert.

00:38:59: Also meine Eltern fragen dann häufig aber nach so ja hier was ist los?

00:39:02: du ziehst dich ja zurück und dann bin ich erstmal so nee also okay ich brauche ja nur gerade allein Zeit für mich und erst danach bin ich überhaupt dazu eine Lage dazu ins Gespräch zu kommen weil mir ich habe den Anspruch an mich selbst dass sich das dann quasi in Fakten wiedergeben muss, wie es mir geht.

00:39:21: Dass ich genau beschreiben muss, dass ich das kann, wie's mir geht und... Das ist ja in so einer krassen Tiefphase zum Beispiel gar nicht wirklich möglich.

00:39:33: Zuerst mal alles viel und häufig kann ich das selbst nicht wirklich beschreiben was da gerade los ist.

00:39:38: Ja und so positiv, krass emotional weiß ich nicht wann ich das letztes Mal so wirklich war also... Es ist eher auch das ziemlich abgeschlossene abgeflacht ist oder wie schon gesagt eher so ganz kurz und dann lache ich mit.

00:39:59: Und soweit irgendwie ein neuer Satz von einer Person in der Gruppe anfängt, ist meine Stimmung wieder bei null.

00:40:09: Es hat schon ziemlich anstrengend dass ich da irgendwie nicht so eine Beständigkeit meiner Emotionen habe, meiner Stimmung das sich halt Zehntausendmal einen Tag ändert.

00:40:19: genau

00:40:20: Du hattest jetzt vorhin gesagt, dass du zuerst gar nicht lernen wolltest damit umzugehen.

00:40:27: Woran lag das?

00:40:31: Ich denke in allererster Linie an der Zeit weil ich hab mir nach meinem Schulabschluss ein Jahr für mich Zeit genommen wo ich gesagt habe okay nach den ganzen Kriseninterventionen in der KALP bevor ich richtig ins Berufsleben starte kümmere ich mich einfach mal um mich selbst.

00:40:48: da hatte ich den Aufenthalt in der Fachklinik, also wo ich ja dann noch achtzehn geworden bin und die Ballerlein-Diagnose bekommen habe.

00:40:55: Und da ist absolut nicht das bei herausgekommen was ich mir erhofft habe... ...und danach war ich erstmal fertig, da hab'n wir so ok, ich bin hoffnungslos!

00:41:04: Ich schaff das jetzt ohne Therapie wollte unbedingt was richtiges an Anfangszeichen anfangen eine Ausbildung oder irgendwie Geldverdienensleben starten weil ich da immer auch viel mitgeeifert habe.

00:41:20: Ich wollte einfach Leistung erbringen und da hab' ich mir die Zeit nicht für mich genommen, ich wollte einfach endlich damit abschließen.

00:41:32: es Totschweigen habe dann aber auch nach der Klinik festgestellt das funktioniert so nicht hat immer wieder Krisenaufenthalte in geschlossenen Kliniken.

00:41:49: Ich hatte trotzdem Mini-Job, das weiß ich noch und hatte dann in den Jahrzehnten auch eine Ausbildung angefangen.

00:41:56: Da habe ich mich erst mal durchgekämpft und festgestellt, dass die Käse jetzt nicht so ganz die richtige Ausbildung für mich ist.

00:42:03: Und hat dann immer wieder im Hinterkopf, okay vielleicht sollte ich mich doch nochmal damit beschäftigen, weil irgendwie ... Ich hatte zwar immer eine ambulante Therapeutin aber es war auch eher nur ein Überwasserhalten.

00:42:12: wir hatten nie wirklich so richtige Therapieziele vereinbart nicht in der Lage dazu war, ich hatte nicht die Kapazität mich mit irgendwas speziell zu befassen um mich irgendwie zu verbessern.

00:42:23: Also gesünder zu werden in dem Sinne und hat das irgendwie versucht auf Krampf durchzuziehen.

00:42:28: aber auch da kam es dann wieder zur Krisenintervention.

00:42:32: selbst Verletzung ist wieder schlimmer geworden.

00:42:35: Das hat sich das immer so ein bisschen abgewechselt mit der Anorexie.

00:42:40: Das sind mal so Phasen also das eine schlimme und dann wieder das andere je nachdem was ich gerade irgendwie so besser den Alltag integrieren konnte, ob es entweder das weniger Essen war oder da war er selbst verletzten in der Nacht.

