Bonusfolge #B06 Dorian: Wenn der Körper das Leben neu schreibt – Testo, Mastektomie & Hysterektomie
Shownotes
Triggerwarnung:
In dieser Folge geht es um Transidentität, Geschlechtsdysphorie, Depressionen, Burnout, Panikattacken, familiäre Ablehnung, Kontaktabbruch, belastende Aussagen über Sexualität, Schwangerschaftsangst, medizinische Transition und Operationen. Hör die Folge nur, wenn du dich stabil genug fühlst. Brich ab, wenn du merkst, dass es dir zu viel wird.
Dorian wächst in einem kleinen Bergdorf in Österreich auf. Die Kindheit beschreibt Dorian als frei, wild und abenteuerlich. Spielen im Wald, im Matsch, in Rollenspielen. Doch früh gibt es Momente, die sich anders anfühlen. Ein Prinzessinnenkostüm beim Fasching. Der Druck, weiblich gelesen zu werden. Die Unsicherheit, warum der eigene Körper nicht passt.
Als Jugendliche findet Dorian online einen sicheren Ort. Die erste große Liebe mit einem Mädchen. Gleichzeitig bleibt das Verständnis innerhalb der eigenen Familie für Sexualität aus. Eine verletzende Aussage der Mutter sorgt dafür, dass Dorian sich zurückzieht und nicht mehr über diesen Teil des Lebens spricht. Nach der Matura versucht Dorian, in ein Leben zu passen, das andere vorgesehen haben. Lehramtsstudium, lange Haare, feminine Kleidung, eine Beziehung mit einem Mann, der Plan von Ehe und Kindern. Doch innerlich passt nichts. Der Gedanke an Schwangerschaft löst Panik aus. Es folgen Depressionen, Burnout und die Frage: Wer bin ich wirklich? Später setzt Dorian sich intensiver mit nichtbinärer Identität, Transidentität und Geschlechtsdysphorie auseinander. Ein Gespräch über Mutterschaft bringt alles an die Oberfläche. In der Therapie kommt das Thema das erste Mal auf: „Ich glaube, ich bin trans.“ Was danach folgt, ist ein Weg voller Fragen, Angst, Unterstützung, Hormonbehandlung, Operationen und immer mehr Klarheit.
Diese Folge handelt von Identität, Körper, Familie, Akzeptanz und der Frage, was passiert, wenn ein Mensch sich und seine bisherige Rolle hinterfragt.
Zeitstempel: 0:00:00 – 0:01:30: Triggerwarnung & Intro 0:01:30 – 0:08:20: Kindheit in Österreich, konservatives Umfeld und erste Irritationen mit Geschlecht 0:08:20 – 0:12:55: Schule, Außenseitergefühl, Jungskleidung und Rückzug in Online-Communitys 0:12:55 – 0:23:26: Erste Liebe, Online-Beziehung und verletzende Reaktionen auf Sexualität 0:23:26 – 0:32:57: Fehlender sicherer Hafen, Rückzug, Beziehung mit Freundin und spätere Aussprache 0:32:57 – 0:40:16: Der Versuch, als Frau zu leben, Lehramtsstudium, Beziehung mit einem Mann und Burnout 0:40:16 – 0:47:48: Uni-Abbruch, Tattoo-Studio, Grafikdesign und berufliche Neuorientierung 0:47:48 – 0:53:08: Nichtbinäre Identität, Schwangerschaft als Trigger und die Erkenntnis 0:53:08 – 0:59:22: Therapie, Angst vor Veränderung und der Weg zur eigenen Identität 0:59:22 – 1:08:31: Hormonbehandlung, Operationen, körperliche Veränderungen und weniger Geschlechtsdysphorie 1:08:31 – 1:20:33: Coming-out im Umfeld, Unterstützung, Vater, Mutter und Kontaktabbruch 1:20:33 – Ende: Ankommen, Zukunftswunsch, Verabschiedung und Hinweise auf Unterstützung
lebensgeschichte #transidentität #transgender #geschlechtsdysphorie #transition #hormontherapie #familie #kontaktabbruch #chosenfamily #depressionen #burnout
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Transkript anzeigen
00:00:02: Und es hat sich für mich alles immer richtig gut angefühlt.
00:00:06: Ich hatte früher halt echt Angst von wegen, hör was wenn ich im Bad kriege, hm weiß ich nicht.
00:00:10: oder was wenn die Stimme zu tief wird?
00:00:12: Ich will ja dann auch nicht so, hm, jetzt ist er richtig tief geworden auf der Zeit, hier ist er auf dem Weg dahin und ich finde das richtig
00:00:18: gut!
00:00:28: Wir möchten gewährleisten, dass du dich während des Höhrens unseres Podcasts wohl fühlst und keine unerwarteten Auslöser erlebst.
00:00:35: In dieser Episode werden wir Themen ansprechen die für einige Höhrende verstörend sein könnten.
00:00:40: Zu Beginn der Folge stellen wir das Thema vor.
00:00:43: Falls du denkst, dass das genannte Thema für dich persönlich belastend sein könnte dann möchten wir dich bitten die Folge direkt zu beenden.
00:00:54: Stell dir vor Du kommst in einen Raum.
00:00:57: Vor dir sitzt ein Mensch Und du hast keine Ahnung wer das ist.
00:01:00: Das passiert mir in jeder Folge bei unserem Podcast von Bohne zu Bohne.
00:01:05: Mein Name ist Charlotte und ich weiß vorher nichts über unsere Gäste!
00:01:09: Kein Name, keine Information, keine Themen – also werden meine Fragen auch deine Fragen sein.
00:01:15: Ich bin Sanya und ich suche die Gäst.
00:01:17: Hier achte ich darauf dass es Menschen mit ehrlichen
00:01:20: berührenden
00:01:21: und bewegenden Geschichten sind.
00:01:23: Und genau die wollen wir mit euch teilen.
00:01:25: Bist du bereit gemeinsam mit Charlotte neue Geschichten kennenzulernen?
00:01:33: Hallo und
00:01:33: herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:01:35: Mein Name ist Charlotte, mein Name ist Zanya,
00:01:37: mein name ist Dorian und ich bin ein Transmann!
00:01:40: Hi Dorian schön dich kennenzulernen.
00:01:42: was würdest du sagen?
00:01:43: wo fängt deine Geschichte an?
00:01:45: Die fängt sehr früher tatsächlich ich würde sagen relativ im Kindesalter mit so fünf sechs Jahren vielleicht.
00:01:54: okay wie bist du denn aufgewachsen?
00:01:56: Ach ja, wie bin ich denn aufgewachsen?
00:01:58: Das ist eine gute Frage.
00:01:59: Ich komme ursprünglich aus einem Bergdorf in Österreich.
00:02:03: Also ich bin jetzt nicht aus Deutschland... Sehr ländlich!
00:02:05: Ja genau, so richtig als Dorfiges Dorf halt immer sich vorstellt zwischen den Bergen und dementsprechend ist es da ein bisschen konservativer und auch damals vor allem religiöser gewesen als vielleicht in der Großstadt.
00:02:21: Hast du Geschwister?
00:02:23: Ich habe einen jüngeren Puder, der ist fünf Jahre jünger als ich.
00:02:26: Ja
00:02:27: genau.
00:02:27: Und deine Eltern waren und sind noch verheiratet?
00:02:31: Nein also die sind mittlerweile geschieden aber damals ein bisschen erwachsenen Alter waren die noch verHeiratete, die waren zusammen.
00:02:38: Okay
00:02:38: würdest du ansonsten bis dato bis zu deinem fünften sechsten Lebensjahr sagen dass du eine idyllische Kindheit hattest?
00:02:45: Also ich war so ein Kind, dass es so richtig schön im Wald und im Matsch groß geworden ist.
00:02:51: Und das war sehr toll!
00:02:53: Sehr abenteuerreich.
00:02:54: Ich war meiner besten Freundin immer auf Achse im Garten, im Wald wie gesagt.
00:03:00: So richtig schöne Kind hätte eigentlich.
00:03:02: Okay was würdest du sagen?
00:03:03: Du sagst fünf, sechs Jahre da gab's einen Einschnitt
00:03:06: Ja... Ich glaube damals war mir das noch nicht so bewusst.
00:03:12: als Kind Hätte ich das jetzt nicht als Einschritt gesehen, weil als Kind denkt man natürlich nicht über Geschlecht nach.
00:03:19: Als Kind bis als Kind so... Aber wir sind immer zum Fasching, Kinderfasching.
00:03:24: Das ist nicht so riesengroß und für Erwachsene wirklich so wie hier in Deutschland, die wird es ja richtig so zelebriert, sondern Fashing war bei uns immer was gewesen.
00:03:34: Es ist so ein Nachmittag da gibt's dann dieses Kinderfest alles im Verkleide und dann geht's nach Hause und gut ist.
00:03:40: Man isst ein Papelina und das war's dann Und natürlich war da Verkleidung immer ganz groß.
00:03:45: Und damals, da musste ich so fünf oder so gewesen sein, vier, fünf... Maximal sechs hat mich meine Mutter als Prinzessin hergerichtet.
00:03:55: Also richtig mit großer Kleidchen hier Schleifchen bisschen Schminke und das wollte ich gar nicht!
00:04:02: Das war für mich... Ich sag's mal schlimm, ich wollte es nicht und ich habe halt geweint und die fühlte mich darin gar nicht wohl.
00:04:09: Und von dem Zeitpunkt, ich weiß nicht ob ihr auch mal Fotos herzeigt oder so.
00:04:13: Gibt es auch Fotos?
00:04:15: Wenn man das heute ansieht fühlt man das ein bisschen.
00:04:19: Ich im Präzession entkleide und ich schaue richtig gequält aus!
00:04:23: Das war glaube ich dieser erste Moment wo so eine Berührung mit diesen... Du bist jetzt ultramädchenmäßig und ja habe ich nicht gefühlt.
00:04:36: Wie hat deine Mutter darauf
00:04:37: reagiert?!
00:04:38: Ja, ich muss da trotzdem so zum Faschen.
00:04:40: Also es ist halt... Ich sag's mal so in diesem Umfeld wo wir waren, da gab's halt die awareness gar nicht mit, vielleicht ist das Kind trans, ne?
00:04:50: Aber von welchem Zeitalter sprechen wir da?
00:04:53: War das in den Neunzigern und wann war das ungefähr?
00:04:55: Ja!
00:04:55: Das müsste Ninzehundert.
00:04:58: Ich bin echt schlecht mit Mathe,
00:04:59: ne?!
00:05:00: Lass mich neunzehn In der neunzig an jeden Fall.
00:05:04: Ich bin heute sechsunddreißig.
00:05:07: Also vor, was sagen wir?
00:05:08: Dreißig Jahren.
00:05:10: Ja und jedenfalls war damals jeweils nicht da.
00:05:14: Heute ist es ja schon eher vor allen Dingen in Städten und Social Media, da ist das jetzt nichts Neues wenn jemand dran ist.
00:05:22: Aber damals hatte man die Begrifflichkeit dafür nicht.
00:05:24: Man hat das einfach nicht im Kopf dass es sowas überhaupt gibt.
00:05:28: Und wenn ein Kind geweint hat dann spielt das halt rum dann weint er es und wird schon aufhören, wie ihn jetzt trotzdem so faschingen.
00:05:37: So war die Situation im Endeffekt aber in den kommenden Jahren war es dann trotzdem so dass ich mich richtig auch hart gesträubt habe vor ähnlichen Kostümen und fahrt an weil ich da nur noch irgendwie Katze oder sonst irgendwie ein Tier oder einen Job oder was man halt zu isst oder geist Aber nie mehr so so ein hart feminines Outfit oder Mädchenhaftes-Outfit
00:06:03: Würdest du eher sagen, nicht geschlechtsspezifisch?
00:06:06: Ja.
00:06:08: Wie gesagt, irgendein Job oder so was.
00:06:12: Gab es noch weitere Momente wo du jetzt rückblickend sagen würdest die hätten für dich eine Offensichtlichkeit sein können oder dich hätte stutzig machen können?
00:06:22: Als Kind jetzt nicht.
00:06:23: also wie schon erwähnt als kind denkt man da eigentlich nicht drüber nach.
00:06:28: Also nicht aktiv, sage ich jetzt mal.
00:06:30: Vor allem wenn man nicht damit konfrontiert wird.
00:06:33: und so wie ich aufgewachsen bin eben mit meiner besten Freundin die war auch immer sehr als Kind sehr pushikos.
00:06:38: wir waren beide sehr pushicos Und wir waren die Kinder und wir waren richtig so geschlechtsneutral im Aufwachsen.
00:06:45: unsere Eltern waren dann halt auch oder die Familien auch sehr offen was das angeht nicht im Sinne von hey!
00:06:53: Ich erziehe meine Kinder jetzt geschlechtsneutral sondern Sie ist jetzt das Kind, da spielt sie Match oder so in Pautier-Sandburgen im Sandkasten und so.
00:07:00: Und Goudis?
00:07:02: Ich glaub damals ... Oder nicht damals aber in unserem Umkreis war's dann auch nicht so was dann hieß die Mutter schickt an die Tochter zum schönen Hetzwettbewerb oder so.
00:07:11: Heute kennt man das teilweise vielleicht von den sozialen Medien wo es dann Kinderinfluencer gibt.
00:07:17: Die dann halt schon wenns Mädchen sehen sehr auf diese feminine Schiene gehen.
00:07:22: Von wegen ich zeige euch meine Outfits oder Schminke Das gab es halt damals nicht.
00:07:27: Deswegen wurde ich damit auch nie konfrontiert, aber ich bin mir relativ sicher, dass ich negativ rotiert wäre, hätte man mich in so eine Schiene zwingen wollen.
