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Bundeswehrgeschädigter: Flashbacks, Dissoziation & PTBS nach Einsatz im Kriegsgebiet #95 Andreas

Shownotes

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Auslandseinsätze der Bundeswehr, Krieg, Massengräber, Minen, Brände, Beschuss, Anschläge, Tod, Suizid von Kameraden, Hinrichtungen, Gewalt gegen Zivilpersonen, PTBS, Flashbacks, Dissoziation, Albträume, Aggression, moralische Verletzung, familiäre Belastung und Todeswünsche. Hör die Folge nur, wenn du dich stabil genug fühlst.

Andreas ist ehemaliger Soldat. Mit 19 kommt er zur Bundeswehr, zunächst ohne den Plan, dort ein ganzes Berufsleben zu verbringen. Er ist gelernter Koch, findet bei der Bundeswehr Struktur, Halt und Kameradschaft. Später wird er Berufssoldat, arbeitet im militärischen Abschirmdienst in der Spionageabwehr und erlebt Auslandseinsätze im Kosovo und in Afghanistan.

In dieser Folge erzählt Andreas, was Krieg, Gewalt und Verantwortung mit einem Menschen machen. Er spricht über seinen ersten Einsatz im Kosovo 1999, über Massengräber, Minen, brennende Gebäude, zerstörte Orte und den Moment, in dem Deutschland für ihn nach der Rückkehr nicht mehr so sicher wirkt wie vorher.

Ab 2006 ist Andreas siebenmal in Afghanistan. In Kundus arbeitet er mit Quellen und Informanten, baut Netzwerke auf und trägt Verantwortung für Menschen, die der Bundeswehr vertrauen. Er berichtet von Angst, Beschuss, Demonstrationen, Bedrohungslagen, getöteten Kontakten und einem Kameraden, dessen Tod ihn bis heute begleitet.

Nach den Einsätzen verändert sich sein Leben. Andreas kann nachts nicht schlafen, braucht Kontrolle, reagiert schneller aggressiv, fühlt sich im Einsatz sicherer als zu Hause und erkennt später: Er lebt mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung.

Diese Folge handelt von Bundeswehr, Auslandseinsatz, Kosovo, Afghanistan, PTBS, moralischer Verletzung, Kameradschaft, Familie und der Frage, was mit Menschen passiert, wenn sie nach einem Einsatz zwar körperlich zurückkommen, aber innerlich nicht mehr dort ankommen, wo sie vorher waren.

Andreas spricht außerdem darüber, warum er heute offen über seine Erkrankung spricht, wie er andere Einsatzveteranen unterstützt und warum Scham, Stigmatisierung und fehlende Hilfe nach dem Dienst für viele Betroffene ein zusätzliches Problem sind.

Zeitstempel: 0:00:00 – 0:01:47: Triggerwarnung & Intro 0:01:47 – 0:10:39: Andreas’ Einstieg bei der Bundeswehrlaufbahn, militärischer Abschirmdienst, Spionageabwehr und Bedeutung von Kameradschaft 0:10:39 – 0:18:24: Identität, Struktur und der erste Auslandseinsatz im Kosovo 0:18:24 – 0:27:25: Aufgaben im Kosovo, Massengräber, Minen, brennende Schule und erste prägende Erfahrungen 0:27:25 – 0:34:53: Rückkehr aus dem Kosovo, fehlende psychologische Begleitung und der Weg Richtung Afghanistan 0:34:53 – 0:43:04: Afghanistan, Kundus, Auftrag, Informanten und Verantwortung für Quellen 0:43:04 – 0:52:26: Gewalt, Bedrohungslagen, Angst um das eigene Leben und Abschied von der Familie 0:52:26 – 1:02:20: Rückkehr nach Deutschland, Reizbarkeit, Kontrollzwang, getötete Informanten und moralische Verletzung 1:02:20 – 1:10:52: PTBS, fehlende Hilfe, familiäre Belastung, Flashbacks, Dissoziation und Regulationsstrategien 1:10:52 – 1:18:54: Offenheit, Stigmatisierung, Versorgungslücken und Kameradschaft unter Einsatzgeschädigten 1:18:54 – 1:24:17: Scham, Ausstieg aus der Bundeswehr, Ehrenamt, Kinder und mögliche Rückkehr in den Einsatz 1:24:17 – Ende: Warnzeichen, Unterstützung für Einsatzveteranen, Bund deutscher Einsatzveteranen, Zukunftswunsch und Verabschiedung

bundeswehr #auslandseinsatz #veteranen


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Transkript anzeigen

00:00:02: Die Armut, die Zerstörung dort.

00:00:06: Das Leid was Menschen an tun eben auch mit den Massengräbern.

00:00:11: das war für mich nicht begreiflich und es hat lange Zeit gedauert bis ich das wieder konnte.

00:00:18: Bis ich wusste wenn hier ein Spielplatz ist ein Wegesranden kann ich da durchaus rauf gehen.

00:00:23: Da passiert mir nichts weil der sind keine Minen.

00:00:25: jeder rot angemalte Stein auch heute noch sorgt bei mir dafür dass ich erst mal angespannt bin und überlege, bedeutet das jetzt, dass da Minen sind.

00:00:58: Falls du denkst, dass das genannte Thema für dich persönlich belastend sein könnte, dann möchten wir dich bitten die Folge direkt zu beenden.

00:01:09: Stell dir vor!

00:01:10: Du kommst in einen Raum, vor dir sitzt ein Mensch und du hast keine Ahnung wer das ist.

00:01:15: Das passiert mir in jeder Folge bei unserem Podcast von Bohne zur Bohne.

00:01:20: Mein Name ist Charlottete Und ich weiß vorher nichts über unsere Gäste.

00:01:24: Kein Name, keine Information, keine Themen.

00:01:27: Also werden meine Fragen auch deine Fragen sein.

00:01:30: Ich bin Zania und ich suche die Gäste.

00:01:32: Hier achte ich darauf, dass es Menschen mit ehrlichen, berührenden und bewegenden Geschichten sind – genau diese wollen wir teilen!

00:01:40: Bist du bereit gemeinsam mit Charlotte neue Geschichten kennenzulernen?

00:01:48: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:01:50: Mein Name ist Charlotte, mein Name ist Zania,

00:01:52: mein name ist Andreas und ich bin Werdienstbeschädigte.

00:01:56: Hi Andreas, es freut mich dich kennenzulernen.

00:01:58: Wer dienst beschädigt?

00:02:00: Das heißt du warst oder bist noch Soldat.

00:02:03: wie kann man das einstufen?

00:02:05: Ich war Soldat und seit Ende zwei tausend neunzehn in den Ruhestand versetzt worden.

00:02:10: Oh

00:02:10: okay Bist du da mit achtzehn hin zum werdienst?

00:02:14: Mit neunzen

00:02:14: jahren?

00:02:15: Okay wolltest du unbedingt?

00:02:17: Nein tatsächlich nicht.

00:02:19: Eigentlich wollte ich nicht unbedingt zu Bundeswehr sondern dass hat sich durch einen Zufall ergeben.

00:02:23: ich habe dem beruf eines Koches erlernt und festgestellt, wie schwer es ist auf dem damaligen Markt gutes Geld als Koch zu verdienen.

00:02:34: Und die Bundeswehr hat es einem da leichter gemacht und habe ich gesagt gut dann gehe ich jetzt erst mal für ein paar Jahre zur Bundeswehr und schaue mir das an, verdiene ein bisschen Geld.

00:02:43: und danach wollte ich eigentlich wieder als Koch und dann ins Ausland gehen.

00:02:46: Für wie lange hattest du dich verpflichtet?

00:02:48: beim ersten Mal?

00:02:49: Beim ersten Mal vor vier Jahren!

00:02:51: Oh, das ist doch schon relativ lang... Wo warst du da stationiert?

00:02:54: Also was hast Du gemacht?

00:02:55: Ich habe angefangen bei der Panzer-Arzellerie in Dabel, Mecklenburg-Vorpommern.

00:02:59: Ein kleiner Standort damals mit knapp tausend Soldatinnen und Soldaten.

00:03:06: Und es hat mir nach kurzer Zeit so gut gefallen dass ich auch gesagt habe ich möchte länger dort bleiben und möchte meine Laufbahn auch nochmal wechseln.

00:03:15: Was hast Du denn beim in Deiner ersten Station genau gemacht?

00:03:18: Was war da deine Position?

00:03:20: Meine Position war tatsächlich dort in der Küche, in dem Standort für die Verpflegung der Soldatinnen und Soldaten sorgen.

00:03:28: Und als Truppführer anfangs habe ich mich um eine Handvoll Menschen gekümmert, die Ausbildung dort vorangetrieben oder eben auch Übungsvorhaben sichergestellt.

00:03:42: Ich seh daran.

00:03:45: Du hast gesagt, das hat dir so gut gefallen, dass für dich klar war du bleibst da und du möchtest eine richtige Laufbahn dort einlegen?

00:03:51: Immer noch im Bereich des Kochs oder dann wolltest du woanders hin?

00:03:55: Tatsächlich am Anfang noch in dem Bereich des Koches.

00:03:57: ich wollte Feldwebel werden.

00:03:59: Das war an dieser Laufbarn.

00:04:01: Es waren diese Verwendungen auch möglich Hab nochmal einen Meisterlehrer gemacht Und hab dann später erst nochmal richtig ein Wechsel vollzogen.

00:04:11: Hm, wo bist du da hingegangen?

00:04:13: Bin später dann zum militärischen Abschirmdienst gegangen und hab dort siebzehn Jahre mein Dienst geleistet.

00:04:20: Ach krass!

00:04:21: Siebzehnt Jahre ist schon sehr lang.

00:04:23: Musstest Du Dich denn so lange verpflichten oder hast Du das immer wieder verlängert?

00:04:27: Letztendlich hatte ich verlängerd zum ersten Zeitraum auf zwölf Jahre, dann auf dreizehn Jahre und habe dann die Möglichkeit gehabt Berufssoldat zu werden bei der Bundeswehrm.

00:04:41: Was hast du da dann zum Schluss gemacht?

00:04:43: In welcher Position warst du?

00:04:45: Also ich war im Bereich der Spionageabwehr für die Militärischen Abschirmdienst und habe letztendlich von Gewinnen, von Informanten über das Führen von Informanden im Innen- und auch im Ausland meine Aufgaben absolviert.

00:05:03: In welchem Ausland warst Du da?

00:05:04: Darfst Du das sagen?

00:05:05: Ich war in dem Kosovo-Einsatz Und ab Jahrzehnte war ich siebenmal in Afghanistan.

00:05:15: Du hattest jetzt gesagt, dass du dich zu Beginn für vier Jahre verpflichtet hast?

00:05:19: Warum hast du diese vier Jahre verlängert?

00:05:23: Was hat dir die Bundeswehr gegeben?

00:05:26: Mir hat vor allem die Kameradschaft sehr viel Halt gegeben auch.

00:05:31: Mir hat es gut gefallen Menschen völlig fremde Menschen kennenzulernen In der gleichen Tätigkeit mit diesen Menschen auch über längere Zeit engsten Raum zu teilen und sich gut zu verstehen.

00:05:49: Und dieses Hand in Hand arbeiten, diese unausgesprochene Kameradschaft hat mir unheimlich viel gegeben.

00:05:57: Wie hat sich diese Kameradschaft im Alltag gezeigt?

00:06:00: Ich meine was du gerade beschreibst ist ja... quasi das Verhältnis von Arbeitskollegen, aber Kameradschaft bedeutet ja deutlich mehr als einfach Arbeitskullegen sein.

00:06:09: Was, was, was bedeutet das für dich?

00:06:11: Genau also.

00:06:12: Arbeitspflege bedeutet in der Regel dass man nach acht bis siebzehn Uhr oder nine to five stopp nichts mehr von dem Arbeitskullegen hört.

00:06:24: in der Regel wie gesagt und Kameradenschaft geht darüber hinaus.

00:06:27: Der Kamerat steht vierundzwanzig sieben für mich ein dreihundert sechszig Tage im Jahr wenn es darauf ankommt.

00:06:32: Dafür wird man zusammen trainiert und dafür leistet man seine Dienstzeit zusammen auch.

00:06:40: Jetzt hattest du ja aber einen Wechsel, auch am Standort oder nur innerhalb deiner Position?

00:06:46: Innerhalb der Standorte tatsächlich auch und damit die Position.

00:06:50: Das ändert im Großen und Ganzen nichts was die Kameraden angeht um.

00:06:56: mit der Erfahrung aus den Auslandseinsätzen wird das sogar noch intensiver.

00:07:01: Das ist das, was ich in Erfahrung gemacht

00:07:02: habe.".

00:07:03: Inwieweit wird das intensiver?