00:42:52: Aber... Da haben natürlich auch alle mein Umfeld also vor allem meine Motive mitbekommen.

00:42:57: okay Das geht lange nicht mehr so wirklich, dass kann ich mir gelangen gut ausgehen und Es war es ja dann auch.

00:43:06: Ich hatte im März letzten Jahres ein Suizidversuch Ein relativ schweren Und Hatte ein Lobeschweißesase.

00:43:17: Seitdem bin ich nicht arbeitsfähig, hat es versucht aber auch das hat nicht funktioniert.

00:43:25: Ja und jetzt habe ich einfach auch seit dem gemerkt okay ich muss mich damit auseinandersetzen.

00:43:29: Ich kann's nicht mehr ignorieren.

00:43:33: Nun war jetzt auch letztes Jahr dann Ende letzten Jahres noch mal in der Klinik und hab seitdem auch das erste mal euch das Gefühl ok ich verstehe mich besser, ich kann meine Emotionen besser regulieren.

00:43:47: ja

00:43:47: Jetzt hast du gesagt, dass Du Dich mit Deinem Selbstverletzern und Verhalten Dich immer abgewechselt hast.

00:43:54: Mal war es die Selbstverlezung mal weiß die Anorexidie stärker war.

00:43:58: gab es da spezielle Trigger die das ausgelöst haben?

00:44:03: Im Alltag jetzt nicht unbedingt.

00:44:06: Ich würde einfach sagen dass sich auch wie viel an der Jahreszeit energie hat.

00:44:10: tatsächlich dass ich mich im Winter halt Kann man sicher leichter verstecken um je lange einige Kleidung anziehen.

00:44:16: Da war da halt auch viel das Selbstverletzten hat, aber präsenter.

00:44:19: Und insgesamt ging es in Errichtung und Erstörung.

00:44:22: Weil sich das einfach besser ... Ja ich konnte's halt besser ausleben... Aber ich hatte immer das Gefühl, dass ich eins von beiden brauche, damit ich Sicherheit habe.

00:44:31: Damit ich mit den ganzen Negativen umgehen kann.

00:44:35: Also ohne Ginks nicht oder nie lange.

00:44:40: Ich hatte auf Hasen da Ginks auch mal ohne beides.

00:44:46: Es hat nie lang angehalten.

00:44:47: Es kam immer wieder irgendeine Ereignis, eine Situation die mich aber wieder zurückgeworfen hat.

00:44:54: Was hat sich durch deinen Klinik-Aufenthalt in dir und in deiner Denkweise über die emotional instabile Persönlichkeitsstörung verändert?

00:45:06: Ich habe verständlichen Akzeptanz mehr für mich selbst.

00:45:11: Mir fällt es leichter zu akzeptieren dass einer Erkrankung auf einem Spektrum basiert, dass ich mich da einordnen kann und nicht so dieses Stereotyp sein muss.

00:45:24: Und ich trotzdem quasi krank bin.

00:45:29: Ich würde sagen, dass es mir selbst ein bisschen mehr wert, das ich sagen kann für mich verdiene ist vielleicht auch nach all den Jahren ein bisschen Frieden mit mir selbst schließen zu können habe ja auch berufliche Träume und Ziele und Weiß, das lässt sich nicht vereinbaren.

00:45:48: Ich kann mich jetzt entweder entscheiden für ein krankes Leben was mich wieder ins Krankenhaus bringen würde auf eine Intensivstation wahrscheinlich oder ich kann versuchen wieder Freude zu empfinden, ich kann versuchen mich selbst zu verwirklichen und dass es mir nach dem Versuch in der Klinik dann bewusst geworden ist beides geht nicht.

00:46:15: Ich durfte da ganz viel über mich selbst lernen, meine Verhaltensweisen aktiv hinterfragen.

00:46:22: Was für Bedürfnisse stehen hinter meinen Verhaltenzweisen und wie kann ich die kompensieren?

00:46:28: Wie kann ich mir woanders eine Sicherheit holen, meine Kontrolle ohne dass es krankhaft wird oder ist?

00:46:37: Also ganz viel theoretisches Wissen, wo ich jeden Tag damit strengle das auch in mein Alltag einzubauen.

00:46:46: Ja, die Klinik, da werde ich auch nochmal hingehen und nochmal den Aufenthalt quasi fortführen.