00:07:41: Ich hatte damals zum Fasching ... Aber wegen dieser fehlenden Konfrontation mit diesem Thema war's dann für mich auch kein Thema.
00:07:54: D.h.,
00:07:54: du hattest auch in der Schule nicht diese Momente wo andere Mädchen gesagt haben, hey das macht man so oder wieso ziehst du dich so an?
00:08:02: oder ähnliches?
00:08:04: In der Schule fing es dann langsam an.
00:08:06: Was mir gerade auch noch einfällt in der Kindheit was auffällig war jetzt im Nachgang da spielt man ja oft Rollenspiele, wir haben immer Pokémon gespielt oder König der Löwen haben wir gespielt und da war ich immer Simba.
00:08:20: Da waren meine Kussinen auch oft mit dabei die waren dann Nala aber ich war immer Simbar Und bei Pokémon war ich dann immer ein männlicher Pokémontrainer, da war ich immer dieser Ash.
00:08:29: Und nie Ink-Mädchen oder so eine Arena-Leiterin und die es das so gab.
00:08:33: Aber ich war immer männlich, immer durchgehend.
00:08:36: Aber auch immer die Hauptfigur?
00:08:37: Muss man sagen!
00:08:38: Ja,
00:08:40: genau.
00:08:41: Da hab' ich in diesen Rollen spielen immer den Mann oder den Jungen oder jetzt dieses männlichen Lüben gespielt.
00:08:48: Viel mir damals nicht auf, viel niemandem auf aber heute denke ich so zurück.
00:08:55: Aha, das waren so Indizien.
00:08:58: Später in der Schule wird man dann natürlich mehr mit diesen Themen konfrontiert.
00:09:04: zu jetzt in einer Kundschule vielleicht noch weniger aber so in der Hauptschule ging es dann los.
00:09:10: Mit was sieht man an?
00:09:12: Da fangen die Leute an sich zu schminken also die Mädels.
00:09:15: sammeln sie sich dann diese Klicken.
00:09:19: Da gibt es dann die coolen Girls, die coole Jungs und ich war jemand der sich da nie einsortiert hatte groß.
00:09:29: Ich war immer so dieser jemand, der irgendwie so dazwischen saß oder an der Seite saß und mich nie vor allem nicht mit diesen Mädelsgruppen identifizieren konnte.
00:09:38: also da wollte ich nie mitmachen.
00:09:39: das war mir immer unangenehm und so ein Ding was mir auch erst dem Nachhinein aufgefallen ist.
00:09:48: Ich hatte sehr wenige weibliche Freundinnen.
00:09:53: Ich wollte mich dann auch nie mit Frauen oder Mädchen umgeben.
00:09:57: und wenn man versucht hat, mich da so irgendwie so reinzuschieben, na so ganz klassisch auf einer Hochzeit, wenn der Brautstrauß geworfen wird, dann gehen alle Mädels und Frauen los ne?
00:10:08: Und versuchen ihn zu fangen.
00:10:09: Das war mir immer so unangenehm und das wollte ich nicht.
00:10:12: und da hatte ich dann ab einem gewissen Punkt zum richtigen Hass drauf!
00:10:16: Ich wusste halt nicht warum Und oft hat man mir dann gesagt, du kannst Frauen echt nicht leiden oder?
00:10:24: Ich war so nahe.
00:10:25: Doch!
00:10:26: Aber ich will da kein Teil von sein.
00:10:28: und was die so machen ist nicht meins finde ich komisch.
00:10:32: hier jetzt Inky mit vierzehn oder so schminken.
00:10:35: Ist voll doof, mag ich nicht.
00:10:39: Da fing es halt an wie die Gesellschaft dann so ist.
00:10:41: wir sind in eine Schublade gesteckt von ja du bist jetzt so die Unkuhler die ich wollen wir nicht dabei haben.
00:10:48: Die ist jetzt komisch, die zieht sich auch immer so komisch an.
00:10:52: Ich war auch so als Teenager durchgehend jemand der wollte Jungsklamotten anhaben.
00:10:59: Wenn ich mit meiner Mom einkaufen gegangen bin, meistens zu H&M und New Yorker, ganz klassisch, bin ich immer sofort in die Männerabteilung Und ich hatte dann, das war damals richtig cool, diese Skaterhosen an, die hier hängen gefühlt und diese weiten Bullis Hemden, wo dann so chinesische Zeichen drauf sind und so.
00:11:19: Und so Tribles und das war damals voll cool.
00:11:23: Das hatte ich immer an mit dieser Skaterschuhe, diese Welten die dann so geschlackert sind.
00:11:27: Das war mein Stil.
00:11:29: Natürlich war ich dann halt Außenseiter.
00:11:32: Wie war es denn als du deine Sexualität entdeckt hast?
00:11:37: Wenn man Teenager ist, verliebt man sich ja auch irgendwie... wie war das für dich was
00:11:41: da passiert?
00:11:43: Also in der Schule hat ich In dem Sinne dann für mich nicht so groß die Berührungspunkte.
00:11:52: Vor allem auch, wenn mir halt dieses Lebel Außenseiter aufgedrückt wurde, da fand ich halt bei sie alle doof und ich habe mich dann schnell zu Hause eingeiegelt weil zuhause war mein Safe Space.
00:12:03: Da waren dann auch meine Videospiele.
00:12:05: Ich war damals schon Gamer und da habe ich mich ein bisschen reingeflüchtet auch und war dann viel, wenn es um Soziales geht online unterwegs.
00:12:14: Damals gab es jetzt so Instagram oder Facebook noch nicht so.
00:12:17: Das müsste so zehn, zwanzig elf gewesen sein.
00:12:22: Da gabs das so voran eher, wie Animex ist das damals?
00:12:25: Oder später kann da noch so Studie und Schülervz.
00:12:28: Da war ich dann eher unterwegs Und hab dann schnell für mich eine kleine Community in der Bubble gefunden die viel auch in diesem bei den G-Mann unterwegs war, den Gamerinnen oder Cosplay zum Beispiel.
00:12:45: Da habe ich mich dann wohl gefühlt.
00:12:46: da waren dann viele Leute auch aus Deutschland drin oder größte als Leute aus Deutschland tatsächlich mit denen ich dann online zu tun hatte und... Ich hatte da nie geschrieben, ich wäre jetzt ein Mädchen oder eine Junge.
00:13:01: aber mein Username und mein ganzes Haber und meine Darstellung online war sehr maskulin.
00:13:08: Natürlich, weil in meinem Kopf war ich ja ein Junge.
00:13:12: Ohne dass sich's für mich zu dem Zeitpunkt groß realisiert hätte.
00:13:16: aber wie damals bei diesen Rollenspielen als Kind war ich halt einfach der Junge und ich hab da dann irgendwann Mädchen kennengelernt mit der ich dann viel geschrieben habe, viel gemacht habe.
00:13:29: wir haben auch zusammen Geschichten geschrieben.
00:13:32: so im Endeffekt man wechselt sich ab Der eine fängt an, der andere macht weiter.
00:13:36: Dann hängt der andere wieder dran und dann wird es so ne unendliche Geschichte mit eigenen Charakteren usw.. Und dementsprechend hatten wir dann viel miteinander zu tun.
00:13:45: Das ging dann sehr tief!
00:13:46: Und irgendwann dachte ich mir so... O-o Ich glaube ich habe mich in sie verliebt.
00:13:53: Und gleichzeitig mit diesem OO, weil in meiner Bubble Zuhause in Österreich In dieser sozialen Umgebung wo ich war War sowas damals absolut abnormal.
00:14:05: Das war irgendwie eklig.
00:14:07: Und wäre ich ein sichtbarer Mann gewesen, der sich einen Mann verliebt und sagt er ist schwul?
00:14:13: Wäre es noch schlimmer gewesen.
00:14:15: als Frau hatte ich dann so ein bisschen diesen... Ich sage jetzt ein bisschen Augenrollend Bonus weil dann Männer denken ja sehr voll sexy wenn da zwei Frauen so kennt man ja und andere nehmen einen nicht so ernst weil das sind ja zwei Mädels Ist ja normal, dass die mal Händchen halten oder sie Pussy geben oder so.
00:14:39: Aber trotzdem dachte ich mir... Oh ne?
00:14:42: Weil für mich war das dann nicht so ein Ja-ja!
00:14:44: Die halten an Händchens und für mich ist es halt ernst.
00:14:47: Und gleichzeitig war's, es war so fifty-fifty zu einer Erleichterung wo ich mir dachte so Ich war schon immer irgendwie nicht so normal.
00:14:57: Nein was ist schon normal?
00:14:58: aber auf mich war es damals so, ich bin nicht normal.
00:15:00: Aber ich glaub' ich weiß jetzt warum.
00:15:02: Vielleicht bin ich lesbisch.
00:15:04: Abgehakt, ne?
00:15:05: Cool Eigentlich nicht so cool, aber cool.
00:15:08: Jetzt wusste ich endlich, warum mich nicht so dazugehören und warum ich mich anziehe wie ich anziele.
00:15:13: Vielleicht bin ich einfach eine maskuline lesbische Frau.
00:15:17: Damals gab es ja bis heute noch dieser Klischee.
00:15:21: Einer ist Feminin, einer ist Maskulin.
00:15:23: Voll der Blödsinn!
00:15:24: Manchmal ist das halt immer so.
00:15:27: Aber für mich war das... Ich bin dieses Klischees.
00:15:29: Cool!
00:15:30: Bin ich happy mit.
00:15:31: Und ich habe ihr das dann auch irgendwann gestanden?
00:15:35: Weil die war aus Bochum Und ich halt hier aus dem tiefsten Kaffee wie in Österreich, ist ein bisschen so eine Distanz dazwischen.
00:15:42: Ich glaube so tausend Kilometer oder ein bisschen mehr.
00:15:46: Dementsprechend ... Wir waren damals noch Freundinnen in diesem Sinne und die war dann hier auf ihren Cosplay-Conventions unterwegs.
00:15:53: Ich war zu Hause, konnte nicht mit weil... Ich war halt vierzehn!
00:15:58: Und wie leiste ich mir einen Ticket nach Bochum im Zug?
00:16:01: Oder wie kriege ich meine Eltern dazu, mir einen ticket nach Boachum zu holen?
00:16:05: Also habe mich immer davon berichten lassen.
00:16:07: Und sie war auf so einer Convention und kommt dann zurück, erzählt mir davon und sagt dann irgendwann so... Da war einer, den fand ich super süß!
00:16:16: Und da hat es für mich gekickt, dann wurde ich einfach süchtig.
00:16:19: Das hab' ich ihr dann gesagt.
00:16:21: Was genau hast du ihr gesagt?
00:16:22: Ja das finde ich jetzt eigentlich cool, das find ich unangenehm gerade.
00:16:26: Und die war dann so, hör warum?
00:16:29: Dann war das so ein... Ich fahr mal eine Stunde und überlegen mir das was ich jetzt antworte.
00:16:34: Aber dann habe ich gestanden, ja.
00:16:36: Ich glaube, ich habe mich nicht verliebt.
00:16:38: Wusste sie zu dem Zeitpunkt, dass du... ...zudem Zeitpunkt eine Frau warst?
00:16:44: Oder hat sie dich für einen Jungen gehalten?
00:16:46: Er hat mich für einen Jungen gehalten tatsächlich!
00:16:48: Das heißt, du hast sie gekettfischt.
00:16:50: Mehr oder weniger, ja?
00:16:51: Tatsächlich aber irgendwie es klingt jetzt total dumm, ne?
00:16:55: Unbewusst weil es ist total schräg.
00:16:57: in meinem Kopf war ich ein Junge.
00:16:59: deswegen war meine Präsentation online.
00:17:03: Jungen Haftteilte einfach, auch die, die ansprachen ihm und alles.
00:17:07: Und die Charaktere, die ich geschrieben habe waren alle männlich.
00:17:10: Das war dann irgendwie so ein... sich hat das dann so angenommen?
00:17:13: Ich hab's nie wirklich ausgesprochen!
00:17:15: Wie hast du dich mit welchem Namen hast du dich denn vorgestellt?
00:17:19: Wir hatten so die Onlinepsytonüme, die wir hatten.
00:17:21: Ah
00:17:22: okay.
00:17:23: Und es war der Hammals.
00:17:24: was war das?
00:17:26: Ich weiß jetzt nicht mal mehr.
00:17:27: Okay aber aus dem Name hätte man nicht erkennen können dass du jetzt im Prinzip da eine Frau warst?
00:17:33: Nee.
00:17:33: Okay, und hattest du Fotos oder Videos oder hatte dir Videocalls oder sowas?
00:17:38: Nee, Videocall ist tatsächlich nicht.
00:17:40: zu diesem Zeitpunkt auch gar keinen großen Austausch von so Fotos, weil ich auch zu diesemzeitpunkt, das wurde mir auch erst später bewusst, schon so ne Dysforie hatte wenn es um meinen Körper geht.
00:17:53: also es bedeutet dass sich mich in meinem Körper einfach nicht wohl fühle und deswegen war ich ungern auf Fotos.
00:18:00: Ich hab dann auch von mir nicht so viel zeigen wollen, weil das war für mich eine Hülle, die nichts zu mir gepasst hat.
00:18:07: Und es war unangenehm und ich wollte einfach nicht fotografiert werden.
00:18:10: Das war für sie aber auch okay.
00:18:12: Wir haben uns mehr mit diesen Charakteren identifiziert, mit denen wir geschrieben haben und so ... War super nördig!
00:18:19: Aber war nun für Sie auch okay?
00:18:22: Zu diesem Zeitpunkt war das auch so ein ... Ich glaub, ich habe mich nicht verliebt.
00:18:26: Es ist wow-okay, aber am Ende Hat das dann gepasst?
00:18:32: Und sie so, ja.