00:07:06: Im Auslandseinsatz ging es teilweise darum, dass ich mich auf meinen Kameraden, auf meinem Bruder zu einhundert Prozent verlassen kann.

00:07:16: In speziellen Situationen außerhalb des Feldlages, in gefährlichen Situationen wusste ich, wenn nicht Falle ist mein Bruder und mein Kamerad da und hilft mir, und beschützt mich umgekehrt.

00:07:28: Genau das

00:07:29: Gleiche.".

00:07:30: Würdest du sagen dass das bedingungslos bei allen so ist oder ist das jetzt sehr speziell bei dir so gewesen?

00:07:35: Das Gefühl der Kameradschaft und Brüderschaft?

00:07:38: Grundsätzlich ist es im Speziellen für alle so, vor allem umliegbar.

00:07:44: Es gibt auch ein paar Graf zwölf bei der Bundeswehr.

00:07:47: Der beschreibt die Kameradschaft, der beschreibt genau dies.

00:07:51: Das ist jetzt noch einen Unterschied ob ich Wo ich innerhalb der Bundeswehr dienstleiste, bin ich in kämpften Einheiten oder sonst wo eingesetzt, wo ich mich darauf verlassen muss.

00:08:02: Dann funktioniert das.

00:08:04: Das funktioniert am besten im Auslandseinsatz.

00:08:07: Innerhalb einer Digenschaft wird es schon wieder schwerer mittlerweile.

00:08:11: Warum wird es mittlerweile da schwieriger?

00:08:14: Weil auch die Bundeswehr als Arbeitgeber mittlerweile betrachtet wird.

00:08:20: Als Arbeitgebers wie eben... draußen auch Arbeitgeber vorhanden sind und es ein Nine to Five Shop angesehen ist in Teilen.

00:08:32: Man macht Stabsarbeit, man kommt morgens hin, macht seine Arbeit abends geht man nach Hause und der Rest interessiert gar nicht mehr.

00:08:40: so die wirkliche Kameraschaft haben wir nur noch an den Auslands einsetzen oder eben auf Übungen etc.

00:08:47: aber ganz wenig nur noch in den Verbänden.

00:08:50: jetzt überlege ich mir das ja auch dass Personal heute darauf trainiert wird, im Ernstfall auch im Ausland jederzeit stationiert zu sein.

00:08:59: Das heißt also eigentlich müsste doch diese Kameradschaft genauso noch trainiert werden oder gefördert werden damit es im Zweifelsfall wenn es zu diesem Einsatz im Auslands kommt ja dann auch gegeben ist.

00:09:10: woran würdest du sagen machst du den Unterschied von damals und heute?

00:09:15: Es kommt so ein bisschen drauf an in welchen Einheiten man dient.

00:09:21: es gab viele Jahre eben Einsätze wie Mali, Afghanistan den Kosovo etc.

00:09:28: von der anderen Gefährdungslage vorherrschte als heute.

00:09:32: Heute betreiben wir Einsätze natürlich noch in Libyen im Irak aber eben auch Litauen ganz stark und Litauen ist letztendlich ein Einsatz Gefährdungslage noch nicht so konkret ist.

00:09:51: Es ist eine Gefährderungslage da, die beschrieben wird weshalb in Latta kräftig stationiert werden soll aber sie wird nicht zu beschreiben und Dahingehend wird oftmals Die Situation verkannt oder die anderen Menschen wären egal das auch was gesellschaftlich etwas passiert dass menschen Im Umfeld von dem einen oder anderen auch nicht mehr so wichtig sind, sondern werden oberflächlich betrachtet.

00:10:23: Man macht seinen Job und will mit dem anderen aber nichts zu tun haben.

00:10:26: Kameradschaft ist eben doch manchmal einfach

00:10:28: anstrengend.".

00:10:44: beeinflusst?

00:10:46: Sie hat mir vor allem Struktur gegeben, die Bundeswehr und auch so ein bisschen sinnstiftend muss ich auch sagen.

00:10:54: Ich glaube auch die heutigen achtzehn- neunzehnten sind anders als sie damaligen achtzenneunzten jährigen ganz einfach.

00:11:01: Ich habe mit sechszene Ausbildung begonnen und mit ja gerade Neunzehn abgeschlossen gehabt Anders geprägt auf was Selbstständigkeit angehen etc.

00:11:15: Also ich war schon selbstständig, trotzdem war der Bereich alles neu für mich und man musste letztendlich sich auf die Kameradinnen und Kameraden verlassen, die im Umfeld waren.

00:11:26: Das heißt was ich nicht wusste da mussten die Kammeraden unterstützen und andersrum hat man die Kameras unterstützt die eben Schwierigkeiten hatten den Rucksack zu tragen die Waffe zu tragen.

00:11:36: Und dieser Zusammenhalt, der dabei gebildet wurde.

00:11:39: Der hat eine Gemeinschaft gebildelt und den Sinn uns weg nochmal deutlich wiedergegeben wozu.

00:11:49: es ist wichtig dass es Soldatinnen und Soldaten gibt in unserer Gesellschaft.

00:11:54: Wie kam es dann dazu das du zu deinem ersten Auslandseinsatz gefahren bist?

00:11:59: Nimm uns gerne mit.

00:12:00: wie hat sich das entwickelt.

00:12:01: warum wurdest Du gefragt?

00:12:05: Tatsächlich wurde ich nicht gefragt.

00:12:10: In der Konflikt mit dem Kosovo-Einsatz begann im März, wo unser damaliger Bundeskanzler Schröder nachts in einer Fernsehansprache den Einsatz von deutschen Flugzeugen über den Kosov befähigt hatte.

00:12:36: Da war ich dabei, das war damals ein großes Ereignis als er letztendlich den Eingriff in diesen Konflikt befohlen hatte.

00:12:45: und in dem Moment, als ich das gesehen habe im März, neunzehnneunzig nachts vom Fernsehen, war mir klar dass es notwendig, dass deutsche Soldaten helfen und unterstützen und ich wollte einer von diesen sein der das unterstützt.

00:13:04: Ich war damals gerade auf einem Lehrgang und hab mich nach diesem Lehrgang sofort freiwillig gemeldet dafür.

00:13:13: Wie alt warst du?

00:13:16: Gerade neunzehn zu dem Zeitpunkt, als ich ... Nee!

00:13:20: Das ist falsch nicht grade Neunzehntein und so war ich zwanzig Jahre alt.

00:13:24: Quatsch, neunzent.

00:13:26: Zweiundzwanzig jahrealt war ich zu diesem Zeitpunkt.

00:13:30: Hattest Du das Gefühl bereit zu sein für das was Du da siehst?

00:13:33: Das wusste ich gar nicht.

00:13:35: Ich wusste, ich will helfen aber ich wusste nicht wofür ich bereit sein sollte.

00:13:39: das war mir zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht klar was mich erwarten würde.

00:13:44: dass hat sich erst im laufe der zeit so herauskristallisiert im rahmen der ausbildung.

00:13:51: was könnte wichtig werden?

00:13:53: dabei

00:13:55: wurde ihr darauf vorbereitet was euch erwarten könnte.

00:14:00: wir wurden vorbereitet auf auf Dinge, wo vermutet wurde was man aus den S voreinsetzen konnte.

00:14:08: Was uns erwarten könnte.

00:14:10: ich glaube auch nach wie vor egal wie gut die Ausbildung wird bei der Bundeswehr auf das was man dann tatsächlich erlebt kann man nicht vorbereitet werden.

00:14:21: Nimm uns gerne mit zu dem Moment wo du mit deinen Kameraden im Flugzeug warst.

00:14:26: Wie viele wart ihr und was habt ihr euch vorgestellt?

00:14:30: Der moment ins ins Flugzeug zu steigen, war dann letztendlich so ein Entgültiger.

00:14:36: Ich möchte mal einen ganz kleinen Stück vorher hingehen.

00:14:39: in den Moment sich von der damaligen Freundin zu verabschieden und von den Eltern zu verabscheinen ohne genau zu wissen was kommt auf ein Zuwahl das konnte man uns im Rahmen der Ausbildung auch nicht sagen.

00:14:51: welche Situation haben wir?

00:14:52: die war sehr dynamisch.

00:14:53: diese Situation dass ja im Sommer neunundneunzig also im Juli neunundeunzig die ersten deutschen Kräfte überhaupt von Mazedonien in den Kosovo rübergewechselt haben und schon die ersten Schusswechsel, die ersten Toten auf der anderen Seite oder durch Deutsche getötet worden sind.

00:15:15: Also das war die Situation.

00:15:17: und dann dieser Abschied von der Familie und von den damaligen Freunden eben sehr ... ja schon sehr emotional war Aber mit dem sicheren Gedanken, ich komme auf jeden Fall wieder.

00:15:36: Es hat sich im Laufe der Einsätze auch verändert.

00:15:38: aber in dem Moment damals, der erste Einsatz, das ist ja im Jahr dein Neunzeig.

00:15:42: Ich komme auf den Fall wieder.

00:15:43: wie weiß ich noch nicht habe ich mir auch nicht solche Gedanken drüber gemacht in diesem Alter.

00:15:47: und das erste Ankommen war natürlich alle wahnsinnig aufgeregt.

00:15:54: es war eine Truppe bunt zusammengewürfelt aus verschiedenen Einheiten verschiedene Menschen die aber alle gut zueinander gepasst haben.

00:16:03: und das erste Einkommen in Skopje auf dem Flughafen, in Niedergehender Sonne.

00:16:14: Soldatinnen und Soldaten, Kameraden, die auf dem Flugplatz standen und die nach Hause geflogen wurden mit unserem Flieger der uns reingebracht hat.

00:16:24: Die sahen natürlich völlig anders aus, haben sich aber wahnsinnig gefreut auf die Heimreise.

00:16:29: Und wir waren jetzt da und sind dort auf dem Flugplatz in Bussen gestiegen, in die wir wahrscheinlich in Deutschland nicht mehr einsteigen würden.

00:16:38: Mit kaputten Scheiben mit Gitter an den Wohsscheiben mal gewesen sind und uralte Busse, mit denen wir dann durch Skopje für sechs Stunden in den Kosovo rübergefahren sind Feldlager verbracht wurden, eine alte Chemiefabrik.

00:16:59: Und dann nachts irgendwann ankamen nach dreiundzwanzig Uhr und das war tatsächlich damals ein ganz beschissenes Gefühl auf einmal dort auszusteigen.

00:17:10: Man wusste ich sehe die richtige Welt erst wieder in sechs oder sieben Monaten

00:17:14: wieder.".

00:17:15: Du sagst es waren ganz beschissenes Gefühl.

00:17:17: was hast du dabei gefühlt?

00:17:23: Glaub aus Erinnerung heraus, es war eine Mischung aus Angst und Traurigkeit.

00:17:30: Doch letztendlich das erste Mal Datum in meinem Leben zu lange soweit weg zu sein von Zuhause aus dem vertrauten Umfeld.

00:17:39: Und das war glaube ich schwierig.

00:17:43: gerade so beim ersten Betreten Von kosovarischen Boden.

00:17:48: Du hast jetzt gesagt Dass ihr dort angekommen seid, ging es dann direkt Schlag auf Schlag für euch los?

00:17:53: Oder hattet ihr erst mal noch die Nachtzeit um runterzukommen?

00:17:57: Tatsächlich hatten wir im Kosovo erstmal die Zeit herunterzukommen und haben die ersten Nächte in der alten Chemiefabrik eben auch übernächtigt.

00:18:11: Und über Nacht.

00:18:14: Details ist richtig!

00:18:18: Kleinen Höhlen gebaut aus alten Pappkartons, die da noch rumstand und alles was dort war.

00:18:25: Da hatten wir unsere Bettenbogen gebaut und konnten uns erst mal niederlassen.

00:18:30: Und die ersten Tage waren davon geprägt, bestimmte Aufgabengebiete erstmal zu übernehmen.

00:18:35: Alte Kondigent war zu Ende.

00:18:40: Die haben übergeben und die Neuen haben eben übernommen und das kuyose war.

00:18:47: Ich war ja damals in der Verwendung eigentlich als Feldkoch, so nennt man das oder als Feldwebel damals schon.

00:18:56: Und in dieser Aufgabe wäre ich mir auch sicher gewesen.

00:18:59: aber ich bin damals als P-Gruppenführer mitgekommen und P Gruppenführern waren ganz breites Feld von Lager Winterfest machen die Massengräber teilweise noch räumen Mineräumung gehörte eben auch dazu, wie die Sicherungen von Liegenschaften, die die Bundeswehr neu aufgebaut hat.

00:19:21: Auf dem Berg Erebino oder sonstwo.

00:19:24: Ja es waren also eine Reihe verschiedener Aufgaben.