00:46:51: Auch nochmal wegen der Traumatherapie, dass sie dort fortführer.

00:46:56: Und dann hoffentlich auch ein Spotsleben dieses Jahr starten zu können.

00:47:01: Möglichst umbelastet wenn man es so bezeichnen möchte weil... Ich denke nicht, also ich denke nicht daran das ich jemand so wirklich gesund sein werde.

00:47:10: aber Plan und Ziel für mich selbst ist natürlich, dass ich gesündär mit mir umgehen und leben kann.

00:47:19: Inwiefern hast du gelernt Kontrolle?

00:47:23: Du hattest vorhin eine sehr gute Wortwahl genutzt, du hast gelernt wie du die Kontrolle anders übernimmst oder auslebst.

00:47:33: Wie hast du das gelernt?

00:47:34: also was genau... Was gibt dir jetzt Kontrolle was nicht so ungesund ist wie das was du bis dato kanntest?

00:47:43: Ich muss auch dazu sagen, dass ich glaube, ich bin jetzt kein Profi dran.

00:47:46: Das ist ja der Punkt, ich habe viel theoretisches Wissen aber Umsetzung daran scheitert's noch relativ häufig.

00:47:55: Aber es hat mir zum Beispiel auch Kraft gegeben, dass man einen eigenen Alltag wieder strukturieren konnte und das ich da versucht hab mich mehr darauf zu fokussieren anstatt es nur so als selbstverständlich zu ziehen Dass sich einfach für mich selbst wieder bestimmen konnte.

00:48:10: ok, ich gehe jetzt dem und dem Hobby nach Das mache ich für mich.

00:48:14: Zwar fällt es dabei wieder schwer, so Thema Sport und Essstörung ist ja auch mal, weil das man da ziemlich vorsichtig sein muss.

00:48:21: Ja, weil dass ich halt gerade aktive Entscheidungen für mich treffe um mir wieder ein stabiles Umfeld aufzubauen.

00:48:28: Ich habe jetzt einen Ausbildungsplatz also eine Dinge die mir halt sicher vermitteln und sagen okay du hast ne Zukunft dafür lohnt sich auch zu kämpfen und am Leben zu bleiben und vor allem auch gesund am Leben dieses langfristige Wissen zu haben.

00:48:44: Es kommt was, hilft mir auch jetzt kurzfristig im Hyoniatz würde ich sagen.

00:48:50: Gibt es denn noch Worte die du an dein leiblichen Vater richten wollen würdest?

00:48:57: Das wäre nicht wirklich liebe Worte muss ich dazu sagen.

00:49:02: Wobei ich auch irgendwie schon für ihn.

00:49:03: auch mir wünsche dass er mit sich selbst Frieden schließen kann aber sonst ärztlich immer noch nicht ganz verändert.

00:49:16: Das bekomme ich immer wieder mit, deshalb vermiede dazu kaum liebe Worte ein.

00:49:23: Die Frage war viel eher danach ausgewichtet.

00:49:28: Jetzt hast du ja keinen Kontakt mehr zu ihm und gibt es für dich etwas was unausgesprochen ist von deiner Seite aus?

00:49:36: Nicht wirklich!

00:49:37: Also ich denke, ich habe immer versucht mich mitzuteilen, was mir wichtig war Wobei ich auch immer wieder mit den Gedankenspielen nochmal so ein entgötiges Gespräch, also finales Gespräch zu führen um ihn zu zeigen was er quasi mit mir gemacht hat.

00:49:56: Was aus seinem Handeln quasi geworden ist.

00:49:59: Ich möchte ihm natürlich jetzt nicht die vollständige Schuld dafür zuschreiben.

00:50:02: Ich bin ja maßgeblich daran beteiligt dass ich das halt gemacht habe aber um zu versuchen ihm zu zeigen dass seine Taten Konsequenzen haben, sein Handeln.

00:50:18: Da ist immer noch dieser kleine Hoffnungsfunktion, das es vielleicht verstehen würde aber ich hoffe einfach, dass er am liebsten wegzieht und uns alle in Ruhe lässt.

00:50:32: Dass man entgegelt ihr so ein Leben streichen kann.

00:50:35: Es ist ja kein Problem mehr gemacht mit meiner Schwester auch.

00:50:46: die Borderline-Persönlichkeitsstörung in der aktuellen Gesellschaft oder in der Gesellschaft generell, ein Krankheitsbild was mit sehr vielen Vorurteilen belastet ist.