00:18:34: Ich mag dich auch voll gerne!
00:18:35: Wie sollt ihr uns mal
00:18:36: treffen?".
00:18:38: Da waren wir dann fünfzehn und tatsächlich kamen Sie dann mal nach Österreich mit dem Zug um mich zu besuchen für zwei Wochen oder so.
00:18:47: Du musst ja davor super nervös gewesen sein.
00:18:49: Mega mega krass.
00:18:51: Ja ich habe mich auch sehr gefreut.
00:18:54: Dann stieg sie da am Bahnhof aus.
00:18:56: Ich hab da gewartet und dann stieg sich aus sah mich... Oh!
00:19:04: Ja, ich dachte den besten Kerl.
00:19:06: Aber war dann trotzdem okay in dem Moment?
00:19:11: Wir haben das einfach so ein bisschen zurückgedreht und mal kennengelernt, Zeit miteinander verbracht... Und es war dann relativ schnell aber so dass sie gesagt hat ja das passt.
00:19:20: Aber jetzt muss ich dich nochmal fragen.
00:19:22: Dir war ja bewusst, dass dir ein Ticket für zwei Wochen gebucht hat Und dass sie aber nicht wusste, wer du wirklich warst zu dem Zeitpunkt.
00:19:32: Hattest du kein schlechtes Gewissen?
00:19:38: Also gerade unter dem Aspekt das ihr fünfzehn Jahre alt wart und in irgendeiner Art und Weise musste Sie das Ticket ja auch noch finanzieren.
00:19:48: Schlechtes Gewißen vielleicht so im ersten Moment in dieser Realisation von wegen... Ich weiß nicht, wie cool es jetzt von mir war.
00:19:59: Aber das war dann der Zeitpunkt erst am Bahnhof tatsächlich!
00:20:02: Ich weiß auch nicht wieso.
00:20:04: heute will ich das nie wieder so machen.
00:20:08: Aber so mein Teenager hierin war's so... Ja wir sehen uns jetzt und da steckt sie aus und ich denke mir so, Moment mal, das heißt vielleicht nicht cool?
00:20:19: Aber wie gesagt, dass hat sich dann sehr schnell, das hätte ich auch gegeben, so nach zwei drei vier Tagen dass wir beide dann eben auf diesem Level waren von, kann ich mir hervorstellen?
00:20:30: Weil... Wir mögen halt die Person und nicht den Körper der da dran hängt zu.
00:20:37: Und das war auch nochmal so ein Ding von mir wo ich dann draufgekommen bin von wegen hey vielleicht bin ich ja nicht lesbisch sondern ich mag einfach jeden weil mir kommt es jetzt nicht aus Geschlecht darauf an Sondern ich liebe eine Person dafür wer sie ist und nicht halt was sie isso Und für uns beide war das dann in dem Sinn total fein.
00:20:59: Ja.
00:21:01: Fanden deine Eltern das nicht ungewöhnlich, dass dieses Mädchen da kam?
00:21:06: Weil man spürt ja eigentlich auch ein bisschen schon einen Unterschied in der Energie zwischen zwei sich mögenden Personen!
00:21:14: Ich glaube die haben es zu diesem Zeitpunkt nicht ernst genommen.
00:21:16: Das waren so und sind halt fünfzehn.
00:21:18: Vielleicht probieren sie sich aus.
00:21:19: vielleicht sind sie beste Freundinnen mein Gott.
00:21:22: Und die kannten Sie ja von Erzählungen Weil ich hab halt ständig von dir erzählt auch, weil wir dauernd online miteinander zu tun hatten.
00:21:29: Das war halt reale... Damals hat irgendwie auch sehr, sehr enge Freundin bis wir dann Paar geworden sind.
00:21:35: Deswegen die kannten sie und die waren wahrscheinlich so auf Ja was soll es?
00:21:42: Mein Vater eher als meine Mutter Meine Mutter war da schon Skeptischer Die war dann auch direkt so Als ich uns geoutet hatte.
00:21:52: dann Ich bin dann irgendwann als meine Freundin wieder Weg war, da bin ich so in die Küche und hab gesagt, Mama, ich muss dir was sagen.
00:22:00: Weil ich weiß nicht ob du das verstanden hast?
00:22:03: Mir war das total wichtig, mir war das ja ernst wie gesagt.
00:22:07: Wir sind bar, wir sind zusammen.
00:22:08: Und ich beste Freundinnen sondern Freundinnen-Freundinnen!
00:22:12: Da waren dann schon Zurückfragen von wegen... Es war auch unangenehm dass sie gefragt hat Ja, aber wie macht ihr das denn im Bett?
00:22:18: Das geht ja gar nicht.
00:22:20: Ich war so drüber will ich jetzt nicht reden.
00:22:24: Ich habe nur gesagt ganz normal Sie ist so wie normal und ich so, ja, wie würdest du dir das denn vorstellen?
00:22:30: So kalter Schweiß.
00:22:32: Und sie ist so, keine Ahnung!
00:22:34: Ich bin dann auch nicht weiter drauf eingehen gegangen weil als Fünfzehnjähriger denkst du dann halt schon so, will ich jetzt darüber reden, es ist mir unangenehm.
00:22:47: und später gab's dann auch einen Moment wo mir dann halt auch gesagt wurde Ja komm wenn du mal ein Mann triffst Und ich werde das jetzt nicht so zitieren, wie sie es gesagt hat.
00:22:58: Aber wenn ich dann mal mit ihm im Bett war... ...dann werde ich wohl vernünftig werden und dann werde ich anfangen halt lieber nach Männern Ausschau zu halten, weil was soll denn sonst sein?
00:23:12: Wie alt warst du da als die das gesagt hatte?
00:23:14: Sechzehn
00:23:16: Also knapp ein Jahr später Ja
00:23:17: ungefähr würde ich sagen so sechzehnt und das war für mich tatsächlich der Punkt wo ich dann gesagt habe Ich rede nie wieder drüber.
00:23:26: Da hab ich dann zugemacht und nie wieder mit meiner Familie über dieses Thema geredet.
00:23:31: Sexualität grundsätzlich?
00:23:33: Genau, und halt dieses Thema das sich halt zu diesem Zeitpunkt mit einer Frau zusammen bin.
00:23:39: Und das war für mich nicht mehr ein Thema weil es hat schon weh getan.
00:23:43: Weil ich sag's mal so die Eltern oder vor allem die Familie auch sind Leute von denen man sich da so bisschen Rückhalt wünscht auch.
00:23:52: Na wenn du in einer Gesellschaft bist die dich so ein bisschen stigmatisiert auch oder sehr stigmatisiert, auch damals.
00:23:59: Heute auch teilweise.
00:24:01: Dann brauchst du ja eigentlich einen sicheren Hafen.
00:24:04: und den hatte ich in dem Sinne nicht außer in meiner Bubble, die da online war und meine Freundin mehr Monate im Jahr weg war als sie da war zu dem Zeitpunkt weil sie später tatsächlich zu mir gezogen an meinen Eltern.
00:24:21: Ich habe eine kurze Zwischenfrage Würdest du sagen, dass du deinen sicheren Hafen dann mit sechzehn verloren hast als deine Mutter die Aussage getätigt hat oder war das für dich schon vorher nicht mehr dein sicherer Hafen?
00:24:35: Ich glaube ich habe es davor versucht zu finden.
00:24:40: Oder ich habe ihn versucht zu finden diesen Hafen und deswegen halt versucht auch zu reden drüber und zu gucken.
00:24:45: hey kriege ich das Verständnis.
00:24:47: aber mit dieser Aussage damals und da waren wir im Park spazieren das weiße ich noch ist richtig bildlich vor mir.
00:24:54: Mit diesem Punkt habe ich es dann aufgegeben, tatsächlich.
00:24:59: Und hatte dann natürlich als Teenager und ich war ja auch Bobertär... ...dann diese denke... Ja scheiß drauf!
00:25:05: Ich hasse euch alle, ne?
00:25:06: Das war ganz klassisch.
00:25:09: Und hab mich dann halt zurückgezogen und eingeeigelt in dem Sinne.
00:25:12: Und dann halt zu meinen sicheren Hafen nur noch online gesucht, den mein Video spielen kann ich auch einen Mann spielen.
00:25:22: So war das damals.
00:25:23: Wie lange hielt die Beziehung?
00:25:26: Die hielt bis sich oder bis wir, weil sie war ja ungefähr gleich alt.
00:25:32: Siebzehn-Achzehn waren tatsächlich so vier Jahre
00:25:35: und da ist sie dann aber auch schon vorher zu dir gezogen.
00:25:39: Genau, die ist mit Sechzehntsein-Siebzehnten ich weiß es nicht mehr so genau Zu mir gezogen.
00:25:44: Ach
00:25:44: crazy das ging dass.
00:25:45: haben die Familie mitgemacht oder hatte sie in eine schwierige familiäre Situation?
00:25:51: Also es war für beide Seiten tatsächlich okay.
00:25:54: Meine Familie war da auch überraschend offen, vor allem meinem Vater.
00:25:57: Mein Vater ist auch jemand der eine sehr, sehr gute Seele ist und ich glaube er wollte da auch unterstützen.
00:26:04: Zu dem Zeitpunkt damals als Teenager war ich halt so meine Eltern, die sind doof, mein Vater
00:26:10: v.a.,
00:26:11: der ist komisch und Dings... So ist es richtig doof geworden halt.
00:26:17: Aber heute sehe ich halt das, dass der mich einfach unterstützen wollte.
00:26:21: Scheinbar auch sehr bedingungslos.
00:26:23: Dass er auch gesagt hat, dass es okay ist, dass sie zu uns zieht.
00:26:26: Und das wertschätzt sich heute richtig krass.
00:26:29: Habe ich damals aber nicht gesehen.
00:26:31: und heute weiß ich auch, dass ich damit allem zu ihm hätte kommen können.
00:26:36: Aber er ist halt auch wer der dann nicht aktiv auf dich zukommt und sagt hey lass mal über Gefühle reden!
00:26:41: Aber er war halt da und er war in dem Sinne von ... Er hat ja gesagt wenn ich durch Sie dann halt zu uns ziehen wollte.
00:26:48: Dann kam die zu uns und hat dann bei uns gelebt.
00:26:54: Wie hat deine Mutter darauf reagiert?
00:26:57: Ja, war scheinbar auch okay.
00:26:59: Ich habe da nie was dagegen gehört tatsächlich.
00:27:02: Hast du die Familie deiner damaligen Freundinnen kennengelernt bis dato?
00:27:07: Ich war tatsächlich auch sehr oft und sehr lange mal im Bochum auf Besuch.
00:27:11: Es waren dann so über die Sommerferien und einmal war ich dann auch drei vier Monate da Und es war auch ok.
00:27:22: Das heißt auch für die Familie, dort war das dann gar kein Problem?
00:27:25: Ich weiß nicht.
00:27:26: Vielleicht bin ich ein bisschen konservative aber ich finde es ein bisschen befremdlich dass man seine minderjährige Tochter ins Ausland auch noch lässt.
00:27:32: Österreich ist nun mal aus Land.
00:27:34: In dem Alter.
00:27:35: da hätte ich glaube ich als Mutter gesagt ja ich versteh dich aber jetzt warte erst mal ab bis du die Schule fertig hast.
00:27:42: Ja!
00:27:42: Aber war scheinbar okay.
00:27:44: also ich habe damals dann halt natürlich hasdienisch auch nicht weiter hinterfragt.
00:27:48: Es war so cool, die darauf kommen.
00:27:50: Finde ich gut.
00:27:51: Du hast vorhin gesagt, was auf der Hauptschule.
00:27:53: Das heißt bis dann müsstest du eine Lehre oder Ähnliches gemacht haben?
00:27:56: Oder hast du Schule weitergemacht?
00:27:57: Ich habe Schule weitergemacht und nur so als Hintergrund, also Hauptschulen war damals jetzt nicht Hauptschulle wie in Deutschland sondern Österreich ist die Hauptschuhe die ganz normale Weiterführende Schule, die du machst nach der Grundschule.
00:28:09: In Österreich ist es die Volksschule, so nennt man sie da.
00:28:12: Dann gehst du in die Haupt-Schule Und danach gehst ihr in die Oberstufen.
00:28:16: Es gibt zwar das Gymnasium aber das Gymnasium Zumindest.
00:28:20: das war es damals so, heute hat sich das auch ein bisschen verändert.
00:28:23: Damals war das so... Wenn du ins Gymnasium möchtest musst du mal eine ganz schwierige Aufnahmeprüfung schaffen und so einen außerwählter sein sind dann quasi diese Elite-Kinder.
00:28:31: Und dass ist nicht so, dass man halt ins Gymnasium kommt und wenn man jetzt sozial schwächer ist oder schlechter in der Schule, also in der Hauptschule landet sondern ich war ganz normal Hauptschulle sieht er aber auch!
00:28:44: Also wir haben sie dann wirklich auch eingeschult.
00:28:47: In einer anderen Klasse?
00:28:49: Ja
00:28:49: Aber auf derselben Schule?
00:28:50: Das war damals tatsächlich auch die Oberstufe schon.
00:28:53: Die nach der Hauptschule kommt, die war in einer anderen Klasse aber auf der gleichen Schule wie ich.
00:28:57: Die war dann auch... Ich glaube!
00:29:01: Ich bin mir nicht mehr hundertprozentig sicher eine Klasse unter mir einfach aus dem Grund dass es ist dann leichter hat um mitzukommen mit dem Schulstoff.
00:29:09: und ja da war's genau auf der Schule.
00:29:12: das werden wir hier auch.
00:29:15: Und du hast gesagt die Beziehung ging bis zu achtzehn
00:29:19: Siebzehn halb, achtzehn.
00:29:20: So was umdrehen muss es gewesen sein.