00:19:29: Super viele verschiedene Aufgaben vor allen Dingen auch einfach komplett ein anderes Feld als das was du davor gemacht hast.

00:19:36: Wie hast Du dich da persönlich darauf vorbereitet?

00:19:38: Oder hast Du Dich selbst in dieser Situation begeben und Learning by Doing

00:19:43: Vorbereitet?

00:19:44: gar nicht, weil ich gar nicht wusste was kommt auf mich zu.

00:19:46: Man hatte damals die ursprüngliche Idee war es mich mit einem kleinen Trupp in die Berge zu verlegen um dort für den Winter die Menschen mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen das heißt Nudeln zu kochen Kartoffeln zu Kochen und denen auszugeben dass in Bergdörfern die eben im Winter nicht erreicht werden können.

00:20:08: Das war der Plan.

00:20:10: Das Programm ist aber währenddessen eingestellt worden, als wir die Ausbildung hatten und es wurde gesagt jeder kommt mit und kriegt eine neue Aufgabe.

00:20:16: Und mir war diese Aufgabe am Anfang gar nicht so klar was das gewesen ist.

00:20:21: und das kam erst Als wir im Einsatz waren und man eingeteilt wurde du machst heute mal das und du machst Heute Mal dass.

00:20:28: und So ein richtiger Aufgabe hatte ich das ganze kontingent durch mich sondern Ich habe überall mal Mit gewerkt und gearbeitet.

00:20:35: Hättest

00:20:35: du dir rückblickend eine feste Aufgabe gewünscht?

00:20:38: Oder hattest ihr auch geholfen für die Aufträge oder Einsätze, die du dann in der Zukunft noch hattst.

00:20:45: Mit der Erfahrung von heute hätte ich mir eine konkrete Aufgabe gewinnt.

00:20:50: Für die ich verantwortlich gewesen wäre und die ich mit meinem Trupp hätte durchführen können.

00:20:55: Alles andere hat mich natürlich viel Erfahrung gebracht dabei so wie es jetzt passiert ist Und viele Dinge lernen lassen und daher möchte ich das heute rückblickend gar nicht mehr bewerten, ob es gut war oder nicht.

00:21:16: Es hat was mit mir gemacht auf jeden Fall.

00:21:18: aber ich glaube selbst bei einer Aufgabe hätte das auch etwas mit mir gemacht.

00:21:24: Was hat denn das Außen mit dir gemacht?

00:21:27: Ich meine im Kosovo bist du ja bestimmten Situationen ausgesetzt worden.

00:21:32: Du hast jetzt schon von Massengräbern gesprochen.

00:21:35: Was hat das mit dir gemacht und was für Erfahrungen musstest du

00:21:39: erfahren?

00:21:41: Also damals als junger Mensch der aus einer ganz, ganz heilen Welt kam.

00:21:47: Der auf einem kleinen Dorf aufgewachsen ist und für den das größte war, vierzig Kilometer von zu Hause bei der Bundeswehr eingezogen worden zu sein.

00:21:59: War das schon ein... Wahnsinns Schritt und Erfahrung, die ich machen musste.

00:22:09: Und ich habe sie tatsächlich zum damaligen Zeitpunkt glaube ich überhaupt nicht so richtig realisieren können und verarbeiten können schon gar nicht das Ganze auch danach.

00:22:20: Ich hab da nachgemerkt nach diesem Einsatz nach fast sieben Monaten als ich zurückkam Da habe ich das was da war alles wahnsinnig verändert wahrgenommen.

00:22:34: Alles viel, ja.

00:22:36: also ich hatte für mich selber das Gefühl kurz nach der Ankunft in Deutschland.

00:22:40: Ich komme nicht mehr klar in Deutschland weil das was ich vorher alles gesehen hatte die Armut Die Zerstörung dort dass das Leid was Menschen-Menschen an tun eben auch mit den Massengrebern Das war für mich Nicht begreiflich In dem Moment im Einsatz.

00:23:01: dann als ich zurückkam war alles wieder Okay, ich konnte sauberes Wasser aus dem Wasserhahn trinken.

00:23:08: Ich musste nicht aufpassen wenn ich den Weg verlassen habe, dass dort irgendwo Minen sein könnten mit dem Gedanken.

00:23:16: Das hat lange Zeit gedauert bis sich das wieder konnte.

00:23:19: Bis ich wusste, wenn hier einen Spielplatz ist und wege es dran, dann kann ich da durchaus rauf gehen.

00:23:25: Da passiert mir nichts weil da sind keine Minen.

00:23:27: Jeder rot angemalte Stein auch heute noch Sorgt bei mir dafür, dass ich erst mal angespannt bin und überlege.

00:23:36: Bedeutet das jetzt, dass da Minen sind?

00:23:38: Und nächstes Mal muss ich mir sagen nein, es sind keine Minen aber ich überlege zumindest erstmal.

00:23:43: also das sind alles Dinge die ich damit gebracht habe an Erfahrung und als zu junger Mensch so einen langen Einsatz, so einen enttensiven Einsatz auch zu machen wo auch Kameraden sich das Leben genommen haben.

00:23:55: Wo kameraden wirklich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt haben in sechs Monaten, die völlig verändert nach Hause kamen ist schon glaube ich sehr prägend und sehr schwer auch zu verarbeiten.

00:24:13: Gab es ein Erlebnis im Kosovo wo du sagst so das ist nachhaltig sein deiner Erinnerung geblieben?

00:24:20: gab es tatsächlich?

00:24:22: wir waren und das zeigt wieder wie vielen verschiedenen Aufgaben mich eingesetzt war eingesetzt auch als Lagerfeuerwehr.

00:24:30: Wir haben aber auch unterstützt, wenn draußen Brände waren um dies zu löschen und sind dann in einem Fall.

00:24:37: es war vermeintlich Dienstschluss oder Dienstunterbrechung im Einsatz war schon dunkel Und wir sind zu einem Brand in einer nahegelegenen Ortschaft gerufen worden wo eine serbische Schule gebrannt hat.

00:24:53: Das war das was uns gemeldet wurde.

00:24:59: Und aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit vom Personal bin ich mit auf das Fahrzeug gestiegen und damit rausgefahren, habe die Feuerwehr mit unterstützt.

00:25:09: also es war eine Bundeswehrfeuerwehr letztendlich und wir kamen da an und das Gebäude brannte auch schon lichterloh von außen von innen aus dem Keller heraus und uns waren nicht klar ob dort noch Kinder in der Schule sind tatsächlich Gänzlich unbekannt, Fakt war wir mussten das Feuer löschen.

00:25:30: Der Tank des Fahrzeuges war relativ schnell leer also mussten wir Wasser suchen.

00:25:37: in den Nähe hatten auf der Karte gesehen ist ein Fluss und wir musten dann mit diesen Schläuchen die wir hatten zu diesem Fluss laufen.

00:25:44: es waren guter Kilometer Und in den Häuserecken standen letztendlich die Albaner und wollten nicht dass wir die Schule löschten und haben uns massiv Böse angeschaut.

00:25:56: Wir hatten Waffen zwar mit, aber auf den Rücken damit wir schneller laufen konnten

00:25:59: etc.,

00:26:00: das heißt, wir hätten uns auch gar nicht verteidigen können.

00:26:03: Und ... Das war schon ein Erlebnis.

00:26:07: also bis zum Schluss nichts zu wissen, also bis heute auch nicht waren dort Menschen noch im Gebäude weil dann eben später die Polizei übernommen hat.

00:26:15: Wir haben das nur gelöscht dieses Gebäudee Aber nichts zu wissen.

00:26:19: bis zum schluss Haben sich Kinder noch da drin befunden diesen Hass zu spüren von anderen Menschen, die diese Schule höchstwahrscheinlich angezündet haben.

00:26:30: Dass man nicht möchte dass sie gelöscht werden und uns ja auch nicht offensiv bedroht haben aber schon bedrohlich waren.

00:26:38: Ja und als junger Mensch sich die Frage oder ich habe mir als jungem Mensch die Frage gestellt warum tun Menschen das?

00:26:47: Gebäude zerstören aus einerseits aber ohne zu wissen sind dort Kinder drin, sind dort andere Menschen noch drin in dieser Schule.

00:26:55: War für mich schon schwierig.

00:26:57: Jetzt bist du ja mit einer ganz anderen Vorstellung eigentlich zur Bundeswehr gegangen?

00:27:02: Also die war das Ausmaß was das hier eigentlich bedeuten kann gar nicht so richtig bewusst.

00:27:10: Teilweise also ich hatte durch Bekannte, die im S-Vorensatz waren Damals schon gewisse Erzählungen auch gehört, was im Auslandseinsatz so los ist.

00:27:22: Aber das ist durchaus ... dass diese Aufgabe auch durchaus dankbar sein kann, was man an Rückmeldung kriegt aus der Bevölkerung etc.

00:27:33: Ich glaube ich habe auch ein bisschen diesen Abenteuer dran gehabt weshalb ich mich für den Kosovo entschieden hab also einen Land zu besuchen.

00:27:43: Menschen kennst du lernen und Menschen zu helfen?

00:27:45: Das war meine Intention dabei, mich für diesen Auslandseinsatz zu melden.

00:27:49: Weil ich, wie gesagt damals vom Fernseher Gerhard Schröder macht dort seine Ansage dazu und natürlich hat man in den Nachrichten damals auch dargestellt, wie Menschen flüchten und dann ermordet wurden auf der Flucht.

00:28:06: und da habe ich für mich schon festgestellt, nee dann möchte ich was tun.

00:28:10: Dann möchte ich Teil davon sein das eben zu ändern dass so etwas passiert Und was mich damals dann tatsächlich erwartet hat als junger Mensch, war schon schwierig zu begreifen.

00:28:24: Aber ja danach habe ich eben auch gelernt es gibt nichts was es nicht gibt.

00:28:29: Als du diese massive Zerstörung im Kosovo gesehen hast und auch gesehen hast wie andere Kameraden, wie du schon gesagt hast Alkoholiker wurden oder sich komplett verändert haben Wie haben die Kameraden dich unterstützt?

00:28:45: oder wie habt ihr euch gegenseitig unterstützt mit dieser auch teilweise lebensbedrohlichen Situation, mit diesem Hass?

00:28:56: Mit dieser Wut der Menschen umzugehen.

00:29:00: Ja das ist die unausgesprochene Kameradschaft von der ich am Anfang erzählte dass man weiß, der andere ist da.

00:29:07: Man wundert sich gegenseITich auf und macht sich Mut Mit Witzen, mit guter Laune und dann auch in den Aufgaben selber.

00:29:19: Dass man doch für sich einen Sinn drin erkennt und die Zeit irgendwie vergeht.

00:29:24: Also durch die Kommunikation, dass man weiß das man die Kameraden umsichert hat.

00:29:31: Da hat man das überstanden letztendlich.

00:29:34: Jetzt sind ja auch tatsächlich viele aus dem Kosovo nach Deutschland geflüchtet und haben sich hier angesiedelt.

00:29:41: Hast du aktiv mal den Kontakt, auch danach mit Menschen aus den Gruppierungen gesucht um das zu verarbeiten was du alles erlebt hast?

00:29:49: Nein.

00:29:50: Tatsächlich war ich damals noch nicht so weit das aktiv zu betreiben.

00:29:59: Wurden Hemmlauf meiner Erfahrenheit und auch in der Bundeswehrzeit war das dann anders zu afghanischen Menschen her später.

00:30:08: Aber mit Menschen aus dem Kosovo hatte ich tatsächlich ergeben sich vielleicht heute mal Kontakte, es gibt eine Schnittstelle zu dem was damals gewesen ist.

00:30:19: aber damals glaube ich war noch viel zu jung um das überhaupt zu durchdringen.

00:30:26: Jetzt ist ja bis heute, je nachdem wo man ist.

00:30:29: Bis heute noch sehr viel Zerbombung kann man auch auffinden.

00:30:32: also das ist ja nicht so dass die Länder sich jetzt hier wieder komplett aufgebaut haben und man kann doch sehr viel kaputtes sehen.

00:30:39: hast du den Weg nochmal dorthin gewählt und konntest nochmal die Ausmaße sehen und nochmal einiges verarbeiten was du hattest an Eindrücken?

00:30:46: Nein tatsächlich nicht.

00:30:47: es ist immer noch ein Ziel auch nochmal an die Orte zurückzukehren.

00:30:52: Ich kenne das von anderen Kameraden, die noch mal da gewesen sind.

00:30:57: an diesen Orten hatte sich für mich nicht ergeben auch allein aufgrund meiner Aufgabe, die ich dann später im Rahmen der Bundeswehr hatte.