00:50:57: Was würdest du Menschen gerne sagen, die sich damit nicht auskennen und keine Vorurteilung haben?

00:51:05: Wie würdest Du dir die Erkrankungen beschreiben?

00:51:10: Beschreiben würd ich sie halt wirklich auf einem Spektrum.

00:51:14: Es gibt einmal dazu etwas wirklich wie das mal bei Google steht, wenn man es eingeben würde und halt auch eine stille Seite.

00:51:21: Die war jetzt vielleicht nicht wirklich in jedem Lehrbuch stehen aber es gibt sie.

00:51:25: Die Erkrankung ist speziell und braucht super viel Geduld weil ich zumindest für mich selbst ja auch teilweise gar nicht wusste was mit mir abgeht.

00:51:35: Ich konnte mich nicht beschreiben und hat aber das Gefühl dass von mir erwartet wird, dass ich weiß was in mir abgeht, was ich fühle ,was ich denke nicht leichter gemacht.

00:51:50: Erwartungen zu rückschrauben, dass man einfach auch mal nicht gesellschaftsfähig ist und nicht alltagsfähig isst Verständnis dafür aufbringen.

00:52:02: Auch das ist ja so ein Hauptsyntom in stabiler Beziehung Dass man nicht wirklich Beziehungen halten kann zwischen Menschen Ja, dass Man Geduld hat mit den Leuten Wenn sich die Betroffenen Mal Nicht melden nicht stressen, aber auch nicht irgendwie in Vergessenheit geraten lassen.

00:52:23: Weil das ist ja dann wieder die nächste Gedankenspirale, die anfängt.

00:52:27: Man weiß man hat sich nicht gemeldet und man selbst daran schuldt es dass die Person jetzt sich nicht mehr... dann die andere Person sich auch nicht mehr meldet und da dann einfach diese gegenseitige Rückseite auch irgendwo fehlt weil man als Betroffene halt auch einfach teils blind ist für sowas und man ja auch gar nicht in der Lage dazu ist irgendwie Weithalt von zwölf bis mittag zu denken, weil man ja so einen Krieg im Kopf hat.

00:52:52: Ja und vor allem ich glaube auch viel von dieser Impulsivität wenn sie nach außen getragen wird nicht persönlich zu nehmen.

00:52:58: Das wäre glaube ich auch noch ganz wichtig zu sagen.

00:53:02: Klar man sollte nicht alles auf die Krankheit beschieben das wär zuviel gesagt.

00:53:07: Man ist immer nur verantwortlich für seine Taten aber man sollte es nicht unbedingt persönlich nehmen, zumindest versuchen

00:53:17: Was wünscht du dir für deine persönliche Zukunft?

00:53:20: Ich hoffe, dass ich für mich selbst ein bisschen mehr Frieden schließen kann.

00:53:28: Dass ich mich mehr für gesunde Sachen entscheide, die Krankheit nicht über alles stelle und nur noch hat krankhaft danach Entscheidungen, sondern dass ich mich auf Sachen einlassen kann, die ich mir auch eigentlich für mich wünsche dass ich da abschließen kann oder zumindest einen Teil von hinter mir lassen kann und vielleicht auch irgendwie anderen später helfen kann.

00:54:00: Ja, um mir einfach zu zeigen, dass ich dort auf mich selbst bin, dass das irgendwie überlegt ist.

00:54:06: Danke dir!

00:54:07: Danke dir, dass du dich uns geöffnet hast, deine emotionale Seite gezeigt hast und dass du heute hier warst.

00:54:12: Danke, dass sich da sein durfte.

00:54:14: Dankeschön und ich finde ganz viele Menschen, die selbst an Borderline erkrankt sind dürfen sich von dem was du gesagt hast ein Beispiel nehmen.

00:54:23: Danke!

00:54:25: Du willst selbst bei uns dabei sein oder hast einen Teamvorschlag?

00:54:29: Denn melde dich auf unserer

00:54:31: Website

00:54:31: oder unser Social Media.

00:54:32: Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist oder Unterstützung benötigst dann zögere nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen.

00:54:42: Hol die Unterstützung bei professionellen Hilfeinrichtungen oder dir vertrauten Personen.

00:54:47: Bis zum nächsten Mal, bei von Bohne zu Bohne.

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