00:29:22: Okay und da hattet ihr beide dann schon euren Abschluss.
00:29:24: oder wie war die Situation?
00:29:27: Ich war gerade dabei eine Abmatura zu machen.
00:29:29: das ist quasi Abi.
00:29:31: Da war ich auch siebzehnt Und sie war ja noch ne Klasse drunter.
00:29:35: Sie wär dann des nächster Jahr Dann in die Matura gekommen.
00:29:37: tatsächlich
00:29:38: okay.
00:29:38: und Wie war die situation?
00:29:41: Die Situation War Eigentlich Relativ Jetzt nicht easy, aber relativ banal sag ich jetzt mal.
00:29:52: Das ist jetzt nichts Großes passiert.
00:29:53: Es ist keine Bombe hochgegangen oder so in der Beziehung sondern es war einfach so.
00:29:58: sie wollte halt ein bisschen mehr erforschen.
00:30:02: auch wenn's um ihre Sexualität ging hat sich da auch mal so ein bisschen mir umgesehen.
00:30:08: Ich wurde auch immer unrunder für mich weil ich immer mehr so unterbewusst irgendwie verstanden habe Es passt mir nicht, ich pass mich nicht.
00:30:19: Ich passe nicht in meine Haut.
00:30:22: Irgendwie spiele ich eine Rolle und weiß nicht was mit mir los ist.
00:30:24: Damit sind auch Depressionen gekommen.
00:30:27: Wo es mir echt nicht gut ging... Mit dem der ich bin, gleichzeitig weißt du nicht was los ist, gleichzeitig ekelst du dich vor deinem Körper, willst den dich so haben?
00:30:37: Ich hatte damals mit fünfzehn schon so Momente wo ich dann im Bad stand, in das Spiegel geguckt habe und mir dachte ich hätte voll gern Bart, aber ich wäre voll gern Junge!
00:30:47: Ich bin ja keiner, ne?
00:30:49: Und das war halt immer schlimmer.
00:30:51: Das war dann in der Zeit... ich war einfach unerträglich auch durch die Depressionen sehr lethargisch, vielleicht streitlustig und rund einfach knatschig.
00:31:05: Sie wollte so einfach mehr vom Leben da wollte ich nicht mit.
00:31:12: und dann habe ich irgendwann zu ihr gesagt Ja, ich glaube du solltest nach Deutschland zurückgehen.
00:31:18: Richtig gemein, eigentlich.
00:31:19: Also ich fühle mich heute schlecht.
00:31:20: deswegen richtig weil im Endeffekt musste sie dann zurück in soziales Umfeld das gar nicht mehr ihr es war die hatte ja alles in österreich aufgebaut und von einem tag auf dem nächsten ist sie dann halt zurück.
00:31:35: War hat dir denn noch weiter befreundet?
00:31:38: Ne, das war dann ein kompletter Kontaktabbruch.
00:31:39: auch Ich glaube auch dass sich sehr viel von mir dann auf sie projiziert hatte Von diesem...ich bin unrund Ich bin depressiv, mir geht's nicht gut.
00:31:48: Ich fühl mich nicht gut in meiner
00:31:49: Haut.".
00:31:51: Und na, es ging jetzt gemein!
00:31:52: Jetzt kommt die an und will noch mehr aus dieser Beziehung ausholen.
00:31:56: Da hatte ich nicht mit etwas Willi von mir.
00:31:59: Sie ist schuld.
00:32:00: Das war ganz böse gesagt aber sie waren für mich ein Teil von meinem Problem was ja Blödsinn war und deswegen habe ich da einen Kontakt abgebrochen.
00:32:08: Weißt du was aus ihr geworden ist?
00:32:10: Ja tatsächlich sind wir heute wieder befreundet.
00:32:14: Wir haben den Kontakt irgendwie fünf Jahre nach diesem Kontaktabbruch dann auch wiedergefunden.
00:32:19: Das war ein ganz witziger Moment, ich war da auf dem Ice-Base damals und da gab es so Faschläge für hey du könntest dich mit dem und dem an Freunden und da war sie drin!
00:32:32: Ich dachte mir ist das die?
00:32:34: Klick da drauf, denk mir so wow!
00:32:37: Und hab' sie dann angeschrieben mich auch entschuldigt bei ihr und gefragt hier wollen wir mal einen Kaffee trinken oder so.
00:32:43: Das haben wir dann gemacht.
00:32:44: Ich bin dann mal nach Köln gekommen und dann haben wir uns ausgesprochen, haben uns getroffen und haben für uns festgestellt, wie wir funktionieren ganz gut zusammen so befreundet.
00:32:57: Du hast dir ja im Prinzip heimgeschickt?
00:33:00: Ja!
00:33:00: Was hast du dir dadurch erhofft?
00:33:03: Schwer zu sagen was ich mein Hirn damals davon erhoffe hat.
00:33:06: Ich glaube Erleichterung.
00:33:08: So irgendwie Erlechterungen von dem bis mir damals ging
00:33:12: Wie hat sich dein Leben danach verändert?
00:33:16: Nachdem du deine Matura bestanden hast, wie hat sich das Leben für dich entwickelt?
00:33:30: Sehr radikal.
00:33:34: Weil ich bin dann in eine Richtung gegangen wo ich versucht habe in die Gesellschaft zu passen.
00:33:39: Das war dieses komplette Verleugnung von mir selbst Und das Fahren von der Schiene, wo ich dann gesagt habe Ich werde jetzt die Frau Von der alle wollen dass ich die bin.
00:33:55: Ich setze diese Maske auf und gehe in Richtung Dass sich wirklich möglich dieser Rolle erfülle Die von mir verlangt wurde.
00:34:05: zum ein Die rolle die meine Eltern für mich vorgesehen hatten.
00:34:09: also die wollten immer dass ich halt Lehrerin werde weil ganz klassisch ist es ja so Was ja faktisch nicht so ist, aber was viele Eltern dann gerne zu glauben.
00:34:20: Dass man dann so viele Ferien hat, verbeamtet ist und sich einen Job hat, nicht viel Arbeit hat.
00:34:27: Blödsinn!
00:34:28: Aber das wollten die von mir und die Gesellschaft wollte von mir halt, dass ich eine Frau bin.
00:34:33: So.
00:34:34: Ich dachte mir so... Das mache ich jetzt vielleicht geht's mir dann besser.
00:34:37: Vielleicht geht es mir einfach schlecht weil ich irgendwie komisch rebellisch bin, ich weiß nicht ne?
00:34:42: Und ich habe dann tatsächlich angefangen eben nach der Matura mit siebzehn Lehramt zu studieren, Lehramt für Englisch und Kunstgeschichte.
00:34:51: Und habe mir die Haare wieder langwachsen lassen.
00:34:55: Ich habe mich Feminin gekleidet.
00:34:57: Wir haben in der Akademie wo ich war für Lehramt tatsächlich ab dem ersten Semester auch unterrichten müssen.
00:35:05: Das war so.
00:35:07: wie nannte man damals das ganze so?
00:35:09: Probe?
00:35:11: Wir hatten eine Proberhauptschule dabei bei Diesen Lehramtsstudium, das war damals die PEDAC, also pädagogische Akademie in Klagenfurt.
00:35:20: Und da mussten wir unterrichten und da war ich wirklich ganz klassisch die Frau Professor dann mit meinen siebzehn, achtien Jahren im Bluse nochmal so Rockner und ich habe das voll durchgezogen auch dann privat.
00:35:34: Also ich bin dann in der Beziehung mit einem Mann habe dann wirklich so dieses heteronormative Träumchen gelebt, für mich war es jetzt nicht so das Träümchen aber nach außen.
00:35:47: Dann auch mit dem Plan ja wir kriegen dann später Kinder und dann werde ich Hausfrau wie meine Mama.
00:35:53: ja das auch wahr wenn die Kinder dann groß sind dann werde Ich wieder hier gehe ich wieder in die Schule.
00:35:58: Das war dann die Zukunft für mich obwohl dann ich oft an den so stillen Momenten der Hass sass und fast so Panikattacken hatte in Richtung von, ich kann ja gar keine Kinder kriegen.
00:36:13: In meinem Kopf war ich ja immer noch ein Mann!
00:36:16: Es ist ganz weird, ich kannte es ganz schlecht beschreiben, aber in meinem Kopf hat er das so, Ich kann keine Kinder bekommen.
00:36:23: Und sollte ich wirklich schwanger werden dann ist das eine Tragödie für mich weil was soll ich wenn ich schwanger bin?
00:36:28: So... Ich habe dann auch oft einfach so ganz random Schwangerschaftstests gemacht, weil ich so Panika hatte dass sie schwanger sein könnte.
00:36:37: also es war richtig für mich wie so ein Trauma, das nicht wahr werden durfte.
00:36:42: Aber nach Aussehen war das sicher ja klar!
00:36:44: Ich will ein Mädchen und Jungen kriegen später, wie meine Mutter, Hausfrau werden... Das habe ich dann durchgezogen zusammen mit dem Lehramtsstudium Und eben den Freund, der ich hatte, der für mich tatsächlich, ich muss es leider halt so sagen, mir auch so ein Alibi war.
00:37:01: So im Nachhinein war es wirklich eine Beziehung.
00:37:05: Wir waren mehr so beste Freunde Und es war keine richtig romantische Beziehung, weil Romantik war da nie dabei.
00:37:11: Er war auch nicht so der Mensch, der romantisch ist oder so halt Lidibis.
00:37:18: Das habe ich erst wirklich kennengelernt durch meine neue Partnerpersonen die ich heute habe.
00:37:22: aber damals war das für mich einerseits ein Alibi beste Freundeding mit Freundschaftsbluss dass man Beziehungen nennt.
00:37:29: Es war ganz komisch jetzt ihm nachhinein.
00:37:33: Aber damals war es für mich Normalität und das ging auf sechs Jahre
00:37:36: Krass, das ist schon sehr, sehr lang.
00:37:38: Ja ja und so auf halbzeit habe ich dann einen Burnout gekriegt tatsächlich aber auch wegen der ganzen Situation weil man kennt es vielleicht wenn du dich dauernd pusht und pusht mit Stress vor allem aber auch wenn du die Dinge auferlegst die du nicht möchtest oder die du nisch bist kommt irgendwann der Moment wo dein Körper sagt ne?
00:38:04: Die Psyche würde ihr vielleicht weitermachen Aber der Körper setzt den Riegel vor und sagt, du hörst jetzt auf.
00:38:10: Und das war dann bei mir erreicht mit so zwanzig, einundzwanzig Jahren ungefähr wo ich Panikattacken bekommen habe, wo ich alle mögliche Allergien bekommen habe von Lactose-Intoleranz bis hin zu ... was weiß ich?
00:38:25: Wo ich halt wirklich dann körperlich richtig am Sand war nur noch am Weinen war und das Gefühl hatte Ich schaff mein Leben nicht mehr!
00:38:34: Und ich weiß nicht warum.
00:38:36: Ich war richtig, ich hab mich selbst richtig gegessen leitet würde man heute sagen.
00:38:39: Aber ich war dann so verzweifelt dass ich zu meinem Hausarzt bin und ihm dann gesagt habe ich weiß nicht was mit mir los ist, mir geht es richtig schlecht.
00:38:51: Habe ihn irgendwie so fünf Sätze gesagt der war so stopp jetzt mal kurz.
00:38:56: ich sage ihnen jetzt fast Und das war eine Aussage die hat mein Leben schonmal ein bisschen umgekrempelt Nicht völlig, aber in eine Richtung gelenkt wo ich sage Das war echt gut.
00:39:10: Der hat zu mir gesagt Schauen Sie her Wenn sie so weiter machen wie bisher Kann ich Ihnen sagen, dann wird es nicht besser Aber überlegen Sie mal was Sie wirklich wollen von Ihrem Leben Anstatt eine Rolle zu spielen Und dann machen Sie das auch wenn's vielleicht schwer wird und dann verrate ich ihnen Damit sie gesund werden damit sie ihn gut gehen.
00:39:32: Ich war so Wow okay Ja, und hier sind Ballerian-Tropfen für Schlafen.
00:39:37: So quasi tschüss!
00:39:38: Aber
00:39:39: konntest du was mit den Worten auch anfangen?
00:39:41: Konntest Du das schon zusammenknüpfen?
00:39:45: Ich glaube so im Hintergrund ein bisschen weil da hat es so ein bisschen gezündet von wegen... Wann war ich Ihnen das letzte Mal richtig glücklich?
00:39:57: Der war ich ihn damals so.
00:39:58: Ich gehe jetzt mal nach Hause in Denknach.
00:40:00: Und wenn's nix bringt komme ich wieder.
00:40:02: aber ich bin dann erst einmal nach Hause und hab dann für mich wirklich verstanden Das mit dem Lehramt, das wollte ich nie wirklich.
00:40:08: Ich will was Kreatives machen!
00:40:10: Also was wirklich kreatives in Richtung irgendwie Kunst... Kunstgeschichte auch so ein bisschen im Lehramt.
00:40:16: Irgendwie Grafikdesign oder irgendwas mit Leuten.
00:40:18: also jetzt nicht im Sinne von wo ich Leute belehre sondern wo ich helfen kann.
00:40:23: Irgendein was Soziales halt und nicht halt Lehramt und das blieb erst mal da hängen.
00:40:33: Das ging dann gar nicht soweit in Richtung so geschlecht aber es ging schonmal in Richtung Job, was ja auch ein Teil von der Persönlichkeit von einem ist.
00:40:43: Und tatsächlich habe ich dann eine Woche später die Uni geschmissen.
00:40:46: Ich hab von hier auf gleich gesagt, ich gehe da nicht mehr hin.
00:40:50: Aber das muss ja etwas ganz Verrücktes für deine Eltern gewesen sein, die sich immer für ihre Tochter gewünscht haben, Lehrerin zu sein?