00:31:07: beim militärischen Abschirmdienst war es schwierig oder nicht nur schwierig, sondern unmöglich in Länder mit besonderen Sicherheitsrisiko.

00:31:17: Es gibt eine Staatenliste für Menschen die eben bei Nachrichtendiensten oder in sicherheitsrelevanten Berufen arbeiten, wo sie nicht reisen dürfen.

00:31:24: Der Kosovo gehört dazu und deshalb ergab sich auch nie die Gelegenheit – ich habe es wie gesagt immer noch auf Fotos gesehen dass wenn Kameraden da waren konnte ich Dinge erkennen im Pristeren

00:31:35: etc.,

00:31:37: die es ja heute noch gibt.

00:31:39: Wie lange bist du im Kosovo geblieben?

00:31:42: Fast sieben Monate.

00:31:44: Als du zurückgekommen bist nach Deutschland und der Situation ausgesetzt war, dass da neue Kameraden raus kommen und ihr in das Flugzeug steigt wo die her gekommen sind.

00:31:56: wie war die Situation?

00:31:58: weil als du in der anderen Situation warst, warst du ja vor der Freude.

00:32:02: Und wie war es für dich da am Flughafen zu stehen und abzureisen

00:32:07: erleichtern, tatsächlich wieder nach Hause zu kommen und so ein bisschen ... Ich hab mich gefreut auf Zuhause.

00:32:15: Und auch die Normalität, zu einem McDonald's gehen zu können und Burger zu essen.

00:32:24: Du hast gerade gesagt, dass es für dich nicht ganz leicht war, wieder den Weg zur Normalität zu finden um das alles zu verarbeiten?

00:32:30: Wie lange hat das ungefähr für dich gedauert?

00:32:33: Bis heute würde ich meinen.

00:32:35: also bin damals, ich hatte mich verändert und es ist glaube ich nie wieder so geworden wie's vorher war.

00:32:45: Es ist anders geworden auch nicht unbedingt schlechter aber das war nie wieder.

00:32:51: sowies.

00:32:51: vorher war

00:32:52: Als du vom Auslandseinsatz wiedergekommen bist wurde dir der therapeutische oder psychologische Hilfe angeboten um das zu verarbeiten was du gesehen hast mit Zweiundzwanzig?

00:33:03: Nein Hättest du dir das gewünscht?

00:33:07: Ich glaube schon, wir waren damals alle so geprägt und es hat sich auch eine lange Zeit gezogen.

00:33:12: Auch in die anderen Einsätze.

00:33:15: Dass man also einen hat nichts belastet natürlich weil man ist ja Soldat.

00:33:20: Man ist noch ein Mann dazu und deswegen redet man nicht über Situationen die einen selber belastete haben wenn alle anderen das auch nicht tun.

00:33:27: Und daher hätte ich mich auch schwer getan darüber zu reden.

00:33:31: aber dieses Angebot der psychologischen Hilfe Gab es damals gerade nach diesem Einsatz nicht, die Bundeswehr hat das später verpflichtend eingeführt.

00:33:41: Das ist auch gut dass sie Angebot gemacht werden und trotzdem bleibt das alte Problem man spricht nicht da drüber

00:33:48: Wie lange hat es gedauert?

00:33:49: bist du dann in den nächsten Auslandseinsatz bist?

00:33:53: Knapp sechs Jahre dann noch.

00:33:55: ich habe zwischenzeitlich meine Dienststelle gewechselt.

00:33:59: dort muss sich erstmal ausgebildet werden für die neue Aufgabe in der Bundeswehr.

00:34:05: Ich habe zum Schluss und da ist so der Aufhänger auch dazu, zu Afghanistan einsetzen.

00:34:13: Ich hab die Flugzeuge während eines Trommelungsplatzaufenthalts bei den Amerikanern in Ida Oberstein in einer Kaserne das zweite Flugzeug live in den Türbel steuern sehen.

00:34:27: Und in dem Moment wo ich das gesehen habe hat mir das ganze Angst gemacht passieren kann.

00:34:36: Also die Menschen zu sehen, wie sie aus dem brennenden Hochhaus springen mit lebendigen Leib in den Tod springen oder damit sie nicht verbrennen oder andersweite sterben das hat mich wahnsinnig beeindruckt.

00:34:50: und mir waren sie Angst gemacht.

00:34:52: eben auch und da war mir schon klar sollte es dazu kommen dass Deutschland also erst mal hatten wir damals nicht begriffen was es ist.

00:34:59: das war denn aber relativ schnell klar.

00:35:01: so ein terroristischer Anschlag Da war mir relativ schnell klar, auf jeden Fall werde ich da eben auch hingehen und unterstützen.

00:35:09: Weil es kann ja nicht sein dass ein anderes in dem Maße angreift ohne damals zu durchdringen was bedeutet das?

00:35:16: In einem Zuge dessen bin ich eben die neue Einheit gekommen wurde dort ausgebildet und habe mich dann relativ schnell für die Einsätze ausbilden lassen oder diesen Einsatz ausbilder lassen.

00:35:29: Und das war dann im Jahr two-tausendsechs soweit.

00:35:32: Anfang Januar zwei tausend sechs bin ich dann in meinem ersten Afghanistan Einsatz gewesen.

00:35:39: Mit welchem Gefühl bist du denn dann in den zweiten Einsatz gereist?

00:35:42: Denn Du kanntest ja, dass Ausmaß an Leid!

00:35:44: Du kannte es, dass die Verfügbarkeit von Tod, von Leid...Du kannteste all das.

00:35:50: Wie war das für dich mit dem Wissen, dass du wieder diesen Dingen ausgesetzt wirst?

00:35:55: Die Ziele, die uns genannt wurden waren ja in Afghanistan völlig andere.

00:36:01: Im Kosovo ging es darum, eine Minderheit zu schützen letztendlich und in Afghanistan ginge es darum den Feind die Taliban Zu vernichten Und eine demokratische Struktur so hieß es am Anfang ein demokratisches struktur aufzubauen.

00:36:23: In Afghanistan im Norden Afghans tanz.

00:36:28: Das war ein völlig anderer Ziel, also eine ganz andere Gefährdungslage auch.

00:36:32: Und dort bin ich damals mit der Motivation hingegangen und wollte Berufssoldat werden.

00:36:38: Ich brauchte diesen neuen Auslandseinsatz um Berufssolidats zu werden.

00:36:42: Das war die Motivations, weil mein Sohn war gerade geboren, damals er war grad anderthalb Jahre alt und da wäre ich niemals freiwillig in den Einsatz gegangen.

00:36:52: aber man hat mich sozusagen überredet damit ich Berufssoldat werden konnte da hinzugehen und das Gefühl dabei war Respekt auf jeden Fall vor diesem Einsatz.

00:37:04: Ich war deutlich älter, ich bin in diesem Einsatz dreißig geworden also schon deutlich erfahrene auch bei der Bundeswehr und in einer ganz anderen Aufgabe.

00:37:16: Ich wusste eine spezialisierten Aufgabe sorge ich erst mal dafür dass die operierenden Kräfte mit Informationen versorgt werden.

00:37:28: Das ist so der Grund, Tina gewesen ohne damals zu wissen was es genau bedeutet.

00:37:33: Wie war's für dich dann dort anzukommen?

00:37:36: Was ich kurz überlegen Flug nach Kundes sind über Usbekistan geflogen haben dort mal noch eine Nacht übernachtet und am nächsten Tag in dieses Kundus Geflogen und dort auf dem Alten Flugfeld, was damals die neunte Kompanie der Russen schon über Hals-Überkopf verlassen hatte gelandet.

00:38:00: Also überall noch zerbompte Flugzeuge und Fahrzeuge.

00:38:06: Das war schon wahnsinnig spannend.

00:38:10: Die erste afghanische Luft War auch leicht überfordernd weil wirklich Es war noch gar nicht heiß, es war im Januar.

00:38:22: Aber es war wirklich warm und gewöhnlich warm für das was wir aus Deutschland kannten zu dem Zeitpunkt.

00:38:29: Und auf mich warteten dann zwei Jungs von unserem Trupp.

00:38:37: also es war alles ein bisschen kleiner weil wie gesagt kleiner abgesessener Trupp hat mich da aufgenommen.

00:38:46: Kunde es war zum damaligen Zeitpunkt überhaupt noch nicht gefährlich.

00:38:50: Also man hat überhaupt noch nie dran gedacht, dass das gefährlich werden könnte.

00:38:53: Das wussten wir dann kurze Zeit später.

00:38:56: besser aber zu dem Zeitpunkt der Ankunft waren mir das überhaupt auch nicht so klar.

00:39:01: Wir sind in ein ins deutsche Lager gefahren was letztendlich eine Obstplantage war und diese Obstplantage wurden paar Holzhütten aufgestellt.

00:39:10: Aber so nicht so richtig schöne Holzhütte sondern so ganz schäbige Holzhützen zusammengenagelt, weiß gestrichen.

00:39:18: Und da hatten wir unsere Unterkunft wie auch Büroräume darin.

00:39:24: Alles ganz neu und die Obstflantage an sich rundherum Lebenmauern war schon schön, muss man sagen.

00:39:36: Das war zuerst mal mit dem ersten Eindruck von Afghanistan.

00:39:40: Wie genau hieß denn euer Auftrag?

00:39:45: Unser Auftrag, also der spezielle Auftrag von unserer Trupp war letztendlich mit Informationen die deutsche Truppe zu schützen.

00:39:52: Also Informationen zu beschaffen, die eben dafür geeignet sind gefahren von der deutschen Truppe abzuwenden.

00:39:59: Das war so der Auftrag für die Deutschen.

00:40:01: ins gesamte Auftrag War ja Bereiche im Norden Zu sichern einzunehmen und dann später in der Folge afghanische Sicherheitskräfte auszubilden.

00:40:14: Das war noch nicht so weit, sondern da waren wir erst mal damit beschäftigt, Gesprächsaufklärung zu machen in den umliegenden Gebieten und Dörfern Information zu sammeln wie ist die Sicherheitslage?

00:40:26: Und dann später kamen dann Sicherheitskrafte auszubilde durch andere und da ein Informationsumfeld zu schaffen wo wir gut informiert in die Aufträge gehen konnten.

00:40:39: Was war da speziell deine Aufgabe?

00:40:41: Meine Aufgabe war es letztendlich Menschen, mich mit Menschen zu unterhalten.

00:40:46: Zu befragen.

00:40:49: Quellen zu befragen die entweder zu uns kamen, die von uns gearbeitet haben diese zu überprüfen im Rahmen der Befragung.

00:40:58: Das Lager ist in anderen Außenposten Menschen zu befragen und letztendlich einen informanten Netzwerk aufzubauen, die uns auch gegen Geld bestimmte Informationen geben konnten.

00:41:16: Nun ist die Sprache natürlich eine große Barriere?

00:41:18: Konntest ihr euch ausschließlich auf Englisch unterhalten?

00:41:20: oder wie ist das passiert?

00:41:23: Die Sprache sind große Barrière.

00:41:25: wir hatten in Deutschland gibt es große Communities von Afghanen Und hier hat die Bundeswehr damals junge Afghanen rekrutiert und geschaut, auf welchem Sprachniveau sind sie?

00:41:40: Deutsch sowie auch eben Pashto oder Darii oder teilweise Persisch.

00:41:46: Und hat diese Leute rekrutierend und eingesetzt als Sprachmittler die wurden dann überprüft sicherheitsmäßig ein Einsatz als Sprachen mittler Die uns als sprachmitler gedient haben.

00:41:57: im laufe dazu gab es auch menschen In Afghanistan, die an der Goethe-Universität studiert hatten und auch Deutsch studiert hatte oder die eben ein sauberes Englisch aussprechen konnten.

00:42:11: Und dann eben Dari English oder Pashto English übersetzen konnten.

00:42:15: Dadurch haben wir dann eben die Gespräche führen können über einen Dritten sozusagen.

00:42:19: Du warst ja auch verantwortlich teilweise für die Sicherheit deiner Quellen?

00:42:24: Genau!

00:42:25: Das kommt auch im Laufe der späteren Einsätze... Mit der Vielzahl der Einsätze ist auch meine Verantwortung gestiegen.

00:42:33: Für Menschen, für die Befragung... Ich war in Deutschland operativ eingesetzt und in diesem Zusammenhang eben auch im Einsatz.

00:42:45: Und mit dieser steigenden Verantwortung war ich dann noch eingesetzt.

00:42:52: Dort kamen Menschen regelmäßig zu uns, Quellen, die wir dann auch verdeckt geführt haben, regelmäßig Kontakt und eben auch Verantwortung.

00:43:04: Wie lange ging dein erster Einsatz im Afghanistan?

00:43:07: Knapp fünf Monate!

00:43:09: Wenn du an das Leid und die Gewalt im Kosovo zurückdenkst, was davon hast du auch in Afghanistan gesehen?

00:43:17: und inwiefern hat sich das Leit in Afghanistan unterschieden?

00:43:22: Das Leid in Afghanistan... glaube ich, hat sich über die vielen Jahre Krieg entwickelt.

00:43:29: Der Kosovo ist ja innerhalb eines kurzen Zeitraums zerstört worden und Afghanistan hat über viele Jahrzehnte letztendlich Krieg erlebt.

00:43:37: in den Ende der Siebziger sind die Russen damals dort einmarschiert und letztendling haben Russen und Amerikaner gegenseitig im Konflikt ausgetragen in Afghanistan auf dem Rücken der Afghanenselber weiter, dass sich durch diesen Krieg radikale Kräfte organisiert hatten und dann entweder gegen Russen am Anfang später denn gegen die Amerikaner auch organisiert haben.

00:44:04: Und da gekämpft haben.

00:44:06: also Zerstörung hat ein anderes Ausmaß sondern man hat viel Leid und Armut auch gesehen.

00:44:14: in diesem haben sich die Afghan aber sehr gut eingerichtet gehabt.

00:44:17: sie konnten damit leben die Kanten das nicht anders über mehrere Generationen, so für Leid und Armut eben auch zu sehen.

00:44:25: Was Gewalt angeht sind die Afghanen auch anders gewesen.

00:44:31: im Kosovo wie schon richtig dargestellt hat sich das oftmals gegen Frauen, gegen Minderheiten gewandt, gegen Kinder auch in dem sie Kinder verschleppt haben Prostitution gezwungen haben.

00:44:44: Das gab es in Afghanistan nicht, unabhängig davon gab es aber die Situation dass ich Mädchen und Frauen voll verschleiern mussten.

00:44:52: das resultierte aus den siebzigern heraus als die Russen dort reingekommen sind als man denen vorgegeben hat Nicht durch die russen sondern durch die einheimischen dass sich frauen zu verschleihen hätten um eben nicht Die fremdkräfte aufzureizen damit sie eben nicht Vergewaltigungsunterlagen, deswegen sollten sie sich voll verschleiern.

00:45:12: Das hat man natürlich auch noch ganz deutlich gesehen und das Leben der afghanischen Familien spielte sich hinter ihren Compounds ab.

00:45:20: Das heißt gegen hohe Hinterhohen Lehmmauern in ihren Häusern.

00:45:24: da haben die gelebt.

00:45:25: außerhalb dieser Lehm Mauer waren Sie voll verschleiert oder es ist gar kein großes Leben.

00:45:31: Es waren viele Menschen auf der Straße, viele kleine Händler auch auf der Strasse.

00:45:38: Männer hat man in der Regel immer gesehen auf Motorrädern, in alten Autos etc.

00:45:43: Es war schon ein anderes Gefühl.

00:45:46: aber dadurch eben weil es auch alles so wuselig war scheinbar mit einer höheren Gefährdungslage

00:45:52: auch Hast du jemals aktiv Angst um dein Leben gehabt?

00:45:59: Weil die Gewalt um dich herum zu groß war.

00:46:04: Ja Es gibt mehrere Situationen, wo ich Angst tatsächlich auch mein eigenes Leben hatte.

00:46:11: Auch im Verlauf der Einsätze in diesem ersten Einsatz war es zuallererst tatsächlich eine Fahrt mit meinem Führer zusammen und wir hatten uns verfahren Aus dieser Situation, wir sind zuvor über so eine schmale Brücke gefahren, wo man gerade vorwärts rüberfahren konnte.

00:46:42: Ohne dass da irgendwo rechts oder links noch Platz gewesen wäre und sind dann eben gestrandet vor der Ortschaft Chardaré die man aus dem Verlauf auch noch kennt, wo schwere Gefechte stattgefunden haben

00:46:59: etc.,

00:46:59: wo die Menschen der Bundeswehr nicht gut gesinnt waren, uns also auch nicht.

00:47:04: Weil wir zur Bundeswehr gehörten und auch da mit Militärfahrzeug vorgefahren sind und mussten dann schnellstmöglich... Also von vorne kamen schon Menschen uns entgegen und wir mussten schnellst möglich rückwärts dann diese ganze Strecke wieder zurückfahren.

00:47:18: Und die wussten nicht dass wenn uns die Menschen einholen was passiert damit uns?

00:47:23: Da hatte ich so das erste mal Angst!

00:47:26: Das zweite Mal war dann als wir eine Warnung vor einer großen Demonstration hatten.

00:47:35: Irgendwas passiert, was weiß ich nicht mehr.

00:47:37: auf jeden Fall sind die Menschen haben gegen Eisaf demonstriert und ich glaube in Kabul war damals dass da Menschen getötet wurden durch Amerikaner und man hat gegen EISAF demonstrierte und so auch vor dem Komponent von dieser schönen Obstplantage mit den Lebenmauern die aber von vielen Seiten zugänglich gewesen ist.

00:47:57: Und da gab es eine große Demonstration, wo wir tatsächlich ... Wo unser Compound war sehr viel Angst hatten, dass sie da durchbrechen, die Menschen und auch wieder nicht wussten was passiert dort also... Was erwartet uns wenn die tatsächlich durchbrechten?

00:48:16: Töten Sie uns oder haben wir Glück?

00:48:19: Man wusste damals auch von Lageberichten der Bundeswehr dass eine Evakuierung von uns aus diesem Lager, also von allen deutschen Kräften nicht möglich gewesen wäre und das man von ein hundert Prozent Verlusten ausgeht wenn das passiert.

00:48:35: Und mit diesem Wissen hat der Demonstration davor stattgefunden wo man nicht wusste brechen jetzt ein oder nicht?

00:48:41: Es ist nicht passiert.

00:48:42: letztendlich da Mop hatte sich beruhigt sind am Leben geblieben offensichtlich Im späteren Verlauf auf einer Fahrt zum neuen Lager kam wir letztendlich in eine Situation, wo wir von hinten ein Fahrzeug schon mit hoher Geschwindigkeit gesehen haben was heran nahte.

00:49:07: Und die Polizei, die auf den Straßensperre, die dort war auch schon ihre Waffen bereit gemacht hatten und wir fuhren da eben zu durch.

00:49:19: Und dieses Fahrzeug ist dann durchgebrochen, durch diese Sperre und die Polizei hinterher und andere Kräfte haben auf das Fahrzeug in dem Moment wo es durch gebrochen ist geschossen und hat halt unser Fahrzeug getroffen dabei als er es geschossen hat.

00:49:37: Das Fahrzeug war jetzt gepanzert also Beschuss aus nach Kalaschnikov macht diesem Fahrzeug nichts aus.

00:49:43: aber Das erste Mal ein seltsames Gefühl, weil erster Afghanistan-Einsatz war April ... ... und das erste mal der Beschuss galt nicht uns.

00:49:57: Es war halt nochmal ein anderes Gefühl.

00:49:59: Da wollte nicht jemand uns töten ganz bewusst, sondern aber es war Beschuss!

00:50:04: Und das ist eben noch einmal eine Situation die man dann anders wahrnimmt auch nochmal danach.

00:50:14: Was hast du dabei gefühlt, als dir in solchen Momenten klar wurde, hey mein Leben könnt ihr zum nächsten Moment vorbei sein?

00:50:22: Ähm Angst.

00:50:24: Aber gar nicht so sehr um ein eigenes Leben sondern dass ich meinen Sohn nicht wieder sehen könnte.

00:50:31: Nämlich vernünftig von ihm zu verabschieden.

00:50:34: Hattest Du im Vorhinein den Weg gesucht, um ihm auch deutlich zu machen das was passieren könnte, dass Ihr euch nicht mehr sehen könntet?

00:50:44: Also er war ja anderthalb, das heißt eher noch nicht bereit für solche Informationen.

00:50:51: Ich hatte einen Brief – die habe ich auch heute noch – von meinen beiden Kindern, die mich durch die ganzen Einsätze begleitet hatten geschrieben, die eben, wenn sie dann alt genug gewesen wären, das hätten begreifen lassen, dass was da passiert wäre und hätte können.

00:51:08: Bist du mit diesem Bewusstsein auch damals bei der Verabschiedung ins Ausland gereist, als dir klar war hey ich könnte jetzt zum letzten Mal mein Sohn sehen?

00:51:16: Ja.

00:51:17: Wie war das für dich?

00:51:20: Das war... bis zu dieser Verabchiedung gar nicht das Problem.

00:51:25: Ich habe mich da glaube ich sehr viel abgelenkt in der Vorbereitungszeit aber am letzten Tag war es schlimm dass zeigen dann die Fotos die ich noch gemacht hatte oder die gemacht wurden von meiner damaligen Frau mit meinem Sohn dass mir das schon sehr schwerfiel.

00:51:40: Heißt

00:51:41: du, nach diesen fünf Monaten warst du in Afghanistan?

00:51:45: Als du noch diesen fünf Monaten zurück nach Deutschland gekommen bist... Wie hast du dich in dem Moment gefühlt?

00:51:52: Weil schon nach dem Kosovo hattest du den Eindruck nicht wirklich wieder hier zu sein!

00:51:57: Wie war es nach

00:51:57: Afghanistan?!

00:52:00: Ich war genauso froh wie der Zuhause zu sein.

00:52:05: So ein bisschen struck.

00:52:06: zu bekommen.

00:52:07: Aber es hatte sich insofern verändert für mich, dass ich mich wahnsinnig schwer getan habe eine Struktur zu finden.

00:52:16: Es hat sich so für mich alles verändert.

00:52:19: Ich brauchte auf einmal ganz viel Ordnung, ganz viel Kontrolle, ganz viele Strukturen.

00:52:26: Also die Schuhe, das fing an, die Schuh mussten wirklich sauber und ordentlich darschigen.

00:52:30: Ich hab dreimal am Tag Staub gewischt in der Wohnung Und es musste alles ganz ordentlich sein.

00:52:37: Ich war deutlich schneller reizt bei den ersten Wochen, was man uns aber gesagt hatte, was durchaus normal sein soll waren Albträume die ich hatte von Situationen, die ich erlebt

00:52:48: habe.".

00:52:50: Jetzt hattest du ja vorher berichtet dass du dieses Gefühl hattet das du deinen Sohn verabschieden musst und du das richtig gespürt hast, dass das kein guter Moment für dich war?

00:53:01: Jetzt hättest du in der Summe aber sieben Einsätze.

00:53:05: Das heißt, du bist ja mit diesem Bewusstsein immer wieder dorthin gegangen.

00:53:08: Das ist der letzte Moment mit deinem zuerst Sohn und dann mit deinen zwei Kindern sein könnte.

00:53:13: Warum hast Du Dich dafür entschieden?

00:53:15: Immer wieder dort hinzugehen!

00:53:17: Das war relativ schnell so dass ich mich in Deutschland nicht mehr sicher gefühlt habe.

00:53:21: Ich wusste in Deutschland eben nicht wer ist der Feind.

00:53:27: Wie kann ich mich verteidigen?

00:53:28: weil ich hatte in Deutschland nichts damit ich mich verteidigen konnte.

00:53:30: Im Einsatz hatte ich eine Waffe, ich hatte ne Weste, ich hat den Helm Und ich hatte ein geschütztes Gebäude und ich wusste, der Feind sind die Taliban.

00:53:38: Das wusste ich in Deutschland wusste das nicht.

00:53:40: für mich war in Deutschland alles gefährlich.

00:53:43: Ich bin einfach nicht mehr klargekommen.

00:53:45: in Deutschland sei es auf der Straße beim Auto fahren wenn mich eine angehubt hat würde ich sofort aggressiv geworden ausgestiegen habe den bedroht nicht mehr einkaufen können, wenn sich jemand vor Corona zu dicht hinter mir gestellt haben.

00:54:03: im Einkaufswagen bin ich durchgedreht und ich konnte diese alltäglichen Dinge nicht mehr.

00:54:09: Und das brauchte ich im Einsatz nicht.

00:54:11: also deswegen hat mir Einsatz Sicherheit gegeben.

00:54:14: Ich wusste dass und letztendlich hatte ich zum damaligen Zeitpunkt auch gehofft, dass es mich erwischt.

00:54:20: dann hatte das wenigstens einen Sinn.

00:54:22: so war damals mein Glaube.

00:54:24: Konntest du das damals auch schon so reflektieren, wie du es jetzt heute tust?

00:54:28: Oder hast du das... hat's dich einfach immer wieder dorthin gezogen.

00:54:32: Wie war dein Gefühl da?

00:54:34: Das Gefühl war tatsächlich diese Angst.

00:54:36: ich halte es hier nicht aus Ich muss in den Einsatz Da fühl' ich mich sicher und dann wusste ich, da ist eine reale Gefahr.