00:41:00: Wie haben deine Eltern darauf reagiert?
00:41:03: Ja war verrückt.
00:41:06: Vielleicht waren sie es von mir auch schon ein bisschen gewohnt, dass ich verrückte Dinge mache.
00:41:11: Weil ich war so als Teenager schon irgendwie anders und bin dann halt mal nach Deutschland für drei Monate oder so.
00:41:18: Und was macht die jetzt das Nächstes wohl?
00:41:21: Dann schmeißt die plötzlich die Uni.
00:41:22: Was ja schonmal ein großes Kaliber ist im Vergleich zu den anderen Sachen.
00:41:25: so aber natürlich meine erst mal schockiert.
00:41:29: klar komme ich plötzlich an sage ich gehe nicht mehr auf die Uni Und gleichzeitig habe ich angefangen, im Tattoo-Studio zu arbeiten.
00:41:37: Das ist das Nächste, ne?
00:41:38: Weil... Ich hab das mit der Uni erst mal nicht gesagt und hab mich dann schonmal umgesehen nach einem anderen Studium in Grafikdesign oder Industriedesign, Kommunikationsdesign.
00:41:52: Irgendwo was wollte ich machen.
00:41:55: Hab aber so auf Anhieb nichts gefunden!
00:41:58: Und tatsächlich gab es dann in der Nähe so ein Colleague dass das Angeboten hat, dass aber nicht zustande gekommen ist, weil sich zu wenige Leute dafür angemeldet haben.
00:42:08: Also habe ich mir gedacht, was mache ich denn jetzt?
00:42:11: Tattoo-Artist wäre auch cool!
00:42:13: Ich war auch so ein bisschen auf Metal und Rock voll in der Szene drin und Punk... ...und bin an alle Tattoostudios abgeklappert bei uns.
00:42:21: Und Eins hat dann gesagt ja, Konzern fangt bei uns
00:42:23: ne?!
00:42:24: Und zu dem Zeitpunkt wo ich dann gesagt hab, hey ich hab die Uni geschmissen, hatte ich schon den Platz in einem Tattoo Studio als Artist halt.
00:42:34: Und das war dann halt so.
00:42:34: diese doppelte Ladung von, was geht jetzt ab für meine Eltern?
00:42:41: Die wollten ja halt – vor allem mein Vater wollte halt immer das Beste, dass ich ein safes Leben habe.
00:42:46: Ein gutes Einkommen vielleicht zur Beamtung, einfach sicheres Leben komplett vorgedackt hat aber sicher.
00:42:54: und dann komme ich plötzlich an und sage die Uni geschmissen und ich arbeite jetzt im Tattoo-Studio.
00:42:59: Und diese Umgebung, wo ich damals war, war halt konservativ.
00:43:04: Teilweise auch noch recht religiös und da gibt es halt so Klischees und so unconscious bias.
00:43:12: Wo man sich dann denkt... Mein Kind hängt jetzt irgendwie mit, das ist jetzt gemein ne?
00:43:17: Mit den Rogenabhängigen ab und mit irgendwie Hellsehentschlüsse und so weil die sind ja nur das Klientel oder geht ja sonst keiner rein in so ein Studio, was hier nicht so wahr.
00:43:30: Aber das war halt die Annahme.
00:43:32: Das war schwierig, das war ganz, ganz schwierig!
00:43:36: Zum Glück... zum Glück für mich war es damals nicht so schön aber heute oder für meine Familie dann zum Glück... ja ich sag's jetzt einfach mal so hat das dann im Tattoo-Studio nicht funktioniert?
00:43:50: Weil die Situation da schwierig war mit der Frau vom Inhaber, die war einfach süchtig auf mich.
00:43:55: Ich war dann halt die einzige weiblich gelesene Person in dem Laden quasi in einem Harnenstall Die Hände im Hahnenstall, neben ihr.
00:44:05: Und sie war ständig da und war halt am Aufpassen... ...und war halt dann elversüchtig und hat mir dann irgendwann gesagt du?
00:44:11: Ich hatte dann immer so ein bisschen gestichelt auch und mir gesagt ja aus dir wird eh nie was.
00:44:16: das sehe ich wie du den Stift hältst ganz kurios.
00:44:20: Aber ich habe sie dann irgendwann gefragt warum bist du immer so gemein zu mir?
00:44:25: Das sagt sie zu mir ja weil ich heim bis sich bin.
00:44:27: Ich habe sie dann gefragt, was ist denn bitte heimbissig?
00:44:30: Und sie so ja kennst du das Wort nicht.
00:44:32: Das passiert wenn in Revier von einer Frau eine andere Frau reinkommt.
00:44:36: Es nennt sich Queen Bee Effect... ...in der Psychologie.
00:44:40: Ah, siehst du!
00:44:42: Und es war mir so unangenehm dass ich dann auch gesagt hab, du nehmt mir das nicht übel aber ich will nie mehr.
00:44:49: Ich kann in so einer Atmosphäre halt nicht arbeiten.
00:44:51: Ich habs gern wenn's ein bisschen kuschelig is.
00:44:52: Bin Harmoniebärchen
00:44:53: ne?!
00:44:54: Obwohl ich halt rebell war und irgendwie so punk'n'jocker, ne?
00:44:57: Ich war immer so ein bisschen streichelwähig auch.
00:45:00: Und da hat mich jemand gesagt, es geht ja nicht mehr.
00:45:04: Aber in diesem Jahr hat dann das Colleg aufgemacht für Grafikdesign.
00:45:08: Da war ich so... Ja!
00:45:09: Dann bin ich da halt hin,
00:45:10: ne?!
00:45:11: Wie alt warst du da?
00:45:12: Da war ... ich ... um zwanzig?
00:45:16: Neunzehnzwanzig ungefähr muss ich gewesen sein.
00:45:18: Also da ist echt viel in diesem Alter bei mir passiert.
00:45:21: Das angefangen von Studium fängt an Burnout, ich schmeiß das Studium.
00:45:26: Dadurch Studio und dann ist es aber im Sinne von Job-Ausbildung endlich mal in so eine Schiene gegangen.
00:45:36: Es war dann so dieses Colleague... Das hat dann irgendwie noch ein halbes Jahr neun Monate gedauert bis es anfing.
00:45:42: In der Zwischenzeit um die Zeit zu überbrücken also nicht weil ich musste, weil ich habe bei meinen Eltern gewohnt wir hatten Eigentum, wir hatten keine Miete, es war alles fein, kein Stress.
00:45:52: Aber ich bin halt wer, ich bin gern nützlich.
00:45:55: Ich mach gerne Dinge.
00:45:56: Ich will nicht zu Hause sitzen.
00:45:57: Also bin ich dann halbwes Jahr als Reinigungskraft ins Krankenhaus gegangen und hab da im Krankenhaus geputzt.
00:46:03: tatsächlich... Das hat mega Spaß gemacht!
00:46:06: Nicht nur das, ist auch mit den Kolleginnen also richtig cool, nicht nur dass sondern ich habe auch ein Taschengeld verdient dadurch.
00:46:13: Nicht mal schlecht für meine Verhältnisse damals und konnten mir dann so ein paar Dinge halt leisten, ne?
00:46:18: Angefangen von Tattoos bis... Und dann fing ich halt Im Herbst hat das eben mit Grafikdesign an.
00:46:26: Und dann ging es endlich so schöne Bahnen, wo's ruhiger wurde und ich mir dachte ... So was wollte ich machen?
00:46:34: Ich kann kreativ sein!
00:46:35: Ich kann später in dem Bereich arbeiten vielleicht bei einer Marketingfirma oder irgendwie so... Das war schön für mich.
00:46:44: Dann ging's mir erst mal wieder richtig gut weil ich hatte wieder so einen Sinn.
00:46:48: Mein größtes Problem für mich damals war ja Wo will ich
00:46:51: hin?!
00:46:52: was will ich für ein Job haben?
00:46:53: Was mache ich in meinem
00:46:54: Leben?".
00:46:55: Und mit so einer Ausbildung, die dann im Sobanen verläuft wieder eben nicht sind hat sich das erst mal.
00:47:01: Dann glaubst du hast du erstmal kein Problem mehr!
00:47:05: Aber war dann doch nicht so.
00:47:08: Weil irgendwann ging es dann wieder los mit... War das dieses alte Gefühl wieder von Ich fühl mich mir am Körper nicht wohl, ich fühle mich nicht wohl.
00:47:18: Irgendwas muss ich an mir machen, was kann ich machen?
00:47:22: Das kam langsam wieder hoch auf ein Level wie damals, als ich meine Freundin nach Hause geschickt hatte.
00:47:29: Das war richtig krass.
00:47:32: Da zwischendurch ist viel passiert und da will ich auch nicht mehr darüber reden, weil das Verhältnis ist sehr langweilig.
00:47:39: Ich habe eine Studie befertigt gemacht, dann habe ich einen Master dran gehängt.
00:47:44: Dann habe ich angefangen zu arbeiten hier in Deutschland tatsächlich.
00:47:48: Zu dem Zeitpunkt, dass das Ganze mit dem Channel losging, war ich schon hier.
00:47:52: Da habe ich noch gearbeitet Und da gab es dann, also ich hatte die ganze Zeit ein komisches Gefühl.
00:48:03: Es gab ja auch schon die Bührungspunkte zu Influencerinnen, die zu dem Thema aufklären.
00:48:09: Ich bin heute auch in diesem Bereich tätig.
00:48:12: Also ich bin Diversity Manager und muss mich dementsprechend weiterbilden über solche Themen und bin dann so ein bisschen alibi-mäßig wieder für mich Privat auch so diesen Influencerinnen gefolgt.
00:48:25: Ich habe irgendwie alles angehört von denen, alles aufgesaugt und dachte mir immer so, was ist voll interessant?
00:48:31: Das fühle ich irgendwie voll, das finde ich cool!
00:48:34: Und da kam derzeit dann auch dieses Gefühl von vielleicht fühle mich als Frau nicht so gut aber ich schieb das mal weg.
00:48:44: Vielleicht bin ich einfach so nicht binär weil ich bin ja immer so Bushikos gewesen und wollte mich in die Einordnern schon als Kind nicht im Match spielen oder war ja was... Voll fein, vielleicht bin ich einfach nicht.
00:48:55: Ja das ist dann okay.
00:48:56: Das war auch für meine Partnerperson voll ok weil da verändert sich ja nicht groß was.
00:49:04: Sagst du bist nicht binär?
00:49:06: D.h.
00:49:07: also du hattest da schon deinen Freund nicht mehr damals und dann warst du in der nächsten Beziehung?
00:49:14: Ja genau!
00:49:14: Also ich war zu diesem Zeitpunkt dass wir hierhin gezogen sind mit meinem neuen Partner zusammen.
00:49:21: Schon eine Weile heute sind es elf Jahre Jetzt sind wir im Zwölften.
00:49:27: Da waren wir zusammen und ich sag, ich war dann so alibimäßig mit dem Influencerinnen in meinem Job so auf.
00:49:33: Ich bin wohl vielleicht nicht bin ich einmal gucken.
00:49:35: Ich probiere das mal aus für mich dieses Label.
00:49:37: War voll fein!
00:49:39: Aber dann kam eben dieser ausschlaggebende Moment, den ich vorher schon so angesprochen hatte wo wir mit so bekannten Freunden und Freundinnen bei so einer Runde zusammen standen Und ein befreundetes Bärchen war halt Hochschwanger.
00:49:55: Und sie mit ihrem Bauch so und redet dann von wegen, es ist so schön, gefällt ihr so?
00:50:00: Mama sein!
00:50:03: Ich war so ja cool, voll schön für euch, ich freu mich für euch.
00:50:05: Ich bin schon gespannt wanns kommt und so... Und sie ist so Jaaa und du wirst später auch mal verstehen wie schön sich das anfühlt.
00:50:13: Das kann man gar nicht fühlen wenn man noch keine Mama isst.
00:50:16: Und ich so glaube ich nicht weil ich keine Kinder.
00:50:20: Und das war immer so, auch so ein Trigger-Thema für mich.
00:50:23: Und ich glaube, für daraus ist es für ganz viele weiblich gelesene Menschen so ... dass sie ständig gefragt werden, man kriegt sein Kind!
00:50:30: Wie viele Wissen haben?
00:50:32: Habt ihr immer noch kein
00:50:32: Kind?!
00:50:33: So diese Frage die ja für mich relativ übergriffig ist weil... Es gibt ja viele Gründe warum Frauen keine Kinder wollen oder Kinder kriegen können Oder vielleicht eine Erfahrung gemacht haben Die schlimmen Wahlen im Zusammenhang.
00:50:47: Und deswegen dachte ich für mich immer, weil es generell so ein Trigger ist.
00:50:51: Ist dieses Thema für mich halt echt schwer!
00:50:55: Aber in dem Moment habe ich dann schon gespürt, als ich gesagt hab ne, ich will keine Kinder und geht zum tausendsten Mal mal wieder, dass es tiefer geht, wo ich mir dachte, boah, ich glaub' ich krieg keine Luft, ne?
00:51:06: Und dann hat sie aber nicht aufgehört und hat gesagt Boah, und wenn das dann tritt... ...und das fühlt sich dann so und so an und Ich geb dir noch so zwei drei Jahre,
00:51:13: ne?!
00:51:13: Weil damals war ich zweiunddreißig Ich geb dir noch so die Barrierechen, dann wirst du auch so rastig wie ich jetzt.
00:51:21: Da dachte ich mir so, da kommt ne Panikartacke, ne?
00:51:25: Wenn das Kribbeln in den Fingern anfängt und so... Und hab mich aus dem Gespräch halt raus.