00:54:41: Wenn´s mich erwischt, dann brauche ich mir den ganzen Mist nicht mal an tun!

00:54:46: Das war das Gefühl damals auch.

00:54:50: Krankheitsbewert ist, das habe ich erst später registriert.

00:54:53: Tatsächlich am Anfang auch noch für mich alleine, später durch meine Ex-Frau reflektiert, dass ich ein Problem habe und dann noch später ich dann irgendwann – da hatten wir denn aber schon im Jahr zwei Tausend Dreizehn – ich selbst.

00:55:12: Bei den ganzen sieben Einsätzen die du in Afghanistan hattest gab es da weitere Momente, die dich sehr geprägt haben nachhaltig?

00:55:20: Ja, also nach heutigen standen mindestens thirty-fünf Momente die mich sehr geprägt haben und das geht los in eine spezialisierten Aufgabe dafür dass ich für Menschen verantwortlich war.

00:55:35: Dass diese Menschen getötet wurden auf bestialer Art und Weise und ich mir davon zu Identifizierung auch Fotos anschauen musste oder eben auch Videos von Hinrichtung unserer Betroffenen.

00:55:55: Eins, wo dem ja unserem Kontakt erst die Ohren dann die Nase und dann der Hals durchtrennt wurde und dieser dann noch an die Kamera gehalten wurde.

00:56:08: und das mit anzusehen wie ein langjähriger guter Freund – ich habe sie als Freunde bezeichnet ebenso getötet wurde in dieser Art und Weise, hat mich massiv letztendlich auch beschäftigt.

00:56:27: Und das in einem größeren Umfang.

00:56:30: Wir haben fast alle an Quellen verloren.

00:56:32: zum Schluss als Deutschland sich zurückgezogen hat aus der Fläche und die Verantwortung an die Afghanen übergeben wurde ist das häufiger passiert.

00:56:41: Ein deutscher Kamerad, der gefallen ist Und wo ich auch heute für mich noch glaube, auch wenn ich das versuche über Therapie einzuordnen.

00:56:53: Das Ganze dass sich Schuld an seinem Tod trage und auch heute mit der Mama in Kontakt bin.

00:57:02: dazu dann bestimmte Gefährdungslagen oder eben Anschlagsorte, an denen wir vor Ort waren Vereitelte Anschläge, Beschuss.

00:57:20: Raketenbeschuss selber auf das Lager auch mit Treffer im Lager.

00:57:28: Situationen, also besondere Gefährdungssituationen außerhalb des Lagers wo wir unterwegs waren.

00:57:36: Du hattest ja gesagt dass du für deine Informanten oder für die Informanten für die Quellen die ihr hattet verantwortlich warst.

00:57:44: jetzt Kann ich mir vorstellen, dass du ja wusstest, dass diese Informanten in Gefahr sind wenn sie euch Informationen geben?

00:57:51: Als dann klar war das ihr oder das Deutschland sich aus Afghanistan zurückzieht.

00:57:57: Warum konnte die Bundeswehr diese Informantinnen nicht schützen?

00:58:00: was hat denn vorgesetzt da in dem Moment gemacht?

00:58:03: Also die Bundeswörter, die Bundesrepublik Deutschland hätte die Informanten also nicht nur Informanten sondern alle aber auch die Informanen schützen können.

00:58:14: Man wollte aber damals, das ist mein Eindruck auch heute noch, kein politisches Zeichen setzen.

00:58:19: Dass es so einfach möglich wäre.

00:58:22: Meine vorgesetzte Stelle hat damals immer argumentiert dass diese informanten Kühe sein die wir melken mit Informationen.

00:58:32: Wir geben ihnen dafür Geld und damit ist unsere Schuld abgegolten.

00:58:36: Ich selber habe da eine andere Einstellung dazu gehabt Und hab sie auch Heute noch weil ich sage Wenn wir für Menschen verantwortlich sind, die uns vertrauen weil sie haben das nicht für das Geld gemacht.

00:58:48: Die haben eine Gelt dafür bekommen ja aber die haben es nicht für dass Geld gemacht, die haben daran geglaubt dass der Westen dafür sorgen kann dass Afghanistan besser geht.

00:58:59: und das haben wir nicht geschafft und wir haben sie mit diesem Glauben auch am Schicht gelassen ein Stück weit.

00:59:06: Das sieht sich ja bis heute, in dem die Bundesrepublik Deutschland festlegt wir holen gefährdete Ortskräfte einfach nicht mal raus.

00:59:14: Man hat ihnen das damals versprochen unsere alte Bundeskanzlerin aber heute setzt man ja das komplett aus und dass es damals auf ganz kleinen Level eben vor Ort auch passiert.

00:59:26: man hätte helfen können, man wollte nicht Und das finde ich eigentlich sehr verwerflich.

00:59:35: Hast du in dem Zuge das Vertrauen in die Bundesregierung verloren?

00:59:40: Nein, habe ich nicht.

00:59:42: Auch nicht in die Bundeswehr.

00:59:45: Ich musste feststellen dass die Bundeswehre gerade auch im Hemdblick auf den Afghanistan einen Einsatz nicht so rechtsstaatlich ist wie sie das immer darstellen aber schon den richtigen Gedanken dabei verfolgen.

01:00:05: Und das ist so mein Ziel oder war immer mein Ziel auch Soldat zu werden, ich wollte die Welt ein Stück besser machen mit meinem Zutun und ob ich das... Ich glaube ich habe es auf kleiner Ebene geschafft mit dem einen oder anderen aber im Gesamten gibt's da noch viel Nachbesserungsbedarf.

01:00:29: mich hat das enttäuscht.

01:00:31: Was meinst du mit der Staatis nicht so rechtsstaatlich, wie er sich darstellt?

01:00:36: Dass es bestimmte... Also eine Einsatzsituation können wir nicht vergleichen.

01:00:46: Mit Situation in Deutschland die passieren wo ich die Möglichkeit habe auch länger darüber nachzudenken wie ich diese Situation begegne und welche Gesetze dafür zuständig sein könnten.

01:00:58: In Afghanistan war's einfach notwendig Dinge zu tun, um zu einem Ergebnis zu kommen oder zu einem Ziel zu kommen die normalerweise nicht so einfach hätten gemacht werden können.

01:01:15: Wenn ich jetzt zurückdenke an diese Situation dass du für deine oder für eure Informanten verantwortlich warst und dein Vorgesetzter hat gesagt ihr seid nicht... ihr seid jetzt fein raus!

01:01:27: Die haben Geld bekommen und jetzt sind sie tot.

01:01:29: also macht dir keinen Kopf.

01:01:31: Was hat das in dir emotional gemacht?

01:01:35: In dem Moment hatte ich den Glauben verloren für den Moment, ob es das was ich tue noch richtig ist.

01:01:45: Ich habe für mich meine Schlüsse daraus gezogen.

01:01:48: Damals war zu spät.

01:01:49: letztendlich aber unabhängig davon hab' mich ja die ganze Geschichte auch erkranken lassen.

01:01:57: Also durch die Einsätze und die Erlebnisse Die ich hatte eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung bekommen, mit der ich heute immer noch lebe.

01:02:08: Und das war letztendlich die Konsequenz da draus.

01:02:10: also wenn man etwas gegen seine eigene Moral tun muss weil es der Auftrag ist und das macht einen über kurz her lang im kranke

01:02:20: War dir bewusst dass dein letzter Einsatz sein wird?

01:02:26: Ich hatte die Hoffnung dass nein.

01:02:31: Also man hat mir im Einsatz schon gesagt von einem wirklich meinen ersten Ansprechpartner, der mich auf den Weg geführt hat.

01:02:40: Der Behandlung letztendlich, dass ich wieder mehr teilhaben kann am Leben.

01:02:45: Da hat es zu mir gesagt du hast eine posttraumatische Belastungssteuerung und ich glaube nicht das du nochmal Einsätze machen kannst.

01:02:53: mein Gedanke war aber immer in zwei Monaten gehe ich wieder in den Einsatz.

01:02:58: Ich bin seitdem nie wieder im Einsatz gewesen Aber ich würde auch heute noch, wenn mich man fragen würde, wieder in den Einsatz gehen.

01:03:06: Wann ist dir bewusst geworden, dir selbst dass du eine PTBS hast?

01:03:10: Zwei tausendzehn Nach dem Tod des Kameraden Als er in die Luft gesprengt wurde war mir klar nach meiner Rückkehr Dass ich zu Hause nicht mehr klarkomme.

01:03:24: Ich hatte keine Nacht mehr, in der ich vernünftig schlafen konnte.

01:03:27: Ich hatte dauerhafte Schmerzen Gezittert den ganzen Tag.

01:03:34: Da war mir klar, ich hab etwas was behandlungsbedürftig ist.

01:03:39: Hast du bei der Bundeswehr in irgendeiner Art und Weise Unterstützung bekommen?

01:03:44: Zum Beispiel ein Gespräch.

01:03:47: Hatt ich schon damals den Zeitpunkt versucht im Jahrzehntszenen einen Gespräch zu suchen, Gespräch anzubahnen?

01:03:53: die Angst war natürlich groß dass man mich aus meiner Verwendung nimmt weil Man wusste, geht man in die Psychoklinik ist man eigentlich aus dieser spezialisierten Verwendung raus.

01:04:03: Das wollte ich nicht.

01:04:04: also habe ich vorsichtig versucht das Gespräch zu führen.

01:04:07: Man hat mich nicht ernst genommen und dann hab' ich das sein gelassen und bin in den nächsten drei Einsätze gegangen.

01:04:15: Machst du da der Bundeswehr Vorwürfe dass sie da nicht für dich da waren obwohl Sie es hätten sein müssen?

01:04:21: Nein mache ich nicht weil's meine Entscheidung war.

01:04:24: Es waren die falschen Leute zum falschen Zeitpunkt.

01:04:28: macht der Bundeswehr da keine Vorwürfe, weil das System war nicht besonders gut.

01:04:34: Die Jahre davor mittlerweile haben sie ein gutes System ausgebaut.

01:04:37: Das muss man eben aussagen.

01:04:39: Es ist noch nicht optimal aber wir haben andere Dinge gefehlt die die Bundeswehr ohnehin hätte liefern können.

01:04:47: Was meinst du damit?

01:04:49: Damit meine ich eine Betreuung die mir im Zivilen weiterhelfen.

01:04:54: in einer Kaserne war an der Regel alles in Ordnung.

01:04:56: es war Strukturierte Ablauf.

01:05:00: Es war ein Gefühl von Sicherheit, weil es gab auch Waffen oder das waren militärisches Umfeld.

01:05:05: Das war für mich sicher.

01:05:07: aber sobald ich aus diesem militärischen Umfeld raus war und nach Hause kamen hat mir eben keiner geholfen um mein Leben zu strukturieren.

01:05:16: Wie bist du in deinem Privatleben damit umgegangen?

01:05:19: Denn In der Kaserne ist relativ klar, so wie du es sagst.

01:05:23: Da ist sehr viel Struktur in deinem Privatleben.

01:05:25: Ist das nun mal nicht unbedingt gegeben und dann noch mit einem mindestens einen Kind oder zwei?

01:05:30: Ist das natürlich super schwer!

01:05:32: Wie war das da für dich?

01:05:35: Es hat mich sehr viel Kraft gekostet.

01:05:38: Nicht nur Kraft, es sind auch viele Dinge kaputt gegangen.

01:05:44: Türen sind kaputtgegangen.

01:05:47: Ich habe zum Glück Niegewalt ging meine Familie ausgeübt, aber dann eben gegen Dinge.

01:05:54: Und diese Dinge sind halt kaputt gegangen und das war aber auch trotzdem keine schöne Situation für meine damalige Frau die das ja alles ertragen musste.

01:06:05: Das Ganze!

01:06:07: Deshalb auch im Jahr den Weg zu Hilfe.

01:06:12: Aber das war ein langer Leidensweg eben auch und glaube auch mit Meine Kinder, ich liebe sie über alles.

01:06:22: Aber die haben ihren Vater zu der Zeit eben auch vermisst, dass er wirklich präsent

01:06:26: ist.".

01:06:27: Du hast jetzt gesagt das man dahin gehen verändert hat?

01:06:31: Dass man jetzt therapeutisch Unterstützung mitunter bekommt.

01:06:34: Gibt es die heutzutage auch für Familienangehörige.

01:06:37: weißt du das?

01:06:38: Gesetzlich schon!

01:06:40: Gesetzlich gibt es sie.

01:06:41: Die Bundeswehr weiß noch nicht wie sie damit umgehen soll, wie man das umsetzt und die damit beauftragte Unfallversicherung, Bund und Bahn eben auch noch nicht.

01:06:49: Es gibt Möglichkeiten.

01:06:52: deswegen engagiere ich mich ja so stark im Verband bei uns dass wir diese Möglichkeiten eben dies gesetzlich gibt auch nutzen können und eben erarbeiten.

01:07:05: eine Folge von Ausland einsetzen kann auch sein das man Flashbacks bekommt.

01:07:11: einfach so hattest du dir auch?

01:07:13: Ja Die hatte ich auch.

01:07:16: Auch zuhauf in Situationen, wo ... In Bonn, wo ich gewohnt habe der Katastrophenalarm geprobt wurde also diese Rehne losging eine Katastrophe.

01:07:31: Alarm in Deutschland klingt eben genauso wie der Alarm im Einsatz beim Lagerüberfall.

01:07:37: das ist auch ein Erlebnis was ich hatte dass das Lage überfallen wurde.

01:07:41: Das heißt feindliche Kräfte sind ins Lager eingedrungen Und man wusste nicht, wie viele ob und wo.

01:07:49: Sondern es wurde alles dunkel gemacht, Hubschrauber stiegen auf... ...und diese Serene lief!

01:07:55: Diese Serene läuft.

01:07:56: im Bonn in dieser Situation beispielsweise, wo sie damals war, waren wir gerade in der Stadt.

01:08:05: Ich habe mich dann sofort in eine Heuseecke versteckt, auf dem Boden geknieht und habe angefangen zu heulen weil ich das nicht ausgehalten hab diesen Ton der Sirene, weil ich solche Angst hatte.

01:08:17: Und in einer anderen Situation hat mir ein Fahrzeug... Also es war voll ein Fahrzeuge und ich wollte auf die andere Spur wechseln.

01:08:29: Der hinter mir wollte mich nicht reinlassen beispielsweise.

01:08:32: Da war ich sofort in einer Situation im Kundus.

01:08:38: Eiserfahrzeuge kommen da rein in diese Lücke Also sie lässt man da rein, er hat mich nicht reingelassen.

01:08:44: Also habe ich mich quergestellt und bin ausgestiegen und hab ihn bedroht am Fahrzeug.

01:08:51: Es war nur Glück dass ich wieder raus gekommen bin.

01:08:53: also er hatte dann schnell das Weite gesucht weil einfach Angst hatte vor diese Situationen.

01:08:58: und ja ich hatte damit denn den ganzen Tag zu tun wenn Luftballons knallen oder so hinter mir.

01:09:08: Es war noch mal ein ganz anderer Tunis, aber sowas wenn hinter mir irgendwas passiert, wo ich nicht weiß was ist das und ich erschreck mich.

01:09:16: dann bin ich sofort in der Situation im Afghanistan weil entweder irgendwo etwas explodiert sein kann.

01:09:24: es hört sich für mich auch bisschen anders an dieser Knall.

01:09:28: er ist dumpfer und lauter weil das ist das was ihr Kopf daraus macht.

01:09:33: Das sind solche Dinge, die passieren können.

01:09:35: Vor kurzem hatte ich eine unsägliche Befragung in der BG-Klinik in Hamburg von einer Oberärztin, die die Akriterien abgefragt hat und ich dann auf einmal in eine Dissoziation gerutscht bin, die sie überhaupt nicht begreifen und schon gar nicht auffangen konnte und ich danach noch eine halbe Stunde durch die Klinik geirrt bin bis ich Carina gefunden hatte, weil ich nicht wusste wo sie waren.

01:10:04: Wie gehst du heute damit um, wenn dir das passiert?

01:10:06: Welche Regulationsmechanismen wendest du an?

01:10:11: Ich hab in den ganz schwierigen Situationen, habe ich Ammoniak.

01:10:15: Was ich aufbrechen kann und daran rieche und was mich wieder zurückholt... Das Schlimme ist.

01:10:22: mein Kopf sichert es ja so.

01:10:24: In der Situation bin ich im Afghanistan in der Situation schön eingebettet.

01:10:31: Ich weiß eigentlich was ich zu tun habe, auch wenn ich mein Puls raste

01:10:38: etc.,

01:10:38: und wenn ich dann zurückkomme ist es halt das Schlimme dass ich dann sofort rausgezogen werde aus dieser Situation und dann alles über mich zusammen bricht.

01:10:49: Ich bin danach zunächst mehr zu gebrauchen.

01:10:52: Ich hab verschiedene Dinge die ich körperlich spüre, die ich tun kann Sachen, die etwas leichter riechen oder einen scharfen Bomberung etc.

01:11:03: Ich habe Maßnahmen wenn es noch möglich ist realitätscheck zu machen mit der fünf drei zwei eins Methode etc.

01:11:13: und ja das nutze ich dann aber meistens läuft das aus Ammoniak hinaus.

01:11:23: jetzt Hast du vorhin gesagt, dass es damals so ein bisschen auch ein Zeichen, so ein Klischee war von Schwäche?

01:11:30: Wenn man letztendlich sich gezeigt hat und gezeigt hat das es einem nicht gut geht.

01:11:35: Jetzt redest du aber hier sehr offen darüber.

01:11:37: wie geht's dir heute damit wenn du so offen darüber sprichst?

01:11:40: Ich habe von Anfang an versucht offen mit meiner Erkrankung umzugehen wohlwissend Das ist ganz schigmatisiert wird, auch heute noch durch die Bundeswehr.

01:11:51: Viele Kameraden erleiden Stigmationen was ich eben auch nicht gut finde dass sie Bundeswehr das nicht in den Griff kriegt bei ihren Einheiten

01:12:02: etc.,

01:12:03: dass die Leute die Erkrankungen immer noch als Schwächlinge gelten.

01:12:07: Das ist halt einfach ein Bild.

01:12:09: wenn der Bundeswehr sagt wir wollen dass die Gesellschaft beispielsweise den Dienst von Soldaten und Soldaten anerkennst dann sage fangt selber bei euch an.

01:12:16: Wir können nicht von der Gesellschaft erwarten, dass sie den Dienst von Soldats und Soldaten anerkennt wenn es die Bundeswehr selbst nicht hinkriegt.

01:12:23: Und da haben wir noch ganz viele Baustellen.

01:12:26: Ich kann da offen drüber reden weil ich möchte damit auch anderen Kameradinnen und Kameraden Mut machen das auch zu tun Weil ich weiß wie schlimm das sein kann das mit sich selbst herumzutragen Und niemand zu haben, mit dem ich das teilen kann.

01:12:45: Oftmals die Familie würde das völlig überfordern oder das ist so oft mal zur Eindruck... Ich kann mit meiner Frau nicht darüber reden und möchte sie damit nicht belasten.

01:12:54: Aber es ist eine hohe Belastung eben auch.

01:12:56: Ich sage, sucht euch bitte Menschen, mit denen ihr das teilt könnt.

01:13:01: Es gibt genügend Menschen.

01:13:02: Auch bei uns gibt es Möglichkeiten sich an uns zu wenden und zu sagen, ich brauche eure Hilfe.

01:13:07: Dann kriegt man die eben auch!

01:13:08: Das ist eben nicht nur das Gespräch sondern es ist oftmals durch das Schamgefühl, dass die Situation sehr lange mitgetragen wird und es passieren verschiedenste Dinge.

01:13:19: Man fällt ins Krankengeld, man wird arbeitslos, man fällt in Sozialhilfe, man macht Schulden ... Man hat den Kühlschrank nicht mehr voll um schon häufiger erlebt wo Familie mit zwei kleinen Kindern können sich nichts zu essen kaufen, wo wir hinkommen und sagen Wir füllen euch den Kühlschrank auf und klären die Situation, dass ihr wieder monatlich Handgeld kommt.

01:13:39: Das ist so mit der wichtigsten.

01:13:40: Ich treibe erst einmal, um auch Therapie zu machen.

01:13:45: Bevor jemand Therapie willig ist muss er erstmal das soziale verbessert haben.

01:13:50: die soziale Situation und da hilft die Bundeswehr irgendwie darum nicht.

01:13:53: also alles was hinter dem außerhalb des kaserren Zaun passiert hilft die bundeswehr nicht.

01:13:58: können sie auch nicht dass es auch vollkommen okay so die maßnahmen.

01:14:01: die bundesswehr innerhalb des Kaserrenzaun macht dies wirklich gut.

01:14:05: aber wenn wir davon ausgehen wir haben fünfhunderttausend einsatzveteranen sagt die Bundeswehre Und wir haben aber nur einhundert-achtzigtausend Soldatinnen und Soldaten aktiv.

01:14:15: Dann wissen wir, dass von diesen fünfhunderttausenden SoldatInnen die meisten nicht mehr im System Bundeswehr sind.

01:14:21: Die kriegen also auch keine Hilfe im System Bundesswehr.

01:14:25: Verschiedene Studien zufolge erkranken circa zehn bis zwanzig Prozent dieser Einsatzteilnehmer an einer psychischen Erkrankung.

01:14:35: Es muss nicht immer PTBS sein, sondern eine psychische Erkranke.

01:14:40: etwa fünfzig bis einhunderttausend Betroffene, die das betrifft und die Bundeswehr behandelt selber keine dreitausend.

01:14:48: Und sagt selber die Dunkelziffer innerhalb der Bundeswehr liegt deutlich höher.

01:14:54: also die rechnen so mit dreiztens vierzehntausend Betraufende innerhalb der Bundesspher und da sind die außerhalb der Bundespher noch nicht mitgezählt.

01:15:01: Da möchte ich auch einen Teil von seinen gerne sowie damals bei den Auslandseinsätzen da die Welten ein Stück besser zu machen.

01:15:09: Jetzt hast du sehr viel über Kameradschaft gesprochen und dass ihr voneinander da seid.

01:15:14: Warum glaubst Du, sind die Kameraden bei psychischen Erkrankungen nicht für die Geschädigten da?

01:15:22: Ich glaube... ...dass sie damit nicht umgehen können!

01:15:26: Das gibt es nicht unter Männern, das gibt es in der Bundeswehr nicht.

01:15:30: Man ist trainiert worden für den Kampf, man ist hart Schwächen gibt's nicht.

01:15:36: Das ist so das typische Bild, was auch da manifestiert wird.

01:15:41: Ich glaube bei vielen Blaulichkräften auch und das passt einfach nicht dazu.

01:15:45: Und daher ist es so schwierig.

01:15:48: also dass auch die schlimmste Zeit ich erlebt habe nachdem ich krank geworden bin, nachdem mich so offen mit dem Thema umgegangen bin, was ich bei der Bundeswehr erlebt habe.

01:15:55: Das war keine Kameradschaft mehr, das war Stigmationen und das war Ausgrenzung und alles andere.

01:16:01: von Kameradschaft und das erlebe ich heute wieder unter Einsatz geschädigten bei uns im Verband erlebe ich das, dass ist Kameradschaft.

01:16:11: Ich weiß, dass wenn ich jemanden der in München wohnt und sagen würde heute nachher mit mir geht schlecht dann setzte sich jetzt ins Auto und fährt hier her und guckt nach mir.

01:16:22: umgekehrt weiß er, dass es... Dass ich das genauso machen würde.

01:16:25: und das ist eben echte Kameradschaft.

01:16:27: Und in der Bundeswehr gibt es das nicht.

01:16:29: die Bundeswehr hat einen Auftrag zu erfüllen.

01:16:32: Jetzt eben an der Ostflanke, die brauchen Menschen, die funktionieren.

01:16:35: Die Bundeswehr möchte diese Menschen nicht mehr funktionieren und auch nicht mehr haben.

01:16:39: Diese gesetzliche Auftrag, den hat sich ja die Bundeswehr nicht ausgedacht, dass man Menschen, wie krank sind, auch in Systemen behalten muss.

01:16:46: Sondern das war ja die Politik!

01:16:47: Und die Politik hat für die Bundeswehre ohnehin keine Ahnung und deshalb grenzt man diese Menschen aus oder gibt ihnen Aufgaben wo sie daran kaputt gehen?

01:16:55: Also wenn jemand vorher Kamerad der letzte Woche hier war Der hat es bei den schwersten Anschlag seit dem Zweiten Weltkrieg auf einem deutschen Panzer überlebt.

01:17:05: Er lag unter dem Panzer, hat sich sämtliche Knochen gebrochen ist ein wahnsinnig motivierter Kerl kann heute wieder laufen reden alles ganz normal machen und der hat ähnliches bei der Bundeswehr erlebt dass man ihn absolut ausgegrenzt hat.

01:17:26: er hat vorher war Schütze und hat ausgebildet.

01:17:30: Und hätte so viel Potenzial das auch anzuwenden, nein man hat ihm am Schreibtisch gesetzt und Briefumschläge lecken lassen damit er bei der Bundeswehr bleiben kann.