00:51:30: So ein bisschen später an einem Tag musst du einer noch einkaufen fahren.
00:51:34: also wir haben das Wochenende mit dieser Gruppe auf verbracht aber wollten noch Sachen besorgen und da bin ich eben mit meiner Partnerpässe unhaltlos im Auto und in dem Auto bin ich da in Tränen ausgebrochen.
00:51:45: Das hat dann gesagt, boah ich glaub!
00:51:47: Das war nicht okay.
00:51:49: Ich glaube, ich habe ein geschlechtes Thema.
00:51:50: Ich weiß es nicht.
00:51:51: Ich muss mich
00:51:51: sortieren.".
00:51:52: Und für mich war das dann der Punkt, wo ich mir dachte so ... Scheiße!
00:51:57: Ich bin trans.
00:51:58: Glaube ich.
00:51:59: Aber ich will's nicht sein und vor allem hab' ich halt geweint wirklich weil ich das nicht wollte.
00:52:07: Das war dieser Moment für mich eben.
00:52:10: Und das war ganz schlimm.
00:52:12: Aus welchem Grund wolltest du nicht dran sein?
00:52:14: Du hattest dich ja viel, ich sag mal weiter gebildet über die ganzen Influencer.
00:52:18: Warum hatteste du so eine Angst davor?
00:52:22: Ich glaube die größte Angst, die ich hatte in dem Zusammenhang war einfach... ...die Veränderung In meiner Welt damals.
00:52:30: und Spoiler ist es eigentlich gar nicht Meistens hoffentlich bei mir zumindest nicht In meiner welt.
00:52:36: damals ist das so ein Punkt wo sich alles verändert Alles krempelt sich um.
00:52:39: Mit welchen verlierst du alle Und jeden?
00:52:42: Du musst dein Leben komplett auf den Kopf stellen.
00:52:44: Du wirst ja anders sein, eine ganz andere Person und du wirst komplett anders aussehen Und es wird einfach alles anders und du gibst ein komplettes Leben auf.
00:52:52: Das war so mein Standpunkt und davor hatte ich Angst.
00:52:55: natürlich hatte ich angst davor Dass mein Partner mich verstößt und dass meine Freunde mich eklig oder komisch finden und das meine Familie vor allem in Kontakt abricht.
00:53:07: Das waren meine größten Ängste.
00:53:09: Deswegen war das so Weltzusammenbruch für mich tatsächlich.
00:53:13: Weswegen ich dann auch relativ zügig damit angefangen habe, einen Therapieplatz zu zogen mit dem Ziel dass das jemand aus mir rausderapiert.
00:53:23: tatsächlich also
00:53:25: hast du deiner Partnerperson dann schon gesagt was da genau im Agen ist oder hattest nur gesagt Ich hab Problem wenn es um Geschlecht geht.
00:53:35: Also an dem Tag war das einfach nur dieses problem.
00:53:40: Die Vermutung habe ich erst mal für mich behalten, weil ich mir dachte oder weil ich echt Angst hatte.
00:53:44: Dass wenn ich das jetzt sage und ausspreche so dass dann vorbei ist Und wir waren zu dem Zeitpunkt ja ewig lange zusammen und hatten eine super tolle Beziehung haben wir bis heute.
00:53:56: Ich wollte nicht, dass es aufhört aber an den Punkt wo ich dann Therapie gesucht habe und auch einen Platz gefunden habe also nach vier Monaten Und dann wirklich auch zum ersten Termin konnte, also zu diesem Erstgespräch das man ja hat.
00:54:11: Habe ich das dann halt rausgebrochen?
00:54:13: Das war im ersten Moment schwierig und das finde ich dann im Nachgang auch immer so ein bisschen interessant weil mich fragen immer alle hey wie war das denn für dich?
00:54:24: aber mein Partner fragt es gut wie keine Leute.
00:54:28: Es gibt eine Handvoll von Menschen die eben beim Partner gefragt haben hey wie ist dir gegangen damit?
00:54:35: Aber mich hat gefühlt jeder Und das Ding ist halt, es ist ja auf beiden Seiten schwer.
00:54:41: Das übersieht man dann vielleicht.
00:54:42: und es war auch schwer in dem Moment weil... Es ist ja dann auf beiden Seite eben diese Angst da von wegen was für sich alles verändert?
00:54:53: Auf der Seite meiner Partnerperson war's dann halt so, dass so dieser Frage da war.
00:54:58: von wegen kann ich damit umgehen wenn er einen Bart hat oder wenn er eine tiefere Stimme hat Wenn der ganz anders aussieht, oder wie wird denn das?
00:55:06: Oder wenn wir dann wahrgenommen werden jetzt schwul gelesenes Bärchen.
00:55:10: So und... Das war schwierig!
00:55:13: Aber Baden hat auch gesagt, ja wir schauen einfach mal wie es wird.
00:55:19: Ich bleib bei dir, komm über das Wolle weil am Ende liebe ich die Person.
00:55:25: Ich kann halt natürlich nichts versprechen.
00:55:27: man weiß ja nicht was in einem Jahr oder zwei Jahren ist.
00:55:29: Das weiß ja niemand in keiner Beziehung.
00:55:32: aber natürlich bleibe ich hier Und ich supporte dich, auch wenn es für mich schwierig ist.
00:55:36: Das rechne ich bis heute sehr hoch an weil das nicht selbstverständlich.
00:55:40: Weil in vielen Beziehungen wo so eine Situation da ist geht halt ein Partner oder eine Partnerin.
00:55:47: Weil die genau die Angst haben von Es wird alles ganz anders.
00:55:51: Oder dass wird ne andere Person sein.
00:55:53: Man nimmt jetzt diese alte Person raus und setzt ne neue rein.
00:55:56: So stellen sich das viele vor was halt faktisch überhaupt nicht so ist.
00:56:00: Du warst dann in der Therapie.
00:56:02: Wie lange
00:56:03: hat es denn gedauert, dass du diesen Gedanken annehmen konntest?
00:56:07: Dass du trans bist und dass du das akzeptiert hast, anstatt das wegtherapiert haben zu wollen?
00:56:14: Das ging eigentlich relativ schnell tatsächlich zu meiner Überraschung auf damals.
00:56:18: Ich ging halt zur Therapie zum ersten Termin und der Therapeut saß halt da.
00:56:23: Der war ganz lecher und sehr humorvoller Mann auch also sehr cooler Typ.
00:56:28: tatsächlich hatte ich echt Glück.
00:56:29: Das war so da und ich war Nervenpünil.
00:56:32: Ich hab geweint, aufgelöst und ich habe ihn fast angefleht in die Richtung von bitte helfen sie mir das es aufhört?
00:56:38: Ich will einfach nur normal sein!
00:56:40: Das war mein Standing.
00:56:43: War sehr... nicht weird aber halt.
00:56:47: Ganz mal besonders war weil ich habe auch schon in meinem Job gearbeitet.
00:56:50: Ich war sehr woke.
00:56:51: Ich bin ja auch Aktivist gewesen schon damals.
00:56:55: Aber trotzdem sitze ich dann plötzlich bei ihm mit dieser Blanke vom Kopf gefühlt emotional und sage ihm, helfen Sie mir bitte ich will einfach nur normal sein.
00:57:04: Ich will nicht dran sein.
00:57:06: Bitte erklären Sie mir warum ich gerade so pinn wie ich bin?
00:57:08: Ich will wieder normal
00:57:09: sein.".
00:57:10: Und ich erinnere mich noch ganz gut daran an dieses Moment wo er sich dann zurücklehnt mal so ein bisschen lacht, aber halt nett sondern nicht gemein und sagt so ne ne ne das machen wir hier gar nicht.
00:57:22: was ich jetzt mache ist die nächsten paar Terminen rausfinden sie wirklich dran sind oder zu schauen ob wie was vorliegt, dass sie glauben das ist Sinn.
00:57:32: Na weil es kann ja sein, dass du vielleicht als Frau mal wirklich ein Trauma mitgemacht hast oder miterlebt hast, da so tief sitzt, dass Du dir denkst na wenn du'n Mann wärst wirst du ja stärker und dann wirst Du vielleicht nicht mehr von Männern angegriffen ne?
00:57:45: So Kann's sein!
00:57:47: Ist ganz ganz selten so.
00:57:49: Das hatte ich auch angesprochen damals Weil die Hoffnung hatte bei mir ist das so.
00:57:52: Vielleicht ist mir mal etwas passiert Aber er meinte er macht es seit dreißig Jahren und er hatte in allen dreißig Jahren zwei Leute, bei denen das so war.
00:58:00: Und der Rest war halt wirklich trans.
00:58:05: Ich glaube es war dann der vierte, fünfte Termin wo ich dann auch schon relativ entspannter hingegangen bin weil für mich halt wirklich auch stand so persönlich dass was ihr besprochen haben was er mich gefragt hat worauf wir drauf gekommen sind Das macht so Sinn!
00:58:24: Ich erinnere mich an meine Kindheit mit dem Prinzessin ein Outfit.
00:58:29: Ich erinnere mich an die Schule, an mein Teenager da sein.
00:58:33: An den Moment wo ich vor dem Spiegel stand und meinte, war ich so gern Bart!
00:58:37: Ich will junger sein!
00:58:39: Ich erinner mich daran wo ich es erregnt habe und was mir echt nicht gut ging bis jetzt.
00:58:43: ja na?
00:58:43: Wo's mich so weg getriggert hatte mit diesem Schwangerschaftsding und diesem Ja du bist ja eine Frau Du wirst ja schwanger werden.
00:58:49: Was für mich war... Es macht so Sinn.
00:58:51: Ich bin Kerl ne?
00:58:53: Und der Therapeut hat dann auch gesagt Theoretisch könnte mir jetzt Schuss machen, weil das ist so sicher, dass Sie halt trans sind für mich.
00:59:00: Ich weiß gar nicht was ich noch groß sagen oder fragen soll.
00:59:03: Natürlich gibt es auch Themen die wir dann aufarbeiten können.
00:59:08: aber er hat da wirklich auch die Therapie mit dem Einverständnis von mir natürlich mehr auf eine Begleitung geswitched als auf eine wirklich aktive Therapie.
00:59:16: Weil er gesagt hat ich weiß nicht was sich da groß therapieren soll sie sind halt in dem was sie da so sind eigentlich so fest und sicher dass man höchstens noch halt über die Vergangenheiten ein bisschen reden kann, um frühere Erlebnisse in dem Bereich aufzuarbeiten und nochmal mehr Klarheit zu schaffen für einen selber.
00:59:34: Wie gehört das denn heute zu mir?
00:59:36: So generell mit der Identitätsfindung – aber ja war sich das sehr sicher!
00:59:41: Nichtsdestotrotz musste ich aber achtundvierzig Sitzungen machen, weil das vorgeschrieben war, dass man dann erst Inikationsschreiben kriegen kann für Medikamente, Vornahmens- und Personalstandsänderungen.
00:59:53: Deswegen hat er mich dann noch so lange begleitet, im Endeffekt.
00:59:56: Du hattest jetzt diese Achtendvierzig-Sitzungen vollzogen nenn ich's mal?
01:00:00: Ja In diesem ganzen Prozess Wann hattes du Dann für dich beschlossen okay gut Ich möchte gewisse Schritte gehen oder hast für dich definiert welche Schritte du gehen möchtest körperlich?
01:00:14: Das war mir relativ beat klar muss ich sagen weil Ich mir dachte, ja ich bin ja relativ groß.
01:00:25: Ich bin relativ flach damals auch schon.
01:00:29: Ich war immer so ein bisschen pushy groß.
01:00:30: vielleicht klappt das auch so und irgendwie so Hormone und das ganze ist ja schon ein bisschen einschüchternd auch weil Hormonen sind halt krass die machen viel aus einem und da hatte ich mal so ein wenig Schiss vor.
01:00:43: Vielleicht geht es auch ohne Mal gucken habe aber damals auch.
01:00:49: Es war ein bisschen zwiespalt, zum einen ein bisschen der Respekt vor so größeren Veränderungen.
01:00:55: Aber auf der einen Seite stand halt auch diese Dysphorie da die ich hatte, dieses Armekörper passt nicht.
01:01:02: und mein erstes Ding was sich dann mal versucht habe war zu Logopädie zu gehen um eine Stimme tiefer zu kriegen.
01:01:08: Das ist nochmal so ein Klassiker bei Transfrauen damit ihr einfach oder viel trainieren, halt einfach höher zu sprechen.
01:01:16: Bei denen ist es leider so, die waren ja schon im Stimmbruch und du kriegst mit Hormonen in die Stimme nicht hoch.
01:01:21: Deswegen gehen die oft zur Logopädie.
01:01:23: Ich dachte mir das probiere ich auch vielleicht komme ich tiefer.
01:01:26: Das ging dann noch ein bisschen aber halt nicht soweit wie ich's gerne hätte.
01:01:31: Und meine Stimme war für mich immer so ein Störfaktor ganz krass.
01:01:38: Und das war dann vielleicht so fünfzehntelzwanzigste Sitzung ungefähr so sagen wir ungefähr die halbzeit wo ich mir dann dachte ne, ich würde gern mehr machen.
01:01:50: Ich will zumindest das Hormone nehmen damit sich meine Körperformen angleicht und meine Stimme tiefer wird.
01:01:59: Und ich hatte auch schon nachgedacht über eine Hysterektomie weil ich hatte damals auch ganz ganz schlimm PMS und ganz große Probleme mit Krämpfen und ganze Schoße.
01:02:12: Ich war gefühlt so das halbe Monat irgendwie außer Gefecht gesetzt deswegen und es war halt auch schlimm für mich.
01:02:19: Deswegen war er dann für mich nach und nach klar, dass hätte ich dann auch gern weg.
01:02:24: Es kann passieren, wenn man Testosteron kriegt aufhört mit den Tagen muss aber nicht.