01:17:41: Das hat ihn kaputt gemacht und freiwillig entschieden die Bundeswehr zu

01:17:44: verlassen.".

01:17:45: Wenn du jetzt an dein neunzenjähriges Ich zurückdenkst was sehr großes Interesse an der Bundeswehre hatte hättest du dir gewünscht dass es auch Aufklärung wie das was wir hier gerade machen wohnt um das Thema psychische Erkrankung gehabt hätte?

01:18:01: Dann hätt ich mich wahrscheinlich nicht für den Weg entschieden, zur Bundeswehr zu gehen.

01:18:04: Wenn es das so offen gegeben hätte.

01:18:06: also... Ich finde eine gewisse Form der Aufklärung ja und aber gleichzeitig aufzuklären was tun wir vor euch?

01:18:14: Und das Ernst gemeinte Was tun wir für euch?

01:18:16: Nicht nur das Schöne darstellen.

01:18:18: Ich habe es in einem anderen Zusammenhang auch schon mal gesagt Diese ganzen jungen Podcaste von der Bundeswehr, die ganzen junge Soldatinnen und Soldaten, die ihren Dienst filmen und alles toll darstellen.

01:18:31: Das ist schon schön!

01:18:33: Aber das zeigt nur eine Seite des Dienstes.

01:18:36: Und die andere Seite muss man eben auch zeigen.

01:18:38: Man muss damit umgehen können, dass man versehrt werden kann aber man muss in guten Glauben sein, dass sich die Bundeswehr dann kümmert also der Dienstherr sich um jemand kümmern danach Die Situation haben wir noch nicht, auch wenn die Gesetze gut sind.

01:18:52: Wir haben unser PDBS-Beauftragte sagt das ja immer so schön Das beste Versorgungssystem der NATO.

01:19:00: Er hat mal gesagt der Welt ist schon bei weitem nicht.

01:19:02: aber der NATO könnte man sagen das Beste Versorgung System das haben wir.

01:19:06: Aber wir setzen es nicht um.

01:19:08: wir belegen erst mit zuviel Höhen dass das eben nicht ankommt Bei den Leuten.

01:19:12: was wir vergessen ist dass sie Leute ein Leben haben außerhalb der Bundeswehr und dort eben auch Unterstützung benötigen und da bekommen Sie eben Keine Unterstützung.

01:19:20: Du hattest jetzt vorhin von Charme gesprochen, davon dass man als gestandener Mann nach so vielen Aussätzen ausfällt und eben nicht mehr funktioniert?

01:19:30: Wie lange hat es für dich gedauert das zu akzeptieren, nicht nur dass du krank bist sondern auch dass es in Ordnung ist Auszusteigen

01:19:40: In Ordnung ist auszusteigen und das Schamengefühl abzulegen, auch noch zwei verschiedene Dinge.

01:19:45: Ich glaube teilweise habe ich das Schadengefühl heute auch noch nicht abgelegt weil ich möchte auch heute noch immer der Starke sein.

01:19:53: manchmal kann ich das ganz einfach nicht aber auszustreiten.

01:19:57: die Entscheidung habe ich getroffen dass Ende im Jahr two-tausend achtzehn in den zwei tausend neunzehn bin ich ausgeschieden aus dem aktiven Dienst weil ich mich für mich entschieden habe.

01:20:06: so wie der dienst ja mit mir umgeht möchte ich das nicht mehr.

01:20:09: Ich möchte nicht auf ein Abstellgleis gestellt werden, in dem Dienstgrad den ich hatte und da irgendwelche Papierchen fallen sondern ich möchte wenn dann eine Aufgabe haben.

01:20:18: Das kann der Dienst hier nicht leisten obwohl ich das wollte.

01:20:21: also bin ich dann freiwillig ausgestiegen auch aus der Bundeswehr habe die Entscheidung getroffen hab gesagt danach möchte ich nur noch Dinge machen die mir Spaß machen und nur noch ehrenamtlich arbeiten.

01:20:31: Das habe ich geschafft, seit Jahrzehntausend zwanzig nur noch im Ehrenamt mich zu beschäftigen aktuell vierzig bis sechzig Stunden das Schamgefühl ablegen.

01:20:40: was meine Erkrankung betrifft hab ich nicht das Problem.

01:20:43: da kann Ich mich hinstellen und dafür einstehen dass Scham gefühlt in Situationen wo ich auf die Mama treffe des getöteten Kameraden Da ist es immer noch da Und das werde ich, glaube ich auch nicht ablegen können.

01:20:59: Wenn ich in den Wald der Erinnerung gehe und einen Pots sammle, ist das Scham-Gefühl auch noch da.

01:21:05: Ich kann vor den Plaketten der Jungs stehen die gefallen sind im Afghanistan und anfangen zu weinen weil es mich so sehr berührt.

01:21:17: Wenn ich jetzt richtig gerechnet habe, dann ist dein Sohn ja in einem Alter, indem das Thema letztendlich Musterung relevant ist und damit auch das Thema Bundeswehr.

01:21:28: Wie geht es dir mit der Thematik?

01:21:31: Also er ist zweiundzwanziger wird jetzt im Sommer dreieinzwanzig Jahre alt und hatte sich freiwillig gemeldet für die Ausbildung zum Offizier dadurch dass er ein Asperger Autismus hat, ist aber abgelehnt worden durch die Bundeswehr Zum damaligen Zeitpunkt, er hat schon relativ früh nach seinem Abi gesagt ich lass mich mustern.

01:21:51: Ich möchte das machen Eignungsprüfung und da ist er dann abgelehnt worden.

01:21:55: und damit geht es mir gut letztendlich.

01:22:00: Ich würde nicht wollen dass eins meiner Kinder in den Einsatz geht.

01:22:07: Ich werde selber aber wieder an den Einsatz gehen.

01:22:11: Jetzt warst du aber dem Jahr ausgesetzt, dass dein Sohn gesagt hat hey ich möchte das machen nur näher ist diesen Weg aktiv gegangen.

01:22:18: Hast Du mit ihm darüber gesprochen was das für dich und was es mit deiner Person gemacht hat?

01:22:23: Ja da hat er ja live mitgekriegt eben auch was es mir den Papa gemacht hat.

01:22:27: und egal was er machen würde oder wofür sich entscheidigt wird ihm bei allem unterstützen und würde ihn auch dabei oder hätte ihn dabei auch unterstützt.

01:22:37: letztendlich war ich froh, dass es zu einer Ablehnung gekommen ist und er jetzt Jura studiert.

01:22:44: Aber wäre es sein Weg gewesen hätte ich das auch unterstützt weil meine Tochter genauso die möchte.

01:22:50: aber zur Polizei.

01:22:51: Du sagst du würdest heute auch noch mal in einen Auslandseinsatz gehen?

01:22:55: Ja Warum benennst du das so klar?

01:22:57: warum ist das für dich so klar dass du das machen würdest?

01:23:01: Weil das für mich Sinn macht.

01:23:03: Ich bin Soldat geworden und es war für mich eben nicht ein Beruf, sondern es war Berufung.

01:23:10: Ich war Soldat durch und durch und bin das auch heute noch auf wenn ich nicht mehr aktiv bin Und ich stehe dahinter und habe auf die Flagge meinen Eid geschworen Für die Bundesrepublik Deutschland und dahinter stehe ich auch heute nach.

01:23:24: Wenn die Bundes Republik sagen würde wir müssen eine Ostflanke verteidigen und ich hätte die Möglichkeit Mich dafür zu bewerben würde ich's tun

01:23:33: Trotz deinem derzeitigen Krankheitsbild?

01:23:36: Ja.

01:23:37: Warum?

01:23:39: Weil ich wichtig finde, dass es Menschen gibt die andere Menschen, die in Deutschland leben also unsere Freiheit verteidigen.

01:23:53: Ich finde das wichtig und ich glaube Es werden nicht genug sein wenn es drauf ankommt Und deshalb würde ich mich zur Verfügung stellen weil ich dafür lebe.

01:24:03: Könntest du dir auch vorstellen, wenn es so weit kommt eher Betroffenen zu helfen?

01:24:10: Wenn sie zurückkommen und dann brauchen Sie ja auch einen Austausch.

01:24:13: Und dann kannst ja gerade du aktiv aus deiner Zeit berichten, wer das nicht ein Weg den Du auch einschlagen könntest?

01:24:19: Definitiv!

01:24:20: Das planen wir auch als Verband wo uns anbieten der Regierung eben genau in diesen Operationsplan Deutschland mit reinzukommen und zu sagen, wir bieten uns als zivile Hilfsorganisation an um genau das zu tun.

01:24:37: Um genau dort zu unterstützen.

01:24:39: Stell dir mal vor es hören die jetzt ganz viele Soldaten zu, die auch schon im Auslandseinsatz waren aber Symptome empfinden, die aber nicht ganz deuten können was würdest du sagen?

01:24:54: sind so die ersten Warnzeichen davon dass sie sich Hilfe holen sollten?

01:25:00: Genau, wenn dieses Gefühl hochkommt schon.

01:25:03: Zumindest mit jemandem drüber sprechen wo sie das Gefühl haben dass er sich ernst nimmt und nicht alles was da kommt muss Krankheitsbewert sein.

01:25:15: oftmals hilft schon das Gespräch darüber oder das Einordnen dieser Symptome meinetwegen auch.

01:25:23: oftmals ist es dann auch wieder gut.

01:25:26: aber es ist glaube ich wichtig zu empfinden Dass das, was wir erleben als Soldatinnen und Soldaten nicht normal sein kann.

01:25:34: Das nicht als Normalität.

01:25:35: Wenn jemand sagt dafür wurde die ausgebildet

01:25:37: etc.,

01:25:38: dass haben wir ... Die Situation haben wir häufiger in dem Einsatz heißt es nicht, dass es normal ist Und das zu begreifen ist glaube ich ganz wichtig.

01:25:46: und auf der anderen Seite stehen viele Hilfestellen zur Verfügung auch offizielle, die die Bundes verbietet.

01:25:53: wenn man sagt bei meinem Dienstherber nicht krank geworden, nicht trau mich noch nicht, oder ich trau mich nicht dort hinzugehen.

01:26:01: Dort jemanden anzusprechen weil es ja mein Dienst her dann gibt es eben Möglichkeiten auch bei ganz vielen Veteranenverbänden in Deutschland einen Kontakt zu suchen und die sind alle bereit zuzuhören auf jeden Fall.

01:26:14: Und wenn es darum geht ganz konkrete Hilfe in Anspruch zu nehmen Dann ist der Bund deutsche Einsatzveteran wo ich tätig bin eine sehr gute Adresse sich dort Unterstützung zu holen.

01:26:27: Verlinkung in der Videobeschreibung.

01:26:29: Andreas, was wünscht du dir für deine persönliche Zukunft?

01:26:33: Für meine persönlichen Zukunft würde ich mir wünschen dass Menschen offener aufeinander zugehen und gegenseitig zuhören und auch gewähren lassen und nicht so drüber weg gehen.

01:26:54: also ich hoffe für mich das ich noch eine Welt erleben darf wo es erstens weniger Konflikte gibt, wo Menschen nicht gegen andere Menschen aufhetzen müssen um eigene Ziele zu erreichen und wo man so sein darf wie man ist.

01:27:12: Und da gehören psychische Erkrankungen genauso dazu wie Geschlechterbestimmung

01:27:17: etc.,

01:27:18: also das gehört alles für mich dazu dass Menschen toleranter dem gegenüber werden was wir sind dass was ist, ohne es zu bewerten und dem auch eine Chance zu geben das kennenzulernen.

01:27:35: Danke dir, danke dir, dass du diesem Thema sehr, sehr intimen Themen hier Raum gibst und danke dir dass du den anderen Menschen da draußen eine Stimme gibst die vielleicht sich noch nicht trauen darüber zu sprechen?

01:27:44: Sehr gern!

01:27:45: Dankeschön und ich muss Charlotte rechtgeben Es ist unglaublich wichtig, dass wir diesen Thema eine Stimmung geben Und ich glaube, da bist du ein sehr gutes Beispiel dafür.

01:27:55: Danke dir und wir wünschen dir ja alles alles lieb und alles Gute für dich in deine Zukunft.

01:27:59: Ich danke euch.

01:28:02: Du willst selbst bei uns dabei sein oder hast einen Teamvorschlag?

01:28:06: Denn melde dich auf unserer Website oder unser Social Media!

01:28:09: Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist, oder Unterstützung benötigst, dann zögere nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen.

01:28:19: Hol dir Unterstützung bei professionellen Hilfeinrichtungen oder dir vertrauten Personen.

01:28:24: Bis zum nächsten Mal bei Von Bohne zu Bohne.

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