01:02:30: Und gleichzeitig hast du immer noch die Chance schwanger zu werden, auch wenn du Testosteronen kriegst.
01:02:34: Das wollte ich nicht weil Schwangerschaft war für mich ja trotzdem immer noch dieses ganz schlimme Thema.
01:02:42: also jetzt mal Tage, Schwangerschaftsrisiko und eben Stimme.
01:02:48: Und es hat sich dann einfach irgendwie ganz natürlich so ergeben dass ich gesagt habe ne ich lass oben rum dann halt auch machen das nennt sich dann Mastektomie weil... Es war dann halt wirklich so.
01:02:57: wenn ich duschen war hab' ich nicht in den Spiegel geguckt.
01:03:00: danach Ich bin, da hab mich nie irgendwie nackt angeguckt.
01:03:04: Ich hab dann halt immer einen Handtuch darüber geschmissen Dass ich da nichts sehe und so.
01:03:07: Das war belastend auch.
01:03:08: Also es war, war nicht so easy dass ich dann mit dem Therapeuten zusammen auch darüber gesprochen hatte.
01:03:14: Hey, wie wäre denn das wenn ich da und da jetzt weiter gehe?
01:03:17: Und wie sieht es aus nachdem der auch Experte auf dem Thema in dem Gebiet ist und war, konnte er mir halt alles erklären, wie das abläuft.
01:03:26: Mir dann auch Angst nehmen und naja hat mich nicht bekehrt oder so aber mir dann im Endeffekt diese Hürde genommen von dieser Angst die ich hatte was gesagt habe ja Ich entscheide mich für Hormone und für diese zwei OPs.
01:03:41: Mit allem anderen bin ich komplett fein.
01:03:43: und ja, das möchte ich gerne machen.
01:03:45: Was brauche ich
01:03:45: dafür?
01:03:46: Nachdem du die zwei OPs gemacht hast und die Hormone zu dir genommen hast, hast du da – man merkt es relativ schnell bei den Hormonen weil sich die Stimme verändert und so.
01:03:57: Das ist ein relativ kurzer Prozess in Anfangszeichen wo du die ersten Signale merkst.
01:04:02: Hat sich das dann für dich schon direkt gut angefühlt?
01:04:05: Konntest du das direkt identifizieren oder wie war deine Gefühlslage?
01:04:09: Ja!
01:04:09: Also nur kurz zu Verständnis, man fängt mit den Hormonen an und die muss man mindestens sechs Monate nehmen bevor man überhaupt operiert werden kann.
01:04:18: Ein Grund dafür ist unter anderem halt auch weil du halt einfach so eine andere Fettverteilung dann kriegst und so.
01:04:24: Und wenn du dann oben um die OP machen möchtest, die ist dann halt mit Glück ein bisschen weniger da.
01:04:28: vielleicht kann man kleinere Schlitte machen und das geht's auch.
01:04:32: deswegen hatte ich vor den OPs also sechs Monate vorher schon dann die Hormone und ich muss sagen Man merkt am ersten Sack nichts davon.
01:04:41: Also man merkt von der Stimme auch sehr lange nix, auch Bartuchs und so lässt sehr auf sich warten.
01:04:47: Ich würde sagen die Stimme ging bei mir nach zwei Jahren ungefähr runter.
01:04:53: Das ist halt was ich am Anfang meinte von das fühlt sich nicht anders wenn man plötzlich war anders.
01:04:59: das geht so natürlich und langsam und Schritt für Schritt mit dass du selbst gar nicht merkst Wenn ich heute in den Spiegel schaue ist es so als würde ich vor fünf Jahren im Spiegel gucken, das ist kein anderer Mensch.
01:05:10: Ich merke es dann immer nur wenn ich alte Fotos angucke wegen Boah sah ich damals anders aus oder wenn ich so alte Audionachrichten von mir höre von wegen oh mein Gott cringe quasi irgendwie.
01:05:21: und meine Partnerperson sagt aber auch Wenn sie solche Fotos angeguckt sieht sich da eine fremde Person.
01:05:27: Das ist ganz komisch.
01:05:28: und mit Therapeuta hat er halt auch gesagt ja es ist völlig normal und das sagen alle weil sind wir mal ehrlich ne?
01:05:35: Wir verändern uns alle Und wenn wir von uns so Fotos von vor fünf oder zehn Jahren angucken, das seien ja wirklich anders aus.
01:05:42: Oder wir werden in zehn, zwanzig Jahren noch anders aussehen und mit ihrer Beut sagt er das dann immer so Ja!
01:05:49: In zehn Jahren werde ich auch noch hässlicher sein als heute, weil er war schon ein bisschen älter.
01:05:52: Da habe ich noch mehr Falten und Dings.
01:05:55: Und damit hat er halt zu Recht gehabt einfach.
01:05:57: Man merkt es einfach nicht, welches so langsam geht... ...und trotzdem was für mich von Anfang an so wieso durchatmen?
01:06:06: Ich habe auch von Anfang an einen Hormonblocker gekriegt.
01:06:09: Bevor ich das aus der Ruhm gekriegte, habe ich Hormonenblocker bekommen drei Monate lang auf eigenem Wunsch.
01:06:15: Da wird man nicht zu gezwungen oder so weil die einfach dafür sorgen dass die Periode ausbleibt.
01:06:21: und ich hab sie gekriegen und ab Monats zwei war Ruhe.
01:06:25: Ich hatte Camp BMS mehr keine Schmerzen, die Tage kamen nicht mehr.
01:06:30: und man kennt es vielleicht als Frau, dass man immer ein bisschen Gedankenchaos hat Stimmungsschwankungen.
01:06:37: Zumindest bei mir ging das auf und ab, richtig krass!
01:06:40: Und dann mal aggressiv wird, einmal voll gechillt ist... Dann mal so, mal so ne?
01:06:44: Und bei mir war es ab dem zweiten Monat einfach still.
01:06:48: Ich dachte mich so wow was ist das jetzt?
01:06:50: Das ist ganz komisch und bis heute auch so im Vergleich zu damals.
01:06:57: Mit dem unter den Hormonen war das wie ein Aufatmen irgendwie.
01:07:01: Da kamen langsam die ganzen Veränderungen.
01:07:05: Ich glaube die allerersten Merkbahnen kamen vielleicht so nach einem halben Jahr, einem Jahr.
01:07:10: Also bei mir ging es relativ langsam auch.
01:07:13: und ja ich würde halt sagen das erste was dann anfängt ist da so die Fettverteilung anfängt dass man oben rum weniger kriegt und so im Gesicht nimmt man erst ein bisschen zu weil man dann scheint bei irgendwie so Wasser ins Gesicht kriegt oder so.
01:07:26: also ich zu mir das hatte so ein bisschen Mundgesicht nicht schlimm aber ich bin immer so sehr kritisch wenn es um mich selbst geht Und dann geht das zurück.
01:07:34: Dann wird man halt schmaler und dann kommt langsam die Stimme, man kommt auch in den Stimmbruch.
01:07:40: Man hört sich dann an wie so ein Teenager, ist bisschen nervig.
01:07:43: Das fühlt sich auch komisch an wenn man es nicht kennt.
01:07:46: Man kommt nicht mehr hoch, man kann nicht mehr ordentlich singen solche Sachen.
01:07:50: Stecke ich auch heute noch ein bisschen drin, wenn man's vielleicht so hört manchmal rumpelig so... Dann fängt langsam so Patux an.
01:07:56: Man kriegt überall mehr Haare wirklich überall überall und auch so ein männlichere Muster halt einfach.
01:08:03: Und es hat sich für mich alles immer richtig gut angefühlt, ne?
01:08:08: Ich hatte früher halt echt Angst von wegen, hör was wenn ich im Bad kriege, hm weiß ich nicht.
01:08:12: oder was wenn die Stimme zu tief wird, ich will ja dann auch nicht so, hm, jetzt ist er richtig tief geworden auf der Zähle, hier ist er auf dem Weg dahin.
01:08:19: aber ich finde das richtig gut!
01:08:21: Und ich fühl mich sowohl damit dass ich heute tatsächlich diese Geschlechtsdysphorie, die bei manchen leider nie weggeht, gar nicht mehr habe.
01:08:30: Also gar nicht, gar nicht mehr.
01:08:31: Ich schalte den Spiegel nicht mehr so... Ja!
01:08:34: Und ich war ja auch depressiv ab Teenageralter und halt bis zu meiner Therapie und während der Therapie natürlich auch ne?
01:08:42: Ich hatte auch Medikamente an.
01:08:44: das brauche ich heute alles nicht mehr.
01:08:45: Es ist krass.
01:08:46: also es ist nicht für alle so, na ich spreche nur für mich alleine so.
01:08:50: aber ich bin heute einfach nur so.
01:08:51: ja geil
01:08:54: Ab welchen Zeitpunkt hast du denn deinen Umfeld darüber informiert, dass du dich als Trans identifizierst?
01:09:01: Das war tatsächlich relativ bald.
01:09:03: Weil natürlich Partnerpersonen waren es dann recht früh, weil Therapie und so ... da kam das Outing sehr früh... Und Freundeskreis also die engste Bubble, die ich habe, das kam mit dem Therapiebeginn wo ich für mich verstanden habe Ja!
01:09:19: Ich bin trans.
01:09:21: Ich nehme jetzt einen neuen Namen an Und ich will, dass die Leute mich so ansprechen und auch auf der Arbeit.
01:09:26: Weil Freundeskreis und Arbeit sind die beiden Bubbles für mich oder auch gewesen heute auch, wo mein Name am meisten fällt mit denen ich am meisten zu tun habe.
01:09:37: Arbeit acht Stunden am Tag.
01:09:39: Freundes Kreis da ist davon gefühlt!
01:09:43: Ich will meinen Dad nämlich hören.
01:09:45: Deswegen hab' ich die relativ früh dann eben nach diesem... Ich sag so fünf, sechs Sitzungen irgendwie aufgeklärt drüber.
01:09:54: Würde ich sagen, ich erinnere mich nicht mehr so genau und hab das schriftlich gemacht.
01:09:59: also ich habe es nicht So gemacht dass sich vor denen saß vielleicht hatte ich echt Angst vor weil ich wirklich angstvollen reaktionen hatte sondern auf der arbeit per e-mail oder per teams.
01:10:09: wir haben microsoft teams Und dem freundes kreis über whatsapp.
01:10:14: Also das war ein text in die freundensgruppe rein.
01:10:16: Wir haben so einen gruppen ding und beide Bubbles waren überwältigend positiv.
01:10:24: Freundeskreis, der ja per se schon sehr divers und auch queer ist war so geil willkommen und kein Problem.
01:10:33: im Gegenteil das war sehr unterstützend im Sinne von die Sindar wenn ich sie brauche.
01:10:38: Das hat mir jetzt sehr viel Stabilität gegeben.
01:10:41: Und es braucht man in der Phase auch weil wenn du da alleine bist Ich weiß nicht wie gut du darüber kommst Wahrscheinlich kommst du drüber Manche tatsächlich drehen um, weil das soziale Umfeld sie nicht unterstützt.
01:10:55: Das ist einer der meisten Gründe, dass Leute nicht weitermachen oder die Transition machen, weil sie einfach nicht dieses Umfeld haben, das sie unterstützt und vielleicht sogar ein Umfeld hat, dass sie das gegensteuert, wo sie es nicht schaffen.
01:11:15: Aber bei mir war's dann wirklich ich hatte den Halt auf der Arbeit im Freundeskreis und die nächsten, die dann rankamen.
01:11:23: Tatsächlich später, weil ich davor die größte Angst hatte.
01:11:26: tatsächlich war Familie meine beste Freundin.
01:11:30: So, bei der besten Freundin hatte ich deswegen schlechtes Gewissen weil ich mir dachte eigentlich sollte es ihr als erstes sagen?
01:11:37: Weil das ist die mit der ich damals als Kind im Match gespielt hatte.
01:11:40: wir sind wie Geschwister tatsächlich sie so große Schwester quasi.
01:11:45: Ich sag mir so warum sage ich's ihr nicht als erstest?
01:11:48: Ich verräte, ne?
01:11:50: Ich war echt gemein auch zu mir selber.
01:11:52: Aber sie kam dann relativ spät als Nächstes und auch bei ihr war das so ein Let's go!
01:11:59: Eine Woche später kam Geschenk mit einer Regenbogentasse und ich unterstützte dich und bin deinen Support.
01:12:06: so.
01:12:07: Das hat mich auch zu Tränen gerührt muss ich sagen.
01:12:10: Und per Familie war es im Endeffekt So-so will ich sagen.
01:12:15: Was sich nicht erwartet hätte, war mein Vater.
01:12:18: Den habe ich damals als Teenager und immer so am konservativsten eingestuft, so von meinen Eltern.
01:12:25: Den hatte ich eine E-Mail geschickt damals.
01:12:27: Und da kam erst mal nichts zurück, weil der sitzt nicht den ganzen Tag im PC.
01:12:32: Der wohnt auch noch in dem Dorf.
01:12:33: Der hat besseres zu tun, als irgendwie online zu sein ne?
01:12:35: Da ist jetzt nicht so ein Start High Life Mensch, sondern der lebt da in seinem Haus am Land, der isst am Basteln, am Werken, am Tun.
01:12:44: Deswegen kam erstmal nix.
01:12:46: Und ich in meinem Kopf damals.
01:12:48: Ich war relativ, ich nennt es Labir da auch wirklich.
01:12:51: Da dachte ich mir auch nein!
01:12:52: Der meldete sich nie wieder bei mir.
01:12:53: Jetzt habe ich meinen Papa verloren.
01:12:56: Das war richtig, richtig schlimm.
01:12:58: Und dann kam plötzlich eine E-Mail zurück So von wegen... Naja, ich hab davon jetzt nicht so die große Ahnung von diesen LG Dingsbums Aber wenn's dir gut geht, geht's mir gut.
01:13:12: Und ich saß da um PC drüben Bin Tränen ausgebrochen.
01:13:15: deswegen Plötzlich hatte ich ihn ja doch nicht verloren und plötzlich war das so unkompliziert dass mich das halt vollfällig gemacht hat auf positive Art und Weise.
01:13:24: Dass mein Partner rüber kam von mir, was ist mit dir los?
01:13:27: Und da hab ich halt die E-Mail hergezeigt und der war so cool!
01:13:31: Meine Mutter im Gegenzug hat sich dann erstmal nicht mehr wirklich gemeldet.
01:13:36: Die hatte jetzt nicht ganz klar den Kontakt abgebrochen aber da war erst mal ein Jahr Funkstille.
01:13:40: Hattest du es auch per E-mail ihr gesagt?
01:13:43: Per WhatsApp auch.
01:13:44: Wir hatten viel Kontakt auf WhatsApp, auch so mit Audionachrichten und mal telefonieren.
01:13:49: Da hab' ich's halt geschrieben Aber auch sehr ausführlich und ich glaube, das stand überall drunter dabei auf der Arbeit in meinem Freundeskreis.
01:13:59: Ich hoffe es ändert nichts und ich hoffe wir können im Kontakt bleiben.
01:14:03: Das war so die richtige Äußerung.
01:14:06: aber da kam erst mal so nix Direktes vielleicht mal so ein Hallo oder so.
01:14:11: aber das ist dann irgendwie abgeappt was komisch war.
01:14:14: Die ist mir dann auf Instagram auch gefolgt.
01:14:16: ich habe ja mein Instagram Profil gemacht Erstens für mich Als erler erstes mal für mich, ich wollte einfach so ein bisschen eine Fotodoku für mich selber haben.
01:14:25: Das war auch zu das Profil und durfte keiner drauf außer mein Freundeskreis von diesen fünfzehn-zwanzig Personen und das wars.
01:14:33: Und eben meine Mutter die habe ich dann da auch drauf gelassen damit sie ein bisschen gucken kann weil ich mir dachte okay wenn sie nicht nachfragt wie es mir so geht, da kannst du sie somit gucken.
01:14:44: Aber dann hat sie sich halt zur Privat halt nicht mehr gemeldet.
01:14:47: Da dachte Das tut mir echt nicht gut, ne?
01:14:51: Ich blockiere sie jetzt mal auf Instagram.
01:14:53: Dann muss sie sich melden.
01:14:55: Das war irgendwie so ein Verzweiflungsartikeln wie ein bisschen und da kam halt nichts.
01:15:00: Und irgendwann halb Jahr später kam eine Nachricht von wegen ja lass mal telefonieren wir geht's denn so pussi-pussi hab dich lieben.
01:15:05: oder ich dachte so really?
01:15:09: Da habe mich dann bei ihr gemeldet und habe gesagt okay Ja wir können gerne telefonieren aber weißt du was?
01:15:17: ich würde mich gern in Person treffen und mal reden weil Die Situation war nicht okay für mich, ich will das klären und dann kann alles wieder ganz normal sein.
01:15:25: Kein Problem!
01:15:26: Ich bin noch kein nachtagender Mensch oder so wie gesagt Harmoniebärchen.
01:15:31: Und habe ihr das dann auch auf Audio aufgenommen?
01:15:34: Weil ich der Meinung war ein Text kann man schon missverstehen.
01:15:37: aber wenn sie mich hört, versteht sich wohl meine Emotionen dahinter.
01:15:43: Danach kam halt zwei drei Sätze von wegen weißt du was?
01:15:48: Dann danach hat mir jetzt Klarheit gegeben Ich brech den Kontakt an dieser Stelle ab, ich muss mich vor dir schützen.
01:15:55: Und seitdem ist still.
01:15:57: das war vor drei Jahren.
01:15:59: Hast du damit gerechnet?
01:16:00: Weil du bist ja in einem sehr konservativen Umfeld groß geworden.
01:16:06: Gar nicht gar nicht im Gegenteil!
01:16:08: Ich hätte gedacht Mama unterstützt mich weil die Weimar so eine Supporterin von mir die weimar so auch dass sie gesagt hat meine Kinder sie mein Leben Ich bin ihre beste Freundin, solche Sachen.
01:16:19: Wir waren auch zusammen shoppen all diese Sachen Kaffee trinken und so.
01:16:23: Und der Papa war immer ein bisschen außen vor, da war er halt da, war auch gut.
01:16:28: aber okay mit dem war ich dann halt nicht shoppen oder Kaffe trinken oder so.
01:16:32: Deswegen hatte ich ja gedacht dass die Mama dann kommen sagt solang es dir gut geht geht's mir gut Daumen hoch und das der Papa ja sagt finde ich befremdlich find ich komisch will ich nichts mit zu tun haben Aber tatsächlich war es andersrum.
01:16:44: Das hat mich komplett überrascht.
01:16:48: Also das hat mich schon so ein bisschen vom Hocker gehauen, war ich sprachlos.
01:16:54: Meinst du es könnte... also du hast jetzt gerade gesagt dass sich deine Stimme gar nicht so schnell verändert hat.
01:16:59: aber meinst du es könnten auch damit zusammenhängen dass das plötzlich so real wurde weil sie das was die von dir kannte jahrelang einfach ein bisschen anders war und sie dadurch vielleicht diesen Schockmoment hatte?
01:17:10: in der Sprachnachricht wo er da verändert sich ja wirklich etwas ist es nicht nur auf einem Foto sondern das wird jetzt richtig real für mich.
01:17:18: Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Veränderungen, nichts.
01:17:21: Ach krass!
01:17:21: Das war bevor ich Hormone gekriegt habe noch.
01:17:25: Weil ich hatte ja länger Therapie bis ich das Inikationsschreiben gekriegte.
01:17:29: Hast du gesagt?
01:17:30: Und das
01:17:31: war zu einem Zeitpunkt da gab es noch keine veränderungen und nix.
01:17:33: Ach Krass!
01:17:35: Wie hat sich das für dich angefühlt?
01:17:36: jetzt auch über die Jahre hinweg, die drei wo du keinen Kontakt hast?
01:17:42: Am Anfang war's wie ein Schock.
01:17:43: Es war schon mal so'n Stich, wenn man denkt die eigene Mutter ne was bedeutet das Wenn der eigene Mutter das mit einem Kind macht.
01:17:51: So, wenn ich jetzt ein Kind hätte, würde ich nie auf die Idee kommen.
01:17:55: Ich würde vielleicht Kinder fragen so okay was ist das?
01:17:57: Bist du dir sicher oder... Aber ich würde mir Kind immer unterstützen, immer immer!
01:18:01: Vor allem in so einem Thema ist es so so wichtig.
01:18:05: aber mit der Zeit na erstmal war ich geschockt dann war ich wütend Dann habe ich angefangen drüber nachzudenken und dann habe ich so gesehen für mich Okay wie kann denn einen Mensch der sagt Meine Kinder sind mein Leben sowas machen und mich nicht einfach so nehmen wie ich bin.
01:18:25: Ich bin ja immer noch ihr Kind.
01:18:27: Weil, ich denke mir so eine Mutter die sowas nicht kann... Was ist das für ne Mutter?
01:18:32: Auf der anderen Seite habe ich als Glorioses großes glitzendes Beispiel die die Mutter von meiner Partnerperson.
01:18:40: Die ist ne Löwenmama auch mir gegenüber so ein bisschen ersatzmamermäßig Die kommt uns besuchen, die kauft uns Sachen.
01:18:48: Die fragt ständig nach, meldet sich auf WhatsApp und natürlich war das für sie am Anfang auch mal mit diesem Outings so ein, aha wow okay was ist das jetzt?
01:18:58: Weil ich hatte auch von Anfang an gesagt dich unterstützt dich, bis es Mendorian so fertig.
01:19:05: Und auch so die ganze Familie von meiner besseren Hälfte war.
01:19:08: so da habe ich dann halt so das Gegenteil gesehen wie sein könnte und dachte mir so vielleicht ist manchmal so eine Chosenfamilie größer und wichtiger und enger als so ne Blutzverwandtschaft.
01:19:22: Natürlich Ausnahmen, du hast ja wie gesagt ich habe meinen Vater, ich hab auch noch mein Bruder und so die natürlich ganz normal da sind und Familie sind.
01:19:32: aber es gibt dann halt bei der Familie auch Leute die dann halt reagieren wenn man sich so denkt Ist das jetzt Familie?
01:19:39: So Ich habe ja Unterstützung oder mehr Unterstützung oder überhaupt Unterstützung ganz woanders sehr von Leuten die ich gar nicht so reingepaunt bin.
01:19:50: Deswegen war es dann oder ist das für mich heute sehr, sehr okay dass da kein Kontakt da
01:19:56: ist?
01:19:57: Wie ist der Kontakt zu deinem Bruder?
01:19:59: Hat er noch Kontakt zu eurer Mutter?
01:20:02: Ja
01:20:02: Okay und stellt es manchmal auch eine Herausforderung für euch beide dar, dass der Kontakt auf der einen Seite besteht aber auf der anderen nicht.
01:20:12: Ich würde sagen jetzt keine riesengroße.
01:20:15: Natürlich ist er jetzt quasi so jemand, der dazwischen drinsteht würde ich sagen.
01:20:20: Aber wir haben uns darüber auch schon unterhalten und er hat zu mir auch gesagt was sich sehr cool finde von ihm dass er nicht die Auskunft von mir ist.
01:20:30: wenn sie etwas von mir wissen möchte soll sie anrufen oder einen Brief schreiben.
01:20:33: Sie weiß wo ich wohne Und das war es dann für ihn.
01:20:36: Da sagt er immer zu ihr fragen mich nicht wie es ihm geht Fragen selber
01:20:43: Gab es irgendwann in deinem Leben das Gefühl, du bist jetzt du?
01:20:48: Du bist jetzt angekommen.
01:20:50: Du bist zufrieden mit dir... ...mit der Person die du jetzt
01:20:53: bist?".
01:20:54: Ja!
01:20:56: Das war nachdem ich nach der zweiten und letzten OP aufgewacht bin tatsächlich.
01:21:02: Das war ganz komisch.
01:21:03: Ich habe einen Freund, der auch trans ist, der zu mir gesagt hat irgendwann davor bevor er bei mir alles angefangen hat.
01:21:09: Wir sehen irgendwann wie's da wach wäre im Krankenhaus Und dann ist es plötzlich ein neues Leben.
01:21:14: Das kannst du dir nicht vorstellen, nur wie das Zehn der Tag wird kommen.
01:21:18: Ich hatte erst oben rum die OP und dann untenrum... ...und nach dieser zweiten bin ich einfach gewonnen.
01:21:25: Vor Jahr!
01:21:28: Ich bin super happy gerade.
01:21:30: Es war noch so ein bisschen im Delirium aber es hat sich dann auch gefestigt über den nächsten Tage wo ich dann wach war.
01:21:35: Wo ich dann Schmerzen hatte und alles weil klar OP ist ja nicht so ein kleiner Eingriff auch.
01:21:41: Aber da habe ich angekommen Und als ich dann nach Hause gekommen bin und hier war, und hier so saß, dachte mir, ja.
01:21:48: Das ist mein neues Leben und es fühlt sich richtig gut an!
01:21:51: Und bis heute bereue ich das nicht.
01:21:52: Also das beste Entscheidungen meines Lebens gewesen.
01:21:56: Was wünscht du dir für deine persönliche Zukunft?
01:21:59: Für meine persönlichen Zukunft... Ich glaube, sie sind teilweise persönlich, aber auch für die Welt da draußen.
01:22:07: Es klingt immer so hochdrahmend.
01:22:08: Ich bin schon mit der Weltfrieden.
01:22:09: Das Ja, aber das wäre ein bisschen sehr ... und realistisch.
01:22:13: Aber vielleicht wünsche ich mir einfach, dass die Leute wieder damit anfangen mehr miteinander zu reden, mehr zuzuhören.
01:22:22: Mir?
01:22:23: Das ist ein Grund warum ich hier mitmache aber auch auseinander so weil man dadurch mehr sieht oder vor allem sieht das ein Meer miteinander verbindet, dass es Unterschiede gibt und dass es Berührungspunkte gibt und das man jetzt keine Angst haben muss Transist, oder sonst irgendwie queer.
01:22:43: Oder was weiß ich?
01:22:45: Keine Ahnung, wie man sammelt irgendwelche Dinge die andere Leute komisch finden und dann ist das vielleicht gar nicht mehr komisch, wenn ihr dich unterhältst.
01:22:52: Und da ist ein bisschen so mein Träumchen für die Zukunft.
01:22:56: Ich weiss nicht wie es so wird aber dass Leute einfach wieder mehr miteinander reden statt zu streiten vor allem online.
01:23:04: Danke dir, dass du dich uns geöffnet hast und deine Geschichte mit uns geteilt hast.
01:23:08: Vor Gerne!
01:23:09: Dankeschön und wir wünschen dir alles Liebe und alles Gute für deinen
01:23:12: Zukunft.
01:23:13: Ebenso, danke schön.
01:23:18: Du willst selbst bei uns dabei sein oder hast einen Teamvorschlag?
01:23:21: Denn melde dich auf unserer Website oder unser Social Media.
01:23:27: Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist oder Unterstützung benötigst dann zögere nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen.
01:23:34: Hol die Unterstützung bei professionellen Hilfeinrichtungen oder dir vertrauten Personen.
01:23:39: Bis zum nächsten
01:23:40: Mal, bei
01:23:41: von Bohne zu Bohne.